Live your life RPG

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 04, 2018 10:25 pm

Camille Parker
Ich will nicht lügen, aber die nächsten Wochen waren hart. Wie sollte ich auch dem Bruder meines Freundes, mit dem er zusammen wohnte, aus dem Weg gehen ohne dabei auch automatisch meinem Freund aus dem zu gehen? Es war wirklich verdammt schwer, aber seit ich mit Mum gesprochen hatte, war ich mir der Gefühle in mir bewusst geworden und das war der Moment in dem mir etwas klar geworden war. Wenn ich nicht aufpasste und etwas änderte, etwas in meinem Verhalten, besonders Skye gegenüber, könnte das alles hier gewaltig in die Hose gehen. Ich würde Skye verletzen und besonders Raven, wenn er erfuhr, dass ich auch etwas in Skyes Gegenwart fühlte. Ich könnte die beiden Brüder auseinander reißen, ich könnte alles Gute zerstören, dass wir uns in den letzten Monaten aufgebaut hatten. Also musste ich radikal handeln. Ich brachte Abstand zwischen mich und Skye, so gut es zumindest ging. Ich ignorierte ihn nicht, aber ich machte mehr mit Raven und zwang Skye nicht mehr etwas mit uns zu machen, falls er das wieder falsch verstehen könnte. Ja Raven war skeptisch, warum ich plötzlich weniger bei ihm zu Hause sein wollte und weigerte sich erst ins Wohnheim zu mir zu kommen, aber ich konnte ihn überzeugen, dass ich ihn einfach auch mehr in meinem Alltag haben wollte und wir Skye etwas für sich lassen sollten, dass wir ihn während des Urlaubs in Texas schon genug zu etwas gezwungen hatten. An die drei Wochen ging das auch gut, Dann rief Raven mich Abends total aufgelöst an, dass sein Bruder sich wieder ritzen würde. Bei der Nachricht hatte sich meine Brust so schmerzhaft zusammen gezogen, dass ich einen Moment kaum hatten atmen können und mir waren Tränen in die Augen gestiegen, weil ich mir die Schuld gab. Ich konnte keine Zeit mehr mit Skye und Raven gleichzeitig verbringen, also nahm ich Skye jedes mal seinen Bruder weg, wenn wir etwas gemeinsam machten. Er war wieder vermehrt alleine und nachdem wir Monate zu dritt verbracht hatten, war meine Distanz doch etwas radikal gewesen. Ich hatte es ja selbst gespürt, wie ich mich fast jedes mal wenn Raven bei mir war gefragt hatte, wie es Skye ging. Wie ich in unruhigen Momenten unglaublich gerne einfach nur seine Anwesenheit spürten wollte, ohne groß zu reden. Besonders erwischte ich mich dabei, dass ich seine Augen vermisste und die Ruhe, die ich immer verspürt hatte, wenn ich hinein gesehen hatte. Ja ich hatte sogar versucht seine Augen zu malen, das blau grau einzufangen, irgendwie die Farbe eines tosenden Meeres aufs Blatt zu bringen, aber es war mir nicht so ganz gelungen. Dafür hatte ich seine Augenpartie umso besser außen herum gezeichnet, was mich wieder frustriert stimmte. Das Bild versteckte ich ganz hinten in meinem Zeichenblock, denn ich brachte es irgendwie nicht übers Herz es wegzuwerfen. Nicht nur dass ich mit meinen eigenen Gefühlen noch zu kämpfen hatte, nein ich musste auch Raven wieder weniger sehen, weil er wieder vermehrt bei Skye war, was ich ihm keineswegs verübelte, denn ich gab ja irgendwie mir die Schuld. Das schlimmste kam ja noch: Raven würde nächste Woche für fünf Tage auf Klassenfahrt fahren und wir hatten vor Monaten schon ausgemacht, dass ich solange bei ihm wohnen würde, damit Syke nicht allein war. Damals war das selbstverständlich für mich gewesen, jetzt jedoch überlegte ich seid Tagen was für eine Ausrede oder Notlösung ich finden könnte, dass Raven nichts von meinem komischen Verhalten bemerkte, er gleichzeitig nicht seine Arbeit absagen musste und Syke nicht allein war. Mir fiel nichts ein, verdammt nochmal, überhaupt nichts. Ich würde wirklich eine Woche mit Syke allein zusammen wohnen müssen und ehrlich gesagt hatte ich Angst davor, dass die Gefühle in mir auch wieder zurück kommen würden. Und die Woche kam schneller als erwartet, da stand ich schon mit einem Koffer vor ihrer Tür und würde für die nächsten fünf Tage Skyes Mitbewohnerin sein.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Mo Nov 05, 2018 10:25 am

Skye Aldren
Ich fühlte mich mies, weil ich Raven wieder in Beschlag nahm. Dabei wollte ich das ja gar nicht! Ich wollte eigentlich nur, dass er und Camille glücklich wurden. Ja, es tat mir weh die beiden so zu sehen, aber das hieß nicht, dass es nicht richtig war. Ich war nicht dafür geschaffen jemanden glücklich zu machen. Ich war niemand, der einfach so eine Beziehung führen konnte. Ich würde bloß alle mit mir ins Verderben reißen. Und das wollte ich ganz besonders Camille nicht antun. Vor allem aber war sie mit Raven zusammen. Ich sollte mich zurückhalten und genau das tat ich! Aber offenbar brachte es nur noch mehr Unglück, wenn ich versuchte mich zurückzuziehen. Ich wollte, dass Raven zu Camille ging und nicht auf mir hing, weil er sich Sorgen um mich machte. Ich versuchte wirklich wieder alles ins rechte Lot zu rücken, aber ich ging daran kaputt. Und das noch mehr als ich sowieso schon war. Ich war ein Wrack und ich suchte einen Ausweg im Schmerz, aber das war kein Hilferuf. Ich wollte, dass Raven mich in Ruhe ließ und sich um seine Freundin kümmerte. Und doch erreichte ich das Gegenteil. Es schien alles nichts zu nützen. So oder so war ich eine Belastung für Ravens und Camilles Beziehung. Früher oder später würde es an mir scheitern. Ich wäre der Grund wieso die beiden sich letztendlich voneinander entfernen würden. Es graute mich jetzt schon vor den fünf Tagen, die Camille hier wohnen sollte. Ja, sie war nur mein Aufpasser, aber jegliche Nähe zu ihr löste Dinge in mir aus, die ich nicht kontrollieren konnte. Ich hatte Angst vor dem, was ich empfinden oder gar tun könnte. Wenn ich bei ihr war, war ich unberechenbar. Im einen Moment dachte ich noch an Raven und im nächsten berührte ich ihre Wange und spürte all die kleinen Stromstöße durch meinen Körper rasen. Früher oder später würde jemand verletzt werden… aber ich würde mit allen Mitteln verhindern, dass es Camille war. Ich biss mir auf die Unterlippe, während ich über den Pancakes in der Küche hing. Raven ging zur Tür, um Camille zu öffnen und ich hatte noch keinen einzigen Bissen meiner Pfannkuchen herunterbekommen. Ich hatte Angst davor sie wiederzusehen, nachdem sie mich die letzten drei Wochen gemieden hatte. Ich hatte Angst vor den fünf Tagen und wie sie sich entwickeln würden. Würde ich für sie wieder der kleine, hilfsbedürftige Bruder ihres Freundes werden oder würde es wieder so kompliziert wie in Texas enden? Beide Optionen waren nicht optimal. Ich hob leicht den Blick, als ich Raven im Flur reden hörte. „Hex Babe! Danke nochmal, dass du auf ihn aufpasst. Ich weiß nicht was ich ohne dich tun würde.“ Ich seufzte leise. Ich hasste es, wenn er es klingen ließ als bräuchte ich einen Babysitter! Ich war kein Kind mehr. Ich wusste, was ich tat. Sogar sehr gut. Ich sah wie Raven nochmal den Kopf in die Küche steckte und mich ansah. „Mach keinen Unsinn, ja? Benimm dich in Gegenwart meiner Freundin!“, tadelte er mich gespielt amüsiert und ich rollte nur genervt mit den Augen. Musste das sein? Musste er plötzlich wieder einen auf starken, großen Bruder machen? Dennoch nickte ich, damit er endlich fuhr. Er würde noch den Bus verpassen. Er ließ sich ordentlich Zeit dabei Camille im Flur zu verabschieden und ich konnte nicht verhindern, dass dieses brennende Gefühl von Eifersucht wieder in meinem Magen aufflammte. Doch ich atmete tief durch und schob den Teller mit Pfannkuchen von mir weg.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Mo Nov 05, 2018 7:29 pm

Camille Parker
Das hier war absolut schräg und sollte garantiert nicht so sein. Ich sollte keine angst haben mit dem Bruder meines Freundes alleine zu sein, immerhin hatten ich in den letzten Monaten in diesem Haus mehr Zeit verbracht als im Wohnheim, ich kannte mich aus und fühlte mich wohl, bis mit klar geworden war, dass ich mich in Skyes Gegenwart etwas zu wohl fühlte. Hätte ich eine Ausrede oder einen Ausweg gefunden, hätte ich diese Woche die uns bevor stand verhindert, aber ich fand nichts das vor Raven plausibel klingen würde, ohne meine wahren Gefühle zu verraten. Gott, das war alles so verkorkst! Raven war natürlich unglaublich dankbar, dass ich das machte und ich zwang mich zu einem überzeugenden Lächeln. "Ach, ist doch nicht der Rede wert." Die Wahrheit war ja, dass ich es wirklich nur für ihn machte. Vor ein paar Wochen hätte ich noch gesagt, dass ich es Skye zu liebe tat, aber jetzt konnte ich das nicht mehr zulassen. Ich machte es für Raven, damit er seinem Job normal nachgehen konnte, statt sich wegen Skye verrückt zu machen. Dass ich mich dafür die nächsten Tage auch etwas verrückt machen würde, spielte jetzt erst mal keine Rolle. Ich folgte Raven nicht in die Küche, als er sich von seinem Bruder verabschiedete, auch wenn ich bildlich in meinem Kopf Skyes Reaktion sah, obwohl bei der Ermahnung sich in meiner Gegenwart zu benehmen, ich irgendwie fast zusammen gezuckt wäre. In letzter Zeit hatte Skye sich mir immer mehr genähert, mich immer öfter berührt und ich hatte mich jedes mal geehrt gefühlt. Ein Teil von mir wünschte sich sogar, er würde sich nicht benehmen, während ein anderer mich anschrie sowas gefälligst nicht einmal zu denken. Oh Gott, wie sollte ich die Tage nur schaffen? Raven kam dann wieder zu mir und erklärte mir nochmal alles, was er mir in den letzen Tagen sowieso schon erklärt hätte. Wie die Nummer des Psychiaters für Notfälle war, die Dosierung seiner Medikamente, wann ich ihn anrufen sollte und wann Skye von der Arbeit kam. Ich wusste das alles schon, aber ich ließ ihm Ausreden, weil ich glaubte es half seinem schlechten Gewissen, dass er seinen kleinen Bruder in so einem Zustand verließ. Ich nickte also brav alles ab, gab ihm einen langen Abschiedskuss, vielleicht etwas zu lang. Ob ich mir damit was beweisen wollte? Ganz ehrlich, keine Ahnung. "Ich liebe dich. Schreib mir wenn ihr da seid." Das waren meine letzen Worte, ehe er raus ging, um von einem Kollegen zur Schule mitgenommen zu werden. Er hatte mir angeboten seinen Wagen die nächsten Tage zu benutzen, aber ich hatte aus Texas ja jetzt den schwarzen 1969er Mustang meines Dads mitgebracht, also würde ich den Van vermutlich nicht gebrauchen. Als die Haustür hinter Raven zuschlug, spürte ich den Knall durchs ganze Haus hallen bis in meine Knochen. Ich war mit Skye allein, das erste Mal seit drei Wochen und das erste Mal, seit ich mir eingestanden hatte, dass ich etwas für ihn empfand. Ich seufzte kurz, sammelte mich und ließ meine Tasche im Flur, dann ging ich in die Küche. Skye saß noch am Frühstückstisch, wie immer Sonntags hatte Raven Pancakes gemacht. Dass er schon heute los fahren musste, lag daran, dass sie eine Weile bis San Francisco unterwegs sein würden. Einen Moment blieb ich unschlüssig im Türrahmen stehen, dann gab ich mir einem Ruck. Okay Schluss jetzt mit dem kindlichen Verhalten, ich könnte ja wohl mit ihm in einem Raum sein, ich musste nur meine Gefühle in den Griff bekommen. "Hey. Na schon satt?" versuchte ich beiläufig zu klingen und lächelte leicht, während ich mir selbst einen Teller und Essen nahm, um mich ebenfalls an den Tisch zu setzen. Ich vermisste es ehrlich mit Skye und Raven zu frühstücken, in den letzten drei Wochen hatte ich das ziemlich reduziert, aber irgendwie waren mir Skyes eigenartige Essgewohnheiten ans Herz gewachsen. Das war überhaupt nicht gut. "Hast du irgendwelche Pläne für heute? Oder ist noch was im Haushalt zu machen?" plapperte ich dann weiter, weil die Stille mir irgendwie unangenehm war. Dabei hatte ich das an Skye immer so geschätzt, das man mit ihm Schweigen konnte und es war einfach entspannend. Jetzt jedoch hingen Worte und Fragen in der Luft, Dinge die ich ihm erklären sollte, obwohl ich sie selbst nicht wirklich verstand und es wurde komisch. Ich könnte ihm die Wahrheit sagen, ihm klar machen, dass er nichts falsch gemacht hatte, dass es an mir lag, aber ich konnte ihm ja wohl schlecht sagen, dass ich mich von ihm fernhielt, weil ich Gefühle für ihn hatte, oder? Meine Mum war zwar fast davon überzeugt, dass Skye auch etwas für mich empfand, ich war mir da jedoch nicht so sicher und bevor ich alles nur schlimmer machen würde, sagte ich fürs erste gar nichts.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Mo Nov 05, 2018 9:23 pm

Skye Aldren
Das alles hier sollte nicht sein. Sie sollte nicht meinen Babysitter spielen. Das war nicht ihr Job. Und ich wollte nicht, dass sie es so sah. Sie sollte nicht ihre Zeit mit mir verbringen, weil Raven sie darum gebeten hat, weil ich angeblich nicht allein gelassen werden konnte. Sie sollte Zeit mit mir verbringen, weil sie es wollte, weil sie mich gut leiden konnte. Aber doch nicht weil sie sich dazu verpflichtet fühlte. Das alles hier war ein totales Desaster. Camille war die letzten drei Wochen deutlich auf Abstand gegangen, weil ich in Texas offenbar irgendeine Grenze überschritten hatte und jetzt sollte sie auf mich aufpassen als wäre ich ein kleines Kind. Ich verstand nicht wieso sie hierzu eingewilligt hatte. Ich meine... ich konnte verstehen wieso sie nach diesem Urlaub Abstand genommen hatte. Ich hatte mich aufgeführt wie der letzte Idiot. Ich hätte ihr nicht so nahe treten dürfen. Ich hätte Raven holen und ihn zu ihr schicken sollen. Ich hatte es einfach übertrieben. Ich war egoistisch gewesen, weil ich derjenige hatte sein wollen, der sie tröstete, aber das war falsch gewesen und ich schämte mich dafür. Aus Scham konnte ich deshalb auch nicht aufsehen, als Camille in die Küche kam und auf mein Frühstück zu sprechen kam, das ich nicht einmal angerührt hatte. Mir war schon den ganzen Morgen schlecht gewesen, weil ich nicht gewusst hatte wie ich mich ihr gegenüber verhalten sollte. Und nun saß sie vor mir und hatte sich selbst etwas von Ravens Pancakes geholt. Unsicher rieb ich unter dem Tisch meine Hände aneinander, als ich die Spannung in Raum spürte. Nein, so würde das nicht funktionieren... ich biss mir auf die Unterlippe und zog mir den Block und den Stift heran, um diese Stille hier zu brechen. Ich machte zwar keine Laute, aber irgendjemand musste eben etwas sagen. „Hör zu, du musst das hier nicht tun. Du kannst zurück ins Wohnheim. Ich verspreche dir hoch und heilig mich nicht umzubringen und dann musst du auch nicht hier rumhocken.“ Sie wollte nicht hier sein, oder? Ich spürte das. Sie fühlte sich unwohl und wollte weg. Nun, ich hab ihr diese Chance. Sie sollte einfach gehen und ich würde mir in den nächsten fünf Tagen unter ihrer Aufsicht nichts antun. Zumindest nichts ernstes. Damit wären wir beide aus der Situation raus. Allerdings war Camille vielleicht viel zu gewissenhaft dafür, also musste eine andere Lösung her. „Oder ich verkrieche mich ins Gamingzimmer, schreib dir jede Stunde eine Sms und du... machst hier unten, was auch immer du machen willst. Du musst dich nicht mit mir abmühen, nur weil du mich babysitten sollst. Ich werde schon keine Probleme machen.“, versprach ich ihr. Reichte ihr das? Ich wollte nicht, dass es für sie zur Qual wurde hier zu sein. Sie sollte wieder öfter kommen. Von mir aus würde ich mich auch verkriechen, aber sie gar nicht mehr zu sehen war keine Option mehr für mich. Auch wenn ich sie nur ein paar Minuten am Tag sah, wenn ich durch die Küche lieg, um mir was zu trinken zu holen und sie mit Raven auf der Couch saß. Ich nahm, was ich kriegen konnte...
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Di Nov 06, 2018 7:56 pm

Camille Parker
Wir würden das irgendwie überstehen müssen, es waren ja bloß fünf Tage. Davor hatten wir Monate miteinander verbracht. Gut nicht unbedingt alleine, obwohl zum Ende hin hatten wir auch viele Momente ohne Raven gehabf. Tja und wo hatte das hin geführt? Mein gutgläubiges und dummes Herz bildete sich ein wirklich etwas für Skye zu empfinden das über Freundschaft hinaus ging. Dabei war es nicht mal mein Herz das in Skyes Nähe verrückt spielte, gut es schlug manchmal etwas schneller, aber letztendlich war es mein Bauch gewesen der mich verraten hatte. Das Gefühl darin, eine Mischung aus kribbeliger Freude und Ziehen. Gott hatte ich lange gebraucht um zu erkennen, dass ich sowas ähnliches gespürt hatte, als ich die ersten Dates mit gehabt hatte. Natürlich hatte ich mich in Momenten mit Skye nicht genauso gefühlt, ich glaubte nicht, dass es sich auch nur bei irgendeinem Menschen gleich anfühlte, wenn man etwas für jemand empfand, die Gefühle waren jedes mal spezifisch, aber ich hätte dieses Bauchgefühl schon viel früher erkennen müssen. Dann wäre ich vielleicht nie auf die Idee gekommen Skye nach Texas mitzunehmen und ihn so weit in meine Familie und mein Leben zu lassen, nur damit irgendein Teil in mir dann auf die Idee kam, dass es doch ganz schön sein könnte, wenn Skye mir noch näher kam. Der Gedanke war verrückt, ja ich durfte sowas nicht mal denken, denn es war verdammt gefährlich. Eine falsche Geste, ein falsches Wort und ich könnte alles zwischen Raven, mir und Skye zerstören. Ich würde die Frau sein, die die Brüder auseinander gerissen hat und ich wusste ganz genau, dass Skye das nicht verkraften würde. Wie man nach drei Wochen schon sah, ging es ihm schlechter und er fing an sich wieder zu verletzen, ich wollte mir also nicht ausmalen was passierte, wenn ich mich ganz von den beiden fernhielt und sie untereinander auch noch Streit haben würden. Vermutlich wäre es am besten gewesen ich hätte mich nie in das Leben der beiden eingemischt, aber jetzt war es für solche Gedanken auch zu spät. Ich musste es also irgendwie schaffen meine Gefühle in Skyes Gegenwart zu unterdrücken, bis sie ganz weg waren, während ich so tat als sei alles wie immer. Ich würde nicht mehr ganz so viel Zeit mit ihm verbringen wie vor Texas, aber ich konnte ihn auch nicht ignorieren und damit für meine Gefühle bestrafen. Er würde sich nur wieder wehtun, das wiederum tat Raven weh und was es mit mir anrichtete, konnte ich nicht mal in Worte fassen. Also würde ich jetzt einfach wieder meine Schauspielkünste beweisen müssen. Leider war ist nicht gerade gut im Smalltalk, besonders nicht in so einer angespannten Situation. Wieso konnte es nicht einfach wieder wie vor Texas sein? Wieso hatte meine Mum mit mir reden müssen? Skye jedoch verhielt sich wie immer, naja zumindest wenn es darum ging, dass er mir keine Umstände machen wollte. Seine angespannte Körpersprache und, dass er mir kaum länger als eine Sekunde in die Augen sehen konnte, versuchte ich zu ignorieren. Ich sah von meinem Pancake hoch, als er aufgehört hatte auf dem Block zu schreiben und verrenkte mir halb den Hals, als ich versuche auf dem Block zu lesen, ohne ihm dabei näher kommen zu müssen. Seine Aussage und wie er einfach das Wort "umbringen" geschrieben hätte, versetzte mir einen Stich und ich seufzte, während ich lustlos in dem Essen herum stocherte. "Ich weiß, dass ich das nicht tun muss. Aber ich will es...Raven zu liebe." Dass ich es auch machte, weil es mir persönlich eine Qual war zu wissen, dass er sich seit meinem Rückzug wieder selbst verletzte, sagte ich natürlich nicht. "Selbst wenn ich dir vertrauen würde, dass du dir nichts schlimmes antust, kann ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dass fünf Tage lang das Risiko bestand und ich nichts getan habe. Selbst deswegen würde Raven stinksauer sein. Außerdem...ist es doch alleine in dem Haus echt langweilig und du kannst dich ja schlecht fünf Tage von Kakao und trockenen Brötchen ernähren." Das war ein kläglichen Versuch dir Stimmung zu lockern, aber Skye hatte schon wieder weiter geschrieben. Ich zog jetzt dann doch den Block zu mir, da Skye ihn anscheinend im selben Moment hatte drehen wollen, berührten sich unsere Hände und ich sah einen Moment hoch, ehe ich schnell den Block nahm und hoffte, dass ich nicht rot wurde. Gott Camille, beruhig dich! Seine Worte taten mir weh, wie er alles tun würde nur um mir keine Mühe oder Umstände zu machen...verdammt, das würde noch schwerer als gedacht. "Skye...wenn hier eine versucht keine Mühe zu machen, Dann bin ich das, immerhin bin ich hier der Gast. Du wirst dich also nicht verkriechen, ich brauche nicht viel Platz, vermutlich werde ich die meiste Zeit in Ravens Zimmer sein. Es wird also sein wie...immer. Nur das ich halt den Haushalt schmeiße." Ich zuckte mit den Schultern und schob mir eine Gabel Pancake in den Mund, auch wenn mir der Appetit doch etwas vergangen war, aber so waren meine Hände wenigstens irgendwie beschäftigt. "Ich kann dir meinen Stundenplan aufschreiben, Dann weißt du wann du deine Ruhe hast, meistens treffe ich mich nach der Uni noch mit einer Lerngruppe oder eine Freundin, ich bin also eine einfache Mitbewohnerin. Aber das mit den SMS morgens und mittags wenigstens, ja das wäre eine gute Idee." Ich würde es nicht übertreiben und wie Raven verlangen, dass er mir jede Stunde schrieb. Außerdem würde es mich nur von der Uni ablenken wenn ich stündlich an Skye erinnert wurde...
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Di Nov 06, 2018 8:23 pm

Nieve Vaughn

Ich hatte nie gewollt, dass Taro seinen Job verlor. Gut, nun hatte er ihn nicht zwingend verloren, viel mehr aber hatte man ihn einfach so beurlaubt damit er etwas Abstand von allem nahm. Tat er jedoch nicht - stattdessen nahm er mich bei sich auf und holte sich das eigentliche Problem -mich- nur in sein eigenes und privates Leben. Gott, ich verstand wirklich bis heute nicht weshalb er mir so zwingend helfen wollte oder musste, denn eigentlich war ich nur eine von vielen. Sehr vielen sogar, wenn man die Statistiken der heutigen Zeit so beurteilen wollte. Es gab immer mehr Frauen die in diese Szene rutschten, gab immer mehr Menschen die einfach irgendwo landeten und noch nicht einmal mehr genug von sich halten um umzukehren. Deshalb war ich doch wahrscheinlich hier, oder nicht? Weil ich mich Hals über Kopf in Alex verliebt hatte, er mir das Gefühl gegeben hatte so unfassbar wundervoll zu sein, und das obwohl ich es selbst nicht eine Sekunde dachte. Ich hatte Alex nie wirklich verstanden, weshalb er ausgerechnet mich ausgewählt hatte, jetzt aber verstand ich es vielleicht doch ein klein wenig. Ich war jung gewesen, dumm. Hatte absolut keine Ahnung von der Welt gehabt, und sehr wahrscheinlich wusste ich selbst heute nicht sehr viel mehr. Ich wusste nur das man nichts auf dieser Welt gratis bekam, aus diesem Grund wartete ich eigentlich doch nur auf Taro's Rechnung. Dafür das er mich hier unterkommen ließ, dass er gebrochene Knochen und Schmerzen hatte, dafür das ich eigentlich so ziemlich jeden Teil seines Lebens beeinflusste ohne ihm auch nur irgendwie eine Chance geben zu können etwas zu ändern. Er war ein viel zu guter Mensch um mich rauszuwerfen. Ich kannte ihn nicht gut genug, jedoch wusste ich was für eine Art Mensch er war. Er war die Art Mensch mit der man befreundet sein wollte, die man als Teil seines Lebens sehen wollte. Nur war ich das genaue Gegenteil, und das würde auch Taro noch verstehen. Irgendwann würde ich ihn zutiefst verletzen, weil ich ihn belogen hatte oder viel mehr es noch tun würde. Ich kannte mich doch! Ich schürzte die Lippen und betrachtete die heiß werdende Pfanne, richtete das Essen her während ich mir wirklich größte Mühe gab diese Logik zu verstehen. Wenn er Zeuge war, sollte er nicht einfach weiter an diesem Fall arbeiten dürfen? War es nicht das was Undercover Polizisten taten? Sie sahen Dinge, spielten am Ende den Zeugen und wurden dennoch nicht vom Fall abgezogen? War das nur in Filmen so? Genauso wie das Ganze Liebe besiegte alles Ding, an das ich wirklich schon seit Jahren nicht mehr glaubte? "Und wenn du es nicht tust?" Es wäre doch besser, würde er wieder arbeiten können oder nicht? "Aussagen meine ich. Was wenn du es nicht tust? Die Beweise die ihr gegen ihn habt sind doch ausreichend, ihr habt meine Aussage und Fotos von .. seinen Anfällen." Demnach musste Taro nicht auch noch aussagen. Es war nicht nötig, er konnte wieder arbeiten. Wahrscheinlich würde ich mir dennoch Sorgen machen. Ich nickte knapp. Selbst wenn er wieder arbeiten würde, wären es keine sonderlich großen Fälle. War es schlimm, das es mich beruhigte das zu wissen? Ich lehnte mich an die Theke und sagte nichts dazu. Er wollte arbeiten, wollte große Fälle und die Welt verändern. Dabei war Alex schon schlimm genug, und der war immer noch auf freiem Fuß. Taro schien es aber wirklich nicht zu interessieren. Ich nahm zwei Gläser, füllte sie mit Rotwein und sah die Flüssigkeit für einen kurzen Moment an. Irgendwie musste ich mich bei Taro ja wirklich bedanken, und entschuldigen. Nüchtern konnte und wollte ich es nicht tun, also würde ich mir wohl einfach etwas Mut antrinken müssen. Ich lief hinüber zu Taro, stellte ihm eines der Gläser hin und verschwand wieder in die Küche um den zweiten Teil meiner Entschuldigung und meines Dankeschöns fertig zu machen. Wein. Essen. Eine Entschuldigung. Irgendetwas musste ich immerhin auch richtig machen können.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Di Nov 06, 2018 8:52 pm

Skye Aldren
Es war nicht richtig, dass sie hier war. Sie wollte es nicht sein. Ich sah es ihr an. Früher hatte sich Camille gefreut, wenn sie hergekommen war, aber jetzt sah sie eher… angespannt und nervös aus. Sie wollte nicht mit mir allein sein, oder? War es das? Oder hatte sie Angst ich würde etwas anstellen und sie könnte bei Raven in Ungunst fallen? Ich wusste absolut nicht mehr was ich denken sollte. Zuerst kam sie mir in Texas so nahe und ließ mich wirklich das erste Mal wieder sowas wie Zufriedenheit und Wärme spüren und dann… zog sie sich erbarmungslos zurück und ich war wieder allein. Ich weiß auch nicht wieso es mich so dermaßen mitnahm. Ich war mein gesamtes Leben lang allein gewesen. Jeder hatte sich vor mir zurückgezogen, mich als komisch betitelt oder mich schräg angesehen. Das war keine Seltenheit für mich. Ich hatte immer nur meinen Bruder Raven gehabt und damit hatte ich gelebt - auch wenn ich nie wirklich freiwillig gelebt hatte. Doch seit ich mich in Camilles Nähe so wohl fühlte und sie sich dann von mir entfernt hatte, wusste ich nicht mehr wohin mit mir. Ich fühlte mich absolut fehl am Platz. Ich wusste, dass ich etwas für Camille fühlte, was ich nicht fühlen durfte. Ich durfte sie nicht auf diese Weise mögen. Ich durfte nicht eifersüchtig auf Raven sein. Ich durfte mir nicht wünschen an Ravens Stelle zu sein. Das alles waren Dinge, die ich wirklich an mir hasste. Ich sollte glücklich für die beiden sein, aber stattdessen ließ es mich nur noch schlechter fühlen. Also ja, ich wollte uns beiden einen Gefallen tun und Camille anbieten zurück in ihr Wohnheim zu gehen. Ich würde mich schon nicht in den Tod stürzen, wenn ich unter ihrer Aufsicht stand. Ich wusste genau, dass Raven sie verantwortlich dafür machen würde und ich wollte ihre Beziehung auf gar keinen Fall zerstören. Genau deswegen versuchte ich ja auch Cam wieder nach Hause zu schicken. Ich wollte die Dinge nicht verkomplizieren. Aber ihre Worte, trafen mich wie Faustschläge. Sie würde nicht gehen. Raven zu liebe… Natürlich machte sie das alles nur für meinen Bruder, der sie darum gebeten hatte. Sie babysittete seinen kleinen Bruder, obwohl sie es nicht wollte. War ich denn wirklich nur das für sie? Ich sollte froh sein, dass sie nicht die gleichen problematischen Gefühle hatte wie ich sie in mir versteckte, aber ich hatte schon irgendwie gehofft ich wäre für sie sowas wie ein Freund. Ich hatte gehofft sie würde sich auch um mich sorgen und sie würde das nicht nur für Raven tun. Im Endeffekt aber war es vielleicht besser so. Ihre nächsten Worte verbesserten nichts. „Du kannst mir vertrauen, das weißt du doch… Und ich würde Raven natürlich nichts sagen. Ich will nur nicht, dass du dich hier unwohl fühlst. Wir können beide die Tag getrennt voneinander durchstehen und Raven am Ende sagen, dass alles gut gelaufen ist. Ich würde dir sowas nie antun, das weißt du doch.“, schrieb ich und schluckte hart, als ich den Block herüber schob und ihre Finger gegen meine stießen. Ich spürte die Stromschläge durch meine Finger rasen, doch ich verzog keine Miene, sondern zog meine Hände bloß zurück in meinen Schoß, wo ich sie ineinander verschränkte. Ich würde mir nichts antun, weil es Ravens und Camilles Beziehung zerstören würde. Und ich wusste, dass Camille glücklich mit Raven war. Ich wollte nur das Beste für sie. Wenn das hieß fünf Tage durchzuhalten, dann… würde ich das problemlos für sie tun. Ich nickte leicht, als Camille den Block nun nahm, um mir ihren Stundenplan aufzuschreiben. Sie plante die nächsten Tage bereits durch, während in mir ein ungutes Gefühl aufkam. Wie sollte ich denn fünf Tage mit ihr in diesem Haus leben ohne dass Gefühle aufkamen, die ich nicht fühlen durfte? Ich konnte sie ja kaum ansehen ohne den beklemmenden Schmerz in meiner Brust zu spüren. Früher hatte mich ihre Nähe geheilt, doch seit sie sich zurückgezogen hatte… fühlte es sich an als würde ich immer mehr zerbrechen je klarer mir wurde, dass sie immer nur Raven gehören würde.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Nightfall am Mi Nov 07, 2018 11:12 am


Liah Levin
Das konnte doch nur ein Witz sein. Gerade jetzt wo ich mich jemanden öffnete schien alles schon wieder den Bach runter zu gehen. Asher hatte einfach ein Geschäft abgeschlossen und mein Bruder hatte nichts dagegen getan. Er würde noch so einiges von mir zu hören bekommen. Das konnte ich nicht zulassen. „Ich habe auch nicht gesagt dass du ein Idiot bist oder keine Ahnung hast.“ Trotz all meiner Bedenken ließ Asher nicht ab. So etwas konnte in einer normalen Beziehung nicht gut sein und auch nicht in unserer. „Es ist egal wer was bei uns macht.“ Stellte ich klar. Ich würde ihm nicht noch mehr sagen. Brian hatte eigentlich überhaupt nichts mehr in dieser Sache zu tun. Er hatte die Geschäfte meinem Bruder und mir überlassen. Dass er anscheinend doch noch seine Finger im Spiel hatte gefiel mir nicht. Das hatte absolut nichts Gutes zu heißen. Nicht umsonst hatte Liam diesen Platz nur angenommen, wenn Brian aufhörte so viel Mist zu bauen. Das würde noch ein ernstes Gespräch zur Folge haben. „Mein Bruder?“ fragte ich ihn „Du weißt nicht was mit anderen Partnern ist. Die stehen hier auch nicht vor mir und wollen mit mir eine Beziehung führen.“ Konterte ich daraufhin etwas ruhiger. „Freunde hin oder her. Wir waren keine Bekannte und du machst einfach Geschäfte hinter meinen Rücken mit meiner Familie. Ich denke nicht dass man das einfach so als okey hinnehmen kann. Geschäftspartner können ja auch kaum eine Beziehung führen die nicht unter so einen Mist leidet.“ Meine erste ernste Beziehung und schon hatte sie einen großen Harken. Asher weigerte Einsicht zu zeigen. Also musste ich mit Liam sprechen. „Nein, will ich nicht. Ich kläre das so.“ Es war wohl eine kleine Drohung. Wenn Asher meine Worte einfach so abprallen ließ, dann musste ich nun einmal zu anderen Mitteln greifen. Ehrlich gesagt wusste ich nun nicht mehr wie ich mich noch entspannen konnte. Ich konnte mich nicht einfach in seine Arme legen und so tun als wäre nichts passiert. Ich machte mir große Sorgen. Er war ein ehrlicher Mann den ich nun in meine Welt hineingezogen hatte. Wenn Asher erfuhr wer wir wirklich waren und mit was wir Geschäfte machten, dann würde er mir das nie verzeihen. „Was konnten sie dir denn überhaupt bieten? Wir sind keine Immobilien Makler.“

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Nightfall am Mi Nov 07, 2018 11:34 am

Damil Kane .
„Stimmt wohl. Ich hätte ja darauf bestanden dass du mir einen ausgibst…“ mit einem Schmunzeln im Gesicht lehnte ich mich im heißen Dampf des kleinen Raums nach hinten. „Da ich aber eine Bar habe wäre es wohl unfair.“ Fügte ich hinzu. „Dafür musst du aber auch vorbei kommen. Es hat sich so angehört als wäre das allerdings nicht dein Ziel gewesen.“ Der heiße Dampf tat echt gut. Wäre meine Gesprächspartnerin nicht hier, wäre es mir dennoch zu öde geworden. Entspannen tat ich mich nur bedingt. Mir hatte jemand mal erzählt das heißer Dampf die Poren öffnete und schlank machte. Tatsächlich half es bei den Poren, abnehmen tat man nicht. Man verlor nur Wasser, dass man danach wieder aufnehmen musste. Ich versuchte wenigstens ein wenig zu entspannen. „Es war ganz gut. Ich werde definitiv Muskelkater haben.“ Antwortete ich ihr „Und wie war dein Kurs?“ Das letzte Mal wirkte sie nicht so ruhig und entspannt. Im Gegenteil, der Stress hatte ihr im Gesicht gestanden. Jetzt konnte ich die Veränderung kaum glauben. Sie wirkte nicht mehr so angespannt. Nicht mehr so genervt und streng. Vielleicht hatte sie heute einen guten Tag gehabt. Abgesehen davon dass wir gerade halb nackt nebeneinander saßen und ich dabei Wassertropfen ihrem Körper entlang fahren ließ, hielt ich mich ebenso gut. Mal ein wenig an andere Dinge zu denken tat mir gut. Es war eine wünschenswerte Abwechslung die einem sturen Gewohnheitstier gut tat.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Fr Nov 09, 2018 9:47 pm

Camille Parker
Der nächste Tag, Montag, war ungewohnt. Ich wachte nicht in meinem eigenen Bett auf, sondern in Ravens, leider aber ohne ihn. Sein Geruch, eine Mischung aus seinem Duschgel und etwas herben männlichen hing natürlich in der Bettwäsche und ließ mich ihn vermissen. Mit ihm hier wäre es leichter, er wäre der Puffer zwischen mir und Skye, so blöd das auch klang. Ich wusste, dass Raven mit den Gefühlen, die ich für Skye hatte, nichts zu tun hatte, aber es würde mir helfen wenn er da wäre, diese zu verdrängen und so dann vielleicht ganz loszuwerden. Der erste Tag ging aber ziemlich schnell um. Skye hatte vor mir das Haus verlassen, nachdem wir nur ganz kurz gemeinsam in der Küche gesessen hatten, ja das hatte man kaum Frühstück nennen können. Er war zur Arbeit, ich am Vormittag zur Uni und dann erst wieder zum Abendessen zurück gewesen, natürlich hatten wir zwischendrin geschrieben, ob alles gut sei. Ich musste nämlich parallel auch noch Raven beruhigen, der trotz straffen Reiseprogramms noch Zeit hatte sich um Skye zu Sorgen. Ich hatte auf dem Rückweg abends noch eine Pizza mitgenommen, Margarita Skye zuliebe, weil ich echt keine Lust hatte noch zu kochen und vielleicht auch weil ich so wieder schneller in Ravens Zimmer verschwinden konnte. Vermutlich wäre das nicht mal groß nötig gewesen, denn Skye war bestimmt eh die meiste Zeit in seinem Gamingzimmer, aber sicher war sicher. Ich duschte dann auch noch Abends, da ich Skye morgens nicht bei seiner Routine im Bad stören wollte und so ging der erste Tag rum, an dem wir uns vielleicht bloß eine halbe Stunde gesehen hatten. An sich war es ganz gut gelaufen, auch wenn ich mich jedes mal fühlte als würde ich auf Eierschalen laufen und nur ein falscher Tritt, dann würde meine Fassade zusammenbrechen und Skye würde von meinem Gefühlschaos erfahren. Der nächste Tag kam und ich musste früher aus den Federn, weil ich schon um 8 Uhr eine Vorlesung hatte, sodass ich mich schon darauf wappnete Skye dann auch noch vor seiner Arbeit zu sehen. Zuerst jedoch musste ich ins Bad und mich etwas zurecht machen, da es noch überall ruhig war und im Bad kein Wasser lief, dachte ich überhaupt nicht lange nach und drehte den Knauf, machte mit der Tür einen Schritt vor - und erstarrte. Das Bad war nicht leer, vor mir, oder besser gesagt vor dem Waschbecken, stand Skye und das oben ohne. Ich brauchte einen Moment weil da so viel blasse Haut war und Rippen...mein Verstand verarbeitete das nicht so schnell, als das ich reagieren und verschwinden könnte. Stattdessen starrte ich bestimmt und je länger ich hinsah, desto klarer sah ich, dass seine Haut zwar blass wie Alabaster war, aber keinesfalls makellos. Hier und dort sah ich auf seinen Schultern hellere Narben, wie von Schnitten, eine jedoch sprang mir quasi in die Augen. Quer über seinen Rücken war eine riesen Wunde, sie war auch etwas rötlicher und die Haut wirkte selbst aus der Entfernung wulstig, als wäre die Wunde sehr tief gewesen. Wie zur Hölle... Plötzlich rauschte mir das Blut in den Ohren und mir wurde das alles zu viel. Hektisch, ja vielleicht sogar erschrocken, sah ich hoch in seine Augen, dass er erschrocken war, war außer Frage, und fühlte mich mehr als unwohl, dass ich dabei nur eines von Ravens T-Shirts um schlafen trug, half auch nicht. "Es tut... Oh mein Gott." stotterte ich und spürte mir schon die Tränen in die Augen schießen. Ich hatte mich erst entschuldigen wollen, aber das war mir falsch vorgekommen und dann hatte mich der Anblick wieder überwältigt und... Als Kurzschlussreaktion zog ich dann einfach die Tür wieder zu und trat zittrig einen Schritt zurück. Überfordert und von einer Welle an Emotionen erschlagen, stand ich kurz im Flur, dann tapste ich wacklig irgenwie wieder in Ravens Zimmer und sank aufs Bett. Ich hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen, mein Puls raste und es kam mir vor, als würde ich unter allem Gefühlen die mit Skye zusammen hingen ersticken. Ich hielt seit Wochen so viel zurück und der Anblick jetzt, seines dürren und geschundenen Körpers....das hatte etwas losgetreten. Die Symptome erkannte ich jetzt auch wieder: ich stand vor einer Panikattacke, die ich seit der Beerdigung meines Vaters nicht mehr gehabt hatte.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Fr Nov 09, 2018 10:18 pm

Skye Aldren
Ich versuchte alles richtig zu machen, aber ich war schon immer gut darin gewesen alles zu zerstören. Negative Gefühle zu verbreiten war mein Talent. Deswegen wollte ich es nicht kompliziert machen. Camille war mir die letzten Tage ganz offensichtlich ausgewichen, deswegen mied ich sie. Sie war nun einmal jetzt hier und sie machte das nur für Raven und sicher nicht, weil sie so gern Zeit mit mir verbrachte. Selbst jetzt, wo wir im selben Haus lebten, sah ich sie kaum. Wir beide gingen uns aus dem Weg, weil sie… Na ja, weil ich nicht wusste wie ich ihr gegenübertreten sollte. Sollte ich so tun als wäre nichts? Als würde ich nicht merken, dass sie mich ganz offensichtlich mied? Sie tat es und ich wollte nicht derjenige sein, der dafür sorgte, dass sie sich hier noch unwohl fühlte. Also ließ ich sie. Ich versuchte ihr so wenig wie möglich auf die Nerven zu gehen und blieb länger auf der Arbeit, um auch erst später nach Hause zu kommen. Nach dem Essen, wo ich meistens nicht wirklich etwas aß, weil ich mich einfach nicht wohl fühlte, verzog ich mich in mein Gamingzimmer und überließ ihr das Haus, damit sie fernsehen konnte - oder was auch immer sie sonst gern tat, wenn sie allein war. Ich jedenfalls würde ihr dabei nicht im Weg stehen. Nein, ich zog mich in meinem eigenen Haus so weit zurück, dass ich keinerlei Berührungspunkte mehr mit ihr hatte. Wir sahen uns zum Frühstück und zum Abendessen und beides war meistens sehr schnell vorbei, weil ich nicht aß. Ich fuhr morgens früh zur Arbeit los und kam spät abends wieder. Und da sie erst später Uni hatte als ich, begegneten wir uns auch im Badezimmer kaum, sondern trafen uns erst zum Frühstück. Allerdings… hatte ich heute wohl nicht vernünftig auf unseren Zeitplan geschaut. Auch wenn Camille mir ihre Unizeiten aufgeschrieben hatte, rechnete ich oft die Zeit, die sie im Bus verbrachte nicht mit. So auch heute. Hätte ich darüber nachgedacht, dass Camille zur selben Zeit aufstand wie ich, hätte ich das Badezimmer abgeschlossen. Stattdessen aber duschte ich mit nicht verschlossener Tür, trocknete mich ab und zog mich halb an. Ich ließ das Shirt noch weg, während ich mich zuerst rasierte, da die Luftfeuchtigkeit noch im Raum stand. Ich tupfte gerade mein Gesicht trocken, als die Tür sich öffnete und mich ein eiskalter Windzug traf. Mir wurde beinahe augenblicklich schlecht, als ich realisierte, dass es nicht Raven sah, der mich anstarrte. Selbst das wäre mir unangenehm gewesen, doch als ich mich daran erinnerte, dass nur Camille hier war… hätte ich beinahe gewürgt vor Scham. Ich verspannte mich kurz, dann endlich konnte ich handeln, drehte meinen Rücken von ihr weg, damit sie die Narbe nicht weiter sah und drückte das Handtuch, mit dem ich mir eben noch das Gesicht abgetupft hatte, fest gegen meine knochige Brust. Das hätte sie niemals sehen sollen und die Tränen in ihren Augen bewiesen das. Mein Anblick schien sie durch und durch zu verstören. Sie… ergriff die Flucht. Das war wohl die einzige Reaktion, die es auf meinen Körper gab, oder? Bei Ravens durchtrainiertem Sixpack fing sie sicher an zu sabbern und bei mir… schossen einem vor Ekel und Verwirrung die Tränen in die Augen. Ich spürte deutlich den Schmerz in meiner Brust. Natürlich war diese Reaktion natürlich, aber dennoch… es tat jedes Mal wieder weh. Ich war eben keine Augenweide. Das wusste ich selbst. Ich atmete zitternd aus, als Camille weg war. Dann erst fand ich mich wieder in der Situation wieder, griff meinen dicken Pullover und zog es mir über. Einige Minuten stand ich dann unschlüssig im Bad herum. Mir war klar, dass ein gewisses Gespräch aufkommen würde, wenn ich das Bad erstmal verließ. Für eine Weile dachte ich wirklich darüber nach das Bad nicht mehr zu verlassen. Ich wollte mich hier drin verschanzen und mich in der Badewanne ertränken, damit ich mir die Blöße nicht geben musste wieder dort rauszugehen, aber… ich kam nicht drum herum. Ich schluckte hart, atmete ein und öffnete die Tür, aber Camille stand natürlich nicht mehr davor. Ich wusste nicht, ob mich das freuen durfte. Ich sollte vermutlich wirklich nach ihr sehen. Dieser Anblick war nicht gerade leicht zu verdauen. Ich musste es wissen, immerhin sah ich mich fast jeden Tag. Unsicher wollte ich zuerst runter in die Küche gehen, doch dann hörte ich einen schweren Atem aus Ravens Zimmer und sah durch den schmalen Spalt eine Bewegung auf Ravens Bett. Vorsichtig, um sie nicht nochmal zu verschrecken, schob ich die Tür ein Stück weiter auf und sah sie voller Scham und Reue an. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich trat langsam ein, versuchte mich so wenig wir möglich zu bewegen, als könnte ich sie wie ein Reh verschrecken. Ich nahm mir Block und Stift von Ravens Schreibtisch und ließ mich - mit ausreichend Abstand zu ihr - auf die andere Ecke des Bettes gleiten. Ich presste die Lippen zusammen, als ich wortlos mit dem Stift über dem Papier schwebte. Was sollte ich denn sagen? Nichts würde sie dieses Bild vergessen lassen. Ich schluckte hart und setzte den Stift auf. „Tut mir leid, dass du das sehen musstest. Das nächste Mal schließe ich ab.“ Unsicher hob ich den Blick zu ihr und schluckte. Sie war komplett blass, ihre Augen waren geweitet und rot und ihre Lippen zu einer dünnen Linie gepresst, während ihre Brust sich unter ihren Atemzügen etwas zu schnell hob und senkte. „Vielleicht rufst du Raven an, um mit ihm darüber zu reden.“ Sie schien das alles ja offensichtlich ziemlich mitzunehmen. Sie sollte mit jemandem darüber reden, wenn es ihr zur Last fiel. Scheiße, hätte ich doch einfach die verdammte Tür abgeschlossen!
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 11, 2018 12:47 pm

Camille Parker
Ich hätte einfach nicht dazu ja sagen sollen, auf Skye fünf Tage aufzufassen. Das war von Anfang an eine blöde Idee gewesen. Die drei Wochen die ich mich von ihm entfernt hatte, um das Gefühlschaos in mir zu löschen, waren quasi umsonst gewesen, weil wir uns jetzt ein Haus und sogar ein Bad teilten. Gut das mit dem Bad und Haus war nichts neues, immerhin verbrachte ich viel Zeit mit Raven hier. Naja, zumindest vor den drei Wochen. Scheinbar bekamen wir es ohne Raven nicht mal auf die Reihe uns morgens zu organisieren, denn das was eben im Bad passiert war, was ich gesehen hatte, hätte nie sein sollen. Wie sollte ich die Bilder wieder vergessen? Wie sollte ich mir keine Fragen stellen und meine Gefühle dadurch nicht noch mehr durcheinander gebracht werden? Das war unmöglich! Selbst wenn ich nicht schon Gefühle für Skye gehabt hätte, jeder Mensch der ein Herz und ein bisschen Mitgefühl besaß, wäre doch total geschockt gewesen. Wie konnte ein Mensch sich sowas nur antun? Wie kaputt und verzweifelt musste man sein, wie schlimm der Schmerz in einem, dass man ihn auf diese Weise überdecken wollte? Ich konnte es mir nicht vorstellen. Aber während ich es dann doch tat, mir vorstellte wie sehr Skye leiden musste und wie er überhaupt diese große Narbe auf dem Rücken zustande gebracht hatte, spürte ich wie sich meine Brust zunehmend zuschnürte. Ich konnte es mir nicht erlauben jetzt eine Panikattacke zu bekommen, ja eigentlich dürfte ich nicht mal weinen. Ich sollte das alles was mit Skye zu tun hatte, nicht mehr an mich heran lassen, aber der Anblick hatte eine Lawine losgetreten und jetzt flossen mir die Tränen einfach nur lautlos über meine Wangen und ich versuchte meine Atmung wieder zu beruhigen. Letztendlich zog ich meine Knie an und schlang die Arme darum, aber es half auch nicht wirklich. Ich hatte die Augen geschlossen und versuchte mich auf etwas anderes zu konzentrieren, deshalb erschrak ich, als sich die Matratze plötzlich auf der anderen Seite des Bettes etwas herab senkte. Ich riss die Augen auf und sah in das reuvolle Gesicht von Skye, was auch nicht gerade hilfreich war, vor allem weil seine Reue total unangebracht war. Er sollte nicht hier sein, mich so sehen. Ich hatte geglaubt er würde sich jetzt verstecken, nachdem ich ihn halbnackt gesehen hatte, stattdessen fing er an etwas aufzuschreiben. Ich wischte mit über die Augen und beugte mich vor, um auf dem Block lesen zu können, dem er mir dann über die Matratze rüber schob. Was ich da als erstes las, brachte mich kurz zu einem trockenen Lachen und dann dazu ungläubig den Kopf zu schütteln. "Das ist so typisch du, dich dafür zu entschuldigen, dass ich ohne zu gucken, in deinem Haus, ins Bad bin. Wenn dann müsste ich mich entschuldigen, weil ich deine Privatsphäre gestört habe, also hör auf so besorgt zu sein." stellte ich klar und atmete etwas zitternd aus. Meine Atmung ging wieder einigermaßen in normalen Tempo, auch wenn mein Puls raste und meine Augen brannten, als würde sich schon neue Tränen ihren Weg an die Oberfläche bahnen wollen. Dass er wollte, dass ich Raven anrief, machte alles irgendwie nur noch schlimmer. "Raven kann bei all dem auch nichts ändern..." murmelte ich nur und wiegte mich etwas vor und zurück. Wenn Raven hier wäre, wäre es nur noch komplizierter und das hier würde eine riesen Familienintervention werden, worauf ich echt keine Lust gehabt hätte. Ich wollte das alles nicht mehr...ich war erschöpft und überfordert. "Ich kann das nicht mehr Skye." hauchte ich und ließ meine Beine los, sodass ich sie zum Schneidersitz sinken ließ. "Wieso ist es so schwer? Ich dachte ich würde es hinkriegen und dann sehe ich... Du verdienst das nicht. So zu leiden, jemand wie du... Verdammt." Das hier war doch so scheiße.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 11, 2018 1:38 pm

Skye Aldren
Wie sollte ich denn nicht besorgt sein? Natürlich fühlte ich mich schrecklich und wollte mich gerade nichts weiter als verkriechen, aber… das war egoistisch. Ich sah doch deutlich, dass dieser Anblick Camille zutiefst verstört hatte. Ich wusste, dass ich nicht gerade ein schöner Anblick war. Genau deswegen schämte ich mich auch so sehr dafür, dass sie mich so gesehen hatte, aber… es ging jetzt darum, was sie empfand. Ich hatte sie mit meinem bloßen Anblick zum Weinen gebracht. Wie hätte ich mich da verkriechen können? So unwohl ich mich auch fühlte und so gern ich mich auch irgendwo verstecken würde, ich musste nach ihr sehen und nachsehen, ob alles in Ordnung war. Und das war es offensichtlich nicht. Sie saß auf Ravens Bett, weinte und wog sich vor und zurück, als könnte sie diese Bilder gar nicht verarbeiten. Natürlich nicht, wie könnte sie auch? Das war nichts, was man alltäglich sah. Zum Glück nicht. Ich würde das niemandem wünschen. Diese ganzen Narben… das war mein Verdienst. Mein Körper war mir egal. Er war das einzige, was mich noch an diese Welt gebunden hielt. An diese Welt, in der ich gar nicht leben wollte. Aber diese große, wulstige, lange Narbe auf meinem Rücken… das war nicht meine Entscheidung gewesen. Diese Narbe war der Ursprung allen Übels für mich gewesen. „Ich hätte abschließen sollen.“, schrieb ich dennoch auf. Wir lebten beide in diesem Haus. Zumindest für die paar Tage. Es war normal, dass man aufeinander traf. Wir hätten beide mehr aufpassen sollen. Für gewöhnlich schloss man ja auch ab, wenn man das Bad betrat! Hätte ich das einfach gemacht, wäre nichts von all dem passiert. Sie würde jetzt nicht weinen und sich schlecht fühlen. Das war doch nicht fair… Dass sie allerdings auch Raven nicht anrufen wollte, ließ mich die Lippen fest aufeinander pressen. Sie glaubte er könnte ihr dabei nicht helfen? Raven hielt es seit Jahren mit mir aus. Er wusste wohl am besten wie er meine Fehler wieder glätten und ausbügeln konnte. „Er könnte mit dir darüber reden.“ Was wollte sie denn sonst tun? Es einfach herunterschlucken? So wie sie es gerade auffasste? Es ging ihr nicht gut. Offensichtlich nahm sie das alles ziemlich mit und ich war absolut überfordert damit ihr damit zu helfen. Ich kam ja selbst nicht mit meinem Leben klar! Wie sollte ich da anderen helfen? Ich schluckte hart und senkte selbst den Blick, als ich ihre nächsten Worte hörte. Sie konnte das nicht mehr. Was? Sich mit mir abgeben? So tun als wäre ich ihr Freund? Sich mit Themen wie diesen befassen? Ich verstand das… das tat ich wirklich. Aber das hieß nicht, dass es nicht weh tat das zu hören. Camille war meine erste und einzige Freundin. Ich hatte bisher niemand außenstehendes so nah an mich herangelassen und ihre Worte erinnerten mich auch daran wieso. In mir zog sich alles zusammen, als ich sie hörte. Mein Herz schien nur noch unter Schmerzen weiter zu schlagen und ganz kurz wurde mir beinahe schwarz vor Augen. Sie konnte das nicht mehr. Sie dachte sie würde es hinkriegen. Nun ja, offenbar hatte sie sich geirrt. Meine Faust schloss sich fester um den Stift, sodass meine Knöchel weiß hervortraten. Was würde sie tun? Gehen? Mich weiter meiden wie auch die letzten Wochen? Wie sollte ich so denn weitermachen? Ich hatte die letzten drei Wochen kaum ohne sie ertragen. Ich konnte das nicht mehr. Diese Gefühle, die ich nicht empfinden durfte… sie gewannen die Überhand. Doch darüber standen immer noch der Selbsthass und das Gefühl der Wertlosigkeit. Also tat ich das einzige, das für mich richtig schien. „Du musst es nicht mehr tun. Nur weil du Raven liebst, musst du nicht mit mir klar kommen. Fahr zurück ins Studentenheim und ich bringe die paar Tage hinter mich. Wenn er wieder da ist… unternehmt draußen etwas zusammen, trefft euch wo anders. So wie die letzten drei Wochen. Niemand wird dich zwingen mit mir klar zu kommen. Vielleicht kann Raven sich eine eigene Wohnung nehmen.“ Das würde er nicht tun, solange ich hier war, aber wenn ich zustimmte mich endlich in die Klapse einweisen zu lassen… vielleicht wäre er dann gewillt loszulassen und sich mehr auf Cam zu konzentrieren. Sie musste das alles mit mir doch nicht mitmachen. Niemand würde sie dazu zwingen. Wenn es besser für sie war von mir fern zu bleiben, dann sollte sie das tun. Dann würde ich ihr dabei helfen. Ich wollte ihr doch keinen Schaden zufügen…
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 11, 2018 5:59 pm

Camille Parker
Ich war total durcheinander, aufgewühlt und gleichzeitig auch erschöpft, von allem was sich seit Wochen in mir angesammelt hatte und jetzt durch die Begegnung im Bad wieder plötzlich an die Oberfläche gedrungen war. Ich hasste es, wenn ich solche Momente der Schwäche hatte, ja ich zeigte nicht gern meine Gefühle und hasste es zu weinen. In den Monaten nach dem Tod meines Vaters hatte mein Leben quasi nur daraus bestanden und ich hatte das hinter mir gelassen, aber seit ich Raven und Skye kannte, hatte ich wieder innerhalb von ein paar Monaten mehr geweint, als die vier Jahre davor. Ich gab ihnen keine Schuld, oh Gott natürlich gab ich Skye seiner Krankheit und seinen Problemen nicht die Schuld an meiner Schwäche, immerhin hatte ich mich für Raven entschieden, in dem Wissen was für Probleme sein Bruder hatte. Ich hatte mich in keinem Moment von Skyes depressiven Phasen genervt gefühlt, so war es nie gewesen. Aber gerade wünschte ich mir wirklich ich hätte nicht so furchtbar Mitleid mit ihm und es würde mir nicht das Herz brechen ihn so zu sehen. Ja vermutlich würde es einiges leichter machen, wenn ich ein nicht ganz so herzens guter Mensch wäre. Stattdessen hatte ich das Gefühl mir jedes mal selbst das Herz zu brechen wenn ich Skye ansah und das heute, topte nochmal alles. Ich konnte und wollte ehrlich gesagt nicht mehr, denn so oder so sah ich nur noch wie wir immer weiter auf eine Katastrophe zusteuerten, die letztendlich bestimmt Raven am meisten verletzen würde. Dabei fühlte ich mich am schlechtesten, denn ich hatte Gefühle für den kleinen Bruder meines Freundes entwickelt, dass ich mich überhaupt noch im Spiegel angucken konnte, war ein Wunder. Skyes Vorschlag, dass ich mit Raven über das gerade reden sollte, war bestimmt gut gemeint, aber Skye wusste nicht, dass ich von etwas anderem als der Sache im Bad sprach. Was mich so verstörte und ich nicht mehr weiter machen konnte, war mich so in Skyes Gegenwart zu verstellen und zu quälen, es machte mich fertig. Ein Teil in mir wollte nach den drei Wochen immer noch alles tun, um Skye nie wieder so gequält zu sehen, um ihm allen Schmerz zu nehmen und jeden düsteren Gedanken zu ersticken. Die Art und Weise wie dieser Teil das aber bewirken wollte, ging weit über Freundschaft hinaus. "Nein, ich...ich kann nicht mit Raven darüber reden." flüsterte ich und fuhr mir übers Gesicht, es tat einen Moment gut zu sagen, dass ich das hier nicht mehr konnte, dass ich mir meine Schwäche endlich eingestand, aber im nächsten Moment stand ich dann vor der Frage wie es weiter ging. Skye verstand das anscheinend alles wieder falsch, natürlich, er konnte ja auch schlecht meine Gedanken lesen. Ich kaute ahnungslos auf meiner Unterlippe herum, als Skye einen länger Text auf dem Block zu mir herüber schob. Oh Gott, er dachte wirklich ich machte das hier mir für Raven, klar das hatte ich vor zwei Tagen auch gesagt und er glaubte ich kam einfach mit seinen Problemen und seinen Narben nicht klar. Oh verdammt! Stattdessen wollte er alles tun, um mich und Raven zusammen zu lassen. Ich starrte ungläubig auf den Block und schüttelte dann den Kopf. "Skye du verstehst das nicht. Mir fällt es so schwer hier zu sein, weil ich es eben nicht für Raven mache. Ich mache es aus egoistischen und falschen Gründen... und ich mach es für dich. Das Problem ist, dass es mir eben nicht schwer fällt hier zu sein, nein...ich bin es sogar viel zu gern. Die letzten drei Wochen hab ich versucht das zu verdrängen, denn seit Texas hat sich etwas verändert, also in mir. Irgendein Teil in mir würde alles tun, um dich glücklich zu machen, und dieser Teil ist mittlerweile ziemlich stark und groß geworden. Ich hab versucht dir aus dem Weg zu gehen, aber wie wir sehen klappt das nicht und ich kann es auch nicht von dir oder Raven verlangen, bloß weil ich meine Gefühle nicht im Griff habe." Ich schluckte schwer und sah auf meine Füße, ich konnte und wollte ihn jetzt nicht ansehen. Vielleicht verstand er es nicht oder fand es total unangebracht und unangenehm, vermutlich machte ich mich zur totalen Idiotin, weil ich mich irgenwie in Skye verliebt hatte, während ich seinen Bruder liebte. Bestimmt würde ich alles zerstören und Skye würde noch einen Weg finden sich dafür die Schuld zu geben, so wie er es immer machte. "Aber das ist nicht dein Problem, ich muss damit klar kommen und am besten vergisst du einfach wieder was ich gesagt habe. Wir schaffen die paar Tage und auch danach werde ich mich zusammen reißen, also mach dir keine Sorgen." versuchte ich dann direkt wieder die Situation zu entschärfen. Aber irgendwie hatte ich mal sagen müssen was sich in mir angestaut hatte.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 11, 2018 6:34 pm

Skye Aldren
Das letzte, was ich wollte, war es Camille schwer zu machen. Ich hatte mir endlich eingestanden, dass ich Gefühle für sie hegte, die ich nicht fühlen durfte. Es war falsch und dessen war ich mir bewusst. Genau deswegen… war es auch irrelevant. Solange ich diese Gefühle in mir trug und nichts davon nach außen treten ließ… solange würde ich auch nichts kaputt machen. Ich durfte eben nur noch mehr so nachgiebig sein wie ich es in Texas gewesen war. Ich würde wieder nur den kleinen Bruder ihres Freundes spielen. Ich wäre… ihr Kumpel. Mehr nicht. Auch wenn ich mehr sein wollte, es würde eben nie so sein. Camille und Raven waren ein wunderbares Paar. Sie gehörten zusammen. Sie sollten glücklich miteinander werden und dem wollte ich wirklich nicht im Weg stehen. Die beiden waren füreinander bestimmt. Raven lächelte endlich wieder. Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich das aus eigenen, egoistischen Gründen zerstören würde? Ich liebte meinen Bruder… und Camille liebte ich auch - in gewisser Weise… Ich könnte es den beiden nicht antun. Es würde die gesamte Situation nur unangenehm für alle machen. Es war also das Beste, wenn ich es für mich behielt. Ich musste diese Gefühle tief in mir verschließen, damit sie niemals jemanden belasten konnten. Ich griff sowieso schon viel zu sehr in ihre Beziehung ein, auch wenn ich das eigentlich gar nicht wollte. Das hier… das durfte einfach nicht sein. Es dürfte nicht so weh tun zu hören, dass sie das alles nicht mehr konnte. Bisher hatte das jeder, der in mein Leben getreten war, gesagt. Ich nahm es niemandem übel… Dennoch tat es irgendwie weh. Sie versuchte es zu erklären, doch ihre Worte verwirrten mich eher. Sie machte das alles hier für sich? Was hatte sie denn davon die ganze Zeit auf mir zu hängen? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie das tat, weil sie so gern Zeit mit dem kranken, kleinen Bruder ihres Freundes verbrachte. Ich meine… ich hatte sie mit meinem bloßen Anblick zum Weinen gebracht. Ich zog die Augenbrauen verwirrt zusammen, als sie mir beichtete, dass sie mich glücklich machen wollte. Es war seltsam das so zu hören. Klar, Raven hatte auch immer versucht mich in ein glücklicheres Leben zu drängen, aber die Art wie Camille es sagte, klang ganz anders. Sie wollte mich glücklich machen. Auf eine Art und Weise, die offenbar nicht gut für sie war. Das alles klang immer verwirrender für mich. Bis sie den entscheidenden Kernsatz sagte. Sie hatte ihre Gefühle nicht im Griff. Na ja, es war vollkommen in Ordnung den Bruder seines Freundes zu mögen, also sprach sie hier von mehr, oder? Das Gefühl, das in dem Moment in mir hochkam war… falsch. Es fühlte sich an als würde mein verkrampfter Körper sich langsam lösen. Ich spürte das Flattern in meinem Bauch und wie mein Herz sich fast schmerzvoll weitete und empfänglich die Arme für das ausbreitete, was jetzt noch kam, aber… Auch das änderte nichts, oder? Ich presste die Lippen aufeinander, sah ihre Hand neben mir auf der Bettdecke liegen und ließ meine Finger vorsichtig zu ihren wandern. Nur zaghaft berührte ich ihren Handrücken, schob meine Fingerkuppen sachte über ihre Knöchel und schob meinen Daumen in ihre Handfläche. Ich schluckte hat und wandte den Blick von unseren Händen ab, sah stattdessen auf den Block, aber ließ ihre Hand nicht los. „Ich hab dich auch gern. Sehr sogar. Aber ich denke ich sollte es für mich behalten. Du bist glücklich mit Raven, oder? Ihr beide liebt einander. Ich werde nie ein normales, glückliches Leben führen können. Raven wird dich glücklicher machen, als ich es je könnte, das wissen wir beide. Also… ist es nicht schlimm. Du wirst bei ihm bleiben, weil es nur logisch ist. Und ich werde wieder einfach nur sein kleiner Bruder sein.“, schrieb ich zittrig. Wie oft hatte ich mir gewünscht, dass sie diese wilden Gefühle in mir erwiderte? Wie oft hatte ich gehofft, dass sie auch mal Augen für mich haben würde? Und nun? Offenbar waren meine dunkelsten Wünsche in Erfüllung gegangen und dennoch konnte ich nicht so egoistisch sein mich darauf einzulassen. Raven und sie… sie beide wären besser dran mit einander. Und solange sie ihn auch liebte, änderten ihre Gefühle für mich oder meine Gefühle für sie nichts daran. Ich seufzte und drehte mich leicht auf der Bettkante, zog ein Bein auf das Bett und schaute nun zentral auf unsere Hände, legte auch meine zweite, kalte Hand um ihre warmen Finger. Mein ganzes Leben lang hatte ich in Ungewissheit und Angst gelebt, aber jetzt wusste ich, dass das hier zumindest richtig war. Auch wenn es sich nicht richtig anfühlte, aber das war es. Sie zu lieben und sie loszulassen. Ich tat das Richtige für sie. Und für Raven. Alles andere war irrelevant.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 11, 2018 9:16 pm

Camille Parker
Oh Gott ich hatte es wirklich laut ausgesprochen. Ich hatte gesagt, dass ich für Skye etwas empfand, dass über Freundschaft hinaus ging und es mir deswegen so schwer fiel hier zu sein. Ich wusste ja, dass meine Gefühle mehr als unangebracht waren, ja das redete ich mir seit Wochen ein, aber helfen tat es auch nicht. Keine Ahnung warum ich es einfach irgendwie zu meiner Lebensaufgabe gemacht hatte Skye glücklich zu bekommen, vielleicht weil ich wusste, dass er ein guter Mensch war und es verdiente. Ich wusste den Hintergrund für seine Selbstmordversuche bis jetzt nicht, aber ich glaubte dass es einen Schlüsselmoment gegeben haben musste, seit dem glaubte er einfach nicht mehr an sich selbst. Er verdiente es so viel besser, auch wenn ich wegen Raven nicht die richtige Person war. Keine Ahnung wie das Schicksal da spielte, dass ich Gefühle für Skye entwickelt hatte, vielleicht weil ich diesen der Aldren Brüder zuerst kennengelernt hatte. Es war alles so verdammt kompliziert und unfair. Wenigstens verstand Skye es jetzt, denn nach und nach, während ich sprach, glätteten sich die Falten auf seiner Stirn und ich sah ihn einen Augen wie es sich plötzlich zusammen setzte und er verstand was ich sagte. Ich war so davon abgelenkt seine Reaktion zu beobachten, dass ich etwas erschrak, als ich seine Finger an meiner Hand spürte. Die kleine Berührung ließ mein Herz sofort schneller schlagen und ich spürte eine leichte Gänsehaut über meinen Rücken laufen. Gleichzeitig wusste ich, dass das falsch war. Ich meine wie verrückt war das hier, wir saßen auf dem Bett auf dem Raven und ich regelmäßig Sex hatten, ich hatte seinem Bruder eben meine Gefühle gestanden und hielt jetzt seine Hand. Garantiert würde ich irgendwann mal dafür bestraft werden. Ich sah angespannt auf Skyes Block und die Stille während er schrieb war wirklich ewig, bis ich endlich lesen konnte was er geschrieben hatte. Er mochte mich auch...ja das hatte meine Mum schon befürchtet. Es fühlte sich einen Moment gut an, dass zu hören, aber gleichzeitig machte es alles nur noch ne Nummer schwieriger, denn das hieß das wir beide gegen verbotenen Gefühle ankämpfen mussten. Es schmerzte zu lesen, dass Skye sofort wieder einsteckte und alles tat um Raven das Beste zu ermöglichen. Natürlich sah ich es genauso, ich würde bei Raven bleiben, das war ganz außer Frage. Gleichzeitig hatte ich Angst, wir würden so viel vor Raven verheimlichen müssen, uns so normal geben müssen und auf Abstand gehen, dabei hatten wir eine echt tiefe Freundschaft entwickelt. Alleine das er sein Glück und Gefühle aufgab, um dem Glück seines Bruders nicht im Weg zu stehen, zeigte doch, dass eine so gute Seele wie er, genauso viel Glück verdient hätte. Ich ging nicht näher auf Skyes Worte ein, ich wollte nun wirklich nicht diskutieren wer was verdiente und wer mich glücklicher machen würde, also nickte ich erst mal nur. "Ja, wir werden einfach so tun, als sei nichts passiert und alles wie am Anfang und mit der Zeit...werden die Gefühle schon verschwinden. Ich will nur weder dich noch Raven verletzen, verstehst du? Wir müssen wieder ein gutes Gleichgewicht finden..." Das müssten wir ja wohl, sonst würden wir nicht mehr funktionieren. Es gab uns nur als Dreiergespann. Ich sah dann noch einen Moment auf seine Hände, die jetzt meine umschlossen und drückte sie kurz, dann entzog ich sie ihm sanft. "Ähm ich muss dann ins Bad, meine Vorlesung is bald. Aber...es hat gut getan es mal gesagt zu haben." Mit einem kleinen Lächeln stand ich langsam wieder vom Bett auf und ging dann ins Bad, um mich fertig zu machen.
Die nächsten zwei Tage verliefen dann immer noch etwas komisch, auch wenn es nicht mehr ganz so angespannt war, da Skye nun wusste warum ich ihn mied und wir beide, einfach aus Respekt unseren Gefühlen gegenüber, einvernehmlich weniger Zeit gemeinsam verbrachten. Heute war der letzte Tag den wir alleine verbringen mussten, morgen würde Raven wieder kommen und damit hoffentlich wieder als Puffer und Hauptziel für meine Gefühle dienen. Gerade war ich in die Küche runter, davor im Bad gewesen, ob Skye dort schon gewesen war wusste ich nicht, aber scheinbar hatte er sich meinen Stundenplan diesmal besser gemerkt. Ich ging gerade an den Kühlschrank, um mir etwas zu essen zu holen, nebenbei hatte ich das Radio leise aufgedreht, um die Stimmung etwas aufzulockern, vielleicht aber auch um meine Gedanken zu übertönen. So bekam ich auch nicht mit, dass Skye ebenfalls in die Küche gekommen wer und passte nicht auf, denn ich schlug die Kühlschranktür zu und drehte mich mit einem Joghurt in der Hand direkt nach links, sodass wir prompt zusammenknallten.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 11, 2018 9:40 pm

Skye Aldren
Es war die einzig richtige Entscheidung. Sowohl für Raven, als auch für Camille. Vermutlich… gingen da einfach ihre Gefühle mit ihr durch. Sie war einfach zu gut für diese Welt. Diese… Gefühle für mich kamen ja nicht einfach so. Bisher waren wir immer nur Freunde gewesen. Was sollte sich schon geändert haben? Ich war immer noch der gleiche psychisch kranke Idiot, den sie kennengelernt hatte. Sie hatte bloß mittlerweile so viel Mitleid mit mir, dass ihr Herz sich überschlug. Vermutlich wusste sie bloß nicht wohin mit ihren mütterlichen Sorgen. Ich zweifelte nicht daran, dass sie mich gern hatte, aber… mal ganz im Ernst: Wieso sollte sich jemand wie sie auch in mich vergucken? Ich hatte ihr ja nichts zu bieten. Sie wollte mich einfach glücklich sehen und vielleicht interpretierte sie zu viel dort hinein. Hofften wir einfach, dass es so war. Sie und Raven würden wesentlich glücklicher miteinander werden. Das Glück der beiden war für mich wichtiger als mein eigenes. Ich würde vermutlich nie wirklich glücklich sein. Diese dunkle Wolke würde immer über mir schweben. Ich würde nie genug sein. Das alles würde Camille nur zerstören. Und selbst wenn, ich könnte Raven das doch niemals antun! Nein, das alles war absurd. Es war nun einmal so, dass wir einander mehr mochten als erwartet, aber es änderte dennoch nichts daran. Für mich bedeutete es mehr Schmerz die beiden zusammen zu sehen, ja, aber ich konnte das schon herunterschlucken. Das tat ich mein ganzes Leben lang schon. Sie hatte Recht. Sie würde Raven auf keinen Fall verlassen und mit der Zeit würde sich alles wieder einpendeln. Sie würde sich wieder nur auf Raven fixieren und mich bloß als ihren Freund ansehen können. Ich aber würde wohl ewig in dieser Falle stecken bleiben. Das wurde mir die nächsten Tage nur umso bewusster. Es verging keine Minute, in der ich nicht an sie dachte. Auf der Arbeit bekam ich einfach nichts auf die Reihe, weil ich ständig an sie dachte und zu Hause? Ich versuchte sie zu meiden und ihr den Platz zu geben, den sie brauchte, um von mir loszukommen, aber das hieß nicht, dass meine Gedanken ihr nicht nachhingen. Plötzlich drehte sich jeder Gedanke nur noch um sie. Selbst meine Videospiele konnten mich nicht ablenken, weil ich kaum mehr in der Lage war zu spielen! Ich spielte kein Level durch, ohne mindestens drei Leben zu verlieren. Es war als hätte meine Platte einen Sprung. Immer wieder kehrten meine Gedanken an den Moment zurück, in dem sie mir gestanden hatte, dass sie mich gern hatte. Mich! Wie sollte ich nicht immer und immer wieder darüber nachdenken können? Es war beängstigend wie sehr sie mich einnahm. Und dennoch versuchte ich alles mir mögliche, um sie von mir zu stoßen, weil ich wusste, dass es so besser für sie war. Sie war besser ohne mich dran. Wir sahen uns also nur noch zum Abendessen, auch wenn ich ihr immer noch die Kontroll-Sms schickte. Ich frühstückte in der Firma, aß dort zu Mittag und kam bloß zum Abendessen nach Hause und verschwand nach den wenigen Bissen, die ich nahm, direkt wieder in meinem Gamingzimmer. Nicht aber heute. Ich hatte die halbe Nacht dank meiner Gedanken wach gelegen, morgens dann verschlafen und hetzte mich nun damit ab mich anzuziehen. Ich schlüpfte in meinen viel zu großen Pullover, zerrte die Jeans hoch und stolperte in meinen noch offenen Springerstiefeln die Stufen herunter. Ich lief ohne nach vorn zu sehen, weil ich meine Hosentaschen noch in die Taschen zurück stopfte, als ich gegen einen Widerstand prallte und danach etwas Kaltes, Nasses auf meiner Brust spürte. Ich erschrak, sah an mir herunter und entdeckte den rosa Joghurt, der in meinen Pullover zog. Peinlich berührt, gebärdete ich eine Entschuldigung, wollte mich an ihr vorbei quetschen und rutschte auf dem letzten Klecks Joghurt aus, fiel und begrub sie dabei unter mir, während ich auf den Boden zusteuerte. Ich reagierte schnell, schob meine Hand unter ihren Hinterkopf und federte somit ihren Sturz zumindest soweit ab, dass sie nicht auf die Fliesen, sondern auf meine Handfläche fiel. Erschrocken fing ich mich rechts und links neben ihr ab und dann… lag ich über ihr und starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und hätte ich nicht gewusst, dass es unmöglich war, hätte ich schwören können, dass sie meinen rasenden Herzschlag hören müsste. Ich atmete zitternd aus, während ich über ihr hockte. Das erste, das mir durch den Kopf schoss war, dass ich von ihr steigen und den Joghurt wegwischen musste, der nun auf uns beidem und dem Boden verteilt war. Mein zweiter Gedanke aber war, dass ich mich nicht bewegen konnte. Ich war wie festgeklebt an Ort und Stellte. Ich sah bloß in ihre stahlblauen Augen und… konnte nicht. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Ich konnte mich keinen Zentimeter von ihr wegbewegen. Stattdessen schalteten meine Gedanken plötzlich vollkommen aus und alles, was ich noch sah, waren diese vollen, roten Lippen, die vor Schreck noch leicht geöffnet waren. Meine Atmung beruhigte sich augenblicklich, mein Kopf beugte sich herunter und ehe ich mich versah… stoppte ich. Ich hielt inne, als zumindest noch ein Funken Vernunft in mir aufflammte. Ich konnte das nicht über sie hinweg entscheiden. Ich konnte sie nicht einfach küssen und für sie mitentscheiden das alles hier noch komplizierter zu machen. Das wäre nicht fair von mir und ich… ich war kein Egoist. Ich hatte gestoppt. Sie hatte immer noch die Möglichkeit sich da rauszunehmen. Ja, es war bereits seltsam von mir, aber sie konnte das noch gerade rücken. Sie müsste mich nur… wegdrücken. Ich war nicht schwer, sie musste nur ihre Hand an meine Schultern legen und mich wegschieben. Es war nur eine kleine Bewegung… Sie sollte das tun. Ich durfte das hier nicht machen. Das sah sie doch auch, oder?
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 11, 2018 10:28 pm

Camille Parker
Das war ja mal wieder richtig toll vom Schicksal durchdacht, gerade am letzen Tag mussten wir noch ineinander laufen, wenigstens hatten wir Glück und keiner von uns verletzte den anderen direkt. Es war auch so schon verdammt unangenehm und ich wisch direkt zurück, als ich realisierte dass ich in Syke gelaufen war und wir uns gegenseitig erschrocken anblickten. "Oh verdammt, tut mir Leid." murmelte ich direkt, aber es war schon zu spät, aus dem schon angebrochen Joghurt war etwas auf seinen dunklen Pullover geschwappt. Er gebärdete schnell eine Entschuldigung, bestimmt wollte er sich umziehen, ich wisch gerade weiter an die Theke zurück, um ihn vorbei zu lassen, als er plötzlich strauchelte. Aus Reflex griff ich nach einem seiner Arme, aber er fiel leider in genau die anderen Richtung und riss mich mit, ich hatte wegen des Joghurts in der einen Hand auch kaum Möglichkeit mich noch irgendwo halten zu können und wir befanden uns schon im Fall. Ich hatte aus Reflex und Angst vor dem Aufprall die Augen geschlossen, aber tatsächlich knallte meinen Kopf nicht auf die Fliesen wie erwartet, sondern ich erkannte bald eine Hand in meinem Hinterkopf. Erschrocken riss ich die Augen auf und fand nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt Skye. Ich hielt erschrocken die Luft an und erstarrte sofort, nur nebenbei bemerkte ich, dass einer meiner Hände schon auf seinem Rücken lag und die andere irgendwo neben mir auf dem Boden. Er lag Gott sei dank nicht auf mir, sonder war so gefallen, dass seine Beine neben und zwischen meinen gelandet waren. Trotzdem, so nah waren wir uns, selbst bei Umarmungen, noch nie gewesen. Ich musste mindestens genauso erschrocken aussehen, jedenfalls glaubte ich dass mein Herz gerade stehen geblieben war, nur um im nächsten Moment umso schnell loszurasen. Wir rührten uns beide keinen Millimeter, stattdessen konnte ich aus der Nähe seine Augen wieder bewundern. Ich gestand es mir mir ungern ein, aber ich hatte es die letzten Wochen vermisst diese dunkle meeresblau aus der Nähe betrachten zu können. Ich sollte mich bewegen oder zumindest etwas sagen, damit er zuerst Aufstand, aber ich bekam keinen Ton raus. Meine Kehle war wie ausgetrocknet, so sehr nahm mich der Teil gerade ein, der Gefühle für Skye hatte. Ihm so nah zu sein... Ich hatte nie näher darüber nachgedacht wie das sein würde. Skye war nicht unattraktiv, er hatte nur eben andere schöne Eigenschaften die ihn besonders machten, er erfüllte keine Klischees und das mochte ich sehr, mehr als gut war. Ich spannte mich noch mehr an, als Skyes Gesicht mit plötzlich immer näher kam, ich aber so überfordert war, dass ich nichts tun konnte. Gleich würde er mich küssen und damit alles nur noch viel schlimmer machen, dabei hatte ich gedacht er hätte sich besser im Griff als ich. Gerade als ich glaubte mein Herz würde explodieren, hielt er an, vielleicht nur drei oder vier Zentimeter vor meinen Lippen. sodass ich seinen Atem mehr als deutlich auf meinen Lippen spürte. Er zog sich nicht weiter zurück, er bewegte sich kein Stück. Ich...ich wusste nicht wohin mit mir, ich hörte meine Gedanken in diesem Moment nicht mal, als hätte ich den Draht zu meinem Verstand verloren. Was machte er? Warte er auf meine Zustimmung? Dass ich ihn wegstieß? Wie lange würde sich dieser Moment ziehen, wenn ich nichts tat? Irgendwie war ich dann so überfordert, dass es bestimmt eine Kurzschlssreaktion sein musste, aber ich hob meinen Kopf und überbrückte den Abstand zwischen unseren Lippen. Ich legte sie nur ganz sanft auf seine, es war nicht mal wirklich ein Kuss, eher ein hauchen. Es reichte aus, dass ich eine Gänsehaut auf den Armen bekam und kurz an seinen Lippen verharrte. Keine Ahnung wer dann sich rührte, aber beim zweiten Mal berührten unsere Münder sich fester. Dabei hatte ich nicht mal das Gefühl in dem Moment zu atmen, es war als führe mein Körper auf Autopilot und ich saß nur nebendran und konnte bloß zusehen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Mo Nov 12, 2018 9:03 pm

Skye Aldren
Sie musste ihre Hände heben und mich von sich stoßen. Ich selbst besaß nicht mehr die Kraft dazu. Es kostete mich bereits all meine Willenskraft überhaupt aufzuhören. Mit aller Mühe hielt ich inne und ließ ihr damit die Wahl. Ich konnte nicht so egoistisch sein und so drastisch in ihre Beziehung zu Raven eingreifen. Ich konnte sie nicht einfach küssen. Sie mochte mich zwar, aber sie wollte diese Gefühle für mich nicht empfinden. Also wollte sie auch sicher nicht von mir geküsst werden. Das schien mein Körper nur nicht zu verstehen. Alles in mich verzehrte sich danach sie einfach zu küssen, aber das war nicht allein meine Entscheidung. Ich wartete nur darauf von ihr abgewiesen zu werden. Sie war die Vernünftige. Sie würde mich von sich schieben und der letzte Tag würde nur noch unangenehmer zwischen uns werden, weil ich Anstalten gemacht hatte etwas zu tun, was für sie gar nicht in Frage kam. Mein Herz raste wie verrückt, während sie sich gar nicht rührte. Sie sah mich nur an, während mein ganzer Körper vor Anspannung beinahe zerbarst. Dann aber rührte sie sich. Allerdings nicht so wie ich es erwartet hätte. Sie hob ihren Kopf und dann plötzlich lagen ihre Lippen auf meinen. Meine Haut prickelte, als sie das tat. Es war nur kurz und flüchtig, aber es reichte absolut mehr, um das Glut anzufachen und mich dazu zu bringen mehr zu wollen. Ohne weiter zu überlegen beugte ich mich wieder zu ihr herunter, grub meine Finger, die sowieso schon an ihrem Hinterkopf lagen, um den Aufprall abzufangen, in ihre blonden Haare und... küsste sie. Ich war nicht gerade zimperlich. Wir saßen sowieso schon in der Scheiße. Der eine Kuss würde nichts ändern. Es war so oder so ein Kuss, also sollte ich es ausnutzen und genießen. Und das tat ich. Für einen kleinen Moment fühlte ich mich... frei. Geliebt. Begehrt. Es war vielleicht lächerlich, aber ich fühlte mich normal. Mein Herz ging auf und ich fühlte mich weder eingeengt, noch bedroht. Ich fühlte mich sicher und geborgen bei ihr. Es war innerer Frieden, den sie in mir auslöste. Und das obwohl ich das alles hier gar nicht tun dürfte.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mo Nov 12, 2018 10:16 pm

Arthur Denaux
Nach unserer kleinen einwöchigen Pause lief es eigentlich weiter wie gewohnt. Wir sahen uns meistens erst am Abend, aber manchmal kam ich so spät nach Hause, dass Rose bereits schon schlief. Ich nahm dann jeweils eine kurze Dusche und war eingeschlafen, kaum dass ich mich neben sie hingelegt hatte. Ich durfte ihr tatsächlich bei ihren Bewerbungen helfen. Ich versuchte sie so gut wie möglich zu unterstützen. Ich wusste ja nicht, wie schnell sie mich wieder helfen lassen würde. Ich musste die Gelegenheit wohl wirklich ausnutzen, so lange ich noch konnte. Heute hatten wir vereinbart, dass wir bei ihr schlafen würden. Ich hatte ihr kurz nach acht geschrieben, ob ich etwas Essen mitnehmen sollte. Vielleicht hatte sie ja keine Lust nach einem anstrengenden Tag noch zu kochen. Sie hatte immerhin keine Haushälterin bei sich zuhause. Ich bekam aber keine Rückmeldung. Ich wusste zwar nicht, ob sie etwas gekocht hatte, aber als ich kurz nach halb neun mein Büro verliess, machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Chinesen. Ich holte für uns beide etwas zu essen und machte mich dann auf den Weg zu ihr nach Hause. Ich runzelte die Stirn. Sie war zuhause. Wieso hatte sie dann meine Nachricht nicht beantwortet? Ich konnte es nicht sagen. Ich schaltete den Motor ab und schnappte mir den Plastiksack mit dem Essen drin, bevor ich ausstieg und zur Tür ging. Wir hatten inzwischen beide einen Schlüssel des anderen. Es war einfacher und weniger umständlich. Ich schloss die Tür auf und hängte meine Lederjacke auf. Ahnungslos trat ich in das Wohnzimmer. Kaum hatte ich das Wohnzimmer betreten, merkte ich auch schon die überaus starke Anspannung, die in der Luft hing. Mein Blick glitt zu der Frau, die Rose gegenüber sass. Sie sah Rose sehr ähnlich, nur hatte sie diesen Ausdruck auf dem Gesicht, als könnte sie nie locker drauf sein. Ich wusste sofort, wer das war. Ihre Mutter. Wow, wir hatten es echt drauf, unsere Eltern gegenseitig kennenzulernen. Nun verwunderte es mich auch nicht mehr, wieso Rose nicht an ihr Handy gegangen war. Mein Blick glitt zu Rose, die anscheinend alles andere als glücklich war. Sie hätte mir doch Bescheid geben können! Ich wäre sofort nach Hause gekommen. Ich ging auf ihre Mutter zu und streckte ihr die Hand hin. „Sie sind wohl ihre Mutter. Freut mich Sie kennenzulernen, Mrs. McDougall. Ich heisse Arthur", stellte ich mich kurzerhand vor. Von mir aus konnte sie mich ruhig duzen. „Ich weiss, wie Sie heissen, Mr. Denaux", kam die kühle Antwort von ihrer Mutter. Sie ergriff kurz meine Hand, bevor sie diese auch schon wieder los liess. Ich drehte mich zu Rose um und hob stumm eine Augenbraue. Ihre Mutter schien ja wirklich ein Eisberg zu sein. Ich beugte mich zu ihr hinunter und gab ihr einen sanften Begrüssungskuss auf die Lippen. Nur weil ihre Mutter hier war, würde ich mich nicht zurückhalten. Ich stellte das Essen in die Küche, vermutlich hatte Rose gerade nicht einen besonders grossen Appetit. Ich ging wieder zurück und setzte mich neben Rose hin. Alles was ihre Mutter ihr zu sagen hatte, konnte sie auch vor mir sagen.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mo Nov 12, 2018 10:17 pm

Julianna Niess
Ich grinste leicht. „Na ja, ich gehe nicht davon aus, dass du zu deiner Konkurrenzetwas trinken gehen möchtest?“, fragte ich ihn und hob vielsagend eine Augenbraue. „Allerdings hättest du dann wirklich Zeit für mich und müsstest nicht von einem Gast zum anderen springen", zog ich ihn auf und zwinkerte ihm zu. Immerhin war seine Bar ziemlich gut besucht gewesen. Leicht entschuldigend zuckte ich die Schultern. „Das stimmt. Ich bin schon weniger der Bartyp, aber für dich kann ich ja vielleicht eine Ausnahme machen.“ Kurz blieb mein Blick an seiner Brust hängen, als mehrere Wassertropfen gleichzeitig über seinen Oberkörper glitten. Er hatte einen wirklich guten Körperbau, das musste ich sagen. Ich hob den Blick und grinste ihn erneut an. „Muskelkater ist ein gutes Zeichen, dann regenerieren sich deine Muskeln wieder und werden stärker", erwiderte ich. Bei seiner Frage nickte ich und legte den Kopf schief. „Der Kurs war ganz gut gewesen. Es kommt halt immer auf die Leute darauf an, die dabei sind.“ Ich fuhr mir durch das Haar, welches nun leicht feucht war. Aber so wie ich meine Haare kannte, wären sie im Nu wieder trocken. Das war wohl der Vorteil, wenn man dunkelhäutig war. Meine Haare trockneten immer unglaublich schnell. „Und du gehst nachher arbeiten noch bis spät am Abend?“, fragte ich ihn neugierig. Ich schlief wohl zu gerne, als dass ich jeden Abend so spät ins Bett kommen würde. Es war ja nicht so, als würde er später aufstehen, sonst wäre er nicht hier. Aber es war wirklich schön, sich mal mit jemandem einfach so zu unterhalten. Sonst drehte sich bei mir während der Arbeit wirklich alles nur um Sport und ich suchte den sozialen Kontakt zu anderen nicht wirklich während der Arbeit. Wenn sie etwas fragten, dann drehte sich das alles nur um Sport. Diese Unterhaltung mit Damil war eine willkommene Abwechslung.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mo Nov 12, 2018 10:18 pm

Taro Maekawa
Nieve machte sich viel zu viele Gedanken um alles. Ich war das Risiko eingegangen. Es war meine Entscheidung gewesen und sie hatte mich nicht auf irgendeine Weise beeinflusst. Ich wusste nicht, wieso sie solche Mühe hatte, das einfach zu akzeptieren. Aber das hatte sie. Ja, sie erinnerte mich an meine Schwester und das war auch wohl der ausschlaggebende Grund dafür. Die ganze Situation war aber auch erst so ausgeartet, weil ich mich eingemischt hatte. Auch wenn es vielleicht nur indirekt war, so war sie dennoch wegen mir geschlagen worden. Ich war nicht blöd, ich wusste das. Ich sah zur Küche. Ich sollte was? Nicht aussagen? Hatte sie sich irgendwann den Kopf angeschlagen, als ich es nicht mitbekommen hatte? „Ich würde trotzdem nicht an diesem Fall weiterarbeiten können und du kannst jede Aussage gebrauchen", erwiderte ich und musterte sie. Das war ihr doch bewusst oder? Es würde sowieso nichts daran ändern. Ich könnte trotzdem weiterhin nicht arbeiten gehen. Nicht, so lange ich nicht gesund war. Der zuständige Arzt müsste es gegenüber der Polizei absegnen, dass ich wieder vollkommen gesund war und das würde momentan sicher nicht passieren. Niemand log gerne die Polizei an und erst recht kein Arzt. Er wusste genau, was für Folgen das für ihn haben konnte. Ich schüttelte leicht den Kopf und sah auf, als sie ins Wohnzimmer kam. Sie reichte mir wortlos ein Glas Rotwein, welches ich dankend entgegennahm. Ich hatte nicht wirklich etwas dagegen einzuwenden. Der Alkohol würde vielleicht dafür sorgen, dass ich meine Rippen nicht mehr so fest spüren würde. Das hoffte ich jedenfalls. Das Training merkte ich jetzt doch mehr, als dass ich es gedacht hatte, aber das würde ich Nieve gegenüber natürlich nicht zugeben. Das war es doch, was sie hören wollte. Sie wollte hören, dass sie Recht gehabt hatte. Aber das würde sie von mir nicht zuhören bekommen. Ich nahm einen Schluck von dem Wein und lehnte mich zurück. „Ich bereue es nicht, also mach dir nicht zu viele Gedanken darüber", versuchte ich sie ein bisschen zu besänftigen und sah Richtung Küche. Eigentlich wurde ich ja richtig von ihr verwöhnt. Sie kochte fast jedes Mal und ich half ihr höchstens beim Abwasch. Aber auch da hatte sie mich schon mal aus der Küche verbannt. Ich wusste, dass das aufhören würde, sobald sie ihr Leben irgendwie wieder im Griff hatte. Eigentlich war es mal ganz schön gewesen, jemanden immer um sich herum zu haben. Es würde gewöhnungsbedürftig sein, wenn ich wieder alleine wäre.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Mo Nov 12, 2018 10:44 pm

Nieve Vaughn

Mir war nicht so wirklich klar was ich tun würde wenn Taro wieder arbeiten konnte, und ich mein Leben endlich auf die Reihe bekommen musste. Ich konnte nicht ewig hier wohnen, musste mich irgendwann meiner Zukunft stellen. Ich wusste doch noch nicht einmal so wirklich wie meine Zukunft denn nun aussah, immerhin hatte ich bis vor kürzester Zeit noch gedacht das ich einfach nur mit Alex zusammen sein würde, dass er für mich sorgen würde weil er mich liebte. Wahrscheinlich hatte er das nie getan, stattdessen hatte er mich –wie meine Eltern es mir gesagt hatten– einfach nur für seine Zwecke genutzt. Und aus rebellischer Jugend heraus hatte ich mir nichts sagen lassen, obwohl ich es wohl selbst heute noch nicht tat. Ich ließ mir nichts sagen, ließ mir noch nicht einmal einfach so helfen. Deshalb war ich doch erst in dieser Situation hier gelandet. Weil ich keinen Plan hatte, weil ich mir nicht helfen ließ und eigentlich immer das Gegenteil von dem tat, das man mir riet. Ich schürzte die Lippen und trank einen Schluck vom Wein, drehte ihm wieder den Rücken zu und kochte weiter. Es war ein guter Ausweg ihn nicht ansehen zu müssen, vor allem bei einem Gespräch von dem ich ohnehin schon wusste wie es enden würde. Er war Polizist und würde nicht einfach darauf verzichten auszusagen, vor allem nicht wenn es dafür sorgen würde das Alex für längere Zeit wegging als mit meiner Aussage alleine. Ihm war aber hoffentlich klar das selbst wenn Alex hinter Gitter saß, die Gefahr noch lange nicht einfach beseitigt war. Ja es wäre nicht halb so gefährlich, und es würde niemand mehr hier einbrechen um Taro irgendwie schaden zu wollen, jedoch würde Alex immer noch einen Weg finden dort weiter zu machen wo er aufgehört hatte. Gott, ich wusste wirklich nicht was ich mir hierbei gedacht hatte. "Hier geht es nicht um mich Taro. Ich tue das hier nur weil Alex nicht noch mehr Leute verarschen kann." Und genau das würde passieren. Er würde einfach weiter machen und ignorieren was mit mir passiert war. Sehr wahrscheinlich wäre er vorsichtiger, aber das wäre so ziemlich alles was wegen mir passiert wäre. Seufzend wandte ich mich der Herdplatte zu, holte aus den Schränken Besteck und Teller heraus, deckte den Tisch und bereitete das Essen fertig. Eigentlich gab es nicht mehr wirklich sonderlich viel worüber Taro und ich zu sprechen hatten, mir war ja noch nicht einmal wirklich klar weshalb ich denn eigentlich hier wohnen konnte. Ich sollte nicht hier sein, zumal ihn das doch nur zu dummen Aussagen bringen würde. Ich leerte den Inhalt meines Weinglases, füllte es sogleich ein zweites Mal und atmete tief ein. "Essen ist fertig," teilte ich Taro mit und gab ihm eine Portion auf seinen Teller, füllte auch sein Weinglas ein weiteres Mal und setzte mich erst danach ihm gegenüber an den Tisch. Es war mir unangenehm nichts zu können, absolut für nichts zu gebrauchen zu sein. Jemand meines Alters sollte doch mittlerweile schon längst Ahnung davon haben wo das Leben hinsteuerte, hier aber saß ich in einer fremden Wohnung und alles was ich konnte war das Kochen. Ich war aber noch nicht bereit mich bei ihm zu entschuldigen, oder zu bedanken, oder möglicherweise Beides zu tun. Ich war noch nicht betrunken genug, hatte noch nicht genug Zigaretten geraucht um ruhiger zu sein. Schweigend wandte ich meinen Blick meinem Teller zu, und begann zu essen. In einer halben Stunde würde ich mich entschuldigen. Und mich bei ihm bedanken, dafür das er mir half obwohl er es nicht tun musste. Irgendwann musste ich es immerhin tun, und mittlerweile war es wirklich an der Zeit.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Di Nov 13, 2018 9:17 am

Taro Maekawa
Seit Tagen sass ich nur zuhause und tat… nichts. Ich ass, ich schlief, ich ging duschen und ansonsten sass ich einfach nur rum. Irgendwann war dann der Tag vorbei und ich hatte nichts gemacht – einfach nichts. Heute war ich wenigstens noch im Fitness gewesen. Ansonsten tat ich aber wirklich nicht besonders viel sinnvolles. Ich wusste nicht, wann ich das letzte Mal so viel freie Zeit gehabt hatte. Es war viel zu viel Freizeit. Ich war ein Arbeitstier und abgesehen vom Fitness hatte ich nicht irgendwelche Hobbies. So traurig sich das auch anhörte. Ich schüttelte leicht den Kopf. Vielleicht sollte ich die Zeit nutzen und irgendeinen Ausflug machen? Jedoch war ich nicht besonders kreativ, was das anging. Es wäre aber immer noch besser, als einfach nur faul hier herumzusitzen und nicht wissen, was ich tun soll. „Und wieso sollte ich dann nicht helfen? Wenn mehrere Leute davon profitieren können, ist es erst recht noch ein Grund mehr aussagen zu gehen", sagte ich und lächelte schwach zu ihr hinüber. Ich nippte am Weinglas, während aus der Küche weiterhin Geräusche ertönte. Irgendwann rief sie mich, da das Essen fertig sei. Ich richtete mich auf und ging in die Küche, bevor ich mich hinsetzte. Kaum hatte ich mich hingesetzt, wurde auch schon mein Glas wieder gefüllt. Sie gab mir eine Portion auf den Teller und setzte sich dann mir gegenüber hin. Ich wünschte ihr einen guten Appetit und fing dann an zu essen. Wenigstens hatte das Training dafür gesorgt, dass ich wieder ein bisschen mehr Appetit hatte. Der war nämlich in letzter ein bisschen gesunken. „Das Essen ist wirklich lecker", lobte ich, bevor ich einen Schluck vom Wein nahm. Ich lächelte sie an und ass danach weiter. Als ich ungefähr die Hälfte meiner Portion gegessen hatte, legte ich das Besteck nieder. „Was hältst du davon, wenn wir irgendeinen Ausflug machen? Also… ich hab mir einfach gedacht, dass ich oder wir etwas machen sollten, als nur jeden Tag in der Wohnung herumzusitzen“, versuchte ich meine Idee zu erklären. Ich lächelte sie ein bisschen unvorsichtig an, bevor ich einen weiteren Bissen in meinen Mund schob. Ich schürzte die Lippen und zuckte die Schultern. „Aber wenn du natürlich keine Lust hast, kann ich das auch verstehen", fügte ich hinzu. Es war ja nicht so, als wollte ich sie zu irgendwas überreden. Es würde aber wohl beiden nicht schaden, wenn wir ein bisschen auf andere Gedanken kommen. Vermutlich erinnerte nur schon meine Wohnung sie an Alex, immerhin war sie diejenige gewesen, die mich hier gefunden hatte. Ich wusste nicht, wie das war, wenn man jemand so zusammengeschlagen in einer Wohnung fand. Aber es war sicher alles andere als angenehm, das konnte ich mir vorstellen. Ich schürzte die Lippen und nahm dann einen grossen Schluck von dem Wein. Wäre es besser gewesen, wenn ich nicht gefragt hätte? Vielleicht. Das würde sich jetzt dann gleich herausstellen oder? Ich wusste, dass wir keine Freunde waren und dennoch waren wir hier und hatten sogar schon im selben Bett geschlafen. Also wieso nicht? [Sollen sich die beiden langsam ein bisschen näher kommen, wenn sie betrunken sind?]

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Di Nov 13, 2018 9:40 am

Nieve Vaughn

Manchmal hasste ich mich selbst dafür, dass ich noch nicht einmal einfache Dinge wie eine Entschuldigung oder ein Dankeschön auf die Reihe bringen konnte, ohne mir vorher Mut angetrunken zu haben. Dabei handelte es sich hierbei noch nicht einmal ums Mut antrinken, schließlich brauchte ich sonst auch keinen Alkohol - wahrscheinlich ging es hierbei sehr viel mehr darum, dass ich meinen Stolz damit in Verbindung brachte. Ich mochte es nicht zuzugeben, dass ich Unrecht gehabt hatte, oder dass ich Hilfe benötigte. Das hatte ich noch nie, und bei Alex war es ohnehin ein Zeichen der Schwäche gewesen, für das er mir doch nur die kalte Schulter gezeigt hatte, um mich leiden zu lassen. Anfangs hatte er nur ignoriert, wenn ich Schwäche gezeigt hatte. Er hatte mich ignoriert, einfach mit jemand anderes ausgetauscht und mich zur Seite geschoben. Er hatte mich ausgeschlossen wenn es um irgendwelche Pläne ging, und nach dem ersten Mal hatte er mich doch nie wieder so richtig in seinen inneren Kreis lassen. Ich hatte für ihn arbeiten sollen, hatte für ihn Dinge erledigen sollen die nur eine Frau erledigen konnte - eine hübsche Frau, die man nicht einfach irgendwo am Straßenrand aufgabeln konnte. Zu mehr aber hatte es nie gereicht. Sollte ich dafür nicht auch bestraft werden? Das ich jemandem wie ihm geholfen hatte, selbst wenn ich nur getan hatte was er mir gesagt hatte, um Teil seines Lebens bleiben zu können? "Eigentlich solltest du gegen mich aussagen," immerhin hatte ich für Alex gelogen. Als wir das erste Mal aufeinander getroffen waren, hatte ich für Alex gelogen und behauptet nichts zu wissen. Dass dieser Vollidiot vom Strand es verdient hätte. Und zu späteren Zeitpunkten hatte ich ebenfalls gelogen. Für Alex, um ihn zu schützen, obwohl er meinen Schutz wirklich nicht benötigte. Selbst heute fühlte ich mich schlecht weil ich ihn betrogen hatte, und zur Polizei gegangen war. Selbst jetzt fühlte es sich an als wäre ich eine Verräterin. Genau deshalb waren Alex' Leute doch auch erst hier her gekommen um Taro zum Schweigen zu bringen. Deshalb hatte Taro nun gebrochene Rippen und seine Wohnung war zerstört gewesen, deshalb hatte ich meine Eltern angerufen obwohl ich sie nie in etwas mit reinziehen hatte wollen. Ich konnte ja noch nicht einmal auf mich selbst aufpassen, wie sollte ich da die Leute um mich schützen können ohne für Probleme zu sorgen? Kurz sah ich Taro an und nickte lächelnd. Es war gut. Und es war gut, dass es gut war. Wenigstens etwas konnte ich wiedergut machen wenn ich für ihn kochte, selbst wenn ich sonst nicht wirklich etwas tun konnte. Ich nahm mein Weinglas ein weiteres Mal, und exte die Flüssigkeit auf einen Schluck. Mir war klar das ich erklären müsste weshalb ich mir Mut antrinken musste, und mir war klar das er mich sehr wahrscheinlich schief ansehen würde, dann konnte ich aber wohl auch erklären das ich mich einfach betrinken wollte um wirklich gut zu schlafen. Das war doch ein guter Grund, oder nicht? In meiner nächsten Bewegung aber hielt ich inne, stellte das Glas erst nach einigen Sekunden wieder zurück auf den Tisch. Er schlug einen Ausflug vor. Was? "Einen Ausflug?" Fragend lehnte ich mich zurück und betrachtete ihn. Durften wir das überhaupt? Wohin wollte er denn bitte? Es war nicht wirklich so als wären wir befreundet, oder als wäre das hier weil wir es gewählt hatten. Ich kam doch nur hier unter weil er sich verantwortlich fühlte. Er tat seine Idee beinahe im selben Atemzug wieder ab, schob jedoch die Schuld mir zu. Wie Alex es getan hatte. Er nutzte die selben Methoden wie Alex es getan hatte. Ich runzelte die Stirn und betrachtete ihn. "Das ist nicht fair was du tust," und das war es auch nicht. Ich hatte es aber nicht laut aussprechen wollen, mein Mund hatte sich mittlerweile aber wohl schon vom Wein lockern lassen. "Du kannst nicht einen Vorschlag machen und es dann sofort abtun ohne mir die Chance zu geben zu antworten," das war eindeutig nicht was ich sagen wollte. Ich nahm meine Gabel ein weiteres Mal, und stopfte mir den nächsten Bissen in den Mund, schluckte dabei noch nicht einmal hinunter ehe ich weiterredete. "Tut mir leid das dein Leben jetzt so aussieht, das wollte ich wirklich nicht. Hätte ich gewusst das nicht nur mein Leben den Bach runter geht hätte ich einfach nichts gesagt und wäre bei Alex geblieben." Und wäre jetzt irgendwo unter der Erde, weil er mich bei einem seiner letzten Anfälle zu Tode geprügelt hätte. "Ich bin dir dankbar dafür das du mir hilfst, und das ich hier wohnen kann und alles, aber du bringst dein eigenes Leben durcheinander und machst dich zur Zielscheibe." Vom Ausflug war plötzlich nichts mehr gesagt worden, ich ignorierte es aber wohl auch gekonnt da mein Kopf mit anderen Dingen beschäftigt war. Ich ließ die Gabel wieder auf meinen Teller sinken und sah Taro an. "Du hättest mir nicht helfen sollen," sagte ich. Das war noch nicht einmal ein Vorwurf oder etwas dergleichen. Viel mehr war es eine nicht mehr ganz so nüchterne Feststellung der Situation. Er hatte doch nichts weiter als Probleme wegen mir, und konnte noch nicht einmal mehr arbeiten.

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