Live your life RPG

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Di Okt 16, 2018 6:55 pm

Camille Parker
Vermutlich wäre es besser gewesen, ich hätte einfach wieder umgekehrt, als es noch möglich gewesen wäre und mir ingendeine Ausrede einfallen lassen, als Skye dazu zu bringen mir an einen so intimen Ort zu folgen. Es war nicht fair seiner Vergangenheit mit seiner Mutter gegenüber und vor allem sollte er sich hier auf der Reise entspannen und nicht den Seelsorger für mich spielen. Raven mit hier her zu nehmen, hätte ich aber vermutlich auch nicht getan, ich wollte niemanden mit dem hier belasten. Alleine her zu kommen war wohl noch die beste Option, das würde ich mir merken müssen. Trotzdem war es schön von Skye im Arm gehalten zu werden, er strahlte diese Ruhe und Sanftheit aus, vielleicht lag es daran weil er immer so still und verschlossen war, aber im Moment fand ich das ganz entspannend. Er ließ mir die Zeit, wann ich weitergehen wollte und ich nickte lächelnd. Dieses Lächeln hätte ich jetzt schon lang genug trainiert, ich setzte es immer auf wenn mich jemand fragte, ob es mir gut ging. Meistens konnte ich ehrlich sagen, dass es so war, da ich schon immer eine Frohnatur gewesen war und Raven hatte mein Leben noch besser gemacht, aber es gab immer mal wieder Momente, in denen mich die schweren Zeiten einholten. Komisch dass ich mit Raven bisher nie groß darüber gesprochen hatte, naja er war auch nicht sehr mitteilsam, wenn es um seine Vergangenheit ging. Das sollte eigentlich auch keine Rolle spielen, wir lebten im hier und jetzt. Ich ließ es also darauf beruhen, setzte für den Rest des Ausritts mein typisches Camille-Lächeln auf und zeigte Skye immer mal wieder ein paar schöne Stellen. Eine kleine Quelle im Wald, die Aussicht oder wo ich schon ein paar mal vom Pferd gefallen war, ich beschränkte mich auf fröhliche Erinnerungen. Nach zwei Stunden kehrten wir wieder auf den Platz am Stall zurück und ich zeigte Skye wie man die Pferde absattelte. "Und, so beängstigend war der Ausritt doch gar nicht, oder? Ich glaube du und Bella habt euch gut angefreundet?" sagte ich wieder in lockerem Tonfall und versuchte nicht an dieses Gefühl von Vollkommenheit zu denken, dass ich bei seiner Umarmung und dem Kuss auf die Schläfe gespürt hatte. Ich interpretierte es bestimmt falsch oder war einfach nur aufgewühlt, aber da war irgendwas gewesen, ich wusste nur noch nicht genau was es war. Ach, bestimmt war ich nur durcheinander wegen meinem Dad. Die Pferde waren dann schnell noch geputzt und gefüttert, dann war es schon Zeit fürs Abendessen, als wir wieder ins Haus gingen. Ich war erschöpft, körperlich wie emotional, etwas verschwitzt und schmutzig, aber ich war unglaublich zufrieden wieder zu hause zu sein. Mum stand in der Küche und es roch sehr verdächtig nach ihren Spare Ribbs, ich ging jedoch weiter durch den Flur und blieb an der Treppe stehen. "Ich geh vor dem Essen noch duschen, du kannst gerne das Gästebad hier unten benutzen." sagte ich zu Skye und ging die Treppe hoch. In meinem Zimmer fand ich Raven dann auch, er hatte sich ins Bett gekuschelt und las ein Buch. "Hey, wie war der Ausritt?" Wieder lächelte ich überzeugend und ging zum Schrank, um mir frische Kleidung zu nehmen. "Gut, Skye hat schnell gelernt und ich glaube es hat ihm gefallen, du hast echt was verpasst." Naja bis auf den Moment am Grab meines Vaters, den hatte ich ihm glücklicherweise erspart. Raven setzte sich im Bett auf und musterte mich einen Moment, sofort kam mir die Umarmung mit Skye in den Sinn. "Sicher das alles gut ist? Deine Wimperntusche ist verschmiert." Oh verdammt, ich hatte vergessen vorher in einen Spiegel zu schauen, ob man mir ansah dass ich geweint hatte und Skye hatte nichts gesagt. Schnell fuhr ich mir unter den Augen entlang und nickte überzeugend. "Oh ja, es ist nur verdammt heiß draußen. Die Mascara ist wohl wasserfest, aber nicht schweissfest." Ich zuckte also nur mit den Schultern, schnappte meine Sachen und ging in die Dusche, um dort wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Bisher war der Urlaub etwas merkwürdig verlaufen, denn obwohl ich eigentlich Raven meiner Familie hatte vorstellen wollen, verbrachte ich die meiste Zeit mit Skye. Okay, Raven hatte es sich nicht ausgesucht krank zu werden, aber bisher hatte ich ihm noch kaum etwas von meiner Heimat zeigen können. Beim Abendessen waren wir wieder alle unten und Mum fragte direkt wie Skye der Ausritt gefallen hatte, dabei hatte sie beim decken des Tisches direkt schon einen Block an Skyes Platz gelegt, als wolle sie verdeutlichen, dass sie Skye an den Unterhaltungen dabei haben wollte. Das war wirklich lieb von ihr. So unterhielten wir uns etwas und als ich ihr erzählte wo wir lang geritten waren, warf sie mir einen langen und besorgten Blick zu. Ich ignorierte es, war mir aber sicher, dass sie nach dem Essen mit mir würde reden wollen. Ich wollte dem Gespräch nicht unbedingt aus dem Weg gehen, aber ich wollte vorher noch etwas anderes machen. Ich drückte Ravens Hand, die neben mir auf dem Tisch lag und sah ihn an. "Hast du Lust noch etwas spazieren zu gehen? Wir könnten in die Stadt fahren und ich zeig dir noch ein bisschen etwas?" schlug ich ihm vor, damit wir auch noch etwas Zeit für uns hatten, mit Mum konnte ich auch noch reden wenn die anderen im Bett waren und Raven keine fragen stellen würde.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Di Okt 16, 2018 8:53 pm

Jessica Rose McDougall
Mit Arthur zu streiten war jedes mal wieder eine Herausforderung und das Ende war immer unvorhersehbar, da wir beide so stur und temperamentvoll waren. Ja ich gab zu, dass ich meistens als erstes ausrastete, aber in Wahrheit war das immer so eine Überaktion, weil ich Angst hatte. Ich war nicht mehr gewohnt an jemanden gebunden zu sein und hatte dementsprechend Angst ihn zu verlieren. Alles zusammen in der Kombination mit Erinnerungen an meine Eltern war eben einfach eine Nummer zu viel. Dann kam noch Arthurs plötzliches Liebesgeständnis hinzu, das war alles echt viel das mir im Kopf herum ging. Ich wusste ja, dass er nur gute Absichten gehabt hatte und darauf versuchte ich mich festzusetzen, damit meine Zweifel nicht gewannen und das hier mit Arthur beendeten. In einer Beziehung gab es immer Höhen und Tiefen, bei uns vielleicht etwas mehr als bei anderen, weil wir beide aus der Übung waren. Deshalb fragte ich auch wie eine dumme Idiotin, ob er mich wirklich liebte, weil ich immer noch nicht glauben konnte, dass er mir gegenüber wirklich so stark empfand, wo wir beide nicht gerade über Gefühle reden konnten. Außerdem hatte er es mir nicht ins Gesicht gesagt, sondern ich hatte es bloß gehört, also wollte ich nochmal sicher gehen. Angespannt und mit wild klopfenden Herzen sah ich, wie er einen Moment mit sich rang und unsicher auf den Boden sah. So kannte ich ihn gar nicht, er war immer der selbstbewusste, schlagfertige und charmante Mann, jetzt musste er aber anscheinend doch etwas Mut sammeln, was wirklich süß war, sodass mein Herz noch schneller schlug. Als er mich dann wieder ansah, lag eine Wärme und Zuneigung in seinem Blick, die ich in letzter Zeit immer öfter bei ihm gesehen hatte. Bei seinen Worten musste ich dann breit lächeln, ich konnte gar nicht anders. Er liebte mich wirklich. Das war...wow, ich konnte mein Glück kaum fassen. Bis er mir seine Liebe gestanden hatte, hatte ich gar nicht gewusst, dass ich das so dringend hatte hören müssen. Ich fühlte mich ihm jetzt wieder näher und auch wenn seine Gefühle nicht sein Verhalten entschuldigten, konnte ich es etwas nachvollziehen. Glücklich schmiegte ich meine Wange an seine Hand und erwiderte sein lächeln, wenn jetzt auch etwas reumutig. "Ja und gerade deswegen. Schätze mal du hast dich für eine ganz schöne Kratzbürste entschieden." lachte ich legte meine Hände an seine Oberarme, ehe ich etwas räusperte und einen Moment wieder ernster wurde. "Ich hab nicht damit gerechnet, dass du dir deiner Gefühle schon so sicher bist und mir noch nicht so genau Gedanken gemacht, wie ich die Gefühle für dich in Worte fassen könnte. Als ich letztes mal die drei Worte zu jemandem gesagt hatte, war es vielleicht zu früh und derjenige hätte es letztendlich nicht verdient, also bin ich jetzt etwas vorsichtiger. Natürlich weiß ich, dass du anders bist und du bist mir sehr wichtig, Ja ich bin verliebt in dich, aber die drei Worte kann ich jetzt noch nicht erwidern. Ich hoffe du verstehst das." Ich würde jetzt nicht einfach "ich liebe dich" sagen, nur weil er es getan hatte und ich ihn damit glücklich machen wollte, das wäre nicht ehrlich und überstürzt.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Do Okt 18, 2018 8:40 pm

Raven Aldren
Natürlich nervte es. Ich war mit nach Texas gekommen, um Camille ein wenig zu beeindrucken und sie näher kennenzulernen und was nun? Erst lag ich mit dieser dämlichen Grippe flach und nun schmiss mich ihr Pferd ab, sodass ich auch den Ausritt ausfallen lassen musste. In den Tagen, die wir nun schon hier waren, hatte ich kaum Zeit mit Camille verbringen können. Dafür aber hatte Skye gute Unterhaltung gehabt. Er war ausnahmsweise mal nicht nur in seinem Zimmer herumgesessen. Er war tatsächlich mal vor die Tür gekommen. Er war an der frischen Luft gewesen, hatte sich bewegt und nicht den ganzen Tag nur gearbeitet oder Videospiele gespielt. Klar, hier hatte er keine Konsole und sicher würde er auch nicht zu Camilles Bruder Jeremy gehen und ihn fragen, ob er an seiner spielen konnte. Dafür war Skye zu zurückhaltend und unsicher. Er würde sicher nicht nein sagen, wenn Jeremy es ihm anbieten würde, weil er wirklich nichts sonst mit seiner Zeit anzufangen wusste, aber er würde niemals selbst fragen. Ich war also ganz froh darum. Klar wäre ich gern mitgekommen und hätte diese Ausflüge mit den beiden zusammen erlebt, aber ich war auch froh, dass Skye dennoch mit Camille allein mitging und deswegen nicht auch noch kniff. Es gefiel mir, dass er ein wenig mehr Zeit mit meiner Freundin allein verbrachte. So lernten die beiden sich auch ein wenig besser kennen und mögen. Ich machte mir derweil einen schönen Tag mit ihrer Familie. Ich schaute allen Ernstes Rode mit ihrer Mum im Wohnzimmer und half beim Kochen und Decken des Tisches. Die beiden kamen am frühen Abend wieder und ich stellte überrascht fest, dass Skye ein wenig rot um die Nase herum war. Er verbrachte den Großteil des Tages im verdunkelten Zimmer, also war es wohl kein Wunder, dass seine bleiche Haut bei ein bisschen Sonne sofort rot wurde. Jedenfalls sah die rote Farbe in seinem Gesicht immer noch gesünder aus als seine sonst so weiße Haut. Wir aßen zusammen und Camilles Mum bereitete alles dafür vor, damit Skye sich am Tisch auch unterhalten konnte und nicht erst nach Stift und Block fragten musste. Ich aß, während Skye Camilles Mum berichtete, dass er offenbar besser mit Pferden konnte als gedacht. Es war schön ihn mal so „ausgelastet“ zu sehen. Für gewöhnlich war er bei Fremden ganz still und zurückhaltend. Ich aß also einfach weiter, während Skye sich am Tisch ein wenig unterhielt, Jeremy ein paar Fragen zu Bugs in seinen Videospielen beantwortete und mit Camilles Mum über Pferde sprach. Es war eine wilde Mischung, aber für den Moment hielt ich mich einfach zurück. Ich aß und schob ab und zu mal meine Hand auf Camilles Knie und lächelte ihr kurz zu, ehe Jeremy mit Skye in seinem Zimmer verschwand, da er offenbar Probleme mit seiner Grafikkarte hatte und Skye mal danach sehen wollte. Camille aber wollte etwas spazieren gehen und tatsächlich kam mir das ganz gelegen. Ich hatte mich die letzten paar Tage kaum bewegt und vermisste schon mein Laufband zu hause. Also ging ich gern mit ihr spazieren, ließ mir von ihr die kleine Ortschaft ein wenig näher zeigen und hörte ihr einfach zu. Es war schön sie mal von dieser Seite kennenzulernen, aber irgendwie war Camille auch ein wenig ruhig. Ich schob es aber einfach darauf, dass der Ausritt sicher anstrengend gewesen und sie sicher müde war. Wir kehrten nach einer guten Stunde also wieder zurück und sahen nochmal nach den Pferden, ehe wir beschlossen ins Bett zu gehen. Es war zwar noch relativ früh, aber wir hatten morgen mal wieder ein wenig mehr vor. Ich wollte nun endlich mehr von Texas sehen und einen kleinen Roadtrip starten, um mir die Sehenswürdigkeiten anzusehen. „Camille, hast du kurz Zeit? Ich würde gern noch mit dir reden.“, klang die Stimme ihrer Mutter aus der Küche und ich hielt an, sah zu Camille ihr legte meine Hand an ihre Wange. „Ich gehe schon mal hoch und lass euch allein. Ich warte im Bett auf dich.“, flüsterte ich und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen, ehe ich die Treppe hochlief. Na ja, vielleicht würden wir den Tag ja noch anderweitig ausklingen lassen können. Es war immerhin früh genug dafür. Doch als ich im Bett lag, lag mir die Grippe wohl doch noch schwer in den Gliedern und ich brauchte keine zehn Minuten, um einzuschlafen. (Wow, der ist ultramies… sorry)
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Okt 21, 2018 10:03 pm

Camille Parker
Es war schön mal wieder nur mit Raven Zeit zu verbringen, ich hatte das Gefühl gehabt, ihn in den letzten drei Tagen vernachlässigt zu haben. Klar, für seine Grippe konnten wir beide nichts, aber ich hätte ihn auch etwas mehr pflegen können. Leider war das gar nicht so leicht mit den Ausflügen und allem was ich hier wieder machen wollte unter einem Hut zu bringen. Ich hatte hier so viele Dinge die ich vermisst hatte und eigentlich hatte ich sie mit Raven teilen wollen, aber alleine schon, dass er sich mit Darth Vader nicht gut vertrug, war ein kleines Problem. Wenigstens konnte ich ihm meine Heimatstadt zeigen, wo ich zur Schule gegangen war, mein Lieblingscafe und Lieblingsitaliener, den kleinen Park. Es war schön wieder hier zu sein. Dabei fühlte es sich schon viel länger an, seit ich hier weggegangen war. Raven und ich hatten also noch einen schönen Abend und glücklich kehrten wir wieder ins Haus zurück. Nur zu gern würde ich mich jetzt schon mit ihm ins Bett kuscheln, um für den morgigen Ausflug fit zu sein und gemeinsam steuerten wir die Treppe an, als die Stimme meiner Mum aus der Küche uns zurück hielt. Ich seufzte einen Moment und grinste Raven etwas zerknirscht an, er verstand sofort und war so respektvoll uns die Privatsphäre zu lassen. Zufrieden lächelnd sah ich ihn hinterher, als er die Treppe hoch ging. Oh ja, ich freute mich schon sehr ihn dann in meinem Bett vorzufinden, vor allem weil er heute wieder etwas fitter wirkte und wir so dem Abend vielleicht noch eine kleine Krönung aufsetzen könnten. Ob es verrückt und etwas verrucht war an Sex in meinem ursprünglichen Kinderzimmer zu denken? Ja vielleicht, aber Raven war es mir wert. Zuerst jedoch ging ich brav zu meiner Mutter in die Küche, dabei fiel mir auf, dass ich wegen meinen Aktivitäten auch mit ihr kaum Zeit verbracht hatte. Wir hatten uns noch gar nicht richtig unterhalten, naja die meiste Zeit waren wir auch nicht alleine gewesen. "Was gibt's?" fragte ich, als ich um die Ecke kam und meine Mum an der Theke lehnend entdeckte. Sie lächelte mich warm an. Gott, wie sehr hatte ich dieses Lächeln vermisst. "Wie geht's dir? Wir hatten noch kaum die Gelegenheit mal richtig zu reden? Setz dich doch, ich mach uns einen Tee." Einen Moment stand ich etwas ungeduldig und unschlüssig herum, sah in den Flur und sehnsüchtig zur Treppe. Raven wartete oben auf mich, vorzugsweise nackt, aber Mum hatte recht. Also nickte ich und ließ mich an den alten Küchentisch fallen, während sie anfing Tassen und Tee vorzubereiten. Sie dabei so zu beobachten war so vertraut und erinnerte mich an viele andere Abende, dass mein Herz sich schmerzhaft zusammenzog. "Also, wie war der Spaziergang?" fragte sie, während sie mit dem Rücken zu mir das Wasser aufsetzte. "Schön. Ich hab es vermisst hier zu sein und Raven hatte es gefallen mehr aus meiner Vergangenheit zu erfahren, auch wenn er sich furchtbar alt gefühlt hat, als wir an meiner High School vorbei gefahren sind, wo ich letztes Jahr erst meinen Abschluss gemacht hatte." Ich hatte ihn nur lachend geküsst, als er wieder mal gesagt hatte, dass er vor zehn Jahren von High School abgegangen war, was wirklich den Unterschied wieder verdeutlichte, aber mir war es nach wie vor egal. Meine Mum drehte sich um und sah mich neugierig an. Wir hatten noch nicht von Angesicht zu Angesicht über Raven geredet, aber sie wusste das meiste. "Du bist sehr reif für sein Alter, Liebes. Da sind doch ein paar Jahreszahlen und Daten total egal. Ihr beide passt gut zusammen und seht glücklich aus." Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass ich das hatte hören müssen und grinsend nickte ich. "Ja wir sind wirklich glücklich." Als das Wasser kochte, goss sie es über den Tee und setzte sich dann zu mir. Ihr Blick wurde jetzt ernster und mich beschlich sofort ein unruhiges Gefühl. Ich wollte die lockere Stimmung und den schönen Abend nicht mit ersten Themen zerstören, aber ich musste meiner Mum zuhören und wissen, was ihr auf dem Herzen lag. "Dann, warst du mit ihm auch am Grab?" Ich presste die Lippen zusammen und schluckte, dieses Thema hatte ich eigentlich vermeiden wollen, obwohl es gemein war Dad zu ignorieren. Mich beschlich ein leicht schlechtes Gewissen, dass ich mit Raven noch nicht dort gewesen war, aber das war eine Entscheidung die alleine ich treffen durfte. Also schüttelte ich den Kopf und verschränkte meine Hände auf dem Tisch. "Nein, ich hab es auch nicht vor. Ich will die Stimmung nicht verderben und er soll mich nicht so traurig sehen." Das war noch die einfachste Erklärung. Dass ich Raven außerdem nicht an den Tod seiner Mutter erinnern wollte, behielt ich für mich. Meine Mum biss sich etwas unruhig auf die Unterlippe, diese Angewohnheit hatte ich von ihr eindeutig geerbt. "Aber mit... Skye warst du dort? Es liegt immerhin auf dem Weg. Warum... Warum bist du nicht alleine hin? Oder mit Raven? Er scheint mir besser mit sowas klar kommen zu können, als der ruhige Skye." Ich sah auf meine Hände, da ich Angst hatte sie könnte etwas in meinem Augen sehen, dass verriet, wie nah Skye und ich uns gekommen waren. Dabei müsste ich überhaupt kein schlechtes gewissen haben, dennoch wollte ich meiner Mum und Raven nichts dabei erzählen. Bestimmt war es sowie nicht der Rede wert. Ich zuckte also ziemlich neutral mit den Schultern. "Ich hab ehrlich gesagt nicht wirklich nachgedacht und dann waren wir schon auf dem Weg. Ich hab ihm die Wahl gelassen zu gehen, aber er wollte nicht. Außerdem...ist Skye ein sehr tiefgründiger und sanfter Mensch, naja er verdirbt nicht alles mit reden." versuchte ich zu erklären. Ich hatte das ja auch nicht geplant. Da ich aber Skye schon mit dort hin geschleppt hatte, würde ich nicht auch nochmal Raven das antun. "Wenn du nochmal alleine hingehen willst oder mit mir hin möchtest, dann komme ich gern mit. Ich war auch schon eine Weile nicht mehr dort, manchmal traue ich mich irgendwie nicht. Aber nächsten Montag ist der...Jahrestag und ich wollte Blumen hinstellen." sagte sie langsam weiter und ich sah sie einen Moment mitfühlend an. Wenn sie so traurig war, sah sie so viel jünger aus, da fühlte ich mich manchmal wie die erwachsene. Automatisch griff ich über den Tisch nach ihrer Hand und drückte sie. Manchmal vergaß ich, dass sie genauso viel verloren hatte wie ich, wenn nicht sogar noch mehr. Ich hatte meinen Vater verloren, aber sie ihren Ehemann, ihren Partner und Seelenverwandten. "Natürlich komm ich mit." Es fiel mir zwar nicht leicht, aber für meine Mum würde ich es tun. Während sie mich traurig anlächelte, erhob ich mich und holte den Tee rüber, dann redeten wir noch etwas darüber, was mir in den Kopf gekommen war, als ich wieder auf dem Hügel gewesen war. Und bevor wir uns versahen, sprechen wir über die Vergangenheit, über tolle Abende mit Dad und wann wir ihn besonders vermissten, irgendwann lachten wir so sehr, als wir über ein Weihnachtsfest sprachen, dass wir bald nicht mehr wussten, ob wir vor lachen weinten oder weil wir ihn so schrecklich vermissten. Als ich das nächste mal auf die Uhr sah, waren schon zwei Stunden vergangen und ich spürte die Erschöpfung in meinen Schläfen pochen, dabei war ich mir sicher dass sie eher emotionaler als physischer Herkunft war. "Es ist schon spät, ich werde langsam ins Bett gehen. Du solltest Raven auch nicht so lange allein lassen." meinte Mum dann und räumte die Tassen weg. Ich blieb sitzen, denn irgendwie fühlte ich mich noch zu aufgewühlt, um jetzt einfach schlafen gehen zu können. "Ich werde noch etwas hier bleiben und vielleicht etwas fernsehen, ich bin noch nicht so müde." Das schien sie zu überzeugen und sie drückte mich nochmal, ehe sie nach oben ging. Ich stand einen Moment unschlüssig herum und blickte mich im Raum um, ehe ich langsam ins Wohnzimmer tappte. Das Haus war voll mit Erinnerungen, überall hingen noch Fotos und kleine Kunstwerke aus Holz, die Dad geschnitzt hatte. In Blueville war es einfacher gewesen den Schmerz zu verdrängen, hier jedoch drohte er mich zu überrollen. Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, war als ich das Foto neben der Couch entdeckte. Es war das letzte Familienfoto, auf dem wir noch zu viert waren. Es war an Jers 11. Geburtstag aufgenommen worden, es schien mir eine Ewigkeit her. Dad sah noch gesund aus und unwissend, wie wir alle. Ich nahm das Foto in die Hände und ließ mich auf die Couch sinken, zog die Beine an und strich über das Bild. Überrascht sah ich auf das Glas, als plötzlich ein Wassertropfen darauf war und erst das realisierte, dass es eine Träne war. Ich weinte, ohne es zu merken, aber jetzt da es mir bewusst wurde, brachen alle Dämme entgültig. Ein Schluchzen drang aus meiner Kehle und ich drückte das Bild an meine Brust, aber es half nicht. Also ließ ich zu, dass der Schmerz mich überholte und irgendwie war es befreiend, denn vorhin in Skyes Gegenwart hatte ich mich noch zusammen gerissen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Mo Okt 22, 2018 10:37 am

Skye Aldren
Ich verstand mich recht gut mit Jeremy. Er war zwar um einiges jünger als ich, aber er schien reif für sein Alter zu sein. Die meisten in seinem Alter würden wohl kaum einen Stummen um Hilfe bitten und ihn so respektieren. Ich war deutlich schlimmeres Verhalten mir gegenüber gewohnt. Ich hatte bereits einiges in meinem Leben erdulden müssen. Jeremy war anders als die meisten anderen Menschen. Er war nicht fies zu mir, aber er ignorierte mich auch nicht. Er legte völlig anderes Verhalten an den Tag. Es war ähnlich wie bei Camille. Er behandelte mich wie eine vollwertige Person. Irgendwie war das auch mal ganz schön. Ich fühlte mich fast schon normal wie ich hier so über seiner Konsole saß, sie auseinandernahm und den Grafikchip säuberte, während Jeremy mir interessiert über die Schulter sah. Hier fühlte ich mich wohl. Das hier war mein Fachgebiet. Es war der Bereich, in dem ich mich auskannte, wo ich sicher war. Ich ging voll und ganz hierin auf. Ich blendete alles andere fast vollkommen aus, während ich Jeremys Konsole wieder zusammensetzte und alles zurück an Ort und Stelle packte. Es war mittlerweile ganz schön spät geworden, dennoch machte ich mit Jeremy noch ein Testspiel, um zu schauen, ob seine Konsole nun wieder einwandfrei funktionierte. Die Grafik lief wieder flüssig, die Bilder stockten nicht mehr und Jeremy schien zufrieden, sodass ich ihn nun doch allein ließ. Es war spät und der Ausritt war für einen Spargeltarzan wie mich eben doch sehr anstrengend gewesen. Ich war nicht so sportlich wie Raven. Um Längen nicht. Also wollte ich nur noch ins Bett gehen. Allerdings hörte ich bereits im Flur das leise Schluchzen von unten. Ich drehte um, bevor ich den Weg in mein Zimmer antrat, und ging zur Treppe, wo das Schluchzen nun ein wenig lauter wurde. Okay, da stimmte irgendetwas nicht. Ich lief die Treppen herunter und sah die zusammengekauerte Gestalt auf der Couch sitzen. Es war recht dunkel, also erkannte ich nicht wer es war – ob es Camille oder ihre Mutter war – aber es änderte nichts. Ich war niemand, der einfach nichts tat, wenn jemand weinte – auch wenn ich mich sonst vor jedem Zusammenstoß mit anderen Menschen drückte. Ich ging näher heran und stellte erleichtert fest, dass es Camille war. Gut, damit konnte ich wesentlich besser umgehen als wenn es ihre Mutter gewesen wäre. Vorsichtig ging ich näher heran und ging um das Sofa herum, blieb vor ihr stehen und legte sanft meine Finger auf ihr Knie, damit sie auf mich aufmerksam wurde. Ich wollte sie nicht bedrängen, also deutete ich fragend auf den Platz neben ihr. Ich würde mich gern zu ihr setzen, mit ihr reden oder sie einfach halten und für sie da sein. Es ging ihr ja offensichtlich nicht gut und ich konnte das nicht einfach so stehen lassen. Nicht, wenn es um Camille ging.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Di Okt 23, 2018 9:02 am

Arthur Denaux
Ich hatte in diesem Moment echt ein bisschen Schiss, dass sie gehen würde. Seit langem hatte ich mich wieder auf eine Beziehung eingelassen und nun sollte sie kaputt gehen, nur weil ich das Beste für sie hatte wollen? Das war doch total paradox oder etwa nicht? Ja, sie mochte es nicht, aber schlussendlich hatte ich es für sie getan, weil ich wirklich nur das Beste für sie wollte. Ich hoffte nur, dass sie das auch sehen würde. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie wegen einer solchen kleinen Sache alles hinwerfen würde, was wir uns in letzter Zeit aufgebaut hatten. Es war… ungewohnt, ihr zu sagen, dass ich sie liebte. Aber es war mehr als nur fair, dass sie es hörte und dieses Mal direkt und nicht über ein Gespräch, welches sie zufällig mitgehört hatte. Ich hasste diese Unsicherheit. Sonst strotzte ich immer so von Selbstbewusstsein, dass es manchmal fast schon arrogant hinüberkommt. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als sie anfing zu lächeln, aber was hiess das denn nun? Ihre Wange schmiegte sich an meine Hand, während sie sich erneut als Kratzbürste bezeichnete. Na ja, so kratzbürstig war sie ja auch nicht immer. Ihre Hände legten sich an meine Oberarme, während sie mir erklärte, dass sie noch nicht bereit war, diese drei Worte zu sagen. Ein komisches Gefühl breitete sich in mir aus. Sie war in mich verliebt, aber sie war sich ihren Gefühlen noch nicht sicher genug, um mir zu sagen, dass sie mich lieben würde. Das war mir noch nie passiert, aber ich konnte wohl nichts anderes zu tun, als die Situation so zu akzeptieren. Ich konnte mich wohl glücklich schätzen, dass sie mich noch an ihrer Seite haben wollte, obwohl ich sie an ihre Eltern erinnert hatte. Ich nickte leicht und lächelte sie an. „Natürlich verstehe ich das", meinte ich und strich ihr erneut vorsichtig über die Wange. Ich legte meinen Arm um ihre Taille und zog sie näher zu mir heran, bevor ich ihr einen sanften Kuss gab. Wir hatten zwar die letzte Nacht im gleichen Bett verbracht, aber wir hatten uns nur in den Armen gehalten. Andererseits konnte ich es auch verstehen, wenn ihr gerade viel zu viel im Kopf herum ging. „Du musst jetzt aber nicht schon wieder gehen?“, fragte ich sie, als ich mich von ihr löste und hob eine Augenbraue. Ich hatte sie gestern das erste Mal seit einer Woche wieder gesehen und ich wollte nicht, dass sie schon wieder gehen musste. Dafür hatte ich sie viel zu sehr vermisst. Ich war schon froh gewesen, dass sie gestern nicht einfach gegangen war, sondern dass sie über Nacht hier geblieben war. Sonst hätte sich dieses Gespräch nur wieder herausgezögert.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Sa Okt 27, 2018 12:33 pm

Leandrew Fieldman
Ich hatte es so satt mich lädiert und kaputt zu fühlen. Es hatte Zeiten in meinem Leben gegeben, als ich ein richtiger Playboy gewesen war. Ich hatte ein Mädchen nach dem anderen aufgerissen, weil ich nie genug bekommen hatte. Ich hatte dieses Spiel gespielt, weil ich offensichtlich nie das gefunden hatte, was ich gesucht hatte. Dennoch hatte ich mich zu diesen Zeiten gut gefühlt. Mein Körper war in Bestform gewesen und ich hatte mich gut gefühlt, weil ich so viel Zuspruch durch die Begegnungen mit den Frauen bekommen hatte. Ich hätte dieses Gefühl gern zurück. Klar, ich war glücklicher, jetzt, wo ich wusste was ich im Leben wirklich wollte. Ich war mir sicher, dass Jan mich glücklich machen konnte und das war ich mit ihm auch, aber momentan… lief mein Leben einfach völlig aus den Fugen und es lief scheiße. Der Krebs, die Unsicherheit, mein Körper… Das alles machte mich völlig fertig. Ich war müde. Ich wollte mich endlich wieder gut fühlen, denn genau darum ging es doch, oder? Ich hatte endlich gefunden, was ich wollte. Ich hatte Jan gefunden, also wieso musste das Leben mir das alles kaputt machen, wo ich doch endlich vollends glücklich sein könnte? Ich seufzte und schloss leicht die Augen, während Jans Finger sich zwischen meine schoben. Ich wäre gern mehr für ihn. Ich hätte ihm gern den Andy geboten, der ich damals gewesen war. Selbstbewusst, sexy und in einem Körper, der wesentlich besser gewesen war als dieser hier. Ich hatte viel Gewicht verloren und nun auch noch einen Hoden. Ich fühlte mich verunsichert und schwach. Das alles trug nicht gerade zu meiner Laune bei, die sowieso von Hormonen durcheinandergebracht war. Ich schluckte hart und nickte ihm zu. Vielleicht musste ich meinen Stolz einfach herunterschlucken. Ich schob also langsam meinen Arm um seinen Hals und ließ mich von ihm hochheben, sodass er mich die Treppe heruntertragen konnte. Ich bettete meine Schläfe an seine Schulter und biss mir auf die Unterlippe, während er mich bis zum Sofa trug und mich dort wieder absetzte. Ich dankte ihm per Gebärde, auch wenn ich nicht allzu begeistert von dieser Aktion war. Er ging in die Küche und kümmerte sich offenbar um das Frühstück, was für mich nicht allzu groß ausfallen dürfte, während ich nach dem Block auf dem Wohnzimmertisch griff. Ich zog ihn auf meinen Oberschenkel und ließ den Kulli über das Blatt flitzen. Als Jan dann mit einem Tablett zurück kam, reichte ich ihm den Block, damit er lesen konnte. „Ich möchte heute gern etwas mit dir machen. Ich bin unten herum nicht so flexibel, aber vielleicht kann ich dich mal ins Studio begleiten. Ich könnte dir beim Trainieren zusehen und mich vielleicht an der Hantelbank probieren? Ich würde gern wieder etwas mehr für meinen Körper tun. So fühle ich mich nicht wirklich wohl.“, erklärte ich ihm also ganz ehrlich meine Sachlage. Er hatte das Recht zu erfahren, was momentan falsch lief, denn es lag ja nicht an ihm. Auf die Idee sollte er gar nicht erst kommen. Ich spielte also lieber von Anfang an mit offenen Karten.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am Sa Okt 27, 2018 11:00 pm

Camille Parker
So hatte ich mir das nicht vorgenommen, verdammt aber auch. Ich hatte nicht weinen wollen, diesen Zusammenbruch hatte ich mir verboten, das machte ich seit Jahren. Naja das war doch verständlich oder? Niemand wollte an seinen toten Vater erinnert werden, von allen Erinnerungen überrollt und darunter wie unter einer Lawine begraben werden. So fühlte ich mich aber gerade. Die letzen Monate auf der Uni war es einfach gewesen das dumpf schmerzende Gefühl in meiner Brust zu ignorieren, Raven und die Vorlesungen haben mich gut abgelenkt. Das hatte aber den gravierenden Nachteil, dass ich jetzt hier von allen Bildern, Orten und Gegenständen, die mit Dad zu tun hatten, erschlagen wurde. Die Jahre vor der Uni hatte ich mich irgendwie daran gewöhnt, ich war ja jeden Tag hier gewesen und es war okay gewesen Dads Anwesenheit noch zu spüren. Die letzen zwei Tage hatte ich das noch nicht ganz an mich heran gelassen, ich war noch zu sehr mit der Freude wieder zu Hause zu sein beschäftig gewesen, außerdem hatten Skye und Raven im Mittelpunkt gestanden. Heute Abend jedoch war ich weich geworden, was wohl an dem Gespräch mit Mum gelegen hatte. In ihrer Gegenwart war es okay die Erinnerungen zuzulassen, es war fast schon einfach mit ihr darüber zu reden. Manchmal brauchte ich das auch aber das Problem war dann immer, dass sie mich dann alleine gelassen hatte. Ich war auch noch so dumm gewesen ins Wohnzimmer zu gehen, wo Dad fast überall war. Es war jetzt auch schon zu spät, als die Tränen erst mal liefen, diesmal richtig, weil ich mich nicht zurück halten musste, konnte ich es nicht mehr bremsen. Einerseits war es befreiend, andererseits fühlte ich mich unglaublich schlecht, auch weil Raven bestimmt oben wartete. Keine Ahnung wie lange ich da saß oder besser gesagt zusammen kauerte, immer noch mit dem Bild auf dem Schoß, als plötzlich eine Berührung an meinem Knie mich zusammen zucken ließ. Ich riss die Augen wieder auf, die ich irgendwann geschlossen hatte und sah hoch. Ich musste ein paar mal blinzeln, um im Schein des Lichts das aus der Küche und dem Flur herein fiel, die Gestalt vor mir zu erkennen. Ich hoffte einen Moment, dass es Jeremy war, das wäre leichter als es Raven zu erklären, aber es war Skye. Schnell wischte ich mir übers Gesicht, aber es war sinnlos. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Sollte ich mich entschuldigen, weil ich ihn vielleicht geweckt hatte? Sollte mir das hier peinlich sein? Am besten ich ging einfach schnell in mein Bett. Skye jedoch deutete auf den Platz neben mich, anscheinend wollte er sich setzten? Ich sah ihn einen Moment unentschlossen an. Ich könnte bestimmt nein sagen, mit der Begründung, dass ich lieber allein sein wollte oder er schlafen gehen sollte. Bestimmt könnte ich auf höfliche Art und Weise nein sagen, um ihm mein Geheule zu ersparen, immerhin hatte er sich das heute morgen schon antun müssen. Aber irgendwas in mir hielt mich davon ab, vielleicht war es etwas in seinem Blick, der so sanft und sorgvoll war. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass er mich öfter so ansah, als würde er sich Sorgen um mich machen, dabei war es sonst immer anders rum gewesen. Ich hatte mir immer sorgen um Skye gemacht, wie war es jetzt also so weit gekommen? Ich sollte einfach ins Bett... "Ähm klar." stotterte ich und zog meine Beine an, damit er mehr Platz auf der Couch hatte. Ich fuhr mir wieder übers Gesicht und strich mir schnell ein paar Strähnen weg. Oh Gott ich musste furchtbar aussehen, wenigstens war es hier drin schlecht beleuchtet und er konnte mein Gesicht nicht sehen. Es war bestimmt total verquollen, meine Nase rot und ich hatte diese Flecken am Hals. "Hab ich dich aufgeweckt? Das tut mir echt Leid, ich wollte nicht...so ein Krach machen." sagte ich mit belegter Stimme, und zog die Beine nun komplett an, damit ich meine Arme darum schlingen konnte. Ich hatte echt nicht vor gehabt so laut zu sein, aber besser ich nannte es "Krach" als "Zusammenbruch" oder "Heulen".
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Okt 28, 2018 9:02 am

Skye Aldren
Ich wusste nicht so recht, ob meine Entscheidung zu ihr rüberzugehen in Ordnung gewesen war. Ich wusste wie es mir ging, wenn ich weinte. Ich wollte in solchen Momenten am liebsten allein gelassen werden. Ich wollte den Menschen in meiner Umgebung dann nicht noch mehr Sorgen bereiten als sowieso schon. Ich verzog mich also meistens absichtlich und ließ niemanden an mich heran. Doch Camille war nicht wie ich. Sie weinte so gut wie nie, weil sie einfach immer glücklich war, aber heute war es bereits das zweite Mal. Sie vermisste ihren Vater, richtig? Der Schmerz um seinen Tod holte sie ein und sie war überwältigt von all den Gefühlen. Ich verstand das. Und ich würde verstehen, wenn sie mich wegschicken würde, aber ich konnte sie nicht einfach ignorieren und hier sitzen lassen. Ich musste zumindest fragen, ob ich etwas tun konnte, ob sie reden wollte. Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich einfach in die Küche gegangen, mir mein Glas Wasser geholt hätte und dann wieder nach oben gegangen wäre ohne sie eines Blickes zu würdigen. Nein, so jemand war ich nicht und wollte ich auch nicht sein. Ich ging also langsam zu ihr herüber, berührte sachte ihr Knie mit meinen Fingerspitzen und stellte die stumme Frage, ob ich mich neben sie setzen durfte. Das bedeutete natürlich, dass ich für sie da wäre, wenn sie reden wollte oder einfach nur jemanden brauchte, der gerade da war. Ich könnte verstehen, wenn sie mich wegschicken würde. Ich war nicht Raven und sicher war ich kein guter Fels, an dem man sich festhalten konnte, aber… wir waren ja auch befreundet und ich würde ihr gern helfen, wenn ich es denn könnte. Ihr Blick sagte eigentlich alles. Ihre Augen waren ganz rot vom Weinen und ihre Wangen waren klatschnass von den Tränen. Sie versuchte sie grob mit ihren Fingern trocken zu wischen, aber eigentlich machte es das nur noch schlimmer. Ich lächelte sie sanft an und zeigte ihr damit, dass es schon okay war. Wie oft war es mir schon mies gegangen? Ich kannte das… ich verurteilte sie sicher nicht, nur weil sie weinte. Sie wäre für mich immer noch ein kleines Strahlemännchen. Sie war immer noch die immer lächelnde Camille. Jeder weinte ab und zu. Das war okay, richtig? Als sie die Beine anzog und etwas rutschte, ließ ich mich langsam neben sie auf das Sofa sinken und sah sie besorgt an, als sie ihre Wangen erneut abwischte und ihre Haare zur Seite streifte. Sie kauerte sich zusammen wie ich es immer tat. Es musste also wirklich ernst sein. Ich seufzte leise und rutschte etwas näher an sie heran, streckte meine Hand vorsichtig nach ihr aus und schob ihre Haare hinter ihre Ohren, damit ihr Gesicht frei war und sie besser sehen und atmen konnte. Ich lächelte sie sanft an löste ihre Finger, die ineinander verkeilt waren, und öffnete somit das kleine Camille-Paket. Ich zog ihre Beine über meinen Schoß, rutschte an sie heran und legte meinen Arm um ihre Schultern, sodass sie sich nicht in sich selbst kauerte. Ich hatte sie heute schon einmal gehalten, als sie geweint hatte. Das war okay. Ich würde sie die ganze Nacht lang halten, wenn es ihr dafür besser gehen würde. Ich war vielleicht kein besonders großer Trost, aber gerade war niemand anderes da, der diese Aufgabe übernehmen konnte. Ich strich sanft ihre Tränen von ihren Wangen und zog dann mein Handy hervor, um ihr antworten zu können. „Du hast mich nicht geweckt. Und du machst auch keinen Krach.“ Wie konnte sie sich noch schuldig fühlen, wo es ihr doch so schlecht ging und sie sich hier selbst versteckte, um niemanden damit zu belasten? Ich war da für sie. Sie musste das hier nicht allein durchstehen. „Möchtest du reden? Oder wir schauen einen Film und lenken dich ein wenig ab. Ich bleibe bei dir, wenn du willst.“ Sie musste das hier nicht allein durchmachen. Ich konnte hier bei ihr bleiben und sie ein wenig ablenken oder aber mit ihr darüber reden. Ganz wie sie es wollte. Hauptsache sie würde am Ende wieder lächeln können. Ich mochte es ganz und gar nicht Camille so zu sehen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Okt 28, 2018 12:21 pm

Camille Parker
Das hier war verdreht, total. Skye stand so besorgt vor mir, wie ich ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Dieser Blick in seinen Augen, als würde es ihm wirklich Leid bereiten mich so zu sehen und er wolle unbedingt etwas tun, um das zu beenden. Ja hinter der Sorge erkannte ich sowas wie Entschlossenheit und vermutlich stimmte ich deshalb zu, dass er sich zu mir setzen konnte. Dabei war das letzte was ich wollte ihn auch noch mit meinen Problemen zu belästigen, er hatte schon genügend eigene Sorgen. Skye war immer der mit Probleme gewesen, der der wirklich todunglücklich war, während ich bloß um meinen Vater trauerte. Er musste ja zu allem auch noch seine Mutter vermissen und er schaffte es trotzdem nicht ständig zu heulen, auch wenn ich nicht wusste was er alleine in seinem Zimmer tat. Der Unterschied war, dass ich eben nicht diese Rolle einnehmen wollte, ich war die immer frohe, strahlende Camille, das Südstaaten Blondinchen die immer lachte. Es war vielleicht ziemlich klischeehaft von allen so gesehen zu werden, aber es war einfacher, als allen erklären zu müssen warum ich ab und zu mal traurig war. Außerdem war es schon immer einfacher gewesen sich um andere zu kümmern, als sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinander zu setzen. Keine Ahnung ob Skye sich nun für die Male revanchieren wollte, bei denen ich ihn im Krankenhaus besucht oder mit ihm etwas unternommen hatte, aber er setzte sich wirklich und rutschte direkt näher an mich ran. Dabei hatte ich mich extra klein zusammen gekauert, damit meine weinerliche Gestalt ihn nicht störte. Es wäre vermutlich besser gewesen, ich hätte ihn weg geschickt, denn ich wusste jetzt nicht so recht was ich sagen sollte. Ich hatte mich gerade dafür entschuldigen können so laut gewesen zu sein und blickte auf meine angezogenen Knie, als eine Berührung an meinem Gesicht, mich dazu brachte aufzusehen. Skye strich mir doch tatsächlich noch eine Strähne aus dem Gesicht, die ich anscheinend vergessen hatte und mein Atem stockte einen Moment. Seine Finger waren kühl und irgendwie bekam ich eine leichte Gänsehaut auf den Schultern, aber das lag bestimmt nur an der Kälte seiner Finger und an meinem Schwächen Moment. Wieso aber machte er das? Er vermied es sonst immer andere zu berühren, noch schlimmer fand er es nur wenn andere ihn berührten, und heute machte er das schon zum zweiten Mal. Heute Nachmittag hat er mich schon getröstet, war er es nicht Leid? Er schaffte es tatsächlich auch noch zu lächeln und ich war davon so abgelenkt, dass ich es zu ließ, dass er meine verkrampften Finger von meinen Knien lösen konnte. Wie machte er das nur? Sobald er meine Hände gelöst hatte, konnte er einfach so meine Beine über seine ziehen, das ging so schnell, dass ich gar nicht hinter her kam. Ich war tatsächlich ein wenig schockiert und konnte mich nicht mehr rühren, aber die Wahrheit war auch, dass ich zu schwach und erschöpft war, um mich jetzt auch noch zu wehren. Ehe ich mich versah, lag auch noch sein Arm um mich und ich könnte mich perfekt an ihn anlehnen, aber diese Grenze wollte ich noch wahren, denn ein Teil in mir sträubte sich trotz der aufgewühlten Gefühle in mir gegen diese...Pose hier. Meine Beine lagen auf seinem Schoß und unsere Seiten berührten sich komplett, das hier sah sehr falsch aus und fühlte sich auch ein wenig so an, aber irgendwie konnte ich jetzt nicht aufstehen. Irgendwie...brauchte ich das gerade. Ich durfte mir doch mal einen Moment der Schwäche erlauben oder? Ich versuchte also meine Schockstarre zu lösen und mich etwas zu entspannen, aber als er dann plötzlich wieder über meine Wangen strich war da so ein....flattriges Gefühl in meinem Bauch. Ich suchte in seinem Gesicht nach seinem Blick, aber dieser lag eher auf meinen Wangen und in der Dunkelheit konnte ich seine Augen nicht ganz erkennen. Zu gern wüsste ich was jetzt in ihm vorging, warum er das hier tat und was dieses komische Gefühl in meinem Bauch war. War ich überforder mit allem hier? Spielten meine Gefühle bloß verrückt und verwechselten etwas? Ich wäre besser einfach ins Bett gegangen. Als er mir dann das Handy unter die Nase hielt und ich noch ein paar mal blinzeln musste, um seine Antwort lesen zu können. "Ach nein? Hättest du mich nicht gehört, wärst du jetzt im Bett." Tatsächlich machte er dann noch den Vorschlag, dass er mit mir reden oder einen Film schauen wollte? Wirklich? Überrascht sah ich ihn an und schluckte mal. Er wollte für mich da sein... Was passierte hier bitte gerade? Ich schüttelte schnell den Kopf. "Nein ich will nicht reden, das hab ich mit meiner Mum vorhin und deswegen... sitze ich jetzt hier." Einen Moment sah ich wieder auf meine Hände, dann sah ich zu Skye. "Skye du musst das nicht tun, also hier sein und mich trösten. Heute Nachmittag war schon zu viel, wirklich, geh am besten einfach schlafen. Ich...ich kann auch alleine einen Film sehen." versicherte ich ihm. Wie immer, ich wollte niemanden, und besonders nicht ihm, zur Last fallen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Okt 28, 2018 5:46 pm

Skye Aldren
Ich war vermutlich nicht die beste Wahl, die sie hatte, aber momentan eben die einzige. Raven schlief sicher schon. Natürlich würde ich sofort hochlaufen und ihn wecken, wenn sie lieber mit ihm reden wollte, aber sie wäre wohl kaum allein hier unten, wenn sie mit Raven reden wollte, oder? Sie teilte ein Zimmer mit ihm, also war es wohl ziemlich klar, dass sie ihn mied, wenn sie mitten in der Nacht noch hier unten auf dem Sofa saß. Vermutlich hätte das auch ein Zeichen für mich sein sollen. Sie wollte nicht einmal zu Raven, also was sollte ich schon tun? Andererseits wusste ich wie Camille drauf war. Sie wollte - wie ich - niemanden mit ihren Problemen belasten und war deshalb vermutlich allein hier unten. Doch ich wollte ihr einfach helfen. Ich wollte nicht, dass sie so traurig war. Sie sollte wieder lächeln und so froh sein wie sie es immer war. Natürlich konnte sie das nicht immer sein. Es war okay, wenn sie jetzt traurig war und weinte… aber das war ja auch für sie eine Qual. Ich wollte sie nicht so leiden sehen. Ich konnte ihren Vater nicht zurückbringen und ihn auch nicht ersetzen… und sicher konnte ich nicht mehr tun als Raven, aber ich konnte auch nicht bloß hier sitzen. Sie ließ zumindest zu, dass ich mich zu ihr saß. Und auch meine Versuche ihr etwas näher zu kommen, wehrte sie nicht ab. Ich wusste auch nicht was in mich gefahren war. Ich war sonst viel berührungsscheuer. Für gewöhnlich war ich nicht der Mensch, der einfach so andere berührte. Aber bei Camille war es anders. Sie urteilte nicht über mich, obwohl ich reichlich Gründe dafür gab. Nein, sie war freundlich und immer nett zu mir. Ich wollte einfach, dass sie sich wohl fühlte und ich ihr etwas davon auch zurückgeben konnte. Also strich ich ihr die Haare aus dem Gesicht, damit sie sich nicht davon erdrückt fühlte. Sie sollte sich freier fühlen und besser atmen können. Ich trocknete sacht ihre Tränen und zog sie näher zu mir, damit sie sich nicht allein fühlte. Ich wusste nicht, ob das hier angemessen war oder ob ich über die Stränge schlug, aber… Ich wollte einfach helfen. Sie konnte mich ja immer noch von sich stoßen, falls ich ihr zu nah kam. Ich wusste, dass Raven das hier tun sollte, aber… es fühlte sich nicht falsch an. Ihre Haut war so weich und warm, ihre Haare glatt wie Seide, die sich in großen Locken kringelte. Das hier fühlte sich nicht falsch an. Ich war auch ihr Freund. Ich wollte ihr nur helfen… mehr nicht. Ich griff nach dem Päckchen Taschentüchern, das ich immer in meiner Hosentasche herumtrug und reichte ihr eines davon, damit sie sich die Nase putzen und ihre Tränen trocknen konnte. Sie konnte aber auch gerne noch ein wenig weinen. Ich wusste, dass sowas manchmal einfach raus musste. Es immer nur herunterzuschlucken und aufzuschieben brachte ja nichts. „Hätte ich dich nicht gehört, hätte ich mir ein Glas Wasser geholt und hätte dich gesehen. Es ist gut so. Du solltest hier nicht allein sitzen müssen.“ Raven hätte auch mal nach ihr sehen können. Sie schien ja schon eine Weile hier unten zu sitzen, oder? Vielleicht schlief er aber auch einfach schon und dachte nicht weiter groß darüber nach. Er war ja auch heute Nachmittag nicht dabei gewesen. Er wusste nicht wie Camille momentan drauf war. So steif wie er manchmal war, hatte er es vielleicht auch gar nicht bemerkt. Sie wollte also nicht mehr reden. Das war okay! Dann würde ich zusehen, dass ich sie ablenkte. Sie sollte auf andere Gedanken kommen und sich auf gar keinen Fall mehr allein fühlen. Ich war da für sie. Auch wenn ich vielleicht nicht die beste Unterstützung war. „Doch, ich muss das hier tun. Ich werde nicht eher gehen, bis du nicht wieder lächelst! Also… welcher Film? Kitsch, Grusel, Komödie?“, fragte ich sie wieder per Handy und deutete auf das Dvd-Regal, das ich für sie durchstöbern könnte. Ich würde sie schon auf andere Gedanken bringen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Okt 28, 2018 8:58 pm

Camille Parker
Ich saß hier wirklich mitten in der Nacht mit Skye. Jep, der Bruder meines Freundes hatte den Arm um mich gelegt, liebkoste mehrere Male mein Gesicht und ich saß quasi halb auf ihm. So zumindest betrachtete das der skeptische Teil in mir und so würde es vermutlich auch für alle Außenstehende aussehen. Wir saßen eindeutig zu nah beieinander als es sogar für Freunde normal gewesen wäre...naja gut, ich glaubte Wir waren auch keine normalen Freunde. Was wir schon durchgestanden hatten und in welchen Zuständen wir uns schon gesehen hatten, vermutlich war das hier deswegen irgendwie in Ordnung, zumindest versuchte ich mir das einzureden. Wir taten an sich nicht wirklich etwas verbotenes, das Problem war nur...wenn ich in meinen Bauch hörte. Dieses Gefühl, das war mehr als Dankbarkeit, glaubte ich.... Ach verdammt, wieso konnte mir mein Kopf nicht einfach Ruhe geben? Da sollte ich lieber um Dad trauern, als sowas komisches zu denken...oder zu fühlen. Naja, egal. Skye hatte anscheinend nicht vor zu gehen, gut ich konnte ihn nicht anschreien oder so und vielleicht war es ja ganz gut nicht allein zu sein. So würde ich wenigstens nicht wieder anfangen zu weinen, denn das verbat ich mir in der Gegenwart von jemand anderem. Ich nahm also dankend das Taschentuch an, putze mir die Nase und übers Gesicht, sodass ich mich wieder halbwegs menschlich fühlte. Als er nochmal betonte, dass er wirklich nicht gehen würde und aus mit unerklärlichen Gründen das hier tun musste, wurde es mir kurz warm ums Herz. Ich war es nicht gewohnt, dass jemand mich so trösten wollte. Nicht dass Raven ein schlechter Freund war oder so, aber bei Skye war das nochmal etwas anderes. Ich musste sogar ein bisschen Lächeln, als sagte, dass er vorher nicht gehen würde und folgte dann seinem Blick auf das DVD Regal. Ich wusste nicht was an neuen Filmen in den letzten Monaten dazu gekommen war, aber wir hatten schon immer eine sehr bunte Mischung gehabt. "Horror wäre glaube ich ganz gut." murmelte ich und zuckte etwas mit den Schultern, ehe ich dann doch lieber selbst aufstand und einfach nach sah, was Jer für neue Filme besorgt hatte. Wie sich zeigte hatte er die Reihe von Conjuring Filmen fortgesetzt und auch die Spin-off Filme besorgt, sodass ich einfach mal nach "Annabelle" griff. Ich erinnerte mich noch gut aus Conjuring an die Puppe, sie war wohl auch der Grund warum ich seit dem alle Puppen hasste, die etwas zu menschlich waren. Ich zeigte ihm Skye und als er nichts einzuwenden hatte, lebte ich ihn in dem DVD-Player und ging zurück zur Couch, ich dachte gar nicht lange nach, sondern legte meine Beine wieder über seine, jedoch lehnte ich mich dann zurück, sodass ich an der Armlehne der Couch meinen Kopf ablegen konnte. Ja so war das bequem. "Wenn dir meine Beine zu schwer werden, sag Bescheid." Er könnte sich dann gern ans andere Ende der Couch lehnen und seine Beine auch ausstrecken. Dann startete ich den Film und hoffte, dass der Horror die Gedanken an Dad vertreiben würde. Tatsächlich klappte das so gut und der Film war überhaupt nicht mal so gruselig, dass mir bald schon ganz unbemerkt die Augen zufielen.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am So Okt 28, 2018 10:08 pm

Jan Álvarez
Wenigstens wollte er es noch nicht einmal versuchen, die Treppe hinunterzusteigen. Es hätte ihm nur unnötige Schmerzen zubereitet, die ich ihm ersparen konnte. Ich musterte ihn, während er die Augen schloss. Körperlich musste er wohl gerade ziemlich am Ende sein, aber wir hatten wohl keine andere Wahl, als das durchzustehen. Er nickte und ich hob ihn hoch, als er seine Arme um meinen Hals legte. Mit langsamen Schritten ging ich die Treppe hinunter bis zum Sofa hinüber, wo ich ihn vorsichtig wieder absetzte. Ich wollte wirklich nicht riskieren, dass er sich noch mehr Schmerzen zufügte. Es hatte schon gereicht, dass meine Schwestern gestern hineingeplatzt war und er sogar extra für sie aufgestanden war – für nichts. Ich schob die Gedanken beiseite und ging in die Küche. Ich bereitete für mich einen Shake zu, sowie für uns beide noch etwas zum Essen. Andy würde sowieso nicht besonders viel essen. Er ass gerade wirklich nicht besonders viel und das sah man seinem Körper auch an. Ich stellte alles auf ein Tablett und ging damit zu Andy zurück. Ich stellte das Tablett auf den Wohnzimmertisch und mein Blick fiel auf den Block, den er mir reichte. Ich hob erstaunt die Augen, als er tatsächlich vorschlug, mich ins Studio begleiten zu wollen. Auf diese Idee war er wirklich noch nie gekommen und ich hatte bisher auch gedacht, dass ihn das nicht besonders interessierte. Ich wusste, dass er nicht der Fitnesstyp war und dennoch schlug er das gerade vor. Vielleicht wollte er aber seinen Körper wirklich einfach wieder ein bisschen auf Vordermann bringen. „Wenn du das willst, können wir das gerne machen“, sagte ich und lächelte ihn an, bevor ich mich neben ihn hinsetzte. Ich schnappte mir den Shake und nahm einen Schluck davon, bevor ich den Shake wieder hinstellte. „Dir ist aber schon bewusst, dass mein Training locker anderthalb Stunden dauert?“, fragte ich ihn und hob eine Augenbraue. Ich schnappte mir etwas von dem Brot und belegte es mit einer Scheibe Schinken, bevor ich einen Bissen nahm. Ich lehnte mich ein bisschen nach hinten, bevor ich ihn betrachtete. „Aber ich denke, es wird dir gefallen mir zuzuschauen.“ Ich zwinkerte ihm zu und nahm einen weiteren Bissen von meinem Sandwich. Er könnte ja nicht besonders viel anders machen, als vielleicht die Hantelbank auszuprobieren. Er sollte sich ja auch nicht zu überanstrengen, denn das würde er nur bereuen. Das sollte er nicht riskieren. Wenn er wirklich trainieren gehen wollte, so konnte er das richtige Training starten, wenn er wieder auf der Höhe war. Aber vorher sollte er es lieber langsam angehen lassen. [Sorry, schlecht ._.]

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am Di Okt 30, 2018 7:01 am

Skye Aldren
Überschritt ich hier gerade eine Grenze? Sollte ich Camille wirklich so nah sein? Eigentlich sollte es Raven sein, der hier saß. Ich war der falsche Bruder, aber ich kümmerte mich genauso sehr um Camille. Ich sorgte mich genauso um sie wie Raven. Sie war eben meine Freundin. Meine einzige um genau zu sein. Natürlich wollte ich ihr also helfen. Daran war nichts verwerfliches, oder? Ich dürfte ihr also helfen, die trösten und ihr nah sein. Aber so nah? Mein Kopf riet mir davon ab ihr so nah zu sein, sie so sehr in meine Arme zu schließen. Ihre Beine lagen auf meinen Schoß! Das war... falsch, oder? Sie war Ravens Freundin... aber wieso fühlte es sich dann so gut an? Diese Nähe zu Camille löste eine Wärme in mir aus, die ich so nicht kannte. Es war als würden Funken in meiner Brust sprühen, die meinen gesamten Körper langsam aufheizten, obwohl mir sonst immer kalt war. Es fühlte sich sogar so an, als würden kleine, elektrische Schläge durch meine Haut fahren, wo ihre Haut meine berührte. Ich fühlte mich wohl hier. So seltsam und neu das auch war, ich konnte bei ihr wirklich einen Moment vergessen wie scheiße meine gesamte Existenz eigentlich war. Es zahlte sich aus. Als ich Camille sagte, dass ich nicht gehen würde, bis sie wieder glücklich war, lächelte sie sogar wieder schwach. Es war nicht so strahlend und breit wie ich es von ihr gewohnt war, aber es war ein Anfang. Tatsächlich tendierte Camille heute zu einem Horrorfilm, was mich wirklich überraschte. Ich hatte bisher nich nicht viel Zeit mit ihr allein verbringen können, deshalb hatte ich geglaubt ich müsste mir jetzt einen Liebesfilm antun müssen, aber als sie zum Regal ging, zog sie Anabelle heraus. Ich hob beide Augenbrauen, zuckte aber nur leicht die Schultern und wartete, bis sie zurück aufs Sofa kam. Sie setzte sich neben mich, schob aber wieder ihre Beine über meine. Das nahm mir zumindest einen Teil meiner Unsicherheit. Wenn sie diese Position selbst wieder suchte, schien es für sie ja nicht unangenehm gewesen zu sein, oder? Ich lächelte leicht und legte meine Hände über ihre Schienbeine, ehe ich eine wegwerfende Handbewegung machte, also die meinte ich solle ihr Bescheid sagen, wenn ihre Beine zu schwer wurden. Sie war ja nun wirklich nicht schwer! Und ich sah durch mein Gewicht deutlich gebrechlicher aus als ich es eigentlich war. Nein, ich genoss den leichten Druck ihrer warmen Beine sogar ein wenig auf meinem Schoß. Dann aber wandte ich meine Aufmerksamkeit wieder dem Film zu. Durch meine Videospiele, die oft Egoshooter oder Zombies beinhalteten, war ich den Horror schon irgendwie gewöhnt. Ich zuckte nicht zusammen und eine Puppe jagte mir sowieso keine Angst ein. Als es also ruhig wurde und der Film langsam den Tiefpunkt erreichte, nickte ich wohl einfach weg. (Sorry mies Mad )
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Nightfall am Di Okt 30, 2018 7:15 pm

Damil Kane .
Zwar fühlten sich meine Muskeln schwer an, aber das Gefühl von Leichtigkeit machte sich in mir breit. Es hatte gut getan mal etwas neues zu probieren. Ein Gewohnheitstier konnte sich also doch sehr gut von seinem Alltag befreien. Es sprach also nichts dagegen nicht diesen kleinen Moment zu nutzen und noch die Saune nutzen zu dürfen. Nachdem ich mich von meinen vollgeschwitzten Klamotten befreit hatte und mir ein Handtuch umgewickelt hatte, hatte ich mir die Haare noch einmal ordentlich zu einem Dutt gebunden. So störten sie am wenigsten. Ich folgte schließlich den Schildern des Studios die mich zur Sauna führen sollten. Auf dem Weg dorthin fühlte ich mich dann doch etwas beobachtet. Der Weg kam mir länger vor als er tatsächlich war. Ich war kein schüchterner Typ… Dennoch fühlten sich manche Blicke unbehaglich an. Manche wiederrum echt gut. Es kam wohl auf den Blick selbst an. In den letzten Jahren hatte ich eine ‚Ist mir egal‘ Einstellung entwickelt, weshalb ich einfach weiter ging. Vor der Tür der Sauna hielt ich kurz inne. Die Tür war dicht, ließ keinen rein blicken. Also konnte ich nicht einmal wissen ob sie voll war… Es gab keinen anderen Weg als geradewegs hindurch. Nach kurzem Zögern öffnete ich die Tür. Warmer Nebel und eine hitzige Luftwelle kam mir entgegen. Es war gerade neu aufgegossen worden. Zuerst sah ich nicht einmal auf. Da mich das Licht kurz störte. Dann aber sah ich dass ich nicht alleine war. Julianna saß tatsächlich hier drin. Nun konnte ich nicht anders als frech zu grinsen „Heißt es nicht beim 3 Mal muss man sich was ausgeben? Irgendwie war da doch so.“ scherzte ich und setzte mich auf die Bank neben ihr. Natürlich, wie es ein anständiger Kerl tat, mit einem Sicherheitsabstand.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Mi Okt 31, 2018 2:47 am

Nieve Vaughn

[@Gedankenlos Sorry das es so lange gedauert hat Shocked Bin am Sonntag im Flugzeug & dann für die nächsten 3 1/2 Monate zuhause, demnach kann ich endlich wieder schreiben.]
Liebe machte blind. Es waren seine Worte gewesen, und trotzdem musste ich feststellen das dieses altbekannte Sprichwort wohl doch schon von Anfang an die Wahrheit gewesen war. Liebe machte wirklich blind, ließ einen Dinge übersehen und gutheißen, die einfach nicht zu akzeptieren waren. Es war unsagbar dumm von mir gewesen meinen Eltern nicht ein einziges Mal zuzuhören, ihnen nicht einfach zu glauben wenn sie meinten sie würden es einfach nur gut mit mir meinen und sich Sorgen machen. Einem Teenager konnte man es aber wohl einfach nicht recht machen - mir konnte man es einfach nicht Recht machen. Das konnte man wohl selbst jetzt nicht. Immer noch ließ ich mir nicht einfach helfen, immer noch hielt ich meine Eltern außen vor um ihnen bloß nicht noch weitere Sorgen zu bereiten. Ich hatte in ihrem Leben schon für genügend schlimmer Erfahrungen gesorgt, sie mussten nicht auch noch von den Drogen, Alex und den Drohungen erfahren. Vor allem aber mussten sie nicht auch noch daran Teil haben. Ich hätte sie erst gar nicht anrufen sollen, hätte einfach in Taro's Zimmer sitzen bleiben sollen, statt nach draußen zu laufen und anzurufen. Wie dumm ich doch eigentlich war. Und nun saß ich doch wieder zwischen den Stühlen, hatte absolut keine Ahnung was ich denn eigentlich wollte. Was ich denn überhaupt tun konnte. Liam wollte das ich glücklich war, dass ich ein einziges Mal nicht das tat womit ich andere Menschen außen vor ließ, sondern das wonach mir auch wirklich war. Nach Fitnesstudio war mir im Moment dann aber doch nicht so wirklich. Taro hätte mich aber wohl auch wirklich alleine gelassen, und alleine wollte ich in seiner Wohnung nicht sein. Nicht wenn Alex' Leute wussten, wo er wohnte. Sie hatten ihn bereits ein Mal angegriffen, woher sollten wir denn bitte wissen das er nicht ein zweites Mal einfach vorbei schauen würde? Seufzend wusch ich mir das Gesicht, trocknete meine Hände ab und verließ die Toilette. Taro hatte sich bereits hinein begeben und ignorierte die Anweisungen seines Arztes. Ich konnte es ihm nicht übel nehmen, und um ehrlich zu sein beruhigte es mich sogar ein klein wenig zu wissen, dass er sich selbst von gebrochenen Rippen nicht einschränken ließ. Dann aber machte es wohl doch einfach Sinn. Er war Polizist, tat immer das Richtige. Ich hingegen tat das nicht. Für einen Moment überlegte ich wirklich, ob es nicht einfach besser wäre Alex selbst zu finden, und ihn ein für alle Mal dazu zu bringen die Leute in Ruhe zu lassen, die mir etwas bedeuteten. Er hatte es doch ohnehin auf mich abgesehen, und nicht etwa auf jemand anderes. Ich hatte ihn verraten, und auf Verrat stand nun einmal der Tod. Ich zog aus meiner Jackentasche meine Zigaretten, schob die Tür auf und trat an die frische Luft. Irgendwann musste das hier ein Ende finden, und irgendann musste ich mir wohl wirklich überlegen was ich tun sollte. Was ich mit meinem Leben anfangen konnte. Ich hatte im Moment doch absolut keine Ahnung. Wer würde mich denn aber auch noch nehmen? Niemand hätte einen Job für eine Schulabbrecherin die mit ihrem ersten Freund abgehauen und durchgebrannt war. Vor allem aber hatte niemand einen Job für einen Junkie der sich doch nicht so wirklich unter Kontrolle hatte. Ich war abhängig. Ein totaler Loser und zu nichts zu gebrauchen. Ich steckte mir eine Zigarette an, ließ mich auf den Boden vor dem Fitnesstudio sinken und streckte die Beine aus. Dann würde ich nun eben im Selbstmitleid versinken, vor einem Fitnesstudio auf jemanden warten der mir nur half weil ich absolute Scheiße gebaut hatte, und mir dann überlegen zu was ich zu gebrauchen war.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mi Okt 31, 2018 11:13 pm

Julianna Niess
Ich war es mir eigentlich gewohnt, den ganzen Tag Sport zu machen. Es war ja nicht so, als würden diese Gruppentrainings mich so sehr beanspruchen wie die Leute, die ich trainierte. Deswegen ging ich ja vorher mein eigenes Training durch. Mein Hobby war gleichzeitig auch mein Job. Eigentlich konnte man sich ja nicht darüber beklagen. Nachdem ich mit der ersten Gruppe durch war, genehmigte ich mir eine kurze Dusche und ging danach in die Saune. Die Saune wurde hier nicht besonders viel gebraucht. Die meisten duschten nach dem Training und verschwanden dann gleich darauf wieder nach Hause. Dabei war es wirklich eine überaus gute Idee. Es war entspannend und es war im Fitnessabo enthalten. Es war ja nun wirklich nicht so, als wäre so ein Abo besonders günstig. Wieso sollte man dann nicht herausholen, was man bezahlt hatte? Na gut, ich hatte nicht dafür bezahlt, aber ich ging trotzdem gerne hier hin. Ich war noch nicht einmal besonders lange in der Saune, als die Tür wieder aufging. Ich hob eine Augenbraue, aber durch den Dampf konnte man nicht besonders viel erkennen. Eine Person kam auf mich zu und ich sah Damil erstaunt an, als ich ihn erkannte. Das konnte ja nun wirklich fast nicht wahr ein. Wir trafen schon wieder aufeinander? Ich grinste leicht und musterte ihn, während er sich hinsetzte. „Na ja, das sollte dir ja nicht besonders schwer fallen oder? Immerhin gehört dir eine Bar“, meinte ich und grinste ihn an. Ich lehnte mich ein bisschen zurück und sah wieder zu Damil. Es sah fast danach aus, als würde ich bei jedem Treffen mehr von ihm sehen. Das erste Mal war er ganz normal angezogen gewesen. Beim zweiten Mal trug er Trainingskleidung und jetzt… na ja, er hatte ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Würde das jetzt so weitergehen? Der Gedanke brachte mich irgendwie zum Schmunzeln. Nein, ich war nicht so eine, die bereits schon beim vierten zufälligen Treffen mit einem Typen ins Bett sprang. Ausserdem hatten wir uns noch nie wirklich bewusst getroffen, also musste das noch gar nichts heissen. Aber ich musste schon sagen, dass er einen sehr ansehnlichen Eindruck machte. „Und wie war dein Training?“, fragte ich ihn und lächelte ihn an.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mi Okt 31, 2018 11:14 pm

Taro Maekawa
Ich hielt mich nicht an alle Regeln, auch wenn Nieve das vielleicht von mir dachte. Ich ging trainieren, wenn ich das Bedürfnis danach hatte. Meine Rippen konnten mich dabei mal kreuzweise. Sie hatten jetzt wirklich genug Zeit gehabt, um sich zu erholen. Jetzt würde ich irgendwas machen, also ging ich trainieren. Ich würde schon schauen, dass ich meine Rippen nicht zu sehr beanspruchen würde. Daher legte ich das Training mehr auf meine Arme und meinen Rücken. Ich würde es schon nicht übertreiben, auch wenn Nieve das anscheinend von mir erwartete. Dabei hielt ich mich eher zurück wie sie. Wenn sie so etwas wie Zurückhaltung überhaupt kannte. Ich ging in die Garderobe und zog mich um. Danach trat ich wieder nach draussen und nach einem kurzen Aufwärmen fing ich mit dem Training an. Nieve sah ich gerade nirgends, aber sie wäre sicher irgendwo in der Nähe. Sie würde schon nicht einfach mit dem Auto weg fahren. Ich fing mit den Hanteln an und ging dann danach noch zum Bankdrücken hinüber. Nieve war irgendwann aus dem Badezimmer gekommen, war aber gleich darauf nach draussen verschwunden. Dann hätte sie ja auch einfach zuhause bleiben können oder etwa nicht? Aber ich würde ihr nicht anfangen, irgendwelche Vorschriften zu machen. Sie tat dann nämlich immer genau das Gegenteil, von dem was man ihr gesagt hatte. Sie verstiess liebend gerne die Vorschriften. Sie war keine Frau, die man mit Regeln einsperren konnte. Sie wehrte sich dagegen, bis sie die Regeln durchbrechen konnte. Ich seufzte leise auf und legte die Gewichte wieder hin. Ich wusste nicht, wie viel Zeit das vergangen war. Ich hatte irgendwann die Kopfhörer in die Ohren gestöpselt und mich danach auf die Übungen konzentriert. Vorsichtig setzte ich mich auf. Mit der Zeit hatte ich meine Rippen angefangen zu spüren, aber ich hätte garantiert nicht aufgehört. Ich trocknete den Schweiss von meiner Stirn mit einem Handtuch ab und ging in die Richtung der Garderoben. Ich würde duschen gehen und danach könnten wir wieder zurückgehen. Na ja, ich war auf jeden Fall froh, dass ich wenigstens irgendwas mit dem heutigen Tag hatte anfangen können. Ich konnte nicht nur immer herumsitzen und nichts tun. Das würde mich einfach in den Wahnsinn treiben. Vorhin war ich fast den ganzen Tag immer unterwegs gewesen, war schlafen gegangen und danach war ich wieder unterwegs gewesen. Ich hatte nie irgendwelche Freizeit gehabt, in der ich mich gelangweilt hatte und ich war auch froh, dass ich es nie gewesen war. Das hier war einfach der Horror. [Sorry, muss wieder ein bisschen in die Story reinkommen.]

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 01, 2018 12:17 am

Nieve Vaughn

Alex war ein Mistkerl. Ein riesen großes Arschloch. Jemand, den ich liebend gerne irgendwo in einem Loch verrotten sehen würde. Wie viel besser die Welt ohne Menschen wie ihn doch dran wäre. Würde es niemanden wie ihn geben, wäre die Welt Leute wie mich auch los. Er war es gewesen der mich ständig zu irgendwelchen Dingen gebracht hatte, der Dinge von mir erwartet hatte die ich nicht für ihn tun hatte wollen - irgendwann hatte ich aber nun einmal verstanden, dass ich ihm etwas schuldete. Er hatte mich mit Stoff versorgt, hatte mich immer an allem Teil haben lassen. Und er hatte dafür gesorgt das ich ein Dach über dem Kopf hatte. Nun war das alles vorüber, und obwohl ich ihm nie einen Grund gegeben hatte mich anzuzweifeln, hatte er doch schon vor Jahren damit angefangen. So wie damals nach dem Strand, als ich ihn noch verteidigt hatte obwohl die Polizei eine Aussage gegen ihn in der Hand hatte. Alex hatte dennoch damit begonnen mich anzuzweifeln, hatte angefangen mich einfach fallen zu lassen. Und weil er mich hatte fallen lassen wollen, hatte es ihm nicht gefallen das ich ihm nicht mehr hinterher gerannt war wie ein junger Hund der ein zuhause brauchte. Es war unfassbar, wie schlecht meine Erfahrungen mit ihm doch eigentlich waren. Ich seufzte und lehnte meinen Kopf an die Wand, betrachtete die Leute die an mir vorbei gingen. Einige warfen mir Blicke zu, und ich meinte sogar fast schon ihr Flüstern hören zu können. Manche machten einen Bogen um mich, Frauen zogen ihre Kinder von mir weg. Als wäre ich Abschaum der nur vor dem Fitnesstudio saß weil ich betteln wollte. Dabei hatte ich in meinem Leben noch nie gebettelt. Das war eine Lüge. Es war eine Lüge, dass ich noch nie in meinem Leben gebettelt hatte. Es war noch nicht einmal sonderlich lange her, dass ich es doch versucht hatte. Das ich Alex damit eine Genugtuung gegeben hatte, die ich ihm nie wieder geben wollte. Damals war es noch nicht einmal um mich gegangen. Nun spielte es ohnehin keine Rolle mehr, denn letzten Endes hatte es nichts gebracht. War Alex wirklich immer noch auf freien Fuß? Die Tür zum Fitnesstudio öffnete sich und ich hob meinen Blick. Taro war wirklich schon fertig? Schnell stand ich vom Boden hoch, klopfte dabei meine Hose etwas ab. "Keine Schmerzen?" Selbst wenn würde er es mir nicht sagen. Er würde lügen, genauso wie ich lügen würde hätte ich etwas getan das ihm nicht gefallen würde. Dabei wusste ich ganz genau das Taro sich wohl kaum davon abhalten lassen würde das zu tun, was er nun einmal tun wollte. Wie lange musste er denn überhaupt noch zuhause bleiben? Zuerst war er doch nur vom Fall abgezogen worden, oder nicht? Und nun saß er zuhause, weil ihn Alex' Leute ziemlich zugerichtet hatten. Ich hatte mich weder bei ihm bedankt, noch hatte ich mich bei ihm dafür entschuldigt so viel Chaos in sein Leben zu bringen. Es war wohl wirklich an der Zeit endlich einmal für meine Taten gerade zu stehen. Selbst wenn das hieß, dass ich mich entschuldigen musste. Ich schob meine Zigaretten wieder in meine Jackentasche, ehe ich mich auf den Beifahrersitz sinken ließ und schweigend die Tür hinter mir zuwarf. Dabei war eigentlich Taro derjenige der das ganze Chaos erst mit sich gebracht hatte, denn wäre er nicht aufgetaucht und hätte mich weich gekocht, hätte ich weiterhin so getan als wäre das Leben mit Alex wunderbar. Möglicherweise war es wirklich meine Schuld. (Kein Ding, muss ich auch erst wieder)

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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Fr Nov 02, 2018 11:03 am

Taro Maekawa
Ich wusste nicht, was Nieve in Zukunft machen wollte. Es könnten einige Pflichtaufgaben auf sie zukommen, wenn der Prozess beginnen würde. Ich konnte nicht recht sagen, ob sie nun abhängig war oder nicht. Ja, sie rauchte, aber das taten viele andere auch. Ich hatte jedenfalls in den letzten paar Tagen nicht gemerkt, dass sie irgendwas eingeworfen haben soll. Oder war ich einfach zu unaufmerksam gewesen, um das zu bemerken? Ich glaubte nicht. Ich kümmerte mich doch um sie. Das hoffte ich jedenfalls, auch wenn sie so oder so nicht besonders erfreut darüber war. Nachdem ich mein Training beendet hatte, nahm ich eine Dusche und trocknete mich danach ab. Meine Haare rubbelte ich kurz trocken und ordnete sie ein bisschen, damit sie nicht in alle Richtungen standen. Natürlich beschwerten sich meine Rippen, aber das hatte ich bereits schon gewusst. Für etwas hatte ich ja Schmerzmittel vom Doktor erhalten oder etwa nicht? Ich zog mich wieder an und trat dann nach draussen. Nieve sass am Boden und richtete sich schnell auf, als dass sie mich sah. Ich hob eine Augenbraue. „Hätte ich keine Schmerzen, wäre ich wohl nicht ganz menschlich", erwiderte ich und steuerte mit ihr auf das Auto zu. Ich öffnete es und liess mich vorsichtig auf den Fahrersitz sinken. Ja, meine Rippen machten sich in der Tat bemerkbar. Ich startete den Motor meines Wagens und fuhr danach los in die Richtung meiner Wohnung. „Und was hast du gemacht?“, fragte ich sie und hob eine Augenbraue. Sie war wohl kaum die ganze Zeit einfach nur dort gesessen und hatte… nichts gemacht? Ich konnte es nicht einschätzen. Jedenfalls hatte sie keinen Sport gemacht, das hätte ich ja sonst gesehen. Ich fuhr mir durch das leicht feuchte Haar und konzentrierte mich auf die Strasse. Meinen Wagen parkierte ich vor meiner Wohnung und stieg vorsichtig wieder aus. Ich holte meine Trainingstasche aus dem Kofferraum und schloss das Auto. Nun war ich wirklich k.o. und ich hätte nichts gegen eine Schmerztablette. Aber das würde ich ihr nicht sagen und das wusste sie genauso gut. Das war gut. Sie sollte nichts von mir erwarten. Ich schloss die Wohnung und trat ein. Ich ging in das Bad, wo ich meine gebrauchte Fitnesswäsche in den Korb legte und das gebrauchte Handtuch aufhängte, damit es nicht nass im Wäschekorb lag. Die fast leere Fitnesstasche warf ich in meinem Zimmer auf den Boden und ging ins Wohnzimmer, wo ich mich auf das Sofa setzte und zufrieden die Luft ausstiess. Das Training hatte wirklich gut getan. Jetzt hatte ich wenigstens etwas gemacht und sass den ganzen Tag nicht nur nutzlos herum.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Arce am Sa Nov 03, 2018 12:03 am

Nieve Vaughn

Wie lange Taro denn nun im Fitnesstudio gewesen war wusste ich nicht. Lange genug um mir Zeit zu geben darüber nachzudenken wie schrecklich mein Leben doch eigentlich verlief, dazu aber brauchte es nicht sonderlich viel. Mein Leben verlief schrecklich. Mein erster Freund, der Mann für den ich wirklich alles getan hätte und auch hatte, wollte mich töten weil ich ihn verraten hatte. Er hatte mich geschlagen, und Dinge getan die man niemandem antat. Dennoch würde ich ihm noch einmal gegenüber treten müssen, müsste vor ihm eine Aussage machen um auch wirklich dafür zu sorgen das er hinter Gitter landen würde. Danach wusste ich nicht weiter. Ich hatte keinen Plan, keine Idee. Was sollte ich denn großartig tun? Niemand würde jemanden wie mich wollen, und niemand würde mir eine Chance geben. Übel nehmen konnte ich es keinem, ich wäre wohl auch voller Skepsis würde mir jemand wie ich es war begegnen. Taro schien da wohl anders gestrickt zu sein, ließ mich einfach bei sich unterkommen ohne wirklich zu wissen worauf er sich einließ. Ich konnte nicht wirklich sagen ob es Leichtsinn oder Dummheit war, die ihn dazu bewegte. "Oder gesund," stellte ich fest. Hätte er keine Schmerzen, wäre er nicht menschlich oder einfach nur gesund. Wäre er gesund, würde er aber wohl kaum zuhause herumsitzen und nicht wissen wie genau er sich hinlegen musste um nicht vor Schmerzen aufzuwachen. Das hatte aber ohnehin mittlerweile ich übernommen. "Leute beobachtet. Nachgedacht. Eindeutig nichts gutes für meinen Körper," antwortete ich ihm auf seine Frage was ich getan hatte. Ich hatte nichts Gutes für meinen Körper getan, stattdessen war ich vor einem Fitnesstudio gewesen und hatte geraucht. Er konnte mich meinetwegen verurteilen, alleine hatte ich jedoch nicht in seiner Wohnung sein wollen. Einerseits weil es seine Wohnung war, vor allem aber weil Alex' Leute wirklich wussten wo er wohnte. Und dort wohnte nun auch ich wieder. Ich wurde langsam aber sicher wohl einfach paranoid. Seufzend stieg auch ich aus und folgte Taro wieder hinein in seine Wohnung. Kurz verschwand er im Badezimmer, ließ sich dann aber auch schon auf die Couch sinken. Ich hingegen tat wohl wirklich das einzige was ich im Moment tun konnte, und ging in die Küche. Bedankt hatte ich mich bei ihm noch nicht. Entschuldigt hatte ich mich bei ihm noch nicht. Nüchtern würde ich es dazu ohnehin nie kommen lassen, wenn ich aber etwas kochte und wir dazu einfach ein, zwei oder möglicherweise auch drei Gläser Wein tranken, wäre es nicht ansatzweise so komisch und nicht ansatzweise so unangenehm. Dabei konnte er im Moment auch einfach ein Nickerchen machen, oder ein Buch lesen - meinetwegen konnte er auch einfach den Fernseher anstarren. Dasitzen konnte ich im Moment aber nicht. "Warum haben sie dich vom Fall abgezogen?" Wirklich viel Sinn ergab es nicht. Er war kein Zeuge oder irgendetwas dergleichen, und für gewöhnlich wurden Polizisten doch nicht einfach so abgezogen nur weil sie etwas gesehen hatten was im Bericht erscheinen konnte. Oder? Ich erhitzte die Pfanne, begann das Gemüse klein zu schneiden und schälte die Kartoffeln. Diese ganze Situation ergab ohnehin keinen Sinn mehr, das war schon lange so gewesen.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 04, 2018 8:06 pm

Camille Parker
Der Ausritt am Nachmittag und das Weinen am Abend mussten mich so ausgelaugt und erschöpft haben, dass ich wirklich nicht mal bei der Mitte des Films eingeschlafen war. Vielleicht war es aber auch Skyes beruhigende Anwesenheit, die hatte er irgendwie schon immer gehabt. Er war eben keine laute, hibbelige oder unruhige Person, nein ganz im Gegenteil. Er ruhte in sich selbst, manchmal vielleicht etwas zu sehr, aber so wie jetzt brauchte ich das, auch wenn ich mir das nicht ganz eingestehen wollte. Natürlich könnte ich auch mit Raven hier sitzen und es würde mir auch besser gehen, aber bei ihm hatte ich irgendwie das Gefühl immer glücklich sein zu müssen, vor ihm wollte ich keine Schwäche zeigen. Hätte er also den Abend mit mir auch der Couch verbracht, hätte ich so tun müssen als würde es mir sofort wieder gut gehen, während Skye mit die Option offen ließ, ob ich noch mehr weinen wollte. Ach, ich konnte es nicht so genau erklären... Irgendwann wurde ich von einem Räuspern nahe meines Kopfes aus dem Schlaf gerissen und öffnete müde die Augen, nur um direkt in die meiner Mum zu sehen. Ich erschrak einen Moment, sah sie dann aber nur überrascht an, ehe ich realisierte, dass ich ja im Wohnzimmer war und sie vor der Couch auf dem Boden in der Hocke war. Sie lächelte mich leicht an und zog eine Augenbraue hoch. "Guten Morgen." flüsterte sie und sah an mir vorbei weiter die Couch runter, bis mir erst mal wieder klar wurde, dass ich ja nicht allein war. Erst jetzt spürte ich das Gewicht auf meinen Beinen und der Hüfte und wagte es langsam den Kopf zu heben, um an mir hinab zu sehen. Skye musste auch irgendwann unbemerkt eingeschlafen sein und war in der Nacht wohl zur Seite gekippt. Da ich mich irgendwann auf die Seite gedreht hatte, lag er jetzt mit seinem Oberkörper auf meinen Beinen, beziehungsweise zwischen meinen Beinen und der Rückenlehne, sein Kopf lag auf seinem Arm, der wiederum auf meiner Hüfte lag. Jep, sein Kopf lag auf meiner Hüfte. Ich sah wieder zu meiner Mutter, die immer noch die Augenbraue skeptisch hochzog und irgendwie spürte ich wie mir plötzlich die Hitze den Hals hoch kam und mir ins Gesicht stieg, na toll, ich musste jetzt nicht auch noch rot werden! "Ähm..." machte ich mir sehr wenig geistreich und meine Mutter erhob sich, dann machte sie nur eine Kopfbewegung Richtung Küche und da das hier sowieso schon sehr unangenehm war, folgte ich lieber ihrer Anweisung. Ich rutschte also irgendwie langsam seitlich vom Sofa runter und Skye rutschte komplett auf die Sofafläche, aber das schien ihn kaum zu stören. Ich stand also schnell ganz auf und eilte leise in die Küche, weg von dieser schrägen Situation, auch wenn ich nicht wirklich mit meiner Mum reden wollte. In der Küche strich ich erst mal meine Kleidung wieder glatt und atmete aus, ich hatte unbemerkt die Luft angehalten, bis ich mich von Skye entfernt hatte. Jetzt nahm ich mir erst mal ein Glas Wasser, auch wenn ich ganz genau den fragenden Blick meiner Mutter im Rücken spürte. "Also...willst du mir erklären warum du hier unten geschlafen hast?" Ich drehte mich nicht gleich zu ihr um, sondern trank einen Schluck und sammelte mich etwas. "Ich hatte nach unserem Gespräch noch etwas allein sein wollen, ich hab Dad vermisst. Skye war sich dann was zu trinken holen und hat mich mit einem Film aufmuntern wollen, dabei müssen wir eingeschlafen sein." Ich erklärte es ihr lieber gleich komplett, bevor sie noch falsche Schlüsse zog, denn meine Mutter hatte für sowas ein ziemlich gutes Gespür. Dass ich geweint hatte und wie Skye mich gestern Abend mehrmals berührt hatte, würde ich ihr auf keinen Fall sagen. Mum sah nicht mehr so skeptisch aus, jetzt aber eher irgendwie besorgt. "Schatz, meinst du nicht das ist der falsche Bruder um sich trösten zu lassen?" Ja genau, da war es, ihr sechster Sinn. Ich sah einen Moment unschlüssig auf mein Glas. "Wieso? Das war ja nur ein Zufall, ich hab ihn nicht gebeten zu bleiben. Da ist nichts dabei." - "So wie es ein Zufall war, dass du mit ihm am Grab deines Vaters warst und so, wie es ein Zufall ist, dass er bei Umarmungen von dir rot wird oder dich immer etwas zu lange ansieht?" Mein Herz schlug plötzlich viel schneller und etwas in meinem Bauch zog sich merkwürdig zusammen. Was wollte sie damit andeuten? "So wie du dich im ihn kümmerst, wie viel Zeit du mit ihm bisher schon hier verbracht hast, sieht mir nichts zwischen euch wirklich nach Zufällen aus." Ihre Worte brachten mich dazu über die letzen Tage nachzudenken. Über die Tatsache, dass er vielleicht nur wegen mir hier war, über den Tag im Freizeitpark, wie er über mich gelacht hatte und was ich dabei gefühlt hatte. Wie ich ihm danach vor unserem Haus gesagt hatte, dass ich das unerklärliche Bedürfnis hatte ihn glücklich zu machen, den Ausritt gestern und die Umarmung....jede seiner Umarmungen hatte etwas in mir ausgelöst, mich beruhigt und geboren fühlen lassen. Und sein Lächeln...gestern Abend hatte es in mir etwas berührt, etwas das mit ihm im Gleichklang war. Und Mums Worte jetzt....oh Gott. Plötzlich wurde mir schlecht und ich musste mich an der Theke festklammern, als sich in meinem Gedanken etwas zusammen fügte und es klick machte. Ich hatte Gefühle für Skye. Ja natürlich hatte ich das, er war der Bruder meines Freundes und gehörte quasi zur Familie, aber was ich fühlte, ging scheinbar darüber hinaus. Das wurde mir jetzt erst schlagarigt bewusst, denn bisher hatte ich das Gefühl in meinem Bauch immer nur verdrängt oder einfach mit irgendwas anderem entschuldigt. Aber durch Mum und ihre Perspektive von Außen, ja sie sah es und ich konnte es nun zuordnen. Ich spürte wie leichte Panik in mir aufstieg und sah sie schnell an. Energisch schüttelte ich den Kopf. "Nein...das ist nicht so wie es aussieht, es... wir sind nur gute Freunde. Ich bin mit Raven zusammen, da würde nie....nein Mum wirklich." stotterte ich. Dabei wusste ich nicht mal ob ich mich oder sie in Wahrheit überzeugen wollte. Bei ihr schien es nur mäßig zu funktionieren. "Nun ja, du musst es wissen, aber pass auf, ich will nicht dass du oder einer von den Jungs verletzt wird. Sie machen schon so viel durch. Und Skye...glaub mir, eine Mutter spürt sowas wenn es um ihre Kinder geht. Er mag dich vielleicht etwas zu sehr, als sei vorsichtig." sagte sie jetzt leiser und drückte mir im vorbei gehen einen Kuss auf die Stirn. Ich starrte noch einen Moment vor mich hin, während sie anfing das Frühstück vorzubereiten, dann ging ich leicht gelähmt nach oben und nahm eine heiße Dusche. Aber auch die schaffte es nicht die Gedanken zu vertreiben, die Tatsache, dass ich etwas für Skye empfand, das über Freundschaft hinaus ging, das....das könnte alles zerstören.
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Re: Live your life RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 04, 2018 8:40 pm

Skye Aldren
Ich wusste nicht, ob ich etwas falsch gemacht hatte. Es schien so. Den restlichen Urlaub ließen Raven und Camille zu, dass ich mich ein wenig verkroch. Sie riefen mich zwar zum Frühstück und zum Abendessen herunter, aber im Grunde… unternahmen sie seitdem nur noch allein Dinge zusammen. Sie gingen in den Park, besuchten den Zoo und grillten mit Camilles Familie draußen, während ich drinnen auf der Couch saß und ihnen dabei zusah. Es fühlte sich falsch an. Dieses beklemmende Gefühl in meiner Brust wurde immer größer. Die beiden zusammen Lachen zu sehen erinnerte mich nur daran wie schlecht ich mich fühlen sollte, weil ich so etwas wie Eifersucht spürte. Ich mochte Camille viel zu sehr. Das war mir schon sehr lange bewusst, aber dass ich jetzt auch noch eifersüchtig auf Raven wurde, sah mir gar nicht ähnlich. Ich war für gewöhnlich eher selbstlos und wünschte ihm alles Glück der Welt, aber das hier… es bereitete mir fast physische Schmerzen die beiden so zu sehen. Sie waren so glücklich zusammen und das erinnerte mich nur daran, dass… dass ich das nie haben würde. Ich würde Camille nie so glücklich machen können wie Raven es tat. Sie war an den richtigen Bruder geraten, da war ich mir sicher. Aber das hieß nicht, dass ich glücklich darüber war. Ich wäre gern der Richtige für sie… aber das war ich nicht, also musste ich es einfach herunterschlucken. Sie ging auf Distanz und ich ließ sie. Ich durfte ihr nicht nachlaufen. So sehr ich es auch wollte. Sie war Ravens Freundin. Ich hatte kein Recht mich da einzumischen. Und ich wollte das Glück der beiden auch nicht zerstören, weshalb ich mich auch zurückhielt und den beiden somit einen angenehmen, restlichen Urlaub zusammen schenkte. Sie waren unter sich und ich hing ein wenig mit Jeremy herum, um mich abzulenken. Doch auch das hatte ein Ende. So froh ich auch war wieder nach Hause zu reisen und mich wieder in meinem Gamingzimmer verkriechen zu können, es änderte nichts daran, dass Camille und Raven ständig zusammen waren und ich hatte keinen Jeremy-Gaming-Partner mehr, der mich ablenkte. Ich war also wieder allein und versuchte den beiden so viel Platz zu lassen wie es nur ging. Ich spürte, dass Camille mich mied. Früher hatten wir ab und zu getextet, aber seit dem Urlaub in Texas bekam ich keine einzige Sms mehr von ihr. Und wenn sie hier war..? Meistens brachte sie Raven dazu zu ihr ins Wohnheim zu kommen oder aber sie gingen essen, spazieren oder machten sonst etwas! Raven war immer weniger zu Hause, Camille mied mich und ich… fühlte mich einfach allein. Ich wusste, dass es besser so war, aber dennoch schmerzte es. So sehr, dass ich alles getan hätte, um das zu beenden. Meine Brust war wie erdrückt - als würde eine tonnenschwere Last auf meinem Herzen wiegen. Auch wenn kein Jeremy da war, der mich ablenkte, hatte ich immer noch die paar Rasierklingen, die ich Raven vor unseren Texas Urlaub aus dem Tresor in seinem Zimmer geklaut hatte. Also nutzte ich das. Ich begann den Schmerz wieder zu verlagern. Ich schnitt mich, um anderen Schmerz zu spüren. Ich schnitt mich, um mich selbst für diese Gefühle zu bestrafen, die ich nicht fühlen dürfte. Und ich schnitt mich, um mich daran zu erinnern, dass ich immer noch lebte und nur noch so lange durchhalten musste, bis Raven es ertrug mich loszulassen. Ich musste bloß… durchhalten. Die Schnitte halfen mir dabei, aber natürlich blieb Raven das nicht unbemerkt. Er sah eben einfach alles… Jedes Mal, wenn es mir wieder schlechter ging, war es als hätte er ein Radar dafür. Er zwang mich wieder dazu die Antidepressiva zu schlucken, die der Arzt mir verschrieben hatte, zwang mich mit ihm spazieren zu gehen und beobachtete mich wieder rund um die Uhr. Wieder einmal stellte er mich an erste Stelle, obwohl es Camille sein sollte, um die er sich kümmern sollte. Bis heute hatte er nicht begriffen wie tief der Schmerz vom Tod ihres Vaters ihr noch in der Brust saß. Raven war bloß manchmal zu blind es zu sehen…
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Re: Live your life RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am So Nov 04, 2018 8:52 pm

Taro Maekawa
Sie musste ja nicht trainieren, wenn sie wollte. Aber sie hätte genauso gut einfach für ungefähr eine Stunde etwas Gutes für ihren Körper tun können. Ich wollte damit nicht sagen, dass sie es nötig hätte. Sie hatte eine verdammt gute Figur und das wusste sie. Körper vermutlich nicht geschadet. Sie hatte es aber nicht getan und ich würde sie in diesem Punk gar nicht versuchen zu überzeugen oder so. Das würde nur in einer Diskussion ausarten. Ich wusste, dass sie nicht wollte, dass ich ihr half und dennoch wohnte sie bei mir zuhause. Ich müsste sie deswegen aber nicht noch darauf aufmerksam machen. „Das bin ich aber leider noch nicht und das weisst du“, erwiderte ich mi einem leicht frustrierten Unterton in der Stimme. Diese Hilfe beruhte nicht auf Einseitigkeit. Sie half mir ja auch beim Einschlafen, weil ich selbst nicht in der Lage war, eine geeignete Schlafposition zu finden. Eigentlich sollte ich das ja schaffen, aber anscheinend war ich doch nicht dazu in der Lage. Doch ich würde mich nicht beschweren, dass sie mir geholfen hatte. Es hatte dazu beigetragen, dass ich gut geschlafen hatte. Wenn ich gut schlafen konnte, konnte sich mein Körper besser regenerieren. Also durfte ich wirklich nichts falsches dazu sagen. Ich zuckte die Schultern und sah sie an. „Es zwingt dich ja niemand dazu“, meinte ich und lächelte sie kurz an. Sie konnte tun, was sie wollte. Ich würde ihr keine Vorschriften machen. Ich war immerhin noch nicht einmal so etwas wie ihr Freund. Ich wusste ja selbst nicht, als was man uns bezeichnen konnte. Einen geeigneten Ausdruck dazu gab es wohl einfach nicht. Ich fuhr nach Hause, wo ich meine Sportsachen auspackte und mich danach zufrieden auf das Sofa sinken liess. Gerade war ich wirklich erschöpft und ich spürte meine Rippen, die gegen das Training protestiert hatten. Dennoch fühlte ich mich nun viel besser. Man konnte nicht sagen, dass ich besonders viel sinnvolles gemacht hatte, aber ich hatte wenigstens etwas gemacht. Ich hob kurz den Blick und sah Nieve in der Küche. Sie wusste, dass sie nicht die ganze Zeit für mich kochen müsste und dennoch tat sie es. Na ja, ich hatte nichts dagegen. Ich konnte zwar mehr oder weniger gut kochen, aber wer hatte schon etwas dagegen, wenn er verwöhnt würde? „Weil ich ein Zeuge bin. Weisst du noch im Club, als ich noch undercover gearbeitet habe und Alex dich geschlagen hat? Ich hab das gesehen und deswegen muss ich als Zeuge vor dem Gericht aussagen. Das ist ein Beweis, dass er dich körperlich verletzt hat. Wiederum heisst das aber auch, dass ich nicht mehr an diesem Fall arbeiten darf.“ Ich zuckte leicht die Schultern. Momentan durfte ich ja sowieso nicht arbeiten. Ich beobachtete, wie sie das Gemüse schnitt und die Kartoffeln schälte. Eigentlich konnte ich ihr auch helfen, aber ich wusste nicht, ob sie das wollte. „Wenn ich wieder arbeiten kann, werden sie mich irgendeinem anderen Fall zu teilen oder mich auf Streife schicken. In nächster Zeit werde ich jedenfalls auf keinen Fall grössere Falle bekommen“, murrte ich leise und legte den Kopf in den Nacken. Dabei wollte ich gute Fälle und den Leuten auch zeigen, dass ich diese lösen konnte. Dass ich ein guter Cop war und eine Beförderung verdient hatte. Aber in nächster Zeit würde das nicht möglich sein.

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Re: Live your life RPG

Beitrag von Shairen am So Nov 04, 2018 9:41 pm

Jessica Rose McDougall
Es waren acht Tage vergangen, seit Arthur mir seine Liebe gestanden hatte und seit dem hatte sich nicht sehr viel verändert. Ich hatte mir kurz Sorgen gemacht, dass es komisch werden könnte, weil ich es nicht erwidert hatte, aber es war alles gut. Nach dem Streit hatte sich alles wieder eingependelt, ich hatte ihm verzeihen und wir genossen die nächsten Tage noch mit seinen Eltern, aber der Alltag hatte uns schnell wieder eingeholt. Die Abschlussprüfungen rückten immer näher, ich hatte meine Bewerbungen mit Arthurs Hilfe verschickt und musste auf die Bewerbungsgespräche warten, nebenbei arbeiteten wir beide auch noch, also sahen wir uns wieder nicht mehr so häufig. Wir verbrachten die Nächte immer gemeinsam, aber meistens kam Arthur ziemlich spät, sodass ich schon schlief, deswegen trafen wir uns wenigstens manchmal zum Mittagessen in seinem Büro oder der Stadt. Die Paparazzi waren dabei etwas ruhiger geworden, aber wir suchten uns trotzdem immer noch kleinere lokale mit ruhigen Ecken. Außerdem verließ ich nicht ohne Sonnenbrille und Capi oder Hut das Haus, was auch etwas half. Scheinbar hatten die meisten eingesehen, dass es in meinem Alltag als Studentin nichts spannendes gab und zogen sich etwas zurück. Als ich heute, an einem Montag Abend, erschöpft um halb acht aus der Boutique kam, lief jemand vor dem Aufgang zu meinem Appartmentkomplex auf und ab und sofort schrillten bei mir die Alarmglocken. Ich machte mich darauf gefasst die Frau direkt abzublocken, als ich aus meinem Wagen stieg, aber als sie sich umdrehte, erstarrte ich mitten auf dem Gehweg. Die Frau in dem langen beigen Mantel mit Sonnenbrille war meine Mutter. Ich spürte wie sich sofort eine Mauer um mein Herz schloss und ich mich automatisch aufrechter hin stellte, als müsste ich eine Kampfhaltung einnehmen. "Mutter? Was machst du hier?" presste ich hervor. Ich hatte mir in den letzen Jahren abgewöhnt Sie "Mum" zu nennen, weil mir das dann doch zu vertraut und herzlich vorkam. Sie zog ihre Brille ab, eindeutig ein Designerstück, und musterte mich von oben bis unten. Ich trug ordentliche Sachen, aber meine Frisur und meine Makeup waren von der Arbeit etwas mitgenommen, das missfiel ihr eindeutig. "Begrüßt man so seine Mutter?" gab sie erst zurück. "Was werde ich hier wollen? Dich zur Rede stellen, was dir einfällt sich so in der Klatschpresse zu präsentieren, nachdem du meine Anrufe ignorierst. Denkst du überhaupt an den Ruf der Familie?" Aha, sie ließ aber auch nichts anbrennen. Ja ich hatte seit über einer Woche ihre Anrufe weggedrückt, weil sie immer nur mit schlechten Nachrichten anrief. Wenig beeindruckt ging ich an ihr vorbei, schloss die Tür auf und ließ sie vorgehen. "Mir gehts auch gut, danke der Nachfrage." murmelte ich und sah mich schnell um, ob irgendwo ein Paparazzi war, der uns gesehen haben könnte. Ich bräuchte jetzt garantiert niemand der noch meine Mutter in die Medien brachte, dann würde sie entgültig austicken. Ich ließ sie nur ungern in meine Wohnung, aber jetzt war sie schon so weit her geflogen, außerdem wusste ich, dass sie sich nicht schnell abwimmeln ließ. Dass sie meine Wohnung kritisch musterte, so wie sie es immer tat, ignorierte ich. Ihrer Meinung nach sollte ich mir etwas größeres und teureres suchen, aber da ich dafür ihr Geld brauchen würde, würde ich das nie passieren. Sie zog ihren Mantel aus und ließ sich auf mein Sofa sinken, überkreuzte die Beine und wartete anscheinend, dass ich ihr direkt Rede und Antwort stand, aber ich ging erst mal an die Küchentheke und schaltete die Kaffeemaschine ein, denn so müde wie ich jetzt war, würde ich kein Gespräch mit ihr aushalten. "Also? Was hat dieser Möchtegern Latino dir versprochen und vorgemacht, dass du dich mit ihm so ins Rampenlicht stellst?" platzte sie heraus, als gerade mal der erste Kaffee fertig war. Ich biss die Zähne zusammen und zwang mich zur Ruhe. "Arthur ist Franzose und das wüsstest du, wenn du dich etwas über ihn informiert hättest oder mich fragen würdest, statt vorschnell zu urteilen." Das war so typisch, sie wollte ihm die Schuld geben und glaubte ich hätte mich von einem reichen und attraktiven Mann beeinflussen lassen, dabei hatte ich geglaubt sie wäre mehr von ihrer strengen Erziehung überzeugt gewesen. Mit beiden Kaffees kehrte ich zum Sofa zurück, nahm aber ihr gegenüber im Sessel Platz. "Und niemand beeinflusst mich, stell dir vor ich kann eigenen Entscheidungen treffen. Mir ist sehr wohl bewusst was ich tue und was für Folgen das hat. Ich weiß gar nicht warum du so beunruhigt bist, ich habe mich nirgends blamiert." Sie schnaubte nur und nahm den Kaffee. "Ach ja? Es gibt einige Schlagzeilen die behaupten du seist auf sein Geld aus, nutzt ihn nur als Sprungbrett oder bist nur wieder eine Frau ins seiner langen Liste. Und nicht mal ich oder dein Vater haben das zuerst erfahren, nein wir haben eine Email von Freunden aus dem Krankenhaus Vorstand bekommen, die sich nicht sicher waren ob du das warst. Weißt du wie peinlich es uns war erklären zu müssen, dass wir nichts davon wussten? Es stellt unsere Seriosität in Frage, wenn unsere Tochter glaubt sie könnte durch irgendein Model Casanova berühmt werden. Als hätten wir dir meine Werte und Selbstständigkeit beigebracht." - "Es reicht!" platzte ich wütend heraus und spürte schon wie mir die Tränen in den Augen brannten, schnell stellte ich die Tasse ab, weil meine Hände zitterten. Gott alles was sie gesagt hatte war so falsch, so engstirnig und oberflächlich, es machte mich rasend und verletzte mich gleichzeitig, weil sie mich für eine schwache und dumme Person hielten. Und wie immer dachten sie nur an ihren Ruf den sie im Krankenhaus und dem Vorstand hatten, aber wie es mir ging oder ob etwas an der Presse dran war, das interessierte sie nicht. Das hier würde noch ein langer und aufreibender Abend werden...
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Shairen
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