The secret warriors (RPG)

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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am So Dez 16, 2018 5:35 pm

Iver Sheen
Na ja, ich wollte mich einfach besser einfinden. Wenn Lyra wollte, dass ich mich in die Gesellschaft integrierte, wollte ich ihr so wenig Arbeit wie nötig machen. Dazu gehörte nun einmal, dass ich mich ordentlich vorbereitete, oder? Früher hatte ich das auch tun müssen. Bevor ich meinem Herren einen Wein serviert hatte, hatte ich mir das Etikett durchgelesen, damit ich ihm Fragen beantworten konnte, die er gestellt hatte. Er hatte das gemacht, um mir zu demonstrieren wie dumm und wertlos ich war, weil ich diese Dinge nicht wusste. Er hatte mich bestraft, wenn ich es nicht wusste und er hatte mich bestraft, wenn ich es wusste. So oder so hatte ich dabei verloren, aber zumindest meine Würde hatte ich zum Teil behalten, wenn ich seine Frage hatte beantworten können. Hier war es nicht anders. Klar, Lyra würde mich nicht bestrafen, aber ich würde mich besser fühlen, wenn ich zeigen konnte, dass ich nicht nur ein dummer Sklave war. So würde ich mich wesentlich wohler fühlen. „Na ja, wenn ich weiß, was verboten ist, weiß ich zumindest schon einmal, was ich auf keinen Fall tun darf. Ich muss von Null anfangen.“, erinnerte ich sie. Immerhin war ich in der Sklaverei geboren worden, obwohl auch dieses Geschäft verboten war. Ich kannte die Grenzen von gut und böse nicht. Als sie von der Forschung sprach, wurde mir augenblicklich wieder schlecht. Man sollte meinen, dass ich es langsam im Griff hätte, aber das tat ich nicht. „Ich… uhm… Entschuldigung. Ich habe bloß keine so tollen Erinnerungen an die Forschung… Und du… du arbeitest mit diesen Leuten zusammen? Sie forschen und du tötest?“, schlussfolgerte ich leise. Damit hatte sie eindeutig den gnädigeren Job. Die Forschung nahm keinerlei Rücksicht auf irgendetwas. Eigentlich war es ein Wunder, dass ich dort nicht auf dem Siziertisch gestorben war. So oft hatten sie mich aufgeschnitten, mit Dinge gespritzt oder Experimente an mir durchgeführt. Wie etwa mit meinem Fuß. Reflexartig schob ich meine Prothese unter den Stuhl und schob meinen anderen Fuß davor, während ich mir auf die Unterlippe biss. Ich sollte vor ihr wirklich nicht so ein trübes Gesicht aufsetzen. Sie kam gerade von der Arbeit, ich sollte sie mit guter Laune empfangen. Ich schluckte also leicht und sah auf. „Du musst für mich nicht extra früher Schluss machen. Ich kann auch warten, bis du frei hast.“ Es eilte ja nicht, oder? Ich war mein ganzes Leben bloß ein Ding gewesen, das man weitergereicht hatte. Ich könnte also auch noch ein paar Tage länger warten, bis ich mit meiner Eingliederung in die Gesellschaft begann.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am So Dez 16, 2018 7:25 pm

Lyra Evans
Er zeigte sich sehr engagiert. Nur fragte ich mich, ob er es von sich aus ebenso wollte oder ob er einfach das tat, was ich mir als Ziel gesetzt hatte. Aber natürlich sollte er das wollen, wieso auch nicht? Wenn ich in seiner Situation wäre und die Chance auf Freiheit hätte, würde ich diese wählen und garantiert nicht das Leben als Sklave. Ich nickte kurz. Es würde vermutlich schon nicht schaden, wenn er wusste, was er tun durfte und was nicht. Allerdings schätzte ich ihn nicht so ein, als würde er auf einmal jemanden zusammen schlagen oder so. Bis jetzt machte er wirklich einen ganz netten Eindruck. Vermutlich würde niemand merken, dass er so etwas wie ein Werwolf sein konnte. Ich schüttelte schnell den Kopf, als er sich entschuldigte. Er musste sich nicht für seine Reaktion entschuldigen, wenn er schlechte Erfahrungen damit gemacht hatte. Dann war das ja eigentlich nachvollziehbar, dass er so reagierte. Ich machte eine vage Handbewegung. „Ich habe nicht sonderlich oft mit ihnen zu tun und ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was sie alles in ihrem Labor machen“, beantwortete ich seine Frage. „Aber sie versuchen zum Beispiel uns mit besseren Waffen auszustatten oder Kugeln, die euch mehr verletzen.“ Ich wollte ehrlich gesagt gar nicht wissen, wie sie an diese Informationen gelangten und wie oft und wie viel sie so etwas an einem Wesen austesteten. „Aber sie untersuchen auch Menschen, nur vermutlich nicht so wie euch“, sagte ich. Sie hofften immer noch, dass es noch etwas besseres als die Genmanipulation gab. Am Schluss würden sie uns noch zu genau ähnlichen Kreaturen machen, weil sie so ehrgeizig waren. Aber da würde ich nicht mitmachen, ob ich denn nun einen Eid abgelegt hatte oder nicht. Vermutlich hätte ich aber gar keine andere Wahl gehabt, wenn ich es nicht gewollt hätte. Ich kannte die Regeln. Ich war so etwas wie ein Eigentum der Regierung. So lange ich tat, was sie sagten, war alles gut. Doch ich wollte gar nicht wissen, was wäre, wenn ich mich nicht mehr an ihre Spielregeln halten würde. Ich winkte ab und schüttelte den Kopf. „Nein, das ist doch schon okay. Immerhin wirst du schon genug lange auf mich warten und morgen ist Trainingstag, da liegt das schon drin“, meinte ich und lächelte sie an. Ich stand auf und streckte mich ein bisschen, bevor ich mich ihm wieder zuwandte. „Ich gehe schnell duschen“, sagte ich und ging in die Richtung des Badezimmers. Kurz bevor ich aus der Küche trat, drehte ich mich aber nochmal um. „Danke für das Abendessen, Iver. Es war wirklich gut“, sagte ich mit einem kleinen Lächeln, bevor ich dann Richtung Badezimmer verschwand. Vermutlich hatte er noch nicht besonders oft Komplimente zu hören bekommen, also schadete es sicher nicht.

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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am So Dez 16, 2018 8:06 pm

Iver Sheen
Selbst jetzt - Jahre nachdem ich aus diesem Labor raus war - jagte mir allein der Gedanke an die Forscher mir Schauder über den Rücken. Auch jetzt noch grauste es mich vor diesen Erinnerungen. Ich sah immer wieder vor meinen Augen, was sie mir angetan hatten. Das Gift, die Traktierungen, die Amputation… Sie hatten mich gebrochen, noch bevor ich richtig gelebt hatte. Schon als Kleinkind hatten sie mich in den Käfig gesperrt, mich mit Nadeln durchlöchert und wieder zusammengeflickt. Sie hatten mir die schrecklichsten Dinge angetan, also natürlich hatte das Spuren hinterlassen. Ich hatte nicht nur äußerlich diese Narben davongetragen. Ich schluckte hart und senkte den Blick wieder auf den Tisch. „Vielleicht… solltest du mal nachsehen, was sie dort tun. Kontrolliert das überhaupt irgendwer?“ Oder war es ihnen tatsächlich einfach egal? Hatten Wesen wie ich einfach keine Rechte auf ein normales Leben? War es denn selbstverständlich, dass wir für solche grausamen Experimente herhalten mussten? „Ich meine… uns zu töten kann ich ja verstehen, aber das, was die dort machen… Das hilft doch niemandem. Das ist bloß Quälerei.“ Selbst wenn sie dadurch Waffen erschaffen konnten, die uns mehr verletzten, was änderte es? Ziel war es uns zu töten und das ging auch mit dem herkömmlichen Waffen! Sie könnten uns genauso mit Benzin übergießen und verbrennen. Dafür müsste aber niemand sein ganzes Leben lang unter Höllenqualen leiden. „Das, was die Forscher machen, ist nicht menschlich.“ Wenn sie Menschen untersuchen, dann sicher nicht so, sonst hätte es längst Konsequenzen dafür gegeben. Angespannt ballte ich meine Hände zu Fäusten und verkrampfte ebenso mein Gesicht. Ich wollte diese Bilder nicht mehr vor Augen haben. All das Blut und die Chemikalien… Der Geruch nach Alkohol und Essigsäure. Ich atmete tief durch und schob die Hände in meinen Schoß, versuchte mich zu beruhigen. Ich sollte hier wirklich keine Szene machen. Das war nichts, womit sie sich rumschlagen musste. „Gut, dann freue ich mich auf morgen. Ich hoffe ich werde mich anständig verhalten.“ Ich wollte in in der Stadt keine Probleme machen, indem ich irgendetwas falsches machte. Ich sah zu ihr, als sie in Richtung Bad ging. Ihre nächsten Worte aber überraschten mich. Sie lobte mein Abendessen. Es hatte ihr offenbar geschmeckt. Perplex sah ich ihr hinterher und brachte nur mechanisch ein kleines „Danke…“ heraus. Das hatte ich ja noch nie von jemandem gehört…
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am So Dez 16, 2018 9:03 pm

Alex Castillo
Als Kind hatte ich mir immer vorgestellt, genauso wie Cinderella die Treppe runter zu schreiten und die Blicke aller Menschen auf mich zu ziehen. Doch jetzt im Moment war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das wollte. Mein Herz schlug bis zum Hals, mein Lächeln versuchte ich krampfhaft aufrecht zu halten während ich in die großen Augen meiner Großeltern sah. Zwischen all den fremden Leuten kam ich mir furchtbar verloren vor. Bei Cinderella war das irgendwie anders gewesen. Ich unterdrückte, dass Fluchtgefühl und sah zwischen drei Pärchen hin und her, als erstes kam eine kleine stämmige Frau entgegen die wellige weiß-graue Haare hatte und mich ungläubig betrachtete. „Sie streckte ihre Hände aus und griff nach den meinen, bevor ihre Augen wässrig wurden. „Alexandra, es freut uns alle dich endlich kennenzulernen. Ich bin deine Nana Sofía und das hier neben mir ist dein Tata Pablo, wir sind die Eltern deiner Mutter Minerva.“, sagte sie und lächelte traurig, bevor mein Großvater Pablo ihr eine seiner großen Hände auf die Schultern legte. Auch wenn die beiden mir fremd waren, mochte ich sie auf Anhieb. Meine Mutter hatte wenig über ihr altes Leben geredet, doch ab und zu hat sie mir von Nana und Tata erzählt. „Es freut mich auch euch kennenzulernen, meine Mutter hat mir ebenfalls viel über euch erzählt.“ Ich drehte mich zu meinen anderen Großeltern Michael und Bridget, um sie ebenfalls zu begrüßen. Zum Schluss kamen Constance Eltern die natürlich ein wenig kühler zu mir waren, aber ich war nun mal nicht ihr Enkelkind. Aus dem Augenwinkel sah ich wie Nana noch Cailan mit einer kräftigen Umarmung begrüßte und Tata Pablo ihm stolz auf den Rücken klopfte und irgendwas Lustiges erzählte, sodass sie lachten. Ich hingegen wurde von Constance in die Küche geführt und setzte mich auf einen Hocker und half ihr beim Putzen des Gemüses. Meine Großeltern und Constance Eltern richteten sich in der Zeit, in der wir kochten ein und Cailan und Resa bastelten sicherlich an der Heizung weiter.
Nachdem das Essen auf der langen Tafel angerichtet wurde, trommelte Constance alle zusammen und setzten sich an den Tisch. Da ihre Eltern auch sehr gläubig waren, sprachen wir noch ein Tischgebet und taten uns dann riesige Portionen des leckeren Mahls auf unsere Teller. Ich musste sagen, dass ich noch nie so gutes Essen gegessen hatte, es war einfach fantastisch. Constance war eine Meisterköchin und manchmal glaubte ich, dass sie sich den falschen Beruf ausgesucht hatte, denn das Kochen war ihre Leidenschaft.
„Also Alex, ich habe gehört das du die Warrior-Ausbildung verkürzt, wie kommst du damit klar?“, fragte Großvater Micheael und sah mich mit seinen stechendblauen Augen an. „Ich denke, ganz gut. Aber ich kann so etwas nicht wirklich beurteilen.“,
„Ach, stell dich nicht unter den Scheffel Alex, du bist Jahrgangsbeste und ich bin mir sicher, dass du die Prüfung perfekt meistern wirst.“, meinte Resa und sah mich voller stolz an. „Ah noch eine Castillo die nach den eine steile Karriere anstrebt. Ich bin mir sicher, du wirst eine glänzende Laufbahn einschlagen und zusammen werdet ihr AGONY zerschlagen. Diese Gruppe ist wie Unkraut, in meinen Augen müssten wir vielhärter durchgreifen. Es wundert mich jedoch, dass wir solange nichts mehr von ihnen gehört haben. Sicher planen sie etwas Großes.“
Ich versteifte mich bei Großvater Michaels Worten und sah zu Resa rüber, welcher ebenfalls innehielt und mich entschuldigend ansah. Anscheinend wusste mein Großvater nicht, dass ich der größte Feind war und nicht die perfekte Enkeltochter. Ich würde mich vor meinem Großvater in achtnehmen müssen, er schien mich ja insgeheim zu hassen. „Lasst uns doch jetzt nicht über eure Arbeit reden, viel lieber was wir morgen machen wollen.“, sagte Bridget und tadelte ihren Sohn und Mann. „Wie wäre es mit Ski?“, schlug Constance Vater vor. „Bist du schon mal Ski gefahren Alex?“ Ich schüttelte nur, den Kopf, denn da wo wir gewohnt hatten lag sehr selten Schnee. „Nein leider noch nie.“ Bridget klatschte in die Hände, „Fantastisch sicher kann Cailan es dir beibringen, er liebt Ski und Snowboarden, er ist der perfekte Lehrer!“ Ich sah zu Cailan, und verzog ein wenig das Gesicht. „Ich glaube ich gehe lieber in die Terme, meine alten Knochen machend das nicht mehr mit, sagte Nana und sah Pablo an der ihr zustimmte. Ich wäre lieber in meinem Zimmer oder würde so viel rumtelefonieren bis ich jemanden finden würde, der mir die Heizung reparierte. Allerdings würde daraus nicht werden, denn die Familie war begeistert sich einen Berg runter zu stürzen. „Vielleicht können wir morgen sogar ein paar Rennen machen, du lernst das sicher schnell.“, meinte Michael und strahlte förmlich. Ich merkte wie sich Constance Eltern ansahen, „Wir sollten vielleicht nichts überstürzen, keiner will sich doch wehtun. Außerdem glaube ich verdient Cailan auch eine Pause vom Unterrichten, der Junge sollte sich in seinem Urlaub doch entspannen.“, meinte Constance Mutter und tätschelte Cailans Hand. Ich merkte die das die Luft dicker wurde im Raum, „Aber ich dachte, so könnten die beiden ein bisschen Bruder Schwesterzeit zusammen verbringen. Arbeiten und wirklich Zeit miteinander zu verbringen ist was ganz anderes!“ Bei dem Gedanken wurde mir schlecht und ich konnte mir vorstellen Cailan auch, denn noch mehr Zeit miteinander verbringen zu müssen war schrecklich.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am So Dez 16, 2018 10:13 pm

Lyra Evans
Das hier war ein Tabuthema, das merkte ich sofort. Anscheinend war er nicht nur von einem alten Kerl als Sklave gehalten worden und als Spielzeug, sondern er wurde noch vorher als Versuchskaninchen missbraucht. Ich hatte keine Ahnung, ob es eines von unseren Laboren gewesen war, aber das konnte er vermutlich selbst nicht genau sagen. Wie lange war er in solch einem Labor gewesen? Doch nicht etwa seit er geboren wurde? Ich getraute mich jedoch nicht zu fragen. Das war nun wirklich etwas, was mich eigentlich überhaupt nichts anging. Wieder einmal konnte ich seine Frage nicht beantworten. „Ich weiss es nicht.“ Ich schürzte die Lippen und zuckte die Schultern. „Ich denke schon, dass es die höhere Leute gibt, die das Ganze überwachen, nur sehen die vermutlich nur den Nutzen dahinter und nicht ob es moralisch vertretbar ist“, sagte ich und zuckte die Schultern. Ich selbst hatte mich ja nie besonders damit abgefunden. Ich hatte nur die eine Seite kennengelernt. Ich hatte nur gelernt, dass sie die Bösen waren und vernichtet werden mussten. Seit ich aber Iver vor dem anderen Typen gerettet hatte, kamen langsam Zweifel in mir auf. Ich hatte noch nie so etwas wie ein Gewisses verspürt – bis jetzt. „Damit… hast du wohl Recht“, sagte ich zögerlich. Ich runzelte die Stirn und seufzte tief. Ich war zwar kein Forscher, jedoch tat ich auch nichts dagegen. Mein Blick fiel auf seine Hände, die sich zu Fäusten ballten und auch sein Gesichtsauszug sah ganz verkrampft aus. Für mich sah es gerade so aus, als würde er von den alten Erinnerungen überschwemmt werden. Das war wohl alles andere als angenehm, aber ich konnte nichts dagegen tun. Was in der Vergangenheit passiert war, konnte man nicht mehr ändern. Ich lächelte ihn schwach an, als er meinte, dass er sich auf morgen freuen würde. „Das glaube ich nicht. Ich hoffe mal, dass es dir gefallen wird“, erwiderte ich auf seine Worte. So vorsichtig wie er sich immer benahm, würde er garantiert nichts falsch machen. Ich ging aus der Küche, bedankte mich jedoch noch für das Abendessen. Ich sah so etwas wie Überraschung über sein Gesicht huschen, bevor ich aus der Küche verschwand. Ich ging in das Badezimmer und duschte mich, bevor ich mit einem Handtuch bekleidet in mein Schlafzimmer hinüberging. Ich war noch nicht in meinem Schlafzimmer gewesen, seit ich am Morgen gegangen war. Aber auch hier hatte Iver für gründliche Arbeit geleistet. Meine Klamotten, die sonst über den ganzen Boden verteilt lagen, waren schön gestapelt worden oder sogar gewaschen. Dieser Junge meinte es wirklich gut mit mir. Mit einem kleinen Lächeln liess ich das Handtuch fallen und schlüpfte in meine Schlafkleidung.

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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Mo Dez 17, 2018 8:14 pm

Iver Sheen
Ich verstand einfach nicht wie sie praktisch parallel mit diesen Forschern arbeiten konnte. Ihre Arbeit war mit der der Forscher verknüpft. Sie arbeitete mit den Lösungen, die die Forscher ihr brachten. Dabei waren genau diese Leute das pure Gauen. Die Forscher schreckten vor nichts zurück. Sie verstümmelten, töteten und folterten Wesen und Kreaturen wie mich und das war weitaus schlimmer als uns einfach zu töten. Lyra tat genau das. Sie tötete Wesen wie mich, aber das verstand ich. Wir waren eine Spezies, die den Menschen voraus war. Wir waren stärker und dadurch auch gefährlicher. Tja und gerade Werwölfe konnten sich an Vollmond nicht kontrollieren und wurden zur Gefahr für unschuldige Menschen. Also ja, Lyras Entschluss konnte ich verstehen, aber dennoch hatte sie genug Herz gehabt, um mich zu retten. Also wie konnte sie Seite an Seite mit diesen Forschern arbeiten und akzeptieren, was sie dort taten? Sie hatte offenbar keine Ahnung, was diese Leute in ihren Laboren so trieben, oder? Anders konnte ich es mir nicht vorstellen. Ich schluckte hart und schob meine verkrampften Fäuste unter den Tisch. Sie kam gerade von ihrer Arbeit und wollte sich jetzt sicher nicht mit meinen Problemen und Traumata herumschlagen. „Es ist moralisch nicht vertretbar… Ich würde lieber sterben als nochmal dort zu landen. Ihr wisst wie ihr uns tötet. Wieso muss man dann noch an uns forschen?“ Ich verstand es einfach nicht. Aber wieso sollte ich sie damit belasten? Natürlich wollte ich, dass dieses Herumforschen an uns aufhörte, aber Lyra konnte immerhin nichts dafür. Sie war nicht die Wurzel des Übels. Nein, sie war sogar netter als sie es zu mir sein müsste. Sie hatte mich verschont, obwohl sie den Auftrag gehabt hatte mich zu töten. Vielleicht glaubte ich auch zu sehr an ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Nur weil sie mich verschont hatte, hieß das immerhin nicht, dass sie versuchen würde ihre ganze Arbeitsstätte so umzukrempeln, dass man uns nicht mehr auseinandernehmen würde. Nein, das konnte ich nicht von ihr verlangen. Sicher konnte sie da auch gar nichts machen. Jetzt jedoch war meine Laune erstmal ziemlich gesunken. Ich setzte mich still wieder auf die Couch, zog die Beine an meine Brust und schlang die Arme um meine Knie. Ich war völlig fertig und ich war mir sicher, dass die aufgerüttelten Erinnerungen mich heute Nacht verfolgen würden. Das taten sie so gut wie jede Nacht, doch diesmal waren sie wieder so echt und real…Vermutlich würde das nie aufhören… (Sorry, aber hab ultra Kopfschmerzen -.-)
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Mo Dez 17, 2018 8:15 pm

Cailan Archer
Dieses ganze Familienwiedersehen war normalerweise etwas, auf das ich mich freute. Es war schön gewesen. Mein erstes Weihnachten hier oben war ich noch völlig verstört gewesen und dann plötzlich hatte ich sechs Großeltern gehabt, die sich um mich sorgten, mit mir herumalberten und mir die tollsten Geschenke machten. Weihnachten hier im Skigebiet war immer etwas besonderes für mich gewesen. Mein Großvater Pablo hatte mich im Schnee immer herumgetragen und mich bei Schneeballschlachten beschützt und verteidigt. Und auch als ich älter geworden war, war mir dieses Fest immer wichtiger geworden, weil ich eine Familie gehabt hatte, mit der ich es teilen konnte. Als einziges Enkelkind hatte mir immer die ganze Aufmerksamkeit gegolten. Ich sah meine Großeltern immerhin nur wenige Male im Jahr. Und nun? Nun waren aller Augen auf Alexandra gerichtet. Sie kam die Treppe herunter und Opa Pablo hielt es nicht einmal für nötig mich eines Blickes zu würdigen. Sie wollten natürlich erst zu ihrer leiblichen Enkeltochter. Natürlich war es egoistisch so von mir zu denken, aber ein wenig verletzte es mich schon. Wenn ich könnte, würde ich die Eifersucht ablegen, aber sie nagte an mir ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Zumindest Constance Eltern interessierten sich noch für mich und nahmen mich ordentlich in den Arm. Meine Grandma beschwerte sich wie jedes Jahr über die neuen Narben, die ich gesammelt hatte und ich lächelte bloß dankbar über ihre Fürsorge, während sie meinen völlig zerstörten Arm betrachtete. Ja, er sah schon übel aus, aber alles worum sie sich Sorgen machte, war meine Zukunft. „So wirst du nie eine Frau finden, wenn du dich so entstellen lässt, mein Junge.“, murmelte sie nur und ich grinste. Sie wusste genau, dass ich nicht auf der Suche war. Meine letzte Beziehung, die wirklich ernst gewesen war, war nicht gerade sanft in die Brüche gegangen. Ich hatte nicht vor mein Leben einer anderen Frau zu widmen. Allzu hoch war meine Lebenserwartung als Warrior außerdem auch nicht. Es lohnte sich also auch gar nicht sich die Mühe zu machen. Nachdem Tata Pablo und Nana endlich mit Alexandra fertig waren, kamen sie dann nun auch zu mir und begrüßten mich mit einem Klopfer auf die Schulter. Danach mischte Constance die ganze Gruppe durch. Alexandra half beim Essen kochen und ich sah mir mit Resa nochmal die Heizung in Alexandras Zimmer an, die ich unbedingt zum Laufen kriegen musste. Doch weder Resa, noch ich waren besonders geschickt, was solche Dinge anging und so hatten wir zum Abend hin nichts erreicht. Es lief wohl oder übel darauf hinaus, dass ich die Nacht mit Alexandra in einem Zimmer - ein einem Bett! - verbringen durfte… Meine Laune war also schon gut genug, als ich am Esstisch Platz nahm und sich auch in diesen Gesprächen alles nur um Alexandra drehte. Michael war natürlich begeistert davon, dass Alexandra ihre Ausbildung verkürzte. Vor lauter Schadenfreude huschte mir sogar ein Grinsen über die Lippen, als er von AGONY sprach und wie sehr er diese Gruppe hasste. Oh wenn er wüsste… Doch meine Schadenfreude wurde sofort bestraft, als man mir nun auch noch die Aufgabe übertrug Alexandra das Skifahren beizubringen. Wieso nur glaubte in letzter Zeit jeder ich wäre ein verdammter Lehrer?! Zum Glück rettete Grandma Patty - von Constance Seite aus - mich. Ich lächelte leicht und nickte. „Ja, ich bin wirklich nicht der Lehrer-Typ. Ich gehe lieber auf Missionen. Aber Grandpa Michael, du hast doch nach deiner Pensionierung noch unterrichtet und du fährst mindestens genauso gut Ski wie ich. Wie wäre es, wenn du es Alexandra beibringst? Dann kannst du deinen neuen Enkel direkt mal unter die Lupe nehmen und ihre Fähigkeiten testen. Am Ende des Urlaubs kannst du deinen Schüler dann gegen mich antreten lassen. Na wie wäre das?“, schlug ich vor und sah schon das herausfordernde Leuchten in seinen Augen. Gut, also wäre ich damit zumindest Alex für die nächsten Tage los. Ich hatte wirklich keine Lust dazu sie nun auch noch im Urlaub zu unterrichten. „Und Alex und ich teilen uns ein Zimmer. Das ist genügend Geschwisterzeit fürs erste. Wir müssen uns ja auch noch etwas aneinander gewöhnen, nicht wahr Schwesterherz?“, überspielte ich die ganze Situation und grinste sie an. Mir gefiel das Ganze hier genauso wenig wie ihr, aber wenn sie mitspielte, würden wir das alles hier hoffentlich schnell hinter uns bringen können.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Di Dez 18, 2018 3:03 pm

Alex Castillo
Ich konnte nicht glaube, was Cailan da vorschlug, denn es war sicher eine furchtbare Idee mich mit meinem AGONY hassenden Großvater Ski und Snowboarden fahren zu lernen. Wütend funkelte ich Cailan an, „Das klingt großartig, ich liebe Wettkämpfe.“, murmelte ich gespielt begeistert. „Fantastisch mit der Einstellung wirst du sicher eine gute Figur beim Rennen machen, wobei ich gestehen muss, das Cailan uns alle um Längen schlägt.“
Michael lachte und klopfte seinem Enkel stolz auf die Schulter. Ich lächelte entzückt und meinte dann, „Dann sollte sich diesmal der Champion nicht so sicher fühlen, ich lerne schnell und bin erfolgsorientiert, doch das weiß Cailan ja.“ Er würde das büßen, ich hatte genauso wenig Lust wie er auf all das hier, doch er musste mich ja nicht von der Klippe stürzen.
Resa suchte Constance Blick und die beiden sahen eher besorgt als erfreut aus, besonders Constance die uns ja erlebt hatte zusammen. So einfach wie sie sich das alle dachten würde es nicht werden. Ich dachte, Cailan und ich wären an dem Punkt, an dem wir uns nicht mehr ganz so sehr verabscheuten. Doch wahrscheinlich war ich im Unrecht, ich hatte eine schnelle Auffassungsgabe und würde schnell mit dem Mist fertig werden. Ich sah jetzt schon, dass diese Reise zu einem Horrortrip werden würde, die perfekte Hütte dafür hatten wir ja schon mal. Es fehlte nur noch ein Mord und neun Verdächtige dann wären wir in einem Agatha Christie Roman gelandet. Während ich mich gerade beruhigte, sah Constance Mutter ihre Tochter besorgt an, „Wieso muss Cailan sich denn ein Zimmer mit seiner Schwester teilen? Er ist kein Kind mehr Resa und glaub mir, dein Sohn braucht seinen Freiraum, er muss sich doch von seiner schweren Arbeit erholen.“ Resa sah seine Schweigermutter etwas bestürzt an und meinte dann, „Oh keine Sorge, das war geplant nur in Alex Zimmer ist die Heizung ausgefallen, weshalb wir sie erst einmal bei Cailan einquartiert haben bis alles wieder repariert ist.“ Sie sah nicht zufrieden aus mit der Antwort, sondern schien ihren Enkel zu bemitleiden. Was sie für mich empfand, wollte ich lieber nicht wissen.
„Keine Sorge, Cailan und ich haben schon öfters ein Zimmer oder Bett teilen müssen bei Missionen können wir uns so etwas auch nicht aussuchen. Es ist deshalb nicht besonders schlimm, wir sind beide erwachsen, Cailan ist mein…mein Bruder. Wir kommen damit schon klar, und es ist ja auch nur für eine Weile.“, beschwichtigte ich Constance Mutter und lächelte. Besonders überzeugt sah sie nicht aus, sondern sah mitleidig zu Cailan, ich merkte wie Constance mich besorgt musterte und dann versuchte einfachen Small Talk anzufangen.
Als das Essen endlich vorbei war half ich mir abräumen und meine, dass mich der Flug ziemlich müde gemacht hatte, außerdem wollte ich das Zimmer ein wenig für mich haben, während Cailan, dann um die Aufmerksamkeit unserer Großeltern buhlen konnte. Doch zuvor würde ich ihn nochmal zusammenscheißen. Deshalb drängte ich mich auch mit ins Bad als sich die Hände waschen wollte. „Sag mal, spinnst du total? Wieso lieferst du mich Michael aus? Verdammt wenn er irgendwas merkt oder herausfindet, bin ich dran!“, fauchte ich ihn an zwang ihn mich anzusehen und mir zuzuhören. „Ich muss gesehen, dass ich auch nicht gern mehr Zeit mit dir verbracht hätte, aber wir hätte für eine Stunde so tun können als ob und dann hätte sich jeder verziehen können!“ Ich verdrehte die Augen und boxte ihn leicht gegen die Brust. „Was ist nur los mit dir? Bist du etwa eifersüchtig, dass ich jetzt im Mittelpunkt stehe?“, fragte ich ihn und verschränkte die Arme vor der Brust. „Wenn ja dann dränge mich in die Arme deiner Großeltern! Aber das mit dem Wettrennen gilt noch, du wirst meinen Schnee fressen und sehen wie ich gewinne!“
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Mi Dez 26, 2018 10:11 pm

Lyra Evans
Es war ja nicht so, als würde ich mit den Forschern zusammenarbeiten. Ich hatte ehrlicherweise seit langem nichts mehr mit ihnen zu tun gehabt. Sie hatten mich nur ein bisschen untersucht, weil ich die Gene von meinem Vater geerbt hatte. Das war es dann aber auch schon gewesen. Sobald für sie klar gewesen war, dass ich die Fähigkeit von der Genmanipulation von ihm geerbt hatte, war ich als Eigentum von der Regierung angesehen worden. Das wird sich in Zukunft nicht ändern. Mein Vater hatte sich darauf eingelassen und er hatte einen Eid geleistet. Einen Eid, der mich ebenfalls betraf. Bis jetzt hätte ich nie gedacht, dass es etwas schlechtes wäre – bis jetzt. Iver brachte mich dazu, dass ich ziemlich vieles hinterfragte und dabei war er gerade mal knappe 24 Stunden hier. Ich sah es seinem Gesicht an, wie ungerne er an die Zeit zurückdachte, die er in der Forschung verbracht hatte. Ich hatte ja selbst nicht gewusst, dass er dort gewesen war. Ich hatte nur gewusst, dass er bei einem alten Knacker gewesen war. Sein Gesicht jedoch war ganz verspannt und man konnte es ihm ansehen, dass es ihm nicht passte, dass ich indirekt mit diesen Leuten zu tun hatte. Ich seufzte leise auf und zuckte die Schultern. „Diese Frage kann ich dir nicht beantworten“, murmelte ich leise. Es stimmte schon, dass wir inzwischen durch die fortgeschrittene Technik sowie die Genmanipulation wirklich gute Chancen gegen die Werwölfe und die anderen Wesen hatten. Das war aber für die Forscher noch lange kein Grund um aufzuhören. Ich verabschiedete mich von ihm, duschte und legte mich dann hin. Iver musste auf jeden Fall nicht jeden Tag meine Wohnung aufräumen. Ich zog meine Schlafkleidung an und zog die Decke über mich, als ich im Bett lag. Ich hatte gesehen, wie er mit angezogenen Beinen auf dem Sofa gesessen war. Er hatte nicht wirklich einen besonders glücklichen Eindruck gemacht, aber das konnte ich wohl schlecht beeinflussen. Ich konnte nicht einfach meinen Beruf hinschmeissen. Ich kannte doch überhaupt nichts anderes und ich glaubte nicht, dass die Regierung es akzeptieren würde. Ich müsste einfach weiter machen wie bisher. Zuerst würde ich jedoch morgen erst einmal Iver zeigen, wie es da draussen überhaupt aussah und dass nicht alle Menschen so schlecht waren, wie er es vielleicht von uns dachte. Ich hatte immer gemeint, dass das was ich nun einmal tat, das absolut richtige wäre. Nun war ich mir nicht ganz sicher. Teilweise waren diese Wesen vorher Menschen gewesen. Irgendwie waren sie teilweise doch immer noch Mensch. Ein paar mehr, ein paar weniger. Ich hatte jedoch noch keinen Werwolf getroffen, der sich so menschlich verhielt wie Iver. Jedoch musste dazu auch gesagt sein, dass ich mich normalerweise nicht mit den Werwölfen unterhielt.

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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Do Dez 27, 2018 1:42 pm

Cailan Archer
Tja, vielleicht war es nicht allzu schlau gewesen so zu handeln. Allerdings hatte ich gerade einfach nur reagiert ohne nachzudenken. Ich hatte bloß verhindern wollen, dass Alexandra wieder unter meine Aufsicht gestellt wurde. Wir schliefen schon im selben Zimmer. Ich wollte verhindern, dass wir 24/7 aufeinander hockten, denn auch wenn wir uns mittlerweile langsam ein wenig besser verstanden, mussten wir das nicht überstrapazieren. Wenn wir tagsüber auf der Piste und abends im Zimmer zusammen waren, würde das in einem riesigen Streit enden und ich wollte meinen Urlaub diesmal wirklich genießen können. Es war schon schwer genug überhaupt mit ihr alles teilen zu müssen. Normalerweise war ich kein egoistischer Mensch, aber Resa und seine Familie war immer alles gewesen, was ich gehabt hatte. Ich war mit nichts aufgewachsen und hatte dann eine Familie bekommen. Dass ich dieses Jahr so links liegen gelassen wurde, nur weil jemand aufgetaucht war, der sich bisher nie um die Familie geschert hatte, tat weh. Also ja, ich war irgendwie verletzt, dass gerade alle Alexandra ihre Aufmerksamkeit schenkten und ich bei der Begrüßung nicht einmal mit dem Arsch angesehen wurde. Wie sollte man da auch nicht verletzt sein? Diese Eifersucht, die ich empfand war kindisch, aber es war nun einmal so. Ich konnte nichts daran ändern, dass ich es empfand und ich wollte einfach verhindern, dass diese Gefühle überkochten, wenn wir ständig aufeinander hockten. Das war immerhin nicht sonderlich schwer, immerhin fand Alexandra immer wieder irgendwelche gehässigen Worte, die mich zur Weißglut brachten. Ich seufzte und ließ mein Besteck in den Teller sinken, ehe ich Constance half abzuräumen. Meine Laune war mittlerweile wirklich weit in den Keller gesunken, also entschuldigte ich mich und ging mir die Hände waschen, wo ich dann auch prompt wieder von Alexandra überfallen wurde. Sie kochte wieder vor Wut und fand wieder ihre gehässigen Worte wieder. Ich seufzte und wusch mir in aller Ruhe die Seife von den Händen. „Ich hatte nicht vor dich ans Messer zu liefern. Was soll er denn herausfinden? Er ist dein Großvater, oder? Sicher freut er sich mal etwas Zeit mit seinem echten Enkelkind verbringen zu können. Er wird nichts herausfinden, solange du ihm nichts sagst. Tu ihm den Gefallen. Er hat all die Jahre schon immer davon gesprochen dich irgendwann mal kennenlernen zu wollen.“ Ja, ich konnte mich noch genau an diese Worte erinnern. Jedes Mal hatte ich mich gefühlt als wäre ich bloß die zweite Wahl. Als gehörte ich nicht wirklich zur Familie. Ich seufzte und trocknete mir die Hände am Handtuch ab. „Na ja, Eifersucht ist wohl das falsche Wort, aber ja. Um ehrlich zu sein finde ich es gerade nicht so prickelnd.“, gestand ich nun ruhig und leise, während sie immer weiter auffuhr. Ich war es mittlerweile einfach nur leid. Ich hatte keine Lust mehr mich ständig mit ihr zu streiten. Sie suchte den Streit ja förmlich! Sie griff mich bei jeder Gelegenheit an, also ließ ich mich jetzt einfach nicht mehr darauf ein. Als sie mir nun ihre Kampfansage machte, stieß ich die Luft aus und hielt mich am Waschbecken fest. „Wie bist du nur so geworden..?“ Ich seufzte tief und schüttelte den Kopf. „Von mir aus. Zeig allen, dass du besser bist als ich. Als würde das nicht sowieso schon jeder denken… Ich geh eine Runde spazieren.“ Ich hielt es in dieser Hütte nicht mehr aus. Gerade wollte ich einfach raus hier. Dieses ganze Familiengetue war einfach zu viel für mich. Ich drängte mich also an ihr vorbei und steuerte die Tür an. Ich wollte gerade einfach nur hier raus.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Do Dez 27, 2018 2:06 pm

Iver Sheen
Die Forschung diente schon lange nicht mehr nur dem Zweck die Menschen im Kampf gegen die Kreaturen aufzurüsten. Die Menschen wussten wie man uns tötete. Ich hatte in der Forschung nur einem Zweck gedient. Ich sollte den Wissenschaftlern Erkenntnisse darüber bringen wie man Werwölfe am besten quälen konnte. Was sie mir angetan hatten, war grausam gewesen. Ich ließ viel mit mir machen. Ich war immerhin nur ein Sklave. Ich war nur irgendjemandes Eigentum. Aber das, was ich im Labor hatte ertragen müssen, war selbst für einen Sklaven nicht gerechtfertigt. Sie hatten mich verstümmelt, mir Gift in die Venen gespritzt, mich bis an den Rand des Todes getrieben. Ich trug körperliche und seelische Narben davon, die nie wieder vollständig heilen könnten. Mein Fuß würde nie wieder nachwachsen und genauso wenig mein Vertrauen in die Menschheit. Es gab eigentlich so gut wie nichts mehr, das mich jetzt noch schocken konnte. Dennoch wühlte es mich jedes Mal auf, wenn ich über diese Dinge nachdachte oder sprach. Bisher hatte noch nie jemand nach meiner Zeit im Labor gefragt und auch Lyra hielt sich bedeckt. Sie hakte nicht nach. Vermutlich wollte sie gar nicht wissen, zu was ihre Leute bereit waren. Übel nahm ich es ihr nicht, aber vielleicht wäre es einfach mal nötig, damit jemand etwas dagegen unternehmen könnte. Nachdem ich den Tisch abgeräumt und die Teller gespült hatte, war Lyra im Bad verschwunden. Ich verzog mich derweil auf die Couch zurück. Über diese Dinge aus der Vergangenheit zu reden war ziemlich hart gewesen. Ich konnte es nicht einfach so abschalten. Es verfolgte mich. Ich saß auf der Couch und fühlte mich wie in einem Käfig. Gut, den Käfig war ich gewohnt, aber das hieß nicht, dass es sich schön anfühlte. Es war als wäre ich wieder zurück. Ich saß in dem kaltweißen Raum, im Käfig. Ich roch das Ethanol in der Luft, das mir in der Nase brannte und ich hörte die Maschinen im Hintergrund piepen, die meinen Herzschlag überwachten. Ich spürte die kalten Eisenstäbe in meinem knochigen Rücken, weil ich so erschöpft war, dass ich mich irgendwo anlehnen musste. Es war als wäre ich wieder zurück. Doch ich konnte mir das jetzt nicht erlauben. Ich musste ausgeschlafen sein, um morgen wieder früh genug auf zu sein, um Lyra das Frühstück zu machen. Doch ich bekam kein Auge zu und wenn ich sie schloss, flackerten die Bilder vor meinem Auge wieder auf. Die Spritzen, der Geruch nach Galle und Blut, wenn ich mich übergeben hatte, die Schmerzen, das blutige Stumpf. Ich zog die Beine auf die Couch und griff mit der einen Hand an meinen mechanischen Prothesen-Knöchel. Ich bekam kaum mit, dass Lyra im Schlafzimmer verschwand. Ich saß bloß da. Minuten, Stunden lang. Immer wieder nickte ich weg und schreckte auf, bevor ich wirklich Ruhe fand. Als der Wecker klingelte, hatte ich kaum Schlaf gefunden. Dennoch stand ich auch. Ich musste mich beschäftigen, mich ablenken. Ich ging in die Küche und bereitete alles vor. Ich reduzierte das Frühstück auf das, wovon sie gestern am meisten gegessen hatte und deckte direkt zwei Plätze für das Frühstück ein. Das letzte Rührei jedoch ließ ich beinahe in der Pfanne anbrennen. Bloß die Schlafzimmertür, die sich öffnete, ließ mich noch früh genug aufschrecken, sodass ich die Pfanne vom Herd nahm und das Ei in eine Schüssel umschüttete. Schnell stellte ich alles auf den Tisch und wischte mir über die Augen - als könnte ich dadurch etwas frischer aussehen. „Guten Morgen. Gut geschlafen?“, fragte ich sie. Sie sollte einen guten Start in den Tag haben, also sollte ich sie auch mit guter Laune begrüßen. Als die Kaffeemaschine durchgelaufen war, stellte ich dann auch ihre Tasse auf den Tisch und wartete, bis sie sich setzte.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Do Dez 27, 2018 5:26 pm

Alex Castillo
Ich verstand ja das Cailan eifersüchtig war, er war bisher das einzige echte Enkelkind gewesen und wurde vermutlich umsorgt und bemuttert. Nun da ich da war, schien das ganze anders zu laufen, jeder wollte etwas von mit und ich fand es einfach ätzend. Am liebsten hätte ich meine Ruhe, ich würde ein gutes Buch lesen, vor dem Kamin sitzen und Tee trinken anstatt mit meinem mich eigentlich hassenden Großvater Ski fahren zu lernen. Was bildete sich Cailan eigentlich ein, er war doch selbst schuld, dass seine Großeltern keine Zeit für ihn hatten, wenn er mich in ihre Arme drängte!
„So ein Mistkler!“, fluchte ich leise und stand zähneknirschend im Bad, während Cailan mich einfach stehen ließ.
Was bildete sich er überhaupt ein? Er tat so als wäre ich ein Monster oder die blöde Kuh, dabei wollte ich einfach nicht bedrängt und ganz eingenommen werden von seinen Großeltern! Die kannten mich nicht und es war schlimm genug sich an Resa zu gewöhnen, doch an sechs fremde Menschen war einfach furchtbar. Ich konnte eh nicht so gut mit anderen Leuten und zumindest meine leiblichen Großeltern wollten mich unbedingt kennenlernen.
Wütend über die Situation und Cailans Verhalten ballte ich die Fäuste und ging genervt aus dem Bad. Beim rausgehen sah ich Constance die mich mit einem sanften und mitfühlenden Gesichtsausdruck ansah, anscheinend hatte sie unseren Disput mitbekommen.
„Keine Sorge er kriegt sich wieder ein, dass alles ist ungewohnt für ihn. Sicher hat er sich bald wieder beruhigt, eure Großeltern werde euch immer gleichbehandeln und auch lieben.“
Ich sah sie skeptisch an und hörte wie die Haustür laut zuknallte, dabei verdrehte ich die Augen. „Weißt du eigentlich ist es mir egal, doch wenn er sich so kindisch aufführt dann behandeln ich ihn auch so. Ich will das alles überhaupt nicht, so es ist so viel auf einmal und manchmal fühlt es sich so an als würde ich ersticken. Ach, vergiss es, ich gehe nach oben und genieße die Cailan freie Zeit!“, und damit stapfte ich die drei Treppen hoch.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der restliche Abend nicht besser verlief, nachdem ich hochgegangen und mich Bettfertig gemacht hatte, kam leider auch Mr. Eingeschnappt zurück und ignorierte mich völlig. Doch ich tat es ihm gleich und bastelte aus einer Decke und Kissen eine Trennwand, sodass diese Kuscheldesaster nicht nochmal vorkamen.
Der nächste morgen begann recht ruhig, wobei ich mies gelaunt war, da ich keine Lust hatte in die eisige kälte zu gehen und Ski fahren zu lernen. Besonders wollte ich aber nicht Zeit mit meinem Großvater verbringen, der mich insgeheim verabscheute -nun ja zumindest, wenn er wüsste wer ich wirklich war.
„Mir tut alles weh!“, jammerte ich und stand umständlich mit den Skiern auf. Mein Großvater stand vor mich und musterte mich ernst.
„Bisher hat jeder Castillo hier Skifahren gelernt, mit ein wenig mehr Übung wirst du es lernen. Es ist eigentlich Tradition, dass jeder von uns Ski fahren kann.“
Ich verzog verärgert das Gesicht und war froh das er es nicht genau sah durch die Skibrille und Mütze.
„Ich brauche eine Pause, danach wird es sicher besser funktionieren!“, schlug ich vor und stimmte ihn damit zufrieden. Leider kamen in dem Moment auch Cailan und Resa von der Abfahrt(?) und Cailan konnte natürlich perfekt Snowboarden und gewann gegen Resa, die danach zu uns geschlendert kamen.
Natürlich erkundigte Resa sofort über meine „Fortschritte“ und Michael erzählte ihm haargenau wie „schwer“ es mir noch fiel alles zu koordinieren. Das Cailan das sicherlich hoch erfreute, gefiel mir gar nicht, besonders als wir ins Wirtshaus gingen um uns ein heißes Getränk holten. Cailan, Resa und Michael besorgten sich einen Pott Kaffee, während ich mit eine Heiße laktosefreie Schokolade bestellte und genüsslich trank. Die anderen waren schon seit einer Weile wieder in der Hütte und waren dort sicher in der hauseigenen Sauna.
„Du solltest nicht so ein süßes Zeug trinken, das ist ungesund und Zucker ist nicht gut für Warrior. Eigentlich fast so schlimm wie Drogen.“, tadelte mich mein Großvater und ich strafte ihn mit einem bösen Blick, bei dem er anfing zu lachen. Aus trotz bat ich die vorbeilaufende Kellnerin, um eine Heiße Schokolade mit Marshmallows und Schokostreuseln, die ich ebenfalls austrank.
Leider hatte ich vergessen zu erwähnen eine laktosefreie zu bestellen und somit war mir mehr als Übeln. Als ich versuchte Michael dies zu erklären, tat er das nur als lahme Ausrede ab und zog mich mit den anderen beiden zur Skipiste.
„Wir geben dir einen Vorsprung Alex, am besten lernt man eh, wenn man einfach fährt!“, meinte Michael und gab mit einem Schubs.
„Warte was?“, sagte ich noch, raste dann schon die Piste hinunter und schrie mir die Seele aus dem Leib, während ich versuchte nicht hinzufallen bei dem Tempo.
Irgendwie schaffte ich es unten anzukommen und abzubremsen, bevor ich mich wie ein Stein zur Seite fallen ließ und auf den Rücken drehte, die Augen schloss und versuchte meinen Mageninhalt drinnen zu behalten. Ich würde nicht nochmal hier runterfahren und sicher nicht aufstehen, lieber erfror ich!!
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Do Dez 27, 2018 6:16 pm

Cailan Archer
Der Spaziergang tat mir ganz gut. Ich musste meinen Frust und diese erdrückenden Gefühle irgendwie loswerden. Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt. Jetzt war es nicht nur Resa, der mich vernachlässigte und nur noch Augen für seine leibliche Tochter hatte, sondern auch meine Großeltern. Bei Minervas Eltern konnte ich es verstehen. Ich war nie wirklich ihr Enkelkind gewesen. Ich hatte immer versucht sie zu beeindrucken oder sie mit hässlichen, selbstgemalten Bildern zu beschenken, aber ich war eben immer nur irgendein Junge für sie gewesen. Es war okay, dass sie jetzt nur noch Augen für Alexandra hatten. Aber Nana und Grandpa hatten mich genauso wenig beachtet. Meine Begrüßung war auch ziemlich mau ausgefallen. Was mich aber wirklich viel mehr störte war, dass jeder so tat als wären wir eine perfekte Familie, die gerade zusammenfand. Sah denn wirklich niemand, dass Alexandra und ich einfach nicht zusammen funktionierten? Wir waren keine Geschwister und wir würden nie welche sein. Sie konnte mich nicht leiden und ich konnte nicht mit ihr umgehen. Es würde nicht besser werden und deshalb war ich froh, dass ich zumindest auf der Piste meine Ruhe hatte. Ich fuhr mit Resa, erkundete die neue Abfahrt, die sie angelegt hatten und powerte mich einfach ein wenig aus. Es tat gut, doch immer wenn ich unten am Übungsplatz an der Hütte vorbeikam, hatte ich doch ein wenig Mitleid mit Alexandra. Ich wusste wie hart Michael seine Schützlinge trainierte. Ich verdankte ihm so gut Snowboarden zu können, aber es war gewiss kein leichter Weg gewesen. Das erste Weihnachten nach der Genmanipulation hatte ich kaum vernünftig laufen können, da hatte Grandpa mich schon in die Skier gesteckt und mich gezwungen zu üben bis meine Füße blutig gewesen waren und meine Kräfte versagt hatten. Es war ein hartes Training gewesen und damals hatte ich ihn dafür gehasst und ihm wirklich üble Dinge an den Kopf geworfen, als ich auf der Piste zusammengebrochen war und er mich hatte tragen müssen, aber mittlerweile war das Schnee von gestern. Doch ich wusste wie hart es sein konnte, deswegen überredete ich Resa die Verschnaufpause vorzuziehen und so wie ich es erwartet hatte, brachte er auch Michael dazu eine Pause zu machen, sodass ich Alexandra zumindest eine kleine Pause verschaffen konnte. Ich bestellte mir einen großen Kaffee und wärmte daran meine Hände auf, während die anderen sich unterhielten. Ich war allerdings noch relativ ruhig. Ich wusste nicht so recht wie ich mich in all dem was momentan los war, verhalten sollte. Ich wollte meine Großeltern nicht davon abhalten ihr richtiges Enkelkind kennenzulernen, aber das hieß nicht, dass ich es super fand und damit klar kam. Ich brauchte eben einfach eine Weile, um damit klarzukommen. Michael beendete die Pause frühzeitig und wir zogen wieder unsere Skijacken an. Ich zog meine Brille auf, zog den Windschal über meine Nase und folgte ihm nach draußen, wo er Alex wieder in die Skier half und sie dann allen ernstes ins kalte Wasser warf. „Grandpa! Scheiße, sie war noch nicht so weit.“, rief ich genervt, während er nur leise lachte. „Ach sie kriegt das schon hin.“, winkte er nur ab und zog sich nun ebenso wie Resa die Ski an. Ich hüpfte auf mein Board, klickte mich ein und fuhr ihr nach. Himmel, nicht, dass sie sich noch etwas brach. Das war das letzte, was wir jetzt noch gebrauchen konnten. Ich hielt die Augen offen, doch tatsächlich entdeckte ich sie erst unten am Berg und sah wie sie sich auf den Rücken fallen ließ, als ich gerade ankam. Ich löste das Board und klemmte es mir unter den Arm, ehe ich zu ihr rüber ging. Sie starrte in den Himmel und irgendwie war sie ziemlich blass. „Wow, du siehst echt scheiße aus.“, stellte ich fest, während ich auf sie herunterschaute. Dann sah ich auf Grandpa und Resa die Piste herunterkommen. „Spiel einfach mit, okay?“, wies ich Alexandra noch schnell an und drehte mich zu Grandpa um, der sich wohl erkunden wollte wie es gelaufen war. „Ich glaube sie hat sich den Knöchel ein wenig angeschlagen. Ich habe dir gesagt, dass es dafür noch zu früh ist. Am besten sie ruht sich heute noch etwas aus. Ihr solltet frühestens morgen weitermachen. Wir müssen unsere angehenden Warrior ja schützen, richtig?“ Grandpa nickte leicht und runzelte die Stirn. „Hm, ich dachte sie wäre so weit… Tut mir leid, da habe ich wohl etwas zu voreilig gehandelt. Bringst du sie zur Hütte, Cailan? Resa und ich können sicher noch ein kleines Vater-Sohn-Rennen gebrauchen.“ Ich nickte nur und winkte den beiden noch kurz zu, ehe sie zum Lift gingen und ich mich Alex zudrehte. „Bitte, ein freier Nachmittag für dich. Grandpa kann manchmal… recht hart sein. Er übersieht manchmal einfach ein paar Grenzen.“ Ich löste mit meinem Schuh die Schnallen ihrer Skier, sodass sie herausrutschte und hielt ihr die Hand hin, damit sie aufstehen konnte.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Do Dez 27, 2018 7:35 pm

Alex Castillo
Ich war so im Delirium, dass Cailan alles hätte mit mir machen können. Eine Lawine hätte kommen können wäre ich einfach liegen geblieben. Aus der Ferne hörte ich dumpfe Stimmen näherkommen und sah Resa und Michael, der wahrscheinlich begeistert war, dass ich diese Abfahrt überlebt hatte. Mit leerem Blick sah ich in den Himmel und ließ Cailan alles regeln. Ich wünschte ich hätte mir sogar was gebrochen, dann hätte ich diesen Urlaub sicher nicht mehr Skifahren müssen. Aber wenigstens hatte Cailan mir so einen freien Nachmittag verschafft.
„Danke, Cailan.“, murmelte ich erschöpft und war dankbar, dass ich meine Skier loswurde. Am liebsten würde ich diese Teile verbrennen oder irgendeine Klippe runterwerfen. Vermissen würde ich diese nämlich überhaupt nicht!
„Uff…“, machte ich, als ich mich langsam aufsetzte und mich die Übelkeit wieder übermannte. Ich konnte auf keinen Fall vor ihm anfangen zu kotzen, ich wollte das nicht. Deshalb atmete ich kurz tief ein und aus, bevor ich dann seine Hand nahm.
Doch sobald ich oben war, ließ ich mich gegen ihn fallen, meine Beine zitterten noch und mir war schwindelig. Ich hätte doch lieber liegen bleiben sollen, vielleicht hätte mich irgendjemand zurück geschleift früher oder später?
„Kammst duw mif tragwen? Biffe?“, murmelte ich an seiner dicken Daunenjacken und breitete demonstrativ die Arme aus, damit er mich tragen oder Huckepack nehmen konnte. Er war sicher nicht begeistert darüber sich um mich zu kümmern, doch ich war mir sicher, dass ich keinen Schritt geradeaus laufen konnte, um zusammen zu brechen.
„Außerdem muss es doch auch so aussehen, als hätte ich mir den Fuß verstaucht!“, fügte ich ein bisschen später hinzu, da er sich noch nicht bewegt hatte und meine Beine immer mehr zum Wackelpudding wurden.
„Du hast auch was gut bei mir! Ich werde nächste Mal, bei deinen Großeltern von dir schwärmen, was für ein fantastischer Bruder du bist!“, ich war froh das Cailan so robust war, denn man konnte sich wirklich gut bei ihn anlehnen.
Besser jedoch sein Rücken und die breiten Schultern, auf denen ich lag, als er mich Huckepack von der Piste trug. Ich schloss die Augen und hielt ich fest indem ich meine Arme um seinen Hals schlang, dabei musste ich anscheinend so friedlich oder glückselig ausgesehen haben, dass zwei Frauen über uns laut tuschelten.
„Ich weiß noch damals als Frank und ich frisch verliebt waren, da hat er mich auch noch von der Piste getragen. Gott, wie schön die Welt damals war.“
Ich reagierte nicht wirklich darauf, meine Augen wurden immer schwerer und ich konnte nicht anders als einzuschlummern.
Der restliche Tag war ziemlich entspannt, ich war irgendwann im Bett wieder aufgewacht auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern konnte wie ich dort hingekommen war. Dennoch fühlte ich mich zum Abend hin sehr gut ausgeruht, natürlich machten sich alle große Sorgen als sie von meinem „Unfall“ hörten und meine Großmütter sowie Constance meckerten, dass er doch nicht so mit einem zarten Mädchen umgehen konnte. Wobei ich alles andere als ein zartes Mädchen war!
Leider war mein Großvater am nächsten Tag der Meinung das Warrior schnell heilten und somit musste ich wieder in Skier schlüpfen, wobei es diesmal um den Skilanglauf gehen würde, der nicht allzu schnell und schwer sein sollte. Dass es besser war als die Piste schien zu stimmen, jedoch war es sehr anstrengend und ich wünschte mir einfach, dass ich wieder im Bett liegen und gammeln könnte.
Der einzige Tag, der entspannt werden würde war der übernächste Tag, denn am Weihnachtstag würden wir nur friedlich beisammen sein etwas Essen und dann Geschenke verteilen. Ich würde also in keine Skier steigen und in den Tod stürzen müssen, dafür würde ich meinen Muskelkater auskurieren und einfach friedlich den ruhigen Tag genießen.
Deshalb ging ich ganz entspannt runter, half Constance beim Frühstück und versuchte wenigstens heute ein meine „Familie“ an mich ranzulassen. Denn sie waren schon wundervolle Menschen und ich konnte froh sein sie zu haben, auch wenn mir vieles immer noch zu viel war und ich mir wünschte bei meinen Freunden oder meiner Mutter zu sein.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Fr Dez 28, 2018 1:12 am

Cailan Archer
Ich hatte Mitleid mit ihr. Das war alles, was mich trieb. Ich wusste wie hart es sein konnte, wenn Michael erstmal richtig auffuhr und ich wollte es ihr ersparen von ihm von der Piste getragen zu werden. Grandpa hatte bei mir damals wirklich übertrieben. Ich hatte meine neuen Kräfte und meine Beine noch kaum unter Kontrolle gehabt. Ich hätte mir sonst was tun können. Eigentlich war es ein Wunder, dass ich unverletzt geblieben war. Ebenso war es bei ihr. Sie war zwar nicht querschnittsgelähmt, aber offenbar nicht die Geschickteste, was die eigene Körperbalance anging. Ich verstand es. Sie brauchte ihre Pausen und Michael war nicht besonders gut darin mal einen Gang herunterzuschalten. Wie wie meisten Castillos kannte er nur Vollgas oder Stillstand. Also ja, ich half ihr, aber das hieß noch lange nicht, dass ab jetzt alles zwischen uns gut war. Das würde es vermutlich nie sein. Dazu waren wir einfach zu unterschiedlich. Wir waren eben keine Geschwister und niemand würde uns in diese Form pressen können. Ich half Alexandra auf und fing sie gleich danach auch auf, als sie sich wie ein nasser Sack fallen ließ. Sie war ein Warrior! Als ob es so schlimm um sie stand… Doch offenbar war Grandpas Training härter als das in der Basis. Ich seufzte also genervt und hob sie auf meinen Rücken, trug sie und ihre Skier von der Piste herunter. Einige Leute sahen uns zwar schräg an, doch das ignorierte ich gekonnt. Ich hatte genug damit zu tun sie und alles zu tragen. Erst als wir auf dem leeren Weg waren, wo keine Zivilisten uns mehr über den Weg liefen, nutzte ich meine Kräfte, um die Skier und das Snowboard vor mir her fliegen zu lassen. In der Hütte angekommen trug ich Alex hoch und bemerkte dann auch, dass sie offenbar eingeschlafen war. Ich setzte sie ab, legte sie ins Bett und verkrümelte mich dann nach unten, wo ich vier Frauen erstmal erklären durfte, dass auf der Piste niemand gestorben war und alles in Ordnung war. Am Abend klärte dann auch Alexandra selbst ihre Situation auf. Sie war mir dankbar für die Rettung. Vermutlich lief es die nächsten Tage deswegen auch ein wenig besser. Die Spannung zwischen uns beiden war zumindest deutlich reduziert und Grandpa nahm sie nicht mehr ganz so hart ran - vermutlich weil Resa auch ein Wort mit ihm gesprochen hatte. Es war also ein wenig entspannter, auch wenn ich mich ein wenig vor den kommenden Tagen fürchtete. Weihnachten war immer etwas tolles für mich gewesen, doch ich wusste diesmal einfach nicht wie ich mich verhalten sollte. Also ja, ich fühlte mich an Weihnachten den ganzen Tag über irgendwie ein wenig merkwürdig. Ich ging mit Resa draußen Holz für den Kamin schlagen und der Mann für die Heizung kam später am Mittag tatsächlich nochmal raus, damit wir es an Weihnachten warm hatten und Alex und ich nicht noch weiter ein Zimmer teilen mussten. Die Heizung wurde repariert und wir drehten sie direkt auf, um den kalten Raum aufzuheizen. Danach waren Resa und ich erstmal arbeitslos. Constance, Alexandra und meine drei Grandmas waren in der Küche beschäftigt und so entschieden Grandpa Michael und ich uns dazu schon einmal den Tannenbaum schlagen zu gehen. Wir suchten uns im Wald einen aus und schleiften ihn bis zur Hütte, klopften ihn an der Tür aus und brachten ihn rein. Danach machte sich die ganze Familie daran den Baum zu schmücken. Mit zehn Mann behangen wir den Baum mit Lichtern, Kugeln und Girlanden. Die Geschenke begannen sich unter dem Baum zu türmen und dann war es auch schon so weit. Constance rief zum Essen und wir alle machten uns über die Gans und die vielen verschiedenen Beilagen her. Wie immer hatte Constance alles perfekt gekocht. Ich hatte noch nie etwas bei ihr gegessen, was mir nicht geschmeckt hatte, aber an Weihnachten übertraf sie sich jedes Mal wieder. Vollgegessen versammelten wir uns also nach dem Hauptgang um den Tannenbaum herum. Den Nachtisch ließen wir erstmal auf uns warten. In unserem Zustand bekamen wir sonst nichts mehr runter. Es begann mit sehr einfachen Geschenken. Ich bekam einen selbstgestrickten Pullover von Constance Mutter, von Grandpa Michael ein neues Outdoor-Taschenmesser für meine nächste Mission und von Minervas Eltern eine neue Armbanduhr. Während dann alle anderen untereinander Geschenke austauschten, machte ich mich daran meine zu verteilen. Als Alexandra gerade ihre Hände frei hatte, rutschte ich zu ihr auf den Boden und reichte ihr seufzend meine Schachtel. Man sah, dass das Geschenk von mir war. Feinmotorik lag mir wirklich nicht. Es sah grauenhaft aus. „Es ist nichts Besonderes, aber ich dachte du willst es vielleicht haben.“, erklärte ich ihr und reichte ihr die miserabel eingepackte Schachtel. Sie öffnete die Box und oben drauf lag eine Tafel laktosefreier, belgischer Schokolade. „Von meiner letzten Mission in Belgien. Die haben größere Auswahl dort als hier in Amerika.“, erklärte ich ihr. Belgische Schokolade jedenfalls war deutlich besser als das, was sie in Amerika als solche betitelten. Danach schob sie ein wenig Papier zur Seite und entdeckte eine kleine Schachtel am Boden der Box. „Das ist… der Schmuck, den deine Mom getragen hat, als sie ins Krankenhaus eingeliefert worden ist. Das hatte sie bei sich, als sie starb. Es lag bei uns in der Asservatenkammer, aber der Fall ist schon seit einigen Jahren archiviert, also wird niemand nachsehen. Ich dachte du solltest sie eher haben.“ Ja, ich hatte die Warriors bestohlen, aber warum sollte der Schmuck, der jemand anderem etwas bedeutete, in einer Kammer verstauben? „Sag es bloß nicht Resa, okay?“, schmunzelte ich und zog das kleine Medaillon aus der Schachtel heraus. Ich öffnete den kleinen Anhänger in Herzform und offenbarte damit das Bild von Alexandra als kleines Kind und ein Porträt von Resa. Sie hatte die beiden immer bei sich gehabt.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Fr Dez 28, 2018 1:44 pm

Alex Castillo
Es war merkwürdig Weihnachten mit solch einer großen Anzahl von Menschen zu verbringen, die mir fremd waren. Besonders weil jeder von ihnen zu meiner Familie gehörte, nun ja zumindest, wenn man sich an den Dokumenten und Urkunden orientieren würde. Dieses Weihnachten war ein Kulturschock für mich, wir hatten früher nicht immer einen Tannenbaum und wenn wir einen besaßen hatten wir keine Kugeln, sondern selbstgebackene Plätzchen sowie Zuckerstangen aufgehangen.
Unser Weihnachtsbaum hier, war riesig, mit rot-goldenen Kugeln sowie Lametta geschmückt und leuchtete was das Zeug hielt. Er war wunderschön aber trotzdem so anders, als das was ich kannte. Ich würde nicht sagen, dass es schlecht war. Aber es war doch sehr anders, besonders das große Festessen und die Bescherung. Ich habe noch nie so viele Geschenke unter einem Baum gesehen, besonders nicht so viele mit meinem Namen darauf. Um ehrlich zu sein schämte ich mich ein wenig für meine Präsente, ich hatte unseren Großeltern nur kleine Weihnachtstüten zusammengestellt. Immerhin wusste ich nicht viel über sie und wollte ihnen auch nichts schenken, was sie nicht mochten. Genauso war es bei Resa und Constance, ihnen hatte ich eine kleine Reise geschenkt, die sie innerhalb eines Jahres einlösen konnten. Es war nichts Großartiges, aber ich wollte, dass die beiden einfach mal etwas Zeit für sich hatten.
Von den Eltern meiner Mutter, bekam ich einen selbstgestrickten Schaal mit der dazu passenden Mütze. Constances Eltern schenkten mir eine alte originale Elvis Platte, da ihre Tochter ihnen von meiner stolzen Sammlung erzählt hatte. Tja und das größte Packet war natürlich von den Castillos, ich öffnete die relativ flache und lange Box und zum Vorschein kam ein nachtblaues Abendkleid. Welche ich auf das Drängen von Grandma vorsichtig aus der Box holte und jeder es bewundern konnte. Ich bedankte mich ausgiebig, wusste aber nicht so recht was ich mit dem Kleid anfangen sollte, denn die Möglichkeit solch ein Kleid zu tragen war sehr schlecht in unserem Beruf. Neidisch sah ich Cailans Messer an und hätte es liebend gern gegen den teuren Stofffetzen getauscht. Dann wurde mir jedoch erklärt, dass ich das Kleid beim Silvesterball anziehen sollte.
Ich seufzte denn eigentlich hatte ich angenommen, dass wir als kleine Runde, ins Neujahr starteten. Einen Abend in diesem Kleid zu verbringen, stimmte mich nicht gerade fröhlich, doch Resa und Constance waren so begeistert, dass ich nicht unfreundlich wirken wollte. Deshalb zwang ich mich zum Lächeln und versuchte das Thema zu meiden.
Erst als ich merkte wie Cailan sich zu mir setzte und ich sein Geschenk auspackte, schlich sich ein echtes Lächeln auf mein Gesicht. Ich hielt die belgische Schokolade in meinen Händen, hörte ihm aufmerksam zu als er eine kleine Schachtel aus der Box herausholte und mir das Medaillon meiner Mutter zum Vorschein kam.
„Oh mein Gott Cailan danke!“, hauchte ich, sah ihn mit großen Augen an und umarmte ihn kurz. Dann nahm ich ihm das Medaillon ab und betrachtete es ehrfürchtig, es war mein kleiner eigener Schatz und das beste Geschenk, dass ich bekommen hatte. Wieso war Cailan auch nur so aufmerksam, wenn wir uns eigentlich nicht ausstehen konnten?
„Warte ich habe auch noch etwas für dich.“, sagte ich und holte eine rote Schachtel hervor auf welche ich seinen Namen geschrieben hatte.
Zögernd überreichte ich ihm diese und er begann sein Geschenk vorsichtig auszupacken, während ich nervös zu den anderen sah, doch die beschäftigten sich mit was anderem. Als Cailan die Phiole mit dem Elixier auspackte rückte ich etwas zu ihm und erklärte ihm, dass dies ein starkes Heilelixier war. „Ein Tropfen von diesem Elixier reicht aus, um dir deine Beine für ungefähr einen Tag wieder zu geben. Du wirst laufen und auch deine Beine fühlen können, aber es hat auch starke Nebenwirkungen, die mit heftigen Schmerzen verbunden sind, wenn die Wirkung nachlässt. Deshalb solltest du es nur in Notfällen benutzen und vor Resa und Michael verstecken, denn es nicht ganz legal.“
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Fr Dez 28, 2018 10:18 pm

Cailan Archer
Es war nicht so, als würde ich Alexandra lieben, aber dass ich sie hasste war ein ziemlich starker Ausdruck. Ja, ich verachtete sie für das, was sie mit AGONY alles getan hatte und noch tun wollte, weil sie damit unzählige unschuldige Menschenleben aufs Spiel setzte, aber als Mensch war sie ganz okay, wenn sie nicht gerade einen ihrer Tobsuchtsanfälle hatte. Es war also nicht so als würde ich sie hassen und heute war Weihnachten. Also hatte ich ihr ein Geschenk besorgt. Was wäre ich auch für ein Mensch, wenn ich für jeden hier im Raum etwas hatte, nur für sie nicht?  Es war Weihnachten und da war eben kein Platz für negative Gefühle. Ich hatte ihr also etwas besorgt. Ich hätte natürlich auch irgendwas kaufen können. Ein Schal ging bei Frauen immer. Aber ich wusste, was ihr wirklich etwas bedeuten würde, also hatte ich mich darum gekümmert. Dafür hatte ich sogar gegen Regeln verstoßen. Würde davon irgendjemand erfahren, würde ich hochkant aus dem Team fliegen und wäre vermutlich auf der Flucht vor der Regierung. Andererseits interessierte diese Kette sonst niemanden. Sie verstaubte bloß in der Asservatenkammer und dort war sie bereits archiviert worden und hätte vermutlich nie wieder das Tageslicht erblickt. Also war sie hier doch besser aufgehoben. Was ich getan hatte, war das richtige gewesen, auch wenn es nicht ganz legal gewesen war die Regierung zu bestehlen. Ich sah in ihren Augen, dass es das Richtige gewesen war. Also war auch ich zufrieden. Ich wollte gerade wieder aufstehen und zurück zu Grandma gehen, die sich gerade mit Constance unterhielt, als auch Alexandra ein kleines Paket hervorkramte. Ich runzelte leicht die Stirn und löste vorsichtig das Papier von der Box. Ich nahm den Deckel der Schachtel ab und sah dann eine kleine Phiole mit einer bläulichen Flüssigkeit darin. Zuerst begriff ich nicht, was es bedeutete. Schenkte sie mir blau gefärbtes Wasser in einem kleinen Behälter? Ich musterte die Flüssigkeit, während Alexandra mir erklärte, was diese Sache auf sich hatte. Es war ein Trank, der auf bestimmte Zeit das Gefühl in meinen Beinen wieder zurückbringen würde. Ich versuchte natürlich sofort zu verstehen wie das funktionieren sollte. Ich meine… meine Nerven und mein Rückenmark waren durchtrennt. Nichts konnte das heilen, aber das tat dieser Trank vermutlich auch nicht. Er würde mir nur vorgaukeln etwas zu spüren. Magie ließ sich eben nicht erklären, doch wenn das wirklich funktionierte, dann… hätte ich einen Weg gefunden meine Beine wieder zu spüren, wieder auf eigenen Füßen zu stehen und das ganz ohne Hilfsmittel. „Das ist… wirklich schwer zu glauben.“, sagte ich ehrlich und sah zu ihr hoch, während sie checkte, dass niemand uns zusah. Das hier war ziemlich ernst. Sie schenkte mir immerhin sowas wie illegale, auf mich personalisierte Drogen zu Weihnachten. „Hast du es von einer Hexe? Du weißt, dass das eigentlich nicht okay ist…“, murmelte ich. Wir waren Warrior. Wir fingen die Leute, die dieses Zeug verkauften. Gegen Hexer hatten wir nichts, aber wenn sie dieses Zeug an Menschen verkauften und damit für Probleme sorgten, nahmen wir auch sie fest. Also war das hier eigentlich nichts, was ich ethisch vertreten konnte. „Ach verrat es mir nicht… Das könnte mir manchmal echt den Arsch retten. Nach der letzten Mission meine ich… Danke. Ich werde vorsichtig damit sein.“, versprach ich. Dass ich es nicht halten würde, war wohl absehbar. Ich hatte meinen halben Körper seit Jahren nicht mehr gespürt. Natürlich würde ich es sobald ich konnte ausprobieren und natürlich würde mich das Gefühl wieder etwas fühlen zu können berauschen. Schon in der Nacht probierte ich es aus. Ich lief, während alle schliefen, barfuß draußen durch den Schnee, stieß mir den Zeh am Türrahmen und tastete meine Beine ab, als würde ich gerade erst entdecken, dass sie an mir dran hingen. Ich fühlte mich wieder wie früher. Ich fühlte mich vollständig und nicht wie jemand, der immer anders sein würde. Ich war glücklich! Doch bereits am Morgen danach, merkte ich, was Alexandra mit den Nebenwirkungen gemeint hatte. Die Narbe an meiner Wirbelsäule, brannte. Es war als hätte der Werwolf mir gerade erst das Rückenmark durchbissen, als läge ich noch blutend dort im Wald. Der Schmerz war bloß schwer erträglich, aber er war es wert gewesen. Die ganze Nacht über hatte ich mich lebendiger gefühlt als in all den Jahren zuvor.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Sa Dez 29, 2018 2:57 pm

Alex Castillo
Der restliche Abend war ruhig verlaufen, wir hatten uns noch eine weile Unterhalten wobei Cailan sich jedoch früh verabschiedet hatte. Am liebsten wäre ich ihm hinter her gegangen, doch das wäre ziemlich auffällig gewesen. Außerdem sollte ich ihm vertrauen, er war erwachsen und bald ein Offizier er würde sicher sorgsam mit dem Elixier umgehen. Deshalb blieb ich noch unten und half Constance beim Aufräumen. Danach verkrümelte ich mich in mein Zimmer und betrachtete meine Geschenke erneut. Ich war dankbar und froh über die schönen Präsente, aber vor allem war ich von Cailans Aufmerksamkeit gerührt, denn wenn er nicht gerade mein Babysitter oder Vorgesetzter war, dann war er schon in Ordnung.
Am nächsten Morgen konnte ich in Ruhe ausschlafen und ging dann in meiner Freizeitkleidung nach unten, um mir einen Toast zu machen. Wir hatten uns Gestern entschieden einen Gammeltag zu machen, sodass jeder tun und lassen konnte was er wollte. Ich hatte mich dazu entschlossen den Tag in meinem Bett zu verbringen und mir ein paar Serien und Filme anzuschauen. Als ich mich jedoch mit meinem Sandwich nach oben begeben wollte, kam schon Resa auf mich zu. „Hast du Cailan heute schon gesehen?“
Ich schüttelte nur den Kopf und wollte mich gerade wieder der Treppe zuwenden, als Resa sacht meinen Ellenbogen nahm. „Ach ja ehe ich es vergesse, würdest du gern mit deinem Großvater und mir Wild schießen gehen, welches wir morgen essen können? Sag doch auch bitte Cailan Bescheid, er hat sich immer darauf gefreut okay? Wir wollen so in einer Stunde losfahren.“
Ohne meine Antwort abzuwarten verschwand er auch wieder und ging zu seiner Frau die nahm ihm rief. Ich hingegen stieg mühsam die drei Treppen hoch und klopfte an Cailans Tür, bevor ich diese öffnete. Sein Zimmer war noch dunkel, jedoch konnte ich noch sehen das er im Bett lag. „Hey Cailan, Resa hat mich gefragt ob du mit zum Jagen gehen möchtest. Ihr fahrt in einer Stunde los…“, sagte ich und verschwand dann in mein Zimmer.
Den restlichen Vor- und Nachmittag tat ich nichts außer rumlümmeln, lesen und ein bisschen Musik hören. Die Männer waren zum Glück auch ohne mich losgegangen, sodass Cailan wenigstens dort wieder glänzen konnte und seinen Vater sowie Großvater beeindrucken konnte. Sie brachten Hirsch und Hase mit, wobei ich mir schwor nichts davon zu essen und Constance anzubetteln noch etwas mit Hänchen zuzubereiten. Fürs Dinner hatte ich mir dann doch noch etwas Hübscheres angezogen, um nicht wie ein Penner auszusehen.
„Das sieht furchtbar lecker aus Constance!“, sagte ich und setzte mich wie immer Cailan gegenüber, welcher im Gegensatz zu heute früh munterer denn je aussah.
Resa erzählte stolz von der Jagd und das Cailan den Hirsch und zwei Hasen geschossen hatte. Ich seufzte und wollte unterm Tisch die Beine überschlagen, rutschte jedoch ab und trat Cailan ausversehen mit meinem Fuß an seinem Schienbein. Eigentlich hätte ich mich entschuldigen müssen, da er eh nichts spürte, doch als er das Gesicht leicht verzog musterte ich ihn eingehend. „Alles okay? Du verziehst das Gesicht, schmeckt dir der Hirsch nicht?“, fragte ich neugierig. Doch bevor Cailan anfangen konnte zu reden, hatte Nana mich schon in beschlag genommen und wollte wissen wie es mir bisher hier gefiel. „Es ist wirklich sehr schön mit euch, aber alle ist auch ziemlich fremd.“, gestand ich und sah aus dem Augenwinkel wie Cailan erleichtert ausatmete.
Ich stand vor Cailans Zimmertür und überlegte fieberhaft ob ich ihn auf vorhin ansprach oder nicht. Er war ein Warrior und ein Kommandant, er würde sicher nicht illegale Substanzen nehmen ohne einen Grund. Bestimmt übertrieb ich auch, denn mein Stiefbruder war ja der vorzeige Sohn und sehr vernünftig. Wenn ich ihn jetzt darauf ansprach würde es sicher wieder nur zum Streit kommen und dazu hatte ich keine Lust, also ließ ich es bleiben, vertraute ihm und zog mich in mein Zimmer zurück, wobei sich eine schlimme Vorahnung in mir breit machte.
Nach den Feiertagen kam Michael leider wieder auf mich zu und wollte mit meinem Skitraining fortfahren. Natürlich hatte ich überhaupt keine Lust dazu, schon der Gedanke daran wieder diesen Abhang runterzufahren bereitete mir Bauchschmerzen. Allerdings kam man gegen Großvater Castillo nicht an und so stand ich in meiner Skiausrüstung wieder vor dem Abhang. Natürlich waren Resa und Cailan auch mitgekommen, um mich zu unterstützen und zu motivieren. Ich bezweifelte zwar, dass dies funktionieren würde, doch wegscheuchen konnte ich sie ja auch nicht. Deshalb stand ich wie ein paar Tage zu vor, vor der Abfahrt und hatte eine scheiß Angst. Ich wollte am liebsten tot umfallen oder der Erdboden sollte mich verschlucken. Mich würden garantiert keine zehn Pferde die Abfahrt runterbekommen!
„Bin gleich wieder da Alexandra, ich holte nur deinen Vater und Bruder, sodass wir gemeinsam fahren können! Warte einfach hier!“, sagte er lächelnd und drehte mir den Rücken zu.
Dies war meine Chance, ich schnallte mir die Skier ab, ließ diese liegen und rannte so schnell ich konnte von der Piste weg. Ich drängte mich durch die Massen von Leuten und hörte wenig später auch schon Michael und Resa meinen Namen rufen. Panisch sah ich mich um und entdeckte ein paar Jugendliche, die mit einem Schlauchboot die Piste runterrodeln wollte. Ohne groß zu überlegen fragte ich sie, ob ich mitfahren könnte und durchlitt wenig später den Höllenritt meines Lebens. Unten angekommen entfernte ich mich von der Anlage, die Männer sollten ruhig ohne mich ihren Spaß haben, ich würde mir jetzt erst einmal untertauchen und mich nach Hause verkrümeln. Hoffentlich bekam Resa keine Panik, dass ich mich nun auf und davon machte, mein Handy hatte ich auch Zuhause vergessen, also würde er sich noch eine Weile gedulden müssen.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Sa Dez 29, 2018 4:57 pm

Cailan Archer
Offenbar hatte Alexandra mir mit diesem Trank ein Geschenk gemacht, nach dem ich mich schon Ewigkeiten verzehrt hatte. In dieser Nacht spürte ich das erste Mal wieder meine Beine. Ich spürte den kalten Schnee, spürte den Kies unter meinen Fußsohlen und den leichten Schmerz, als ich mir den Fuß am Türrahmen stieß. Ich konnte an den feinen Haaren an meiner Wade ziehen und spürte das Ziepen. Ich spürte die raue Bettdecke an meinen Beinen und das Kribbeln, als mein Fuß einschlief. Mir war gar nicht mehr wirklich bewusst gewesen wie sehr ich mir gewünscht hatte meinen Körper wieder spüren zu können. Jahre lang hatte ich mit nur meinem halben Körper gelebt und als ich die Kontrolle über meine Beine zurückerlangt hatte, war es dennoch nicht gleich gewesen. Diese Nacht aber war unglaublich gewesen. Ich hatte nur einen kleinen Spaziergang gemacht und im Bett gelegen, aber mir war nicht langweilig geworden. Diese Empfindungen waren alle so neu für mich gewesen. Doch natürlich ließ es wieder nach. Statt des Gefühls in meinen Beinen, kehrte der Schmerz zurück. Es war der selbe Schmerz wie der am Tag, an dem ich meine Beine verloren hatte. Ich spürte die Fänge des Wolfes praktisch noch in meinem unteren Rücken. Meine Narben brannten wie Feuer. Ich bildete mir sogar ein Blut meinen Rücken herunterlaufen zu spüren. Viel hatte ich also nicht geschlafen und gut fühlte ich mich auch nicht, als Alexandra die Tür öffnete und mir mitteilte, dass mein Großvater und Resa auf die Jagd gehen wollten. Es war Tradition und auch wenn ich mich gerade mies fühlte, wollte ich es miterleben. Also… tat ich etwas leicht unvernünftiges. Ich nahm noch eine Dosis des Tranks. Ich musste nur die Schmerzen loswerden und die Beine würden mir beim Wildjagen sicher gut nützen. Es war ja nur dieses eine Mal. Ich stand also auf und zog mich an, lächelte als ich den rauen Stoff der Jeans an meinen Beinen spürte und lief herunter. Ich schnappte mir ein Brötchen für unterwegs und ging mit Resa und Grandpa Michael auf die Jagd. Auch als ich noch im Rollstuhl gesessen hatte, hatte Grandpa mich hierher mitnehmen wollen. Er hatte mich auf seinem Rücken getragen, mich in den Schnee gelegt und mir gezeigt wie man schoss. Mit meinen Beinen fühlte ich mich heute allerdings wesentlich besser. Es fühlte sich an als könnte ich Bäume ausreißen! Nachdem ich bereits zwei Kaninchen erlegt hatte, versuchte ich mich an einem Hirsch, der unseren Weg kreuzte. Wir hatten also reichlich Beute, als wir zurück zur Hütte kehrten und die Tiere in der Hütte im Garten ausnahmen. Constance bereitete derweil alles vor und nahm das Fleisch, als alles soweit filetiert war. Ich hatte mich nie besser gefühlt, als Resa mir voller Stolz auf die Schulter klopfte. So hatte er mich noch nie angesehen wie an diesem Tag. Ich war wirklich glücklich. Selbst Alexandras Tritt unter dem Tisch am Esstisch genoss ich, auch wenn es eher schmerzhaft war. Ich hatte völlig vergessen wie weh so ein Tritt gegen das Schienbein tun konnte. Für einen kurzen Moment entgleiste also mein Gesichtsausdruck und Alex begriff sofort was los war. Aber was sollte sie auch sagen? Sie hatte es mir doch geschenkt, oder? Es war ihr Geschenk an mich gewesen. Doch die anderen durften davon nicht erfahren. Resa würde mich sofort meines Amtes entheben, wenn er erfuhr, dass ich illegale Tränke nahm - das, was wir als Warriors eigentlich unterbinden sollten. Ich war also erleichtert, als Nana Alexandra und die anderen ablenkte und ich nicht mehr Thema des Gesprächs war. Die nächsten Tage genoss ich es einfach eine Weile. Ich hatte eine ganze Phiole voll von dem Zeug. Es würde auch noch für Notfälle reichen, wenn ich aus dem Urlaub zurück war. Ich wollte die Zeit hier genießen und es gab noch so vieles, was ich ausprobieren wollte. Darunter zählte natürlich auch das Skifahren. Heute war der Tag, an dem Michael uns stolz die Ergebnisse seines Unterrichts mit Alexandra präsentieren wollte. Also schleppte er uns alle auf die Piste und holte uns ab, doch als wir am Startpunkt ankamen, war Alex nicht dort. „Das ist… ich habe sie doch nur eine Sekunde hier gelassen…“, murmelte Michael und ich spürte wie Resa sich neben mir verspannte. Er dachte natürlich an genau das gleiche wie ich. „Grandpa, fahr du die Piste ab. Vielleicht ist sie schon los oder sie ist ausversehen weggerutscht. Sie kann ja nicht weit sein.“, wies ich ihn an und er nickte. Es wäre nur logisch, dass die Skier sich selbstständig gemacht hatten und sie losgefahren war, aber ich sah wenige Meter weiter ein paar Skier liegen. Grandpa fuhr los und ich ging näher heran, prüfte die Nummer darauf, die wir im Verleih bekommen hatten und biss mir auf die Unterlippe. „Sie ist weg, oder? Sie ist davongelaufen, weil wir sie bei uns festgehalten haben. Oh Gott, ich dachte sie wäre mittlerweile gern bei uns. Ich dachte sie würde nicht mehr weglaufen wollen.“, begann Resa nun völlig unruhig und ich seufzte. „Sie ist nicht dumm. Sie würde nicht mitten im Schneegebiet abhauen. Zu Fuß käme sie nicht weit. Sie würde erfrieren oder verhungern, wenn sie abhauen würde. Ohne den Wagen kommt sie nicht weit vom Skigebiet weg. Sie wäre blöd hier abzuhauen und nicht nachts in der Hütte.“ Es sah ihr nicht ähnlich so unüberlegt zu handeln. Nein, sie war nicht davongelaufen. Zumindest nicht komplett. „Vermutlich erträgt sie Grandpas Training nur nicht mehr. Such du in der Almhütte nach ihr. Ich fahre zur Unterkunft. Sie wird sich sicher nur irgendwo verkrochen haben.“ Zumindest hoffte ich das, denn andererseits wüsste ich nicht, was Resa tun würde…
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am Sa Dez 29, 2018 6:26 pm

Lyra Evans
Ich hatte wirklich ein total falsches Thema angeschnitten, welches Iver allem Anschein nach auch noch schlaflose Nächte bescherte. Jedenfalls sah es ganz danach aus, als ich aus dem Schlafzimmer kam und er reglos auf dem Sofa sass. Die Arme hatte er um seinen Körper geschlungen und er sah alles andere als glücklich aus. Jedoch konnte ich wohl nichts gegen seine schlechten Erinnerungen unternehmen. Das war nichts, was man einfach so wegwischen konnte. Ich verzog mich ins Zimmer und beschloss, dass ich dieses Thema garantiert nicht mehr so schnell anschneiden würde. Man hatte sofort gemerkt, dass er nicht gerne darüber sprach. Da es doch ein langer Tag war, schlief ich dann doch relativ schnell ein. Viel zu schnell meldete sich der Wecker und ich drehte mich mit einem leisen Stöhnen im Bett herum. Schlussendlich richtete ich mich aber doch auf, schlüpfte in meine Kleidung und trat nach draussen. Als ich in die Küche trat, hatte Iver bereits schon das Frühstück aufgetischt. Es war nicht mehr so üppig wie gestern, was auch gut so war. Ich hätte sowieso nie alles alleine essen können. Erneut bewies er wie aufmerksam er war, denn er hatte das vorbereitet, was ich gestern am meisten gegessen hatte. Wenn er mir jeden Morgen so ein Frühstück zubereiten würde, müsste ich wirklich darauf achten, dass ich nicht ein paar Kilo zulegte. Er stellte die Kaffeetasse hin und ich setzte mich auf den Platz hin. So wie er gesagt hatte, trank er keinen Kaffee. Ich fragte mich nur, ob er überhaupt schon einmal Kaffee getrunken hatte oder ob er einfach sonst sagte, dass er keinen Kaffee wollte. Ich musterte ihn kurz. Man sah ihm förmlich an, dass er diese Nacht praktisch kein Auge zugetan hatte. „Ja, aber du siehst nicht so aus, als hättest du besonders gut geschlafen“, sagte ich und schürzte die Lippen. Ich schöpfte mir etwas vom Rührei auf den Tisch und fing dann an zu essen. Mit einer Handbewegung machte ich ihm klar, dass er sich ebenfalls hinsetzen sollte. Er hatte sich noch nicht wirklich daran gewöhnt. Ich fuhr mir durch das Haar und lächelte ihn schwach an. Hoffentlich konnte ich ihn ein bisschen auf andere Gedanken bringen, indem ich ihm die Welt da draussen zeigte, in der die meistens Menschen lebten. Er hatte es verdient, dass er sah, wie die meisten Menschen lebten. Ich wusste nicht, ob es ihm gefallen würde, was er zu sehen bekam. Ich fand es sehr schwierig, ihn einzuschätzen, aber ich konnte nicht mehr tun, als ihm die Möglichkeit zu zeigen, die er nun hatte. „Wie gesagt, werde ich heute ein bisschen früher nach Hause kommen. Dann kommst du auch mal endlich ein bisschen raus. Ich muss eh noch einkaufen gehen“, ich lächelte ihn leicht an. Ich nippte an meinem Kaffee, bevor ich einen weiteren Bissen in den Mund schob. Seit er hier war, verbrauchte ich mehr Lebensmittel. Das lag aber nur schon daran, dass er richtig kochte und nicht einfach etwas schnell zubereitete oder beim Chinesen etwas holte. Man konnte wirklich sagen, dass ich hier gerade viel zu sehr verwöhnt wurde. Allerdings sah es auch nicht so aus, als wollte er damit aufhören.

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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Sa Dez 29, 2018 7:48 pm

Alex Castillo
Eigentlich hatte ich geplant direkt nachhause zu fahren, allerdings bekam ich leichte Bauchschmerzen, als ich daran dachte was mich dort erwarten würde. Grandpa war sicher, enttäuscht, Resa würde sicherlich durchdrehen und mir sofort einen Ortungschip einpflanzen und Cailan war sicher genervt von allem. Um ehrlich zu sein konnte ich es ihm nicht einmal verübeln, die drei waren sicher dabei mich zu suchen und hätten dabei wenig Glück. Ich hoffte, dass Resa nicht allzu sehr durchdrehte immerhin war ich auch eine gesuchte Verbrecherin und Staatsfeindin. Doch um sich und mich zu schützen würde er mein kleines Geheimnis nicht verraten können und musste vermutlich so tun, als ob ich nur ausgerissen wäre. Dennoch konnte ich mir vorstellen, dass er gleich eine Vermisstenanzeige bei der Polizei machen würde, vielleicht sollte ich jemanden bescheid sagen. Aber ich kannte ihre Nummern nicht auswendig und ich sah hier auch nirgendwo mehr Telefonzellen, das hieß dann wohl warten. Allerdings würde ich mich noch ein wenig in der Stadt umsehen, denn diese sah wie das Dorf des Weihnachtsmannes aus und ich war schon lange auf den Beinen und wollte ins Warme. Deshalb ging ich in eine kleine Gaststube und bestellte mir einen Glühwein und überlegte mir eine Gute Ausrede für später immerhin wusste ich, dass nicht nur Resa ein riesiges Drama daraus machen würde.
Bei meiner Stadterkundung entdeckte ich eine intakte Telefonzelle und konnte genau einen Anruf tätigen. Ich überlegte einen Moment und wählte dann die Nummer.
„Wer ist da?“
„Ich bin’s Alex ich wollte euch nachträglich schöne Weihnachten wünschen!“
„Was Alex? Warum bist du immer noch bei denen? Wirst du festgehalten? Sollen wir dich befreien?“
„Warte nein, ganz ruhig Apollo! Mir geht’s gut, ich wollte nur kurz deine Stimme hören!“, sagte ich und hörte aus dem Hintergrund die Stimmen meiner Freunde.
„Keine Sorge Alex wir werden dich holen kommen!“, knurrte Ares der Apollo gerade das Telefon entrissen haben musste. Ich wollte die Truppe gerade beruhigen, als die Verbindung abbrach und ich nur noch ein piepen hörte. „Mist.“, murmelte ich und sah mich auf der verlassenen Straße um, es war stockduster und allmählich auch ziemlich frisch. Für ein Taxi hatte ich kein Geld, also musste ich wohl oder übel auf eine Mitfahrgelegenheit waren, da die Busse auch nicht mehr fuhren. Zwar hasste ich das Trampen, aber ich wollte auch nach Hause.
Ich stand eine halbe Stunde im Schneesturm, als plötzlich ein Auto anhielt, um mich mitzunehmen. Ohne groß nachzudenken, riss ich die Beifahrer Tür auf und verzog dann das Gesicht als ich Cailan sah. „Ups erwischt!“, sagte ich jämmerlich und stieg in den Wagen, der schön warm war im Gegensatz zu draußen. „Bevor du irgendwas sagst, ich wollte nicht weglaufen…also ausreißen…naja du weißt sicher, was ich meine! Ich konnte diese Piste einfach nicht runterfahren…nicht schon wieder.“, stöhnte ich und schnallte mich an.
„Wie geht es eigentlich Resa und deinen Beinen?“, fragte ich so neben bei.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am So Dez 30, 2018 1:35 pm

Iver Sheen
Egal wie müde ich war, ich konnte ja wohl noch ein Frühstück machen. Ich hatte früher viele Nächte wie diese verbracht. Ohne Schlaf und in Angst. Das war nicht gerade selten passiert. Ich hatte mich daran gewöhnt. Ich hatte gelernt auch unter extremen Schlafmangel zu kochen und zu putzen. Hätte ich das nicht gelernt, wäre ich in meinem Leben wohl noch sehr viel häufiger verprügelt worden und mit Schmerzen ließ es sich noch schwerer arbeiten als mit müden Knochen. Davon konnte ich ein Lied singen. Ich wusste zwar auch, dass Lyra nicht zuschlagen würde, aber ich wollte sie auch nicht enttäuschen. Sie ließ mich hier wohnen, wollte mich unterrichten und mir später die Freiheit schenken. Sie wollte, dass ich ein freier Mensch war und diese Schuld würde ich niemals begleichen können. Also sollte ich zumindest mein Bestes geben, um ihr für all ihre Mühen auch etwas zurückzugeben. Immerhin setzte sie hier sogar ihren Job auf’s Spiel, denn eigentlich hätte sie mich bloß töten sollen. Ich rieb mir kurz über die Augen und stellte ihr die Tasse Kaffee auf den Tisch. Sie kam rüber und setzte sich hin, deutete mir mich auch hinzusetzen und ich tat es. Es fiel mir einfach schwer mich an diese neuen Dinge zu gewöhnen. Ich sollte mich einfach zu ihr an den Tisch setzen. Das war ziemlich schwer zu begreifen. Ich ließ mich auf den Stuhl sinken und nahm mir etwas Rührei, als sie mit der Schüssel fertig war. Wirklich Hunger hatte ich ehrlich gesagt nicht. Ich war einfach nur müde, aber es würde keinen Sinn machen mich hinzulegen. Sobald ich meine Augen schloss, würden diese Bilder wieder vor mir auftauchen. Ich würde keine Ruhe finden, solange mein Verstand mich damit noch quälte. „Nein, ich hab ehrlich gesagt gar nicht geschlafen. Aber ich bin das gewohnt. Ist nicht das erste Mal.“, beruhigte ich sie. Ich gab sicher gerade kein so schönes Bild ab, aber gleich war sie ja auf der Arbeit und würde sich mit wacheren, ausgeruhteren Menschen umgeben. Ich würde versuchen solange ein wenig mehr Energie zu sammeln. Ich würde schon wacher werden, wenn ich mich ein wenig bewegte und arbeitete. Mit etwas Bewegung würde ich sicher ein wenig fitter werden, damit ich heute Nachmittag nicht wie eine Schlaftablette hinter ihr herlief. Ich nickte leicht, als sie mir nochmal den Tagesablauf erklärte. „Wann wirst du ungefähr hier sein? Ich möchte bis dahin alles fertig haben.“ Ein paar Dinge würde ich sicher noch finden, die ich erledigen konnte. Ich könnte die Fenster putzen oder mich nochmal ans Bad machen. „Dann kann ich die tragen helfen. Das ist eine gute Idee.“ Auch wenn mir mulmig dabei zu mute war einfach so draußen zwischen den Menschen herumzulaufen, wollte ich mich dennoch nützlich machen. Sie wollte, dass ich daraus lernte und das würde ich auch. Ich würde bei diesem Ausflug heute versuchen so viele Leute wie möglich zu beobachten und mir Dinge abzuschauen. Ich hoffte nur, dass ich keine Fehler machen würde.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am So Dez 30, 2018 6:48 pm

Cailan Archer
Resa drehte beinahe durch. Er hatte endlich seine ach so geliebte Tochter gefunden und band sie in die Familie ein und nun verlor er sie. Sie war davongerannt und er glaubte sie wäre vor ihm weggerannt. Ich glaubte das nicht. Ja, anfangs hätte sie das versucht, wenn sie gekonnt hätte, aber nicht mehr jetzt. Doch was sollte Resa auch denken? Er wusste nicht wie streng Gandpa Michael manchmal sein konnte. Manchmal war er eine echte Plage und wenn ich gekonnt hätte, wäre ich früher auch oft davongerannt, wenn er mal wieder geglaubt hatte mir etwas beibringen zu müssen. Ich hoffte also wirklich, dass das hier nur ein kleiner Ausriss war und wir sie recht bald wiederfanden, denn wenn sie tatsächlich weg war, würde Michael fragen stellen und er würde sicher herausfinden, dass sein Enkelkind die Anführerin der Rebellion gegen die Warriors war. Er würde sie hassen und vermutlich aus der Pension zurücktreten und persönlich gegen sie kämpfen. Er war so tief in der Materie drin, er würde Kriege führen, um die Warriors weiter bestehen zu lassen. Er glaubte mit vollem Herzen daran, dass wir immer das richtige taten und ich glaubte das auch, doch ich schlug nicht so sehr in die Extreme wie Grandpa. Er war eben einfach in anderen Zeiten aufgewachsen. Damals hatte es vermutlich mehr tote gegeben, mehr unschuldige Opfer als heute. Es war also nur verständlich, dass er diesbezüglich wirklich ziemlich extrem dachte. Es wäre also besser, wenn er nie herausfand zu wem Alexandra wirklich stand. Ich hoffte also wirklich für sie, dass sie nur vor Michael und dem Skifahren abgehauen war. Ich wusste nicht, was ich tun würde, wenn sie wirklich davongelaufen wäre, um wieder bei AGONY zu sein. Resa aber ging direkt davon aus. Er schob Panik, rief mich von der Hütte auf der Alm aus an und erklärte mir fast schon gehetzt, dass Alexandra nicht dort war. Leider hatte ich auf der Hütte auch nicht viel mehr Glück gehabt und hätte Michael sie auf der Piste gefunden, hätten wir auch längst von ihm gehört. „Mach dir keine Sorgen, Resa. Sie wird nicht mitten im Schneegebiet entschieden haben abzuhauen. Das hätte sie in der Nacht von der Hütte aus gemacht. Sie ist sicher nur vor Grandpas Unterricht gefühlt. Schnapp dir Michael und kommt nach Hause. Ich fahre mit dem Auto in die Stadt. Auf der Piste ist sie ja nicht mehr. Dann muss sie ins Dorf gelaufen sein. Ich finde sie schon.“, versprach ich und schnappte mir die Autoschlüssel des SUVs von der Anrichte im Flur. Ich stieg in den Wagen und fuhr die Wege von dem Skigebiet zur Hütte ab. Auch dort war sie nicht zu finden. Ich fuhr nochmal zur Hütte am Fuße des Berges, doch auch dort fand ich sie nicht. So langsam verlor ich die Geduld. Heute Morgen hatte ich den Trank genommen und langsam ließ die Wirkung nach. Meine Beine trugen mich nicht mehr, als musste ich meine Kräfte wieder nutzen und auch die Schmerzen setzten langsam ein. Selbst auf dem eichen Fahrersitz spürte ich das Brennen in meiner Wirbelsäule. Ich wollte einfach wieder nach Hause! Die Sonne war bereits seit einigen Stunden untergegangen, als ich das einzige Dorf in der Nähe mit dem Auto durchkämmte und sie suchte. Ich war schon kurz davor aufzugeben, als ich eine zierliche Gestalt auf dem Gehweg laufen sah, die den Arm ausstreckte und mitgenommen werden wollte. Ich hielt an und als die Tür sich öffnete - was ein Wunder - offenbarte sich mir Alex. Ich hob eine Augenbraue, als sie einstieg. „Ist das dein scheiß Ernst, Alex?! Resa ist fast ausgetickt! Du hättest Michael einfach sagen können, dass du nicht bereit warst! So wie Resa sich aufgeführt hat, würde es mich nicht wundern, wenn Michael sich seinen Teil denkt!“, fuhr ich sie an. Kein Vater drehte so am Rad, wenn seine ausgewachsene Tochter kurz mal verschwand. Michael hatte das sicher bemerkt und wollte nun wissen, was das zu bedeuten hatte. Ich konnte nur hoffen, dass Resa eine gute Ausrede dafür hatte. Bevor ich losfuhr, schrieb ich ihm noch eine SMS, dass ich sie hatte, damit er sich zu Hause endlich entspannte. Dann setzte ich den Blinker und fuhr los. Ihre Frage danach ließ mich die Hände etwas angespannter um das Lenkrad greifen. „Es geht so. Ich würde gerne nach Hause in mein Bett.“, grummelte ich. Sie hätte es mir auch etwas leichter machen können! „Resa war außer sich vor Sorge. Er macht sich Vorwürfe und glaubt er hätte irgendetwas falsch gemacht. Du solltest dich zu Hause erstmal bei ihm entschuldigen.“, riet ich ihr.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Sonnentänzerin am Mo Dez 31, 2018 2:43 pm

Alex Castillo
Natürlich hatte ich es nicht erwartet, dass mich Cailan verständnisvoll und glücklich in die Arme nahm. Ich wusste, dass ich mal wieder eine dumme Entscheidung getroffen hatte und dass ich diese auch wieder ausbügeln musste. Doch wenn ich jetzt schon hörte, wie verrückt Resa geworden war, dann bekam ich wirklich Angst, um meine Tarnung. Denn ich wollte mir nicht vorstellen, was mein lieber Großvater Michael dazu sagen würde. Würde er mich töten? Und was würde aus Cailan und Resa werden? Sicherlich würden die Warrior sie nicht so einfach davonkommen lassen.
„Es tut mir leid, doch du weißt doch auch aus Erfahrung, dass Michael kein „Nein“ akzeptiert! Außerdem kann ich diese Piste nicht runterfahren, ich habe eine scheiß Angst davor! Ich meine was für ein Großvater stürzt seine Enkeltochter eine Skipiste runter, wenn sie noch nicht bereit dafür ist! Ich habe ihn angefleht und er hat nicht auf mich gehört!“, sagte ich und wurde immer lauter am Ende, um meinen Worten Nachdruck zu verleihen.
„Ich bin nicht wie du oder Resa, Ski fahren fällt mir nicht leicht und es macht mir keinen Spaß. Wenn ich noch einmal auf diesen Dingern stehe, dann bekomme ich sicher eine Panikattacke! Ich bin kein Castillo so wie Michael, Resa oder du. Blutsverwandtschaft heißt nicht immer, dass jeder genauso tickt oder die gleichen Vorlieben hat. Wenn ich ehrlich bin, dann bist du mehr ein Castillo als ich es jemals werden könnte…“
Ich wusste, dass mein Gejammer nichts von meinem Verhalten rechtfertigte. Wahrscheinlich hätte ich Bescheid geben müssen, die ganze Familie hatte Sorgen gemacht und ich fühlte mich furchtbar deswegen. Gleichzeitig regte ich mich über meine Dummheit auf zu glauben, dass Resa nicht ausflippen würde. Er hatte zu viel erlebt und ich muss sagen vor ein paar Wochen noch wäre ich sicher einfach abgehauen, egal wie.
Wir fuhren in die Einfahrt zu unserem Ferienhaus und Cailan parkte das Auto in der Garage. „Keine Sorge ich werde mich bei Resa entschuldigen, das heißt wenn er mich zu Wort kommen lässt. Aber mal was anderes, wieso nimmst du das Elixier? Ich meine es ist doch für Notfälle gedacht gewesen! Stell dir mal vor Resa oder Michael finden das heraus? Dann sind wir beide dran, außerdem solltest du nicht so leichtfertig damit umgehen, die Schmerzen werden immer schlimmer. Deshalb werden die Leute auch süchtig danach. Cailan versprich mir bitte es nur für Notfälle zu verwenden! Du kannst doch ansonsten laufen, dieses Elixier brauchst du überhaupt nicht!“, sagte ich und stieg mit ihm aus dem Auto. Doch bevor er mir eine Antwort gab, kam auch schon Resa in die Garage gestürmt und drückte mich fest an seine Brust.
„Oh Gott Alex, du hast mir solche Angst gemacht.“, sagte er an meinem Scheitel und drückte mich fester an sich. Wir standen sicher ein paar Minuten so da, ich tätschelte ihm den Rücken und entschuldigte mich oft bei ihm. „Ich dachte du wärst wirklich abgehauen, als Cailan deine Skier entdeckt hat habe ich geglaubt– Das war’s, jetzt ist sie weg. Warum bist du weggerannt? Wieso hast du niemanden Bescheid gesagt? Alex, wir waren alle Krank vor Sorge!“
Als er mich endlich losließ ging ich schon mal voran ins Haus während er noch seinem Sohn dankte und Cailan der ein wenig mitgenommen aussah umarmte. Während dieser sofort auf sein Zimmer gehen konnte, durfte ich meiner Familie erst einmal erklären was überhaupt los war. Ich lief vor Resa ins Wohnzimmer und sah in die verwirrten aber auch erleichterten Gesichter meiner Familie. Um ehrlich zu sein glaubte ich, dass viele von ihnen Resas Sorge für unbegründet hielten, besonders Michael musterte mich eingehend. Vermutlich war er enttäuscht, dass ich sie sitzen gelassen und ihnen einen schönen Nachmittag zerstört hatte. „Alexandra wo wars du denn? Dein Vater und Bruder sind krank vor Sorge um dich gewesen. Resa wollte sogar die Polizei verständigen.“, fragte Granny (Resas Mum) und hielt Michaels Hand.
Ich sah über die Schulter zu Resa und seufzte dann, „Es tut mir leid, dass ich einfach so weggelaufen bin. Doch ich konnte diese Skipiste einfach noch nicht runterfahren, ich hatte Angst und deshalb bin ich abgehauen.“, gestand ich und hielt den Kopf gesenkt. „Aber wieso hast, dass denn nicht gesagte?“, wollte Resa wissen und nahm mich an den Schultern.
„Ich wollte niemanden enttäuschen. Jeder Castillo kann Ski fahren, um dazu zu gehören wollte ich es auch lernen, doch ich bin nicht so gut und lerne nicht so schnell wie du oder Cailan. Diese Piste nochmal runter zu fahren hat mir furchtbare Angst gemacht, mir sind die Sicherungen durchgebrannt und ich bin abgehauen. Es tut mir sehr leid, bescheid sagen konnte ich auch niemanden, da ich mein Handy hier liegen gelassen habe.“
Ich sah wie Michael den Kopf schüttelte, „Das ist alles? Dein Vater hat ein ganz schönes Theater veranstaltet, wollte gleich Suchtrupps aufstellen!“
„Ja er ist ein bisschen übervorsichtig bei mir, aber nur weil ich anfangs eine ziemlich lästige Göre war. Ich war eine hatte Stress mit der Polizei. Nachdem meine Mutter gestorben war, ging es mir schlecht ich wollte den Schmerz lindern und bin ziemlich abgerutscht. Resa hat mich gesucht und mich aufgenommen, doch damals bin ich immer mal wieder weglaufen, mal für Tage, Wochen oder sogar Monate. Erst als im Knast saß, weil ich eine Flasche Wodka geklaut hatte, wurde ich wachgerüttelt, denn so konnte es nicht weitergehen. Resa hat mir geholfen auf die Beine zu kommen, indem ich die Warriorausbildung machen darf. Ich glaube er hatte einfach Angst vor einem Rückfall.“, log ich sie an und setzte eine Schuldbewusste Mine auf. „Sie ist schon länger bei dir und du hast es uns erst jetzt erzählt? Resa was soll das?“
„Das ist nicht seine Schuld, ich wollte es so vor allem als es mir so schlecht ging wollte ich niemanden sehen. Ich wollte auch nicht, dass ihr mich verachtet, für das was ich getan habe, denn ihr seid alles o perfekt und ich bin es nicht. Deshalb gibt mir die Schuld und nicht meinem Vater.“, sagte ich leise und sah wie Resa sich hinter mir versteifte bei meiner Lüge.
Ich wurde noch eine Weile durchlöchert, bevor ich gehen durfte. Ich machte zwei Tees und ging hoch zu Cailan, klopfte an der Tür und ging zu seinem Bett.
„Ich habe hier einen Kräutertee, der sehr gut Schmerzen lindert, probiere ihn mal und dann dreh dich auf den Rücken, dann kann ich dir noch etwas von der Schmerzsalbe geben, die Ares mir mal gemacht hat.“, sagte ich und stellte das Tablett auf seinem Nachtschrank ab, bevor ich ihm seinen Tee gab. „Er wird dir gut tun mehr als das Elixier. Du solltest wirklich vorsichtig damit umgehen, stell dir mal vor du stößt dir den Zeh vor Michael, der würde ausflippen. Was wäre, wenn die Wirkung nachlässt und du Ski fährst? Je öfter du etwas davon nimmst, desto kürzer und weniger wirkt das Elixier.“, erklärte ich ihm.
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Re: The secret warriors (RPG)

Beitrag von Skyfall am Mo Dez 31, 2018 4:12 pm

Cailan Archer
Ja, ich kannte Michael! Er hatte mich auch mit diesem Unterricht gequält. Ich hatte in genau diesem Jahr meine Genmanipulation durchgezogen und war dabei gewesen wieder zu lernen zu gehen und er hatte mich auf die Skier gestellt. Er hatte mich vom Rand der Piste gestoßen, ehe ich richtig hatte laufen können. Er hatte mich mit zittrigen Knien auf das Snowboard gestellt und es war übel gewesen. Er hatte mich getriezt, bis ich keine Kraft mehr gehabt hatte selbst aufzustehen. Er hatte mich abends von der Piste tragen müssen. Also ja, ich wusste wie Michael sein konnte und wie gerne man manchmal fliehen würde, aber auch ich hatte es nie getan und gerade in ihrer Situation hätte sie wissen sollen, was das auslösen würde. Gerade bei Resa. Er glaubte langsam endlich bei ihr durchzudringen. Er nahm sie in der Familie auf und… er hatte sie als Tochter wirklich akzeptiert. Er hatte einfach geglaubt mittlerweile ihr Vertrauen gewonnen zu haben und sie nicht mehr bewachen zu müssen. Sie hatte sein Vertrauen gebrochen und natürlich hatte Resa sofort geglaubt sie wäre für immer davongelaufen. Das wäre genau das gewesen, was sie getan hätte. Um ehrlich zu sein hatte ich auch nicht mehr damit gerechnet sie noch zu finden. Auch ich hatte gegen Ende hin geglaubt sie wäre tatsächlich davongelaufen. „Er hat es mir auch beigebracht! Ich weiß ganz genau wie es ist mit Michael als Lehrer, okay? Aber gerade in deiner Situation… Du weißt wie sehr du Resa damit um den Verstand bringst.“ Vielleicht hatte sie in dem Moment nicht daran gedacht, aber irgendwann musste sie doch darüber nachgedacht haben. Sie hätte früher nach Hause kommen sollen. Sich einen Bus oder ein Taxi nehmen müssen. Doch sie war fort geblieben und wir hatten Stunden lang nach ihr gesucht. „Du bist hier der Castillo. Nicht ich. Michael war mit mir lange nicht so nachsichtig wie mit dir. Er hat lange gebraucht mich überhaupt zu akzeptieren. Du kannst froh sein eine richtige Castillo zu sein. Ich hätte schon einiges dafür gegeben.“ Sie wusste es einfach nicht zu schätzen. Sie könnte es einfach genießen, aber stattdessen sträubte sie sich. Grandpa und Nana Castillo liebten sie jetzt schon viel mehr als sie mich bisher geliebt hatten. Ja, das klang hart, aber es war nun einmal wahr. Als sie nun auch noch Anfang mich wegen dieses verdammten Tranks ins Verhör zu nehmen, spannte ich mich noch mehr an. Jaja, als würden die Schmerzen mir das nicht auch schon sagen. Ich wusste das ja! Ich tat es nur momentan. Momentan war es einfach nötig! Ich brauchte das jetzt. Nur die paar Tage, danach würde ich aufhören. Sie wusste, dass ich vernünftig war. Ich war der Vernünftige von uns beiden! Genau das wollte ich ihr gerade an den Kopf schmettern, als sie einfach die Tür aufriss und Resa entgegentrat. Ich knirschte mit den Zähnen, zog die Handbremse an und stieg aus, wo ich Reas Umarmung nur kurz erwiderte und ihn dann abwimmelte. Ich quetschte mich an den sechs Großeltern vorbei und flüchtete hoch in mein Zimmer. Mein gesamter Rücken stand in Flammen. Es fühlte sich grausam an. Der Scheiß zog bis in meinen Nacken hoch und ich war echt fertig. Ich ließ ich also nur fertig ins Bett sinken, zog die Decke über mich und zog meine Beine an meine Brust wie ein Fötus im Mutterleib. Ich lag bloß da, kniff die Augen zusammen und versuchte mich vom Schmerz abzulenken. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Entzugsschmerz mit jedem Mal schlimmer wurde. Mein erster Reflex war es noch etwas von dem Elixier zu nehmen, aber… nein. Nein, ich war der Vernünftige. Als die Tür sich öffnete, wollte ich denjenigen am liebsten wieder rausschicken, aber damit würde ich mich nur selbst verraten. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Kräutertee? Wie sollte ein Tee meine Schmerzen lindern. Sie hatte ja keine Ahnung wie heftig das hier war. „Schmerzsalbe klingt gut. Aber wenn ich von dem Tee pissen muss, musst du diese Nacht meinen Nachttopf leeren.“ Ich würde es sicher nicht schaffen mich diese Nacht auf die Toilette zu schleppen. „Ich bin vorsichtig, okay?! Das ist ja kein Dauerzustand. Ich hab das Zeug vielleicht ein oder zweimal genommen. Dafür hast du es mir doch geschenkt. Scheiße, ich genieße es eben einfach. Du hast ja keine Ahnung wie es ist nach all den Jahren endlich mal wieder etwas zu spüren. Ich habe es genossen und es ist vorbei. Scheiße, jetzt gib mir bitte diese verdammte Salbe.“, murmelte ich und drehte mich vorsichtig auf den Rücken. Sie verstand es nicht. Das konnte sie auch nicht. Sie hatte zwei funktionierende Beine. Sie hatte nichts, das sie vermissen konnte. (Vermutlich letzter Post dieses Jahr :O )
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