The Hamptons [Revenge] RPG

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am So Nov 18, 2018 2:28 pm

Mika Juste Chaplin
Dieses ganze Spiel war mir in der Tat zu albern. Joaquim redete sich irgendeinen „Stuss“ selbst ein, nur um sich selbst weiterhin verkaufen zu können, wie stark er doch war. Brauchte er etwa eine Aufgabe in seinem Leben? Gefiehl ihm die Rolle nicht, die er spielte? Er hatte doch schon lange nicht mehr in den Spiegel gesehen.  Er war selbst doch gar nicht in der Lage dazu. Vor mir stand ein Mann der sich selbst in irgendwelchen Hirngespinsten verlor. Dinge besser zu machen als sein Vater- um welchen Preis? Wofür brauchte er mich?! Er erkannte Liebe doch noch nicht einmal wenn sie direkt vor ihm lag. Die Wahrheit war doch, dass auch er alles verloren hatte. Ich konnte mir nur wage vorstellen, wie es war in seiner Situation zu stecken, aber er hatte seine Familie zerrüttet. Millionen Menschen sahen jetzt auf ihn hinauf und fürchteten ihn. Sie sehnten sich nach seiner Position von Macht und Joaquim hatte rein gar nichts, was ihn in dieser Position hielt. Er war nicht so verbittert wie sein Vater- doch um welchen Preis sollte er sich also wünschen in seiner Position zu stecken? Er war mit einer Frau verheiratet, die er nicht liebte. Er war Blind, er wurde von seinen treuesten Beschützern verraten und hintergangen. Seine Freunde waren fort. Es hatte ihn beinahe sein Leben gekostet. Nein, er hatte ihn sein gesamtes Leben gekostet. Genau aus diesem Grund kam er her. Sein Dasein in dieser Rolle, die er vergebens so Ideal versuchte zu verkörpern, war wie eine Sanduhr, die langsam ablief und er verlor sich in dem Wahnsinn dahinter. Ich mochte vielleicht eine wirklich lange Zeit fort gewesen sein, doch ich konnte ihn lesen wie ein offenes Buch. Was machte Joaquim so sicher, dass ich mich nach diesem Leben zurück sehnte? Nach ihm? Was hatte er mir gegeben vor all dieser ganzen Sache die passiert war. Hatte er mich jemals wertgeschätzt? Wohl eher Klein gehalten und so langsam merkte er, dass er so ziemlich einsam war. In seiner Rolle- in seinem Dasein. Ich hatte nie in diese Welt gepasst und auch wenn ich wusste, dass Iwanow mich niemals einfach so ziehen lassen würde, versuchte ich mich im Augenblick Schritt für Schritt von den dingen zu lösen die mich beschäftigten. Joaquim konnte sich gar nicht vorstellen, was um alles in der Welt mich das alles kostete Wie viel Lebenswillen ich daran klammerte. Denn das alles war für mich einfach nicht leicht zu verarbeiteten. Joaquim konnte sich nicht vorstellen wie das alles für mich war. Ich erhob mich und unterließ es weiter in meinen Schränken zu wühlen.. Er war die geborene Dramaqueen. Tatsächlich beabsichtigte er es mich mit seinen Worten um den Fingern zu wickeln. Er setzte genau dort an, wo er spürte das meine Fassade einknickte. Doch glaubte er wirklich, dass er damit weit kam? Nur weil er spürte, dass er mir an diesen Punkten schwerer fiel. .„Alles was aus deinem Mund heraus kommt, klingt immer so furchtbar Melodramaitsch. Ich gebe niemanden für irgendetwas eine Schuld“, murmelte ich. Dabei waren diese Worte nicht unbedingt die Wahrheit. Natürlich hatte ich irgendwann angefangen die Schuld bei den Menschen um mich herum zu suchen. Sie hatten mich nicht gefunden- sie hatten die Zeit in der ich in Ketten in einem kalten Raum gesessen hatten hinausgezögert. Sie hatten nicht genug getan! „Ich habe es mir wenn alleine zuzuschreiben, richtig? Ich bin ein Chaplin. Ich kann nicht aus meiner Haut, liegt scheinbar in der Familie. Seien wir ehrlich, wir wussten alle das solche Dinge vorprogrammiert sind. Wir leben in dieser scheiße kalten Welt und können froh sein, nicht jeden Abend eine Kugel zwischen den Augen aufwachen. Aber beschweren sollte ich mich darüber wohl weniger. Das macht das Leben aufregender. Wie ein Glücksrad. Jeder Tag ist ein Abenteuer. Jeden Tag ein neues Glück.“ Ich stolperte beinahe über meine beiden Füße als ich mich auf die Bank zu bewegte die sich als Ideale Stelle herausstellte die genügend Platz zwischen mir und Joaquim aufzeigte. „Mich würde viel mehr interessieren, wie es dir in deiner neuen Rolle so ergeht? Was aus dir geworden ist. Ich meine, wir müssen nicht ständig nur um mich reden. Wieso geht es ständig um mich?“ Ich ließ mich geschafft nach hinten gegen die Wand fallen. Meine Augen blieben dabei an Joaquims Körper hängen.  „Wir wissen was aus mir geworden ist, aber was ist mit dir? Warum bist du dir so unglaublich sicher, dass du geschaffen dafür bist, das Imperium deines Vaters weiterzuführen?“, fragte ich und zog eine Augenbraue in die Höhe. „Was glaubst du, gibt dir die Macht dazu? Du bist Blind. Du spielst von der Tribüne aus. Du hast keine Ahnung was hinter den Kulissen passiert. Bist zu Naiv, zu glauben in jedem Menschen steckt auch eine gute Seite. DU traust ihnen ohne etwas zu riskieren. Es ist ja nicht so, als ob ich die Loyalität deiner Männer anzweifeln würde, aber seien wir ehrlich, hast du eine Ahnung von dem was du tust. Du lässt andere Leute deine Arbeit erledigen. In dem Wunsch es besser zu tun wie dein Vater. Erklär es mir. Wenn du so versessen darauf warst mich zu finden, warum auf diese Art und Weise? Was hat es dir gebracht?Vor allem, nach allem was es dich gekostet hat? Versteh mich nicht Falsch, ich will es nur verstehen."
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 18, 2018 3:02 pm

Joaquim Jenson
Ich schüttelte nur den Kopf. Ich wurde nicht schlau aus dem, was er mir da erzählte. Wieso sprach er nicht einmal klar über das, was er wollte? Wieso musste es immer in Rätseln geschlungen sein, sodass es niemand verstand? Was wollte Mika von mir? Wollte er, dass ich ihn in Ruhe ließ, damit er weiter „in Frieden“ mit seinen Entführern zusammenleben konnte? Oder wollte er, dass ich ihm half da rauszukommen, damit er ein Leben beginnen konnte wie er es wollte? Mein Angebot ihm zu helfen stand! Egal wie er sich am Ende entscheiden würde. Ich half ihm nicht aus egoistischen Gründen - zumindest nicht nur. Ich würde ihm auch bloß da raus helfen. Wenn er danach ein Leben ohne mich auf einem anderen Kontinent beginnen wollte, dann würde ich das genauso akzeptieren! Aber zumindest wüsste ich dann, dass Mika es gut hatte und er glücklich war. Ob ich damit leben könnte war dann aber die andere Frage. Welche Gründe hatte ich denn noch dieses Leben weiterzuführen? Ich war mit einer Frau verheiratet, die ich nicht liebte. Die Liebe meines Lebens schien kein Interesse mehr an mir zu haben. Meine Familie verachtete mich und ich hatte tausende von Feinden für eine Arbeit, die ich nie hatte machen wollen. Ich war zum Vatermörder geworden und meine Freunde und engsten Verbündeten, hatten mich verraten und mein Leben zerstört, mich versucht zu töten. An meinem Leben war nichts, das auch nur ansatzweise lebenswert war, außer die Liebe zu Mika. Bei ihm war ich glücklich gewesen und ich wollte dieses Glück zurückgewinnen. Es war egal was ich machte, solange Mika bei mir war. Doch er wollte nicht. Er schien mich nicht zu wollen, auch wenn er gesagt hatte mich immer noch attraktiv zu finden. Was änderte es? Solange er bei diesen Menschen lebte und mit ihnen arbeitete, würde ich ihn nie haben können. „Es war niemandes Schuld. Nicht meine und noch viel weniger deine.“ Wenn hier jemand Schuld war, dann wohl sein Vater. Josef hätte für seine Sicherheit sorgen sollen. Er hätte auch für meine Sicherheit sorgen müssen! „Also was ist es dann, was du willst? Ein ruhiges Leben? Du weißt ich würde dir dabei helfen… Alles, was du willst.“ Ich würde ihn nach Timbuktu schicken und ihm ein Leben in Ruhe und im Schatten schenken, wenn es das war, was er wollte. Mika wusste ganz genau, dass ich alles für ihn tun würde. Ich hatte ja sogar meinen eigenen Vater getötet, nur um die Chancen zu vergrößern Mika zu finden. Ich schnaubte und ließ die Schultern sinken. „Ich und geschaffen für dieses Imperium? Dass ich nicht lache… Du weißt genauso gut wie ich, dass ich kein Anführer bin. Ich werde versagen, auf eine andere Art als er, aber genauso erbärmlich. Wenn wir realistisch sind, wird mir irgendwann jemand auf offener Straße eine Kugel in die Brust jagen. Du hast Recht. Ich bin blind und… naiv und dumm und kindisch. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mich jemand aus dem Weg räumt, dessen bin ich mich absolut bewusst, Mika. Ich habe meinen Vater nicht getötet, um auf ewig dieses Drogengeschäft zu regieren, das ich niemals wollte. Meine beste Aussicht ist wohl so lange zu überleben, bis mein Bruder alt genug ist zu übernehmen. Aber ich weiß, dass ich es besser werden mache als mein Vater. Ich kämpfe zumindest noch für meine Familie. Er hätte gleich nach deinem Verschwinden anfangen müssen nach dir zu suchen. Wovon er zu wenig hatte, habe ich offenbar zu viel.“ Ich seufzte und ließ mich langsam auf die Stufen sinken, senkte den Kopf und knetete nervös meine Finger. „Da gibt es nichts zu verstehen. Ich kann es ja selbst nicht erklären. Ich weiß nur, dass alles, was ich jetzt noch will, ist dich glücklich zu sehen. Das ist alles… Um mehr geht es mir hier doch gar nicht.“ Hatte er das denn immer noch nicht begriffen?
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am So Nov 18, 2018 9:14 pm

Mika Juste Chaplin
Das alles war zu viel für mich. Ich fühlte mich hier neben ihm wie ein kompletter Freak. Wie ein Psycho, der nicht in der Lage war ihm das zu sagen was er hören wollte. Dabei waren es so leichte Worte! Ich hätte ihn einfach wegschicken können. Doch ich tat es nicht. Ich brachte diese verdammten Wörter einfach nicht über meine Lippen. Und doch reichte ihm das scheinbar nicht- Konnte Joaquim denn gar nicht verstehen, wie ich mich im Augenblick fühlte?! Diese ganzen Dinge die er sagte, setzten mich doch nur weiter unter Druck. Niemand konnte es sich vorstellen mit der Last zu leben mit der ich im Augenblick lebte. Ich konnte meine Augen nicht mehr schließen sobald ich allein war. Sie hatten mir all diese Flausen in den Kopf gesetzt von denen ich jetzt langsam wieder beginnen musste sie zu sortieren. Sie waren es, die mich zu unmenschlichen Dingen gezwungen hatten, nur damit ich jemals wieder das Tageslicht erblicken könnte. Ich hatte es getan um zu überleben. Und letz endlich war ich mir noch nicht einmal sicher, ob sie meinen Willen gebrochen hatten. Menschen wie diese taten es mit Leichtigkeit. Sie erschufen sich die Menschen, die sie wollten. Joaquim hing jedoch nur an den Dingen die Vergangen waren. Woher war er sich so sicher, dass er das ganze überhaupt wollte? Er wollte mir doch nicht etwa weiß machen, dass sich nichts verändert hatte und alles beim alten blieb. Es waren die selben Probleme und die selben Menschen um uns herum. Tag für Tag. Ich hatte die Schnauze voll von diesem Leben! Wenn ich mit ihm gehen würde, war er nicht mehr sicher. Und die Art und Weise wie er darüber nachdachte und sprach war so absolut töricht und dumm! Warum ließ er sich in diese Gefahren ein?! Ein Teil von mir hatte sich vielleicht verändert, aber der andere war immer noch nicht wirklich begeistert zu hören, einfach so in den Tag zu leben. Das hier war kein Leben! Es war ein Todesschein! Sicher- war ein Großes Wort welches in unserem Leben nicht existierte. Vermutlich war ich es selbst dann auch nicht mehr, geschweige meine Familie. Zudem wusste ich im Augenblick einfach nicht wo ich hin gehörte. All diese Geheimnisse und Dinge, von denen ich schon gar nichts mehr wissen wollte. Dinge die einem über den Kopf wuchsen. Joaquim wusste doch das ich nie "solch" ein Kerl gewesen war. Niemals würde ich in die Fußstapfen meines Vaters treten. Eher würde Noelia diese Rolle zufallen. Was brachte es mir andere Menschen zu unterjochen, sie in die Knie zu zwingen und Macht auszuüben obwohl sie mir nicht zustand?! Nichts-, Garnichts, wollte ich mehr damit zu tun haben! Seid dem ich Joaquim wieder gesehen hatte an der Gala, waren die Nächte um mich herum härter geworden. Unstrukturierter. Ich stand komplett neben mir. Ich musste mich völlig neu Sortieren. Um ehrlich zu sein, wollte ich beider Leben nicht! Das wusste ich jetzt. Vermutlich war dies auch der Grund warum ich zurück hier her gekommen war. Weil ich das Meer immer als einen unendlichen Ozean voller Möglichkeiten gefunden hatte. Doch war er das? Oder nur ein weiteres kleines Hirngespinst, von dem ich selbst nicht wusste ob es stimmte. Vermutlich würde ich all diese Dinge die in meinem Kopf herum schwirrten und nicht mehr stimmten, nie wieder richtig Sortiert bekommen. Es spielte eben alles absolut keine Rolle mehr. Ich wollte dieses Leben nicht. Weder mein Altes noch ein neues als Joaquims Anhängsel. Einfach weil ich wusste, dass es nicht gut endete. Seine Worte klangen aus meiner Sicht aus ehrlich, aber dennoch verstand ich viele Dinge daran nicht. Wieso hatte er so gehandelt, wenn er all das hier nicht wollte? Wieso war er dann noch hier? „Und wieso bist du noch hier?“, fragte ich und lehnte mich nach hinten. „Wieso führst du all das hier weiter wenn man einfach einen Strich darunter ziehen könnte?“ Ich musterte ihn. Aus irgendeinem Grund interessierte es mich im Augenblick einfach zu sehr, wie er auf die ganze Sache reagierte. Ich wollte wissen was in ihm vorging und ihn verstehen. Denn genauso wenig wie das er mich verstand, wusste ich was in seinem Kopf vorging. Diese Frage meinte ich durchaus ernst und sie war berechtigt. Es war eine Alternative. Aus meiner Sicht hätte ich mich schon längst wieder aus dem Staub gemacht, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre. Es herrschte Stille. Ich wusste das Joaquim eine Antwort erwartete, doch diese würden so in diesem Fall nicht über meine Lippen gleiten. Ich schnappte nach Luft. "Was ist, wenn wir gehen?", fragte ich und ließ die Frage damit zunächst einmal offen und unbeantwortet im Raum stehen. "Wenn wir alles an den Nagel hängen und der Sache hier einfach den Rücken kehren? Ich weiß das das alles im Augenblick sehr viel ist. Ich habe keine Ahnung wo mir der Kopf steht. Aber ich kann diese verdammte Stadt hier nicht mehr ertragen. Die Leute machen mich krank. Einfach alles macht mich krank. Was glaubst du würde im schlimmsten Fall passieren?" Einfache Worte von denen ich nicht glaubte, dass Joaquim sie annahm. Es war keine Alternative. Er hatte eine Familie- Leute die sich auf ihn verließen. Wer wusste was passieren würde, wenn er fort war und dies dem Schicksal überließ.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 18, 2018 9:44 pm

Joaquim Jenson
Wieso bloß fand ich mich nun schon wieder in dieser Situation mit ihm wieder? Ich hatte meinen Mika endlich wieder zurück und alles, was wir taten, war zu streiten. Wir saßen uns gegenüber und er sagte mir die Gründe auf wieso er nicht mit mir mitkommen konnte. Obwohl... eigentlich sagte er mir keine Gründe, wenn ich so recht darüber nachdachte. Er erklärte mir bloß immer wieder, dass er nicht mit mir kommen konnte oder wollte. Das war alles, was er zu mir sagte. Er gab mir keine Gründe dafür, dass er bleiben wollte, sagte mir aber auch nicht direkt, dass ich ihn nicht aus dieser ganzen Sache retten sollte. Genau genommen sagte Mika einfach nichts. Er sagte so viel, aber nichts davon war wirklich von Bedeutung. Begriff er denn überhaupt wie wichtig das alles hier für mich war? Er würde nicht so mit mir umspringen, wenn er mich mal ernst nehmen würde. Er hatte mein blutendes, offenes Herz in seinen Händen und tat nichts damit als es hin und her zu wiegen und sich zu überlegen, ob er es auf den Boden schmettern oder sanft aufnehmen sollte. Ich schnaubte bloß, als Mika mich fragte wieso ich noch weitermachte. War das sein ernst? Was glaubte er denn wieso ich mich durch so ein Leben quälte, das ich nie gewollt hätte? „Ist das wirklich dein Ernst? Das fragst du noch? Du, Mika. Du bist der Grund dafür. Du hast immer gewusst, dass mein Vater an der Spitze eine Gefahr war. Du hast Dir die Veränderung immer gewünscht und ich brauchte sie, um mehr Möglichkeiten zu haben dich zu finden. Du weißt ich wollte diese Macht nie, aber ich brauchte sie, um dich zurück zu bekommen... oder zumindest um Dir zu helfen.“ Und er brauchte Hilfe. Ob er das nun einsehen wollte oder nicht. Ich liebte ihn. Von ganzem Herzen und das wusste ich jetzt. Er war der Eine für mich und er würde der Einzige für mich sein. Wenn ich ihn verlor, verlor ich mich selbst. Ich schluckte hart, als Mika vorschlug zu fliehen. Er wollte abhauen, einfach davonrennen. Ich atmete tief durch. Mein Herz schlug bereits Purzelbäume, aber... „Du hattest mich schon mal so weit, Mika. Am Abend, an dem du verschwunden bist. Ich wäre dir überall hin gefolgt. Und das würde ich immer noch... aber... was ist mit meiner Familie? Meine Mutter hasst mich vielleicht, aber sie braucht mich. Und wenn ich weg bin, werden sich alle auf diesen Posten stürzen. Wer weiß welcher Idiot dann noch mehr Schaden anrichtet als mein Vater es bereits getan hatte?“ ich senkte den Kopf und presste die Lippen aufeinander. Mein Herz brach. Ich könnte mit ihm mitgehen. Ich könnte mit ihm leben, wenn ich nur das Leben aufgab, das ich eigentlich hasste, aber... ich konnte nicht. „Du hast diese Veränderung immer gewollt. Du hast mich an Vaters Stelle gesehen. So sehr ich auch will, ich kann das nicht einfach hinschmeißen und meine Familie diesem Schicksal überlassen. Sie würden sie töten und das weißt du... Aber wenn das die einzige Möglichkeit ist, die du für uns beide siehst... ich habe bereits meinen Vater für dich geopfert.“ Sprach ich gerade wirklich davon den Tod meiner Mutter und meines Baby-Bruders in Kauf zu nehmen? Ich kniff die Augen zusammen, grub meine Finger grob in meine Haare und überlegte krampfhaft wie ich all das möglich machen könnte. „Meeks, ich liebe dich... ich könnte Dir dieses Leben verschaffen. Zumindest Dir. In Freiheit, versteckt, irgendwo am Strand. Du würdest es gut haben. Ich Schenke Dir jedes Leben, das du dir wünschst, solange du meine Hilfe nur annimmst. Bitte... lass mich dir da das helfen. Lass mich dich von da weg holen.“ Wieso nur kämpfte er immer noch dagegen an?
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mo Nov 19, 2018 6:45 pm

DELILAH Thompson

So hatte der Plan nicht gelautet. Eigentlich hatte ich wirklich nur vorgehabt, Keenan vorzustellen, und ihm zu zeigen das er mehr Möglichkeiten hatte als er dachte. Er musste sich nicht mit dem zufrieden geben, was er bis jetzt erreicht hatte. Ja, er lebte von seiner Kunst, aber sonderlich gut war dieses Leben doch nun auch nicht. Er hatte keine Wohnung, sondern hauste in irgendeinem nassen, kalten Loch im nicht sonderlich schönen Teil New Yorks. Er lebte von seiner Kunst, verkaufte diese jedoch zu einem Spottpreis und hatte eindeutig keine Ahnung davon, was er eigentlich dafür bekommen konnte. Er hatte es doch jetzt gesehen - er konnte bis zu dreihundert Dollar bekommen, für nur eine Skulptur. Schmunzelnd drehte ich mich in Keenans Richtung, sah zu dem Scheck den er in den Händen hielt. Noch nie in seinem Leben hatte er so viel Geld zwischen den Fingern gehalten? Das hatte wohl schon etwas zu bedeuten, und erzählte nur ziemlich viel über den Standart in dem er zu leben versuchte. Damit konnte er nun wohl ziemlich viel anfangen, auch wenn er zuerst einmal etwas zu zahlen hatte - nun hatte er immerhin genug um seine Heizungskosten zu bezahlen. Die heiße Dusche und das Abendessen würde ich ihm dennoch noch anbieten, immerhin hatte ich es ihm versprochen. Kaum verstand er wirklich, was ich gerade getan hatte, begann das Kopf abschlagen bereits. Mir war klar gewesen, dass er so reagieren würde. Er hatte zwei Wochen für eine einzige Skulptur gebraucht, hatte sehr wahrscheinlich wirklich nicht genügend Müll um jetzt daraus noch weitere zehn Skulpturen zu basteln, aber wenn er es nicht versuchte konnte er doch auch nicht gewiss sagen, dass er es nicht schaffen würde. Ich zuckte unschuldig die Schultern, winkte dabei gleich ein Taxi herbei. Ich schürzte die Lippen und sah ihn an. "Keenan, atme tief durch. Fünf Wochen sind eine lange Zeit, wir kriegen das schon hin. Und wenn nicht, dann überlege ich mir etwas anderes und lasse die Leute hier wissen, dass wir etwas mehr Zeit brauchen," erklärte ich. Irgendwie würde es schon glatt über die Bühne gehen, er musste nur daran glauben. Er würde es schon schaffen, und alleine würde er jetzt schließlich auch nicht mehr arbeiten. Ich war doch immerhin nun so etwas wie seine Managerin, auch wenn ich absolut keine Ahnung hatte was ich als diese tun sollte. Lachend schüttelte ich den Kopf, schob Keenan ins Taxi und stieg selbst ein. "Ich habe doch sowieso keine Chance da noch auszusteigen. Du kannst nur froh sein, dass ich sonst nichts zutun habe," scherzte ich. Gut, ich hätte ihm wohl auch sonst geholfen, schließlich hatte ich ihn in diese Situation gebracht. Das hieß aber noch lange nicht, dass ich etwas dafür wollte. Kopfschüttelnd lehnte ich mich zurück und nannte ihm meine Addresse. "Ich brauche keinen Anteil von den Preisen die du bekommst. Du brauchst das Geld selbst, und hey - vielleicht macht es mir ja Spaß und ich finde meine Berufung hierin," antwortete ich lachend. Ich warf noch einmal einen Blick über meine Schulter hoch zum Gebäude, aus dem wir gerade gekommen waren. Ging es nur mir so, oder hatte Mr. Richards dort doch sehr viel mehr zu sagen als ich gedacht hatte? Zumal er dieses ganze Gespräch in eine Richtung geführt hatte, in die ich es doch nicht gehen hatte sehen. Gut, ich hatte gehofft das er eine Chance bekommen würde, aber so? Ich hatte doch echt nicht gedacht das es so schnell gehen würde, ihm einen Vertrag bieten zu können.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mi Nov 21, 2018 5:12 pm

Keenan Nile
Ich war nicht wirklich begeistert von dieser ganzen Sache. Natürlich freute ich mich darüber die Skulptur für mehr Geld als sonst verkauft zu haben und eventuell einen Job zu bekommen! Das waren für einen wir mich super Aussichten, aber das alles war einfach so viel. Ich war nur ein Waisenkind, das nie etwas gelernt hatte. Och hatte weder studiert, noch hatte ich einen vernünftigen Schulabschluss. Ich war ungebildet, arm und bloß irgendsoein Kerl aus dem wohl schäbigsten Teil New Yorks. Selbst wenn diese Leute jetzt gerade über mein Aussehen und den erste Eindruck, den ich machte, übersehen hatten, wie würde es aussehen, wenn ich meine Unterlagen abgab? Ich hatte bloß das mickrige Zeugnis der Schule im Waisenhaus damals abzugeben. Meine Adresse sagte genug über meinen Lebensstandard aus und mein restlicher Lebenslauf war abgesehen von dem Waisenhaus bloß eine große Lücke. „Fünf Wochen sind nichts. Da schaffe ich vielleicht gerade einmal drei Skulpturen. Aber sicher nicht mehr als das Dreifache davon!“ Sie hatte ja selbst bemerkt, dass ich zwei Wochen für die eine Skulptur gebraucht hatte. Eine Woche davon hatte ich zwar nur herumgelegen, aber diese Phase war sicher nicht die letzte gewesen. Die Zeit, die ich hatte war also dennoch knapp bemessen. Eigentlich bräuchte ich das doppelte. Was, wenn ich dann auch noch ausfiel? Nein, Delilah hatte keine Ahnung wie schwer es war. Das war immerhin keine Fließbandarbeit. Ich wusste nicht immer, was ich tat. Ehrlich gesagt wusste ich das die meiste Zeit lang nicht. Ich tat bloß das, wonach mir war. Dabei kam nicht immer etwas Gutes bei heraus, aber oft konnte ich zufrieden damit sein. „Wenn du nicht dabei wärst, würde ich morgen nicht hingehen. Ich bräuchte es nichtmal versuchen. Ich bin weder organisiert, noch verlässlich. Sowas ist nicht mein Ding. Ohne Hilfe würde ich das wohl kaum schaffen.“ Ich war nicht der Typ, der sich hinsetzte und auf Knopfdruck arbeiten konnte. Ich funktionierte eben wie eine kaputte Maschine. Ich hinkte und steckte manchmal fest. Es klappte eben nicht immer... „Ich will Dir aber etwas abgeben. Ich lasse dich das nicht umsonst machen. Ich würde nicht mal ansatzweise so viel Geld bekommen, wenn du mir nicht helfen würdest.“ Ich wäre für meine Verhältnisse immer noch steinreich, auch wenn ich ihr die Hälfte abgegeben würde. (Sorry...mies geworden)
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mi Nov 21, 2018 5:40 pm

DELILAH Thompson

Er flippte aus, wie ich es bereits erwartet hatte. Er flippte aus, weil er noch nie in seinem Leben so eine Chance gehabt hatte. Er kannte das hier nicht, wusste nicht wie er mit fünf Wochen umgehen sollte. Natürlich wollten sie ihn unter Druck setzen, schließlich konnten sie nicht ein halbes Jahr auf zehn Skulpturen warten, wenn die Umwelt ohnehin schon litt. Mr. Richards ging es wohl kaum darum, jedoch verstand ich durchaus worauf er hinaus wollte. Geld regierte die Welt - auch eine, in der man um eine faire Behandlung der Umwelt kämpfte. Wahrscheinlich sollte ich wirklich noch etwas darüber lesen, wie ich mich zu verhalten hatte, denn Ahnung hatte ich keine von dem, was ich morgen erwarten konnte. Hier verhandelte ich immerhin nicht um meine Zukunft, sondern viel mehr Keenans. Wo ich mich da hinein bewegt hatte, wusste ich ebenso wenig. Ich kannte ja noch nicht einmal New York sonderlich gut, wohnte erst seit ein paar Wochen in einer Großstadt wie dieser - zuvor hatte ich in einem Dörfchen in Irland gelebt, in dem jeder jeden kannte. "Entspann dich Keenan! Du hast fünf Wochen, und machst so viele Skulpturen wie du kannst, wenn du keine zehn fertig bekommen hast, dann spreche ich mit ihnen und kläre es. Überlass diese Dinge einfach mir, und konzentrier dich nur darum deine Kunst zu machen," erklärte ich ihm. Darum war ich doch hier. Weil er keine Ahnung von irgendwelchen Verhandlungsgesprächen hatte, wahrscheinlich noch weniger als ich. Er musste sich wirklich nur um das Wesentliche konzentrieren, denn alles andere blieb an mir hängen. Das hatte Mr. Richards mit immerhin auch unter die Nase reiben wollen. Ich lehnte meinen Kopf zurück, atmete tief ein und sah schließlich wieder zurück zu Keenan. Er war zu nervös, viel zu hibbelig um überhaupt etwas auf die Reihe zu bekommen. Warum dachte eigentlich immer jeder, dass dieses Leben hier so verdammt wichtig war? Würde das hier nicht klappen, würden wir es eben irgendwo anders versuchen. Mehr gab es da nicht zu sagen. "Und deshalb bin ich jetzt hier," nein nicht ganz. Ich war hier weil Mr. Richards gesagt hatte, dass ich mich ihm als Geschäfts- und Gesprächspartner vorgestellt hatte, auch wenn dem nicht so war. Keenan würde ich aber jetzt nicht hängen lassen. Schmunzelnd zuckte ich die Schultern. Ich wollte nichts davon, er aber würde ebenso stur bleiben wenn ich nicht einfach nachgab. "Gut. Fünf Prozent von dem, was du bekommst, und das gilt auch erst ab dem Zeitpunkt, an dem du Skulpturen verkaufst und Geld damit verdienst." Er wollte mir etwas abgeben, und ich wollte nichts von dem Geld das er sich dadurch verdiente. Fünf Prozent würde doch völlig ausreichen, und mehr wollte ich ihm wirklich nicht abnehmen. Wenn er irgendwann reich dadurch wurde, konnte er mir ja einen Scheck ausstellen. Zuvor aber musste er all das Geld nehmen, das er bekam. "Du hast nicht zufällig Bewerbungsunterlagen herumliegen, oder?" Ich war mir ziemlich sicher, dass wir diese heute auch noch schreiben mussten. Wir mussten heute wohl noch sehr viel tun. "Und etwas ohne Löcher? Ich glaube nicht das sie etwas sagen werden, aber du siehst teurer und exklusiver aus wenn du etwas .. anderes anhast," wow ich verlangte hier wohl wirklich ziemlich viel von ihm. Bis morgen, hatten wir eindeutig noch jede Menge zutun.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mi Nov 21, 2018 8:21 pm

Keenan Nile
Plötzlich sollte ich sowas wie ein echter Angestellter sein? Ja, ich würde immer noch nach meiner Leistung bezahlt werden, aber diese Summen übertragen bei weitem meine Vorstellungen und vor allem musste ich meine Arbeit nicht mehr auf irgendwelchen Marktplätzen verscherbeln. Es würde sich nun alles ändern und ich hatte keine Ahnung wie ich das alles bewerkstelligen sollte. Mein Leben war schön durcheinander genug. Ich konnte ja nicht einmal jetzt einen geregelten Alltag finden. Nicht einmal jetzt schaffte ich es mich um mich selbst zu kümmern. Ich schaffte es nicht nur wegen des mangelnden Geldes nicht mich zu versorgen. Ich war unorganisiert, chaotisch und durcheinander. Niemals würde ich all das schaffen, wenn ich allein wäre. Ich brauchte so oder so Hilfe und Delilah hatte mich in dieses riesige Wirrwarr erst hineingeritten. „Du hast den Kerl doch gesehen. Glaubst du er lässt mit sich verhandeln? Das einzige wovon der begeistert war, warst du... Wenn ich ihm nicht liefern kann, was er braucht...?“ Der Kerl hatte mich nicht mal richtig angesehen. Er hatte Vorurteile gehabt, bevor ich ins Zimmer gekommen war. Er war vermutlich reich und ich war dadurch für ihn nur Gesindel. Ich wusste wie die Reichen mich anstarrten und sein Blick war der selbe gewesen. Und vielleicht hatte er auch recht gehabt. Zumindest in gewissen Dingen. „Bewerbungsunterlagen? Ich habe mich noch nie irgendwo beworben.“ Wie auch? Mich würde nicht einmal ein Supermarkt einstellen und verübeln konnte ich es ihnen nicht. Vermutlich würde ich tatsächlich irgendetwas klauen. Allzu rein war meine Weste ja auch nicht mehr. Ich seufzte und rieb mir die Schläfen, während wir mit dem Taxi offenbar zu ihrer Wohnung fuhren. Das war wohl auch besser. Um diese Uhrzeit, im Dunkeln, sollten wir nicht zurück zu meiner Wohnung fahren. Zumindest Delilah sollte dort nicht auftauchen. „Fünf Prozent sind nichts. Du machst immerhin die meiste Arbeit. Mich zu vermitteln ist eine Herkules Aufgabe. Vor allem in diesen Klamotten. Ohne Löcher... wird schwierig. Vielleicht meine Jogginghose... Aber von dem Geld könnte ich mir was neues kaufen.“, schlug ich vor. Ein T-Shirt ohne Löcher etwa.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mi Nov 21, 2018 8:48 pm

DELILAH Thompson

Er dachte was? Das war doch nicht wirklich sein Ernst, oder? Glaubte er wirklich, dass ich es nicht schaffen würde, mich diesem Kerl zu stellen und ihm zu sagen, dass er keine zehn sondern nur fünf Skulpturen bekommen würde? Er hatte doch gesehen, dass ich es geschafft hatte, ihn davon zu überzeugen ihm überhaupt eine Chance zu geben. Er tat doch ohnehin nur so, als sei er nicht interessiert, um Vorteile für sich und diesen Firm herauszuschlagen. "Das sollte es doch leichter machen ihn davon zu überzeugen, dass es kein Problem sein wird wenn du mit fünf Skulpturen auftauchst, oder?" Ich verdrehte Keenan hier die Worte im Mund, oder viel mehr legte ihm meine eigenen zwischen die Lippen. Es spielte keine Rolle ob Mr. Richards von mir begeistert gewesen war, oder ob er einfach nur einen Businessdeal an Land hatte ziehen wollen - ich hatte seine Blicke gesehen, und ich wusste ganz genau das er nicht einfach nur zugesagt hatte, weil er dachte die Skulptur war fabelhaft. Er hätte uns ja auch einfach nur zur Tür bringen müssen, stattdessen hatte er uns direkt zum Eingang hinunter gebracht. Es war mir durchaus bewusst, ich würde jedoch nichts weiter damit tun. Ich half Keenan, Fuß zu fassen, und genau das konnte und würde ich ganz bestimmt nicht aufs Spiel setzen weil ein gewisser Mr. Richards mir schöne Augen machte. "Ich kann mit ihm umgehen, Keenan. Ich bin in einem Haus mit fünf Geschwistern aufgewachsen, da lernt man sich durchzuboxen," erklärte ich und grinste Schulterzuckend. Da war so ein Geschäftsmann gar nichts. Gut, er war schon etwas, und sah dabei auch noch ziemlich gut aus, aber daraus würde ohnehin nichts werden. Das wollte ich Keenan nicht antun. Ich atmete tief ein, schob dem Taxifahrer ein weiteres Mal Geld entgegen als wir vor meiner Wohnung zum stehen kamen. "Wir haben eindeutig noch ziemlich viel zu tun heute," sagte ich und stieg bereits aus. Er brauchte Bewerbungsunterlagen, und wie ich es verstanden hatte, musste ich meine auch noch dazu legen. "Wir kriegen das alles schon hin Keenan. Du gehst heiß duschen, ich beginne etwas zu essen zu machen, und danach setzen wir an die Bewerbungen. Und morgen können wir Vormittags noch etwas anderes für dich zum anziehen finden." Das klang doch nach einem Plan, oder? Nach einem ziemlich engen Plan, aber hey - es war ein Plan, und es gab mir Zeit mich auf irgendwelche Verhandlungen für morgen vorzubereiten. Vor allem konnten wir nicht einfach den Vertrag unterschreiben, sondern mussten wenigstens so tun als würden wir diesen lesen. Ich war mir nämlich ziemlich sicher, dass Mr. Richards irgendwo in Kleinschrift, irgendwelche Klauseln hineinpacken würde, aus denen wir uns nicht einfach so wenden könnten. Und ich wollte Keenan hier keinen Knebelvertrag auferlegen, sondern ihm einfach nur auf die Beine helfen.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 22, 2018 2:24 pm

Keenan Nile
Sie wusste genau wie ich das meinte. Ich war nicht unbedingt der favorisierte Kandidat für eine solch wichtige Arbeit, auf die man sich auch verlassen können musste. Ich war ein Wrack. Ich war nicht nur ein armer Schlucker, ich hatte auch noch diese seltsamen Anfälle, wo ich bloß wie ein benutzter Waschlappen in der Ecke hing. Es war ein Wunder, dass ich in solchen Phasen noch nicht verhungert war. In diesen Tagen war mir so gut wie alles egal und das war auch der Grund wieso ich ein paar Kilo abgenommen hatte und die Jeans mir nun von den Hüften rutschte. Ich war der Inbegriff eines unsicheren Geschäfts und diese Firma wollte etwas festes. Sie wollten jemandem, mit dem sie einen Vertrag abschließen konnten. Sie wollten die Umwelt schützen - das war eine wichtige Aufgabe. Und dieser Kerl, der mit Delilah verhandelt hatte, wusste sicher, dass man sich auf Leute wie mich nicht verlassen konnte. „Das sollte es noch schwerer machen, weil er mir sowieso nicht vertraut.“ Das war meine vermutlich einzige Chance auf einen normalen Job, in dem ich gut sein könnte. Ich meine… Ich war nicht gerade ein Genie. Wenn ich ganz ehrlich mit mir war, würde ich es wohl nicht einmal hinkriegen an der Kasse zu arbeiten. Was blieb mir da noch anderes übrig? Ich war in nichts wirklich gut, außer in Kunst und dieses Angebot hier… das würde ich in meinem Leben vermutlich nie mit etwas vergleichen können. Ich konnte froh sein überhaupt Skulpturen verkaufen zu können. Natürlich beruhigte es mich zu hören, dass Delilah offenbar Erfahrung hatte mit sturen Köpfen umzugehen und dass sie glaubte diesen Kerl besänftigen zu können, der am Ende über meine Zukunft entschied, aber… auch ihre sanften Worte könnten nichts daran ändern, wenn ich einfach versagte - so wie man es von mir auch erwartete. „Ich darf das einfach nicht in den Sand setzen.“ Das wusste sie nun wohl auch. Sie hatte meine Wohnung ja gesehen… Und sie wusste, dass ich sogar den Müll und Schrott anderer Leute klaute, nur um mir irgendetwas leisten zu können, das meinen Magen füllte. Sie wusste, dass ich kalt duschte und auf dem Boden schlief. Ich schluckte hart, als wir an ihrer Wohnung ausstiegen. Sie würde noch einiges mit mir zu tun haben, wenn sie das alles hier wirklich angehen wollte. Allein meinen Lebenslauf und meine Bewerbung anzulegen würde wohl eine ziemliche Aufgabe werden. Womit sollte ich auch überzeugen können? „Was kommt in die Bewerbung denn so rein?“, fragte ich nun? Hatte ich überhaupt irgendetwas Gutes in meinem Leben erlebt, das ich hineinschreiben konnte? Delilah hatte es ja schon so gedreht, dass ich angeblich Müll sammelte, um New York sauberer zu halten. Konnte sie das auch mit dem Rest meiner mickrigen Geschichte machen? Vielleicht schaffte sie es mich nicht wie eine elendige Witzfigur dastehen zu lassen. „Und uhm… wie zur Hölle löst man einen Scheck ein? Kann ich damit bezahlen wie mit normalem Geld oder muss ich mir das Geld erst irgendwo holen?“ Himmel, ich hatte noch nie einen Scheck bekommen! Bisher hatte man mir immer nur Bares in die Hand gedrückt.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 22, 2018 2:47 pm

DELILAH Thompson

Selbst wenn Keenan der Überzeugung war, dass er nichts damit erreichen könnte und bereits an zehn Skulpturen versagen würde, konnte er nicht leugnen diesen Versuch wenigstens zu starten. Er wollte es versuchen, weil ihm klar war, dass er nichts zu verlieren hatte. Was wollte er denn noch großartig verlieren? Er lebte in einem Loch, duschte kalt, hatte noch nicht einmal genug Essen um den Tag zu überstehen. Er musste dem hier eine Chance geben, und auch wenn er dadurch nervös wurde, weil er glaubte die Welt war gegen ihn, konnte ich ihm nur immer wieder versichern das alles in Ordnung kommen würde. Er würde diesen Deal bekommen, sie würden seine Skulpturen kaufen und ausstellen, wodurch die Leute von ihm erfahren würde. Dadurch würden mehr und mehr Interessenten auf ihn zukommen, und er könnte mehr und mehr verkaufen. Und irgendwann, innerhalb eines Jahres, wäre er dann wohl aus diesem Loch raus und konnte sich eine richtige Wohnung leisten, in der er warme Duschen nehmen konnte, und in der er auch etwas kochen konnte. "Du wirst es nicht in den Sand setzen. Denk positiv Keenan!" Das war für mich immer leichter gewesen, als für andere Menschen. Dabei verstand ich nicht, weshalb so viele Leute noch nicht einmal daran denken wollten, was alles positiv passieren konnte. Es gab so viele Dinge die passierten, und die meisten bestanden doch jedes Mal darauf, dass sie alles versauen würden. Dem war noch nicht einmal so. Meist ging doch alles immer gut, oder nicht? Es war doch sehr viel besser verlaufen, als er dachte, oder nicht? Immerhin hatte er eine Chance bekommen! Ich suchte meinen Schlüssel aus meiner Jackentasche, schloss auf und ließ Keenan vor mir in die Wohnung. "Normale Dinge, Geburtsdatum, deine Schullaufbahn, was du die letzten Jahre so getan hast. In deinem Bewerbungsschreiben können wir uns eindeutig mehr einfallen lassen. Dann können wir ihnen auch einfach vorlügen das du die Welt retten willst und deshalb Schrott sammelst, um New York zu säubern und den Leuten zu helfen," stellte ich schmunzelnd fest und schlüpfte aus meinen Schuhen, Ich hing meine Jacke wieder weg, schob mir meine Haare wieder über die Schultern und atmete tief ein. "Okay, willst du duschen oder wollen wir zuerst deine Bewerbung schreiben? Wenn du willst kann ich meine auch raussuchen, damit du eine Vorlage hast," sagte ich und schob mich an ihm vorbei ins Wohnzimmer. Wow, was? Fragend drehte ich mich wieder zu ihm um, blinzelte ihm entgegen. Er wusste nicht, was man mit einem Scheck machte? Okay, ich konnte es ihm wohl kaum übel nehmen, dafür konnte er es mir aber auch nicht übel nehmen das mich seine Frage zum lachen brachte. Ich presste breit grinsend die Lippen aufeinander. "Du musst ihn in einer Bank einlösen," erklärte ich. Er kannte das hier nicht, lebte ja doch sehr anders als ein normaler Mensch es tun sollte. "Bist du dir sicher, nicht hier übernachten zu wollen? Zumindest bis morgen? Bis der Vertrag unterschrieben ist?" Wenn er immerhin nicht wirklich sicher war, ob er alleine, des Nachts, durch seine Gegend laufen wollte, war es wohl wirklich nicht sonderlich gut das er mit einem Scheck in der Tasche dort herumlief. Er hatte zwar nirgendwo Scheck aufgedruckt, und auf seiner Stirn stand es auch nicht, aber hey - sicher war sicher, oder nicht?

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 22, 2018 6:00 pm

Keenan Nile
Positiv denken? Es war ja nicht so, dass ich negativ dachte. Ich war nur realistisch. Ich hatte nie etwas gelernt und war nicht gebildet. Auf mich konnte man sich selten verlassen und all diese Eigenschaften waren nicht gerade welche, die man seinem Geschäftspartner gern zuschrieb. Diese Leute hatten keinen Grund einen Vertrag mit mir einzugehen, auch wenn meine Skulpturen vielleicht ganz gut waren. Dieser Kerl, Mr Richards, hatte mich bereits durchschaut und war alles andere als begeistert von mir. Es war schon seltsam wieso er mich überhaupt morgen zurück in sein Büro eingeladen hatte, doch ich war mir sicher, dass er das nur wegen Delilah getan hatte. Er war ein Playboy, das hatte ich in den wenigen Minuten bereits gemerkt. Es ging ihm wohl sicher nicht um Kunst oder den Umweltschutz, wenn er Delilah anstarrte und mich nochmal in sein Büro vorlud. Ich seufzte und trat in ihre Wohnung, streifte aber sofort an der Haustüre noch meine Schuhe ab, damit ich nicht alles schmutzig machte. “Weißt du, das ist nicht so mein Ding. Mir fallen solche Dinge nicht einfach in den Schoß. Wenn mir etwas gutes passiert, dann hat es meistens einen bitteren Nachgeschmack, glaub mir. Das wirst du sicher noch erleben, wenn du mit mir arbeitest.“ Sie sah immer alles durch eine rosarote Brille, aber bei mir würde sie sicher schnell bemerken, dass es ziemlich übel enden konnte. In meiner Nähe würde sie sicher bald merken, dass die Welt auch ganz anders sein konnte. Grausam und gemein, durchaus. Bisher hatte ich nicht wirklich viel von Glück oder Erfolg abbekommen. Mich hatte ja nicht einmal jemand adoptieren wollen. Bis heute war ich elternlos, familienlos. „Ich denke in meiner Bewerbung wirst du dich ganz schön austoben müssen. Mein Lebenslauf ist nicht gerade beeindruckend, weißt du…“ Was würde da schon drin stehen? Mutter früh gestorben, ins Waisenhaus überführt und aus sämtlichen Pflegefamilie geschmissen worden, lebt jetzt im Ghetto, kann sich kaum Essen leisten und hat seit seinem 18. Lebensjahr nie einen vernünftigen Job gehabt. Da würde Delilah ganz schön kreativ sein müssen, um daraus etwas zu machen. „Lass uns erst die Arbeit machen. Danach kann ich duschen gehen… Und ja, eine Vorlage wäre sicher nicht schlecht…“ Sie hatte in ihrem Leben sicher viel erlebt. Allein, dass sie in ein anderes Land gezogen war und auf eigenen Beinen stand war schon beeindruckend genug, oder? Ich hing seit Jahren in ein und demselben Loch fest. Ich bewegte mich im Kreis, kam nicht von der Stelle. Ich ging tiefer in ihre Wohnung, schob mich ins Wohnzimmer vor und ließ mich auf ihre Couch fallen, die tatsächlich tausend mal bequemer war als meine schäbige Matratze zu Hause. Ich schaute herunter auf den Scheck in meiner Hand und presste die Lippen aufeinander. „Brauche ich dafür ein Konto oder sowas? Ich gehe nur mit dem Stück Papier dahin und die geben mir Geld?“ Woher sollte ich das auch wissen? Das bisschen, das die Leute mir gaben, bekam ich bar auf die Hand und gab es dann sofort für irgendwelche Dinge wie Lebensmittel, Heizkosten oder Hasch aus, wenn es mir mal wirklich echt beschissen ging. Ich lebte im Ghetto, aber hatte zu wenig Geld, um ein Drogenproblem zu entwickeln. Das zeigte wohl wie arm dran ich wirklich war. Wow, wie erbärmlich. Ich seufzte und sah auf die Summe in meinen Händen. „Ja, vielleicht… hast du recht. Hier zu schlafen wäre keine schlechte Idee. Für nur eine Nacht? Ich meine… wir müssen morgen sowieso zusammen einkaufen und in die Firma fahren.“ Außerdem würde mir hier nicht geklaut werden, was ich heute verdient hatte. Ich lief so oder so nicht gern des Nachts in dieser Straße herum. Schon gar nicht mit so viel Geld in der Tasche.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 22, 2018 10:32 pm

DELILAH Thompson

Positiv zu denken war alles anderer als einfach, und dass war mir sehrwohl klar. Mir war ebenso klar, dass Keenan sehr wahrscheinlich nicht daran glaubte, dass auch ihm irgendwann in seinem Leben einmal etwas Gutes wiederfahren könnte. Weshalb, verstand ich nicht. Ich hatte keine Ahnung wie er aufgewachsen war, konnte mir noch nicht einmal vorstellen in einer Großstadt wie New York überhaupt zur Schule zu gehen. Nun lebte ich hier, mein Zuhause aber war es wohl doch noch nicht. Ich wusste ja noch nicht einmal, ob ich hier für den Rest meines Lebens bleiben wollte, oder ob ich nicht doch lieber die Welt sehen wollte. Ob ich nicht lieber irgendwo anders etwas bewegen wollte, oder Menschen helfen konnte. Vielleicht wäre ich ja in zwei, drei Jahren am Weg nach Afrika um dort irgendwelche Kinder zu unterrichten - Gott, ich hatte doch auch keine Ahnung. Vorerst musste ich mich aber wohl darauf konzentrieren Keenan dazu zu bringen, die Sonne zu sehen. Bei ihm hatte alles was irgendwie Gut verlief oder Gut war, immer einen bitteren Nachgeschmack. Ich verstand es nicht, und würde es wohl auch in Zukunft nicht verstehen, aber das hieß noch lange nicht das ich aufgeben würde. Ihm würde schon noch bewusst werden, wie wunderschön und bunt die Welt sein konnte, wenn man sie nur dazu machte. Mir war doch klar, dass es dort draußen unsagbar viele schlimme Dinge gab. Der Krieg im Fernen Osten, Flüchtlinge die aus ihrem Zuhause gestoßen wurden und nun nicht wussten, wohin mit sich, da sie doch nirgendwo wirklich aufgenommen wurden. Ich war doch auch nicht blind, ich mochte es nur nicht lediglich das Negative zu sehen. Menschen waren doch nicht Böse - sie taten doch auch so viele Gute Dinge. Ich sollte wohl wirklich ein Buch darüber schreiben, was ich in den Menschen sah, dass mich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und einen schönen Morgen, nicht einfach verlieren ließ. Schmunzelnd ließ ich mich zu ihm auf die Couch sinken. "Dann musst du mehr Erdbeeren essen und den Nachgeschmack loswerden." Das war ein lahmes Argument, aber hey - wahrscheinlich brachte es ihn zum lachen. Ich zog meinen Laptop zu mir, zog das Ladekabel heraus. "Wir finden schon eine Lösung, keine Panik. Ich such dir meine Vorlage heraus, dann arbeiten wir an deiner Bewerbung, meine ist ja eigentlich schon so ziemlich fertig, ich passe nur alles dem ganzen Wir-retten-die-Welt Ding an," erklärte ich schmunzelnd. Ich öffnete meinen Lebenslauf, lehnte mich zurück und schob den Laptop auf seinen Schoß. "Kaffee? Schwarz, keine überteuerte Starbucks-Sachen," schmunzelte ich und verschwand bereits in der Küche. Er wollte Kaffee, da war ich mir ziemlich sicher. Hey, vielleicht war er ja doch kein Kaffeetrinker am Nachmittag. Ich jedenfalls war es. Wahrscheinlich war es keine gute Idee, schließlich hieß es das wir morgen früh in die Stadt mussten, aber Kaffee konnte immer sein. "Uhm, also eigentlich denke ich nicht, aber ich glaube die Öko-Gruppe will schon wissen wo sie das Geld hinschicken sollen, wenn du jetzt wirklich mit ihnen zusammenarbeitest," sollte ich ihm von der Idee erzählen, einen zweiten Künstler an Board zu holen? Wahrscheinlich nicht, oder? Sollte ich zuerst mit Keenan reden, oder diesen Vorschlag einfach beim Meeting morgen in den Raum werfen? Oh gott das hier war wirklich zu anstrengend, um jetzt darüber nachzudenken. Ich atmete tief ein, schaltete die Kaffeemaschine an und ging zurück ins Wohnzimmer. "Ich hab dir gesagt, wenn du länger hier übernachten willst, meine Wohnung ist sowieso zu groß, und Skulpturen kannst du hier auch machen. Ich meine, wahrscheinlich ist es sowieso besser wenn wir hier ständig im Kontakt sind, immerhin hast du noch nicht einmal ein Handy und ich hab Mr. Richards gesagt du hast eines und bist nur immer zu vertieft in deine Arbeit," stellte ich fest. An diesem ganzen Lügen-Ding mussten wir wohl noch arbeiten. Irgendwann würde uns das eindeutig noch einen Strick drehen.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Fr Nov 23, 2018 11:44 am

Keenan Nile
Ich verdrehte leicht die Augen über ihre naive Antwort. Ja, mir war mittlerweile klar geworden, dass Delilah immer und überall alles positiv sehen wollte, aber sie hatte vermutlich auch immer ein behütetes, ruhiges Leben geführt und hatte sich nie um etwas sorgen müssen. Sie hatte nie gehungert und sich nie fragen müssen, wo sie später einmal landen würde. Sie hatte ihr Leben absolut im Griff und ich war das komplette Gegenteil davon. Ich meine… sie hatte gesehen wo und wie ich lebte. Reichte das nicht eigentlich schon aus, um zu sehen, dass ich im Leben ganz schön viel Scheiß erlebt hatte? Niemand, der in einer sicheren, liebevollen Umgebung aufgewachsen war, landete am Ende in so einer Bruchbude wie meiner. Ich war einfach niemand, der besonders viel Glück hatte. „Ich bezweifle, dass Erdbeeren mein Leben verändern könnten.“ Erdbeeren würden mir kein warmes Wasser bringen oder einen Job. Sie würden mir nur das Geld aus der Tasche ziehen, weil diese Dinger wirklich teuer waren. Ich zog meine Beine unter meinen Körper auf die Couch und musterte sie wie sie ihren Laptop herausholte. Ja, sowas wie einen Computer besaß ich auch nicht. Hätte ich allein eine Bewerbung abgeben müssen, wäre ich wohl kreativ geworden. Vermutlich hätte ich sie auf ein Papier geschrieben und mein Foto durch ein kleines, gemaltes Selbstportrait ersetzt. An Elektronik hatte ich bisher eben immer sparen müssen. „Ja, ist sicher eine gute Idee mit meiner anzufangen. Allerdings müssen wir da wohl ein wenig kreativ werden. Wie gesagt, mein Leben ist nicht gerade… super. Ich hab bisher nicht viel gemacht. Ich wüsste gar nicht, was ich hineinschreiben könnte.“ Ich runzelte leicht die Stirn und schaute auf den Bildschirm, als sie ihre Bewerbung öffnete und mir ihren Lebenslauf zeigte. Alles war gut organisiert, chronologisch aufgeführt und genau nachzusehen, was sie wann gemacht hatte. Ich las mir stirnrunzelnd das Dokument durch, ehe sie mit einer Tasse zurück zu mir kam. „Danke..“, murmelte ich und legte meine Finger um die warme Keramik-Tasse. „Also denkst du muss ich mir ein Konto anlegen? Kostet sowas denn Geld?“ Hey, woher sollte ich das auch wissen? Ich hatte noch nie elektronisches Geld besessen. Ich hatte es lieber auf der Hand, versteckte es in einer offenen Naht meiner Matratze und bezahlte alles gleich bar. Bisher hatte es sich wohl auch nicht gelohnt Geld auf ein Konto einzuzahlen. So wenig Geld wie ich zur Verfügung stehen konnte, konnte ich sowieso nicht sparen. Dafür war ein Konto ja da, oder? Unsicher schaute ich zu ihr hoch, als sie mir nun erklärte wieso es besser wäre, wenn ich länger hier blieb. Es war ja nicht so, dass ich ihre Wohnung nicht toll fand. Ich würde gern mal in einer richtigen, beheizten und nicht schimmligen Wohnung auf einer Couch schlafen, die sich nicht anfühlte wie eine klumpige Matratze, aber… es ging eben nicht. Sie tat mehr als genug für mich und ich wusste ganz genau, dass ich ihr hier zur Last werden würde. Spätestens, wenn ich wieder diese seltsamen Anfälle bekam. Ich wollte nicht, dass sie das dann mitbekam. „Eine Nacht ist mehr als genug. Von dem Geld kann ich mir vielleicht ein billiges Handy kaufen. Bloß irgendein Klapphandy, mit dem man telefonieren kann. Wir kriegen das schon hin. Ich muss dafür nicht gleich hier einziehen.“ Das war zu viel verlangt und würde für uns beide nur irgendwann unangenehm werden. Vor allem aber für mich, wenn es mir mal wieder nicht gut ging.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mo Nov 26, 2018 9:55 pm

DELILAH Thompson

Er tat was? Beinahe schockiert sah ich ihn an, fasste mir an die Brust und schüttelte den Kopf. "Erdbeeren machen alles besser, Streuner." Ich schmunzelte, lehnte mich zurück und atmete tief ein. Eigentlich glaubte ich wirklich nicht, dass ich Keenan jemals dazu bekommen würde, positiv zu denken. Er sah doch ohnehin überall nur Probleme, sah nur irgendwelche möglichen Auseinandersetzungen, dachte ja noch nicht einmal das jemand an ihm interessiert sein könnte, der nun einmal doch einen Vertrag und eine Zusammenarbeit mit ihm eingehen wollte. Ich tat doch nichts weiter als dazusitzen und mit ihnen zu verhandeln, weil Keenan selbst es nicht konnte. Oder weil er es nicht versuchen wollte. Er hätte doch nun aber auch wirklich etwas mehr Selbstvertrauen nötig, schließlich versuchte er hier seine Kunst an die große, weite Welt zu verkaufen, und nicht einfach nur an irgendwelche Streuner auf den Straßen. Schmunzelnd zuckte ich die Schultern und sah ihn an. Mir war durchaus bewusst, dass seine Bewerbung wohl kaum so bunt ausfallen würde wie meine - zumindest nicht, wenn es darum ging die Welt zu sehen oder irgendwelche fremden Kulturen zu sehen. Zwar war ich eindeutig noch nicht überall dort gewesen, wo ich hinwollte, und sehr wahrscheinlich würde es noch eine ganze Weile dauern, dass hieß aber nicht das ich nicht Dinge vorzuweisen hatte. Dabei wusste ich wirklich nicht weshalb ich irgendwelche Unterlagen für mich abgeben musste. Wenn ich nur als seine Managerin oder was wusste ich, agieren sollte, sollte ich doch auch wirklich nicht irgendwo für jemanden arbeiten. Erst Recht nicht für Mr. Richards, und dieser schien ja wirklich der festen Überzeugung zu sein das eine Zusammenarbeit mit Keenan alleine nicht klappen würde. Ich würde mich einfach langsam zurückziehen, Keenan dazu bringen Dinge alleine zu klären - und irgendwann wäre ich einfach verschwunden, und müsste mir gar keine Gedanken mehr darüber machen in irgendwelchen Verträgen zu stehen. Ich hatte in diesem Deal eindeutig nichts verloren. "Du musst dir eindeutig ein Konto anlegen, und normalerweise kostet es nichts. Also zumindest hat es mich bis jetzt nie etwas gekostet," stellte ich fest. Vielleicht hatte ich auch wirklich nur Glück was das betraf, aber weshalb sollte man etwas dafür zahlen, Geld in einer Bank lagern zu können? Waren Banken nicht genau dafür da? Ich stellte meine Tasse vor mir auf dem Couchtisch ab, zog meinen Laptop wieder auf meinen Schoß und öffnete ein neues Dokument. Mit den einfachen Dingen konnte er wohl selbst anfangen, seine Daten konnte er immerhin auch alleine einfüllen. Bei seinem Lebenslauf würden wir eben wirklich kreativ werden. "Du kannst so lange bleiben wie du willst, wirklich. Wenn es nur eine Nacht ist, ist das in Ordnung," nein eigentlich nicht wirklich. Ich hatte ihm meine Bedenken zwar nicht gesagt, aber ich glaubte wirklich nicht das er in seinem Loch sonderlich lange überleben geschweige denn sicher sein würde. Wer wusste, wie lange die Decke über ihm noch halten würde - irgendwann würde er wahrscheinlich bei lebendigem Leibe begraben werden, weil die Wände wegschimmelten. Und die ewige Nässe konnte doch nun auch nicht gut für den Körper sein. "Okay, füll einfach aus was du kannst. Danach arbeiten wir am kreativen Teil," dem mit dem wir wohl so ziemlich jeden in diesem Unternehmen und dieser Organisation überzeugen müssten, vor allem aber Mr. Richards. Bei diesen Unterlagen ging es aber wohl wirklich nur darum, ihn davon zu überzeugen dass das hier eine gute Zusammenarbeit und Idee sein würde, und er keine unnötigen Ausgaben hatte.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Di Nov 27, 2018 11:49 am

Keenan Nile
Das alles war so völlig absurd. Ich wusste gar nicht wie das alles überhaupt passieren konnte. Ich hätte nie geglaubt überhaupt mal einen richtigen Job zu bekommen und nun sollte ich für eine ganze Firma arbeiten und so viele meiner Skulpturen verkaufen? Und dann auch noch so viel Geld dafür bekommen? Es war als würde ich träumen. Sowas passierte einem Loser wie mir doch für gewöhnlich nicht. „Erdbeeren sind überteuert und lösen meine Probleme nicht. Also… nein, dann steige ich lieber auf Gras um.“ Das machte einiges besser! Es war auch teuer, wie Erdbeeren, aber zumindest garantierte es mir, dass es mir danach gut ging. Dabei wusste ich ja, dass es mich aufhören ließ zu denken. Ich fuhr dabei herunter, hatte keine Gedanken, die ich nicht in meinem Kopf haben wollte, und war einfach entspannt. Wann war ich schon mal entspannt?! Also ja, Gras war eine wesentlich bessere Investition als Erdbeeren. Die waren zwar lecker, aber am Ende hätte ich das Geld umsonst ausgegeben. Tja, aber ab jetzt würde mein Leben sich wohl ein wenig ändern. Vielleicht könnte ich ja sogar bald mal ein paar Erdbeeren kaufen. Einfach so… weil ich Lust darauf hatte. Das wäre ein Luxus, den ich nicht unbedingt gewöhnt war. Ich kaufte nichts einfach, weil ich Lust darauf hatte, sondern weil ich es wirklich dringend brauchte. Tja, aber jetzt würde es anders werden. Ich sollte mir sogar ein eigenes Konto anlegen! Für wirkliches Geld. Bisher hätte ich vielleicht immer nur zehn Dollar darauf einzahlen können und hätte sie dann doch abnehmen müssen, weil ich jeden Cent brauchte, den ich kriegen konnte, nur um zu überleben. „Und das mache ich auch bei der Bank? Ich hab von all dem bisher noch nie etwas wissen müssen.“ Ich meine… man würde mich sicher nicht einmal einen Fuß in eine Bank setzen lassen. Nicht in meinen Klamotten. Also würde ich morgen wohl einen Abstecher zur Bank machen, um Delilah das Geld holen zu lassen, dann einen Satz neue Klamotten von dem Geld kaufen - das war sowieso lange überfällig - und dann zurück in die Bank gehen, um ein Konto zu machen. „Ich bleibe nicht länger als nötig. Wenn du mich für irgendwas brauchst, komme ich gern vorbei, aber… ich will nicht hier einziehen und nichts dafür leisten. Ich bin froh auf eigenen Beinen stehen zu können. Ich konnte mich bisher nie darauf verlassen Hilfe zu bekommen und ich will mich daran auch gar nicht erst gewöhnen.“ Irgendwann wäre auch Delilah weg. Sie würde nicht ewig bei mir bleiben und mir den Arsch retten. Irgendwann wäre auch das vorbei und ich wäre wieder allein. Bis dahin musste ich wieder in der Lage sein auf mich selbst aufzupassen und mich über Wasser zu halten. Ich saß nun eine Weile ratlos vor dem Bildschirm. Ich sollte meinen Lebenslauf ausfüllen. Gut, okay… Ich löschte ihre Daten heraus, füllte meine ein. Name, Geburtsdatum, Wohnort… Danach begann der spaßige Teil. Der Verlauf meines Lebens? Klar, zuerst trug ich die schulische Ausbildung ein. Ich war im Waisenhaus von den Leitern unterrichtet worden. Also gab ich das Waisenhaus als schulische Einrichtung ein. Danach…? Tja, das war es auch schon gewesen. Ich hatte keine berufliche Ausbildung abgeschlossen und hatte auch nie irgendwo offiziell gearbeitet. Damit… war mein Lebenslauf also soweit ausgefüllt. Mehr hatte ich bisher noch nicht erreicht. „Was trage ich als meine Arbeit ein? Müll sammeln und zu Skulpturen zusammenzimmern? Mehr habe ich bisher nie gemacht.“ Mein Leben war bisher eben einfach sehr mickrig gewesen. Nichts, das man erwähnen müsste…
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Di Nov 27, 2018 1:00 pm

DELILAH Thompson

Mir war klar, dass wir hier eigentlich nur über Gott und die Welt sprachen, weil er und ich nicht ansatzweise die Gleichen Ansichten teilten. Er glaubte nicht daran, dass ihm etwas positives passieren könnte, oder aber er glaubte lieber daran das ihm etwas Schlechtes passieren würde, als irgendetwas was seinem Leben einen anderen Verlauf liefern könnte. Vielleicht war in seinem Leben wirklich noch nie sonderlich viel positives passiert, und möglicherweise war es einfach nur seine Art und Weise mit dem Leben klar zu kommen, dass aber hieß nun wirklich noch lange nicht, dass er gleich gänzlich so vergessen musste dass das Leben eigentlich doch ganz schön verlaufen konnte. Wahrscheinlich konnte ich mein Leben aber auch nicht ansatzweise mit dem seinen vergleichen, schließlich war ich sehr viel anders aufgewachsen als er. "Das sag lieber nicht, wenn Geschäftsleute um uns sind," schmunzelte ich. Ökos schon - wahrscheinlich waren die genauso darauf aus Gras zu rauchen wie er, aber ich glaubte nun wirklich nicht das Mr. Richards auch nur irgendetwas davon hören wollte. Ich aber auch nicht wirklich - wollte er rauchen, konnte er das gerne tun. Es war nun wirklich nicht so als würde ich denken, es sei schädlich oder gar schlimm. Ich hatte viele Freunde, die es ebenfalls taten. Nur hielt ich nun wirklich nicht sonderlich viel davon sich die Gedanken mit irgendwelchen Drogen - egal wie nicht schädlich sie denn nun waren - wegzublasen. Selbst Gras wurde mit der Zeit doch schädlich, oder nicht? Zumindest ging ich davon aus, schließlich war es doch auch eine Droge, und auch wenn es in manchen Staaten in Amerika bereits legalisiert worden war, gab es Gründe weshalb es nicht überall in Ordnung war. Ich wusste ja noch nicht einmal ob es hier legalisiert worden war, oder ob er es irgendwo an einer Seitengasse zu kaufen bekam. Was ich davon halten sollte, wusste ich auch nicht. Er war nicht abhängig, zumindest hatte ich wirklich absolut keine Anzeichen dafür gesehen. Er sah auch nun wirklich nicht so aus, als hätte er irgendwelche Anzeichen abhängig zu sein, oder gar Entzugserscheinungen zu haben. So wie er lebte jedoch, konnte er auch schlecht abhängig sein. Er hatte doch gar nicht das Geld dazu. "Das tut man auch bei der Bank an," nickte ich. Das er wirklich keine Ahnung hatte, was man wo machte, konnte ich beinahe nicht fassen. War er allen Ernstes so weltenfremd? Hatte er wirklich so wenig Ahnung von der Welt in der er lebte? Ich atmete tief ein, trank einen großen Schluck von meinem Kaffee. Während er all die Daten einfügte, die ich ihm gesagt hatte auszufüllen. Irgendwo mussten wir ja auch anfangen. Ein sonderlich angenehmes Leben schien er wirklich nicht geführt zu haben, denn seinen Daten zufolge hatte er noch nicht einmal eine Familie. Ich schürzte die Lippen und zuckte die Schultern. Der kreative Teil konnte doch nun wirklich nicht so schwer für ihn sein, er war doch Künstler oder nicht? "So würde ich es nicht wirklich schreiben," stellte ich fest. Damit würde er vor allem bei diesen Geschäftsleuten nicht weiter kommen. "Selbstständiger Künstler," erklärte ich und deutete auf den Bildschirm. "Schreib dazu wann du damit angefangen hast," erklärte ich noch. Wenn er nicht gerade Anfänger war - es sah nicht danach aus, dann könnte er wohl auch damit punkten. Erfahrung hatte er immerhin in diesem Feld bereits, sonst hätte er wohl kaum bis jetzt von seiner Kunst leben können. Mehr oder weniger.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Di Nov 27, 2018 2:34 pm

Keenan Nile
Immer vom Schlimmsten auszugehen war meine Überlebenstaktik. Seit ich denken konnte, war ich niemandem gut genug gewesen. Meinem Vater war ich völlig egal gewesen. Er war der erste Mensch gewesen, der mich verlassen hatte. Meiner Mutter war ich nicht Grund genug gewesen, um sich für mich zusammenzureißen. Sie hatte sich lieber das Leben genommen als für mich zu sorgen und mich großzuziehen. Und danach? Im Waisenhaus war kaum jemand wirklich mit mir klargekommen. Die anderen Kinder haben mich gemieden und die Leiter hatten nur so viel mit mir zu tun gehabt wie nötig. Ich war immer allein gewesen. Ich wusste noch genau wie sehr ich mich gefreut hatte, als es das erste Mal hieß, dass ich in eine Familie kommen würde. Aber auch die hatte mich wieder aufgegeben. Die zweite Pflegefamilie ebenso. Ich war immer irgendwie allein gewesen, also wie sollte ich da nur positiv denken? Mir war bisher einfach zu viel Mist widerfahren und besonders in manchen Phasen meines Lebens, konnte ich verstehen wieso mich jeder irgendwann verließ. „Oh fast 80% der Menschen haben schon mal irgendwann Gras geraucht. Vermutlich ganz besonders die ach so gestressten Geschäftsleute, oder?“ Die hatten immerhin Unmengen an Geld. „Ach, vermutlich nehmen die Koks. Ist viel edler und teurer.“, philosophierte ich vor mich hin und lehnte mich zurück, schaute auf den Laptop auf meinem Schoß herunter und überlegte, was ich mit dieser ganzen Situation machen sollte. Das alles war einfach so neu und anders. Ich wusste nicht, was ich zu tun hatte und fühlte mich… hilflos. Ich fühlte mich verloren und überfordert mit der ganzen Situation. Ich wusste, dass ich es vermasseln würde. Ich vermasselte irgendwann eben immer alles! Dieser Mr Richards war sowieso nicht angetan von mir. Er hatte mich doch von Anfang an nicht für voll genommen. Ohne Delilah würde ich wohl nie so weit kommen. Wenn sie weg war, würde auch diese Firma mich wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Delilahs Strahlelächeln war der einzige Grund wieso sie mich nicht direkt hochkant aus dem Gebäude geworfen hatten. Ich runzelte leicht die Stirn, als sie meinte, dass ich als meine Berufsbezeichnung „selbstständiger Künstler“ eintragen sollte. „Selbstständiger Künstler?“, murmelte ich leise. Ich war weder selbstständig, noch ein offizieller Künstler. Ich seufzte und fuhr mir leicht durch das Gesicht, tippte aber dann doch genau diese Bezeichnung ein. Was sollte ich auch sonst schreiben? Ich war nichts anderes. Ich hatte nichts gelernt und ich war nicht wirklich gebildet. Keinen anderen Beruf könnte ich mir zuschreiben, auch wenn ich nicht offiziell selbstständig war. Ich presste die Lippen aufeinander und schaute zu Delilah herüber, ehe ich meinen Kaffee austrank und wieder auf meinen mickrigen Lebenslauf schaute. „Ich male und bastle seit ich sechs bin… Wirklich davon leben muss ich aber erst seit ich 18 bin, also… seit 5 Jahren.“ Es kam mir gar nicht so lange vor… Ich hätte nicht gedacht, dass ich schon seit so vielen Jahren in diesem Loch lebte und mein Leben nicht auf die Reihe bekam. Hatte ich schon so viele Jahre mit diesem Mist verschwendet?
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Fr Dez 07, 2018 11:23 pm

Mika Juste Chaplin
Ging es ihm nur darum mir zu helfen? Wollte er mich mit diesen Worten um den kleinen Finger wickeln? Er wusste doch immer was er sagen sollte um das zu bekommen was er wollte. Die Lage hier war aber schwieriger. Ich konnte ihm doch kaum in die Augen sehen. Die Tatsache, dass er mich „liebte“ machte es für mich nicht besser. Selbst meinem Vater konnte ich nicht über den Weg laufen. Viel zu sehr war ich auf all diese Dinge fokusiert, die mir in den Kopf gepflanzt waren und selbst wenn ich versuchen würde nicht zu hassen, würde ich es niemals schaffen. Wie stellte er sich das vor? Er wollte eine Fassade aufrecht erhalten für was? Unsicher und nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum. „Das würde nicht so leicht funktionieren“, brachte ich nur müde heraus. „Es gibt eine Person die mir vertraut. Ich kann in meiner Position rein gar nichts tun. Mir sind die Hände gebunden.“ Iwanow würde Joaquim töten. Glaubte er, an diesen Worten war nichts dran? Meine Augen hingen an seiner Gestalt. Egal was er mir versprach, dass würde es nicht und genau das machte mir Angst. Niemand konnte da wieder weitermachen so wir es beendet hatten. Ich wusste doch nicht einmal selbst warum ich mir all das hier an tat und immer wieder zurück kehrte. Es war viel zu gefährlich. Wir waren hier in den Hamptons nirgendwo sicher. Es musste ihm doch einfach mal klar werden. „....und dann?“, fragte ich auf seine letzten Worte und versuchte heraus zufinden was im Augenblick in ihm vorging. Er wollte mich da raus holen und weiter (…..) ? Ja, vielleicht überzeugten seine Worte mich ein wenig, doch ich wusste das ich niemals über diese Grenze treten könnte. Ich war in einem unsichtbaren Käfig gesperrt und hatte einfach nur Angst vor dem was passieren könnte wenn ich ausbrechen würde. „Was willst du dann machen?“, wiederholte ich meine Frage. Auch wenn Joaquim blind war und mich nicht sah, versuchte ich ihm gegenüber aufrecht zu stehen. Im Augenblick wollte ich alles andere als schwach wirken. Ich wusste dabei noch nicht wieso ich ihm ausgerechnet diese dumme Frage stellte. Er hatte mir die Antwort schon gegeben. Er wollte mich an seiner Seite- wir könnten gemeinsam regieren. Doch vielleicht hatte ich wirklich die Hoffnung irgendtetwas zu hören, was mein Herz wollte. Was wollte ich denn hören?! Er sagte mir doch bereits das er mich liebte? Gab es keinen größeren Beweis? Wieso ließ mich sowas so unglaublich trocken? Dabei war ich mir ja noch nicht einmal selbst im klaren was es war. Ich war war eine tickende Zeitbombe und wenn er mich in seine Vier Wände ließ, war es nur noch eine Frage der Zeit bis irgendetwas passierte. Weil es immer so lief in unserem Business. Schlimme Dinge passierten- so funktioniere das Leben. „Warum können wir all das hier nicht einfach hinter uns lassen?“, wiederholte ich erneut. Ich hatte es schon einmal während unseres Gesprächs hier angesprochen und keine wirkliche Antwort von ihm bekommen. Ich wusste das er viel zu verlieren hatte. Seine ganze Familie war ohne seinen Schutz nicht mehr sicher. Ein großes Opfer, dass ich niemals erwartete, dass er eingehen würde. Doch innerlich war es vielleicht genau das was ich wollte. Diese verfluchte Stadt einfach hinter mich lassen. Wir wären irgendwo anders keine Bedrohung, warum konnten wir dieses Riskio nicht einfach eingehen. Konnten wir nicht einfach alleine sein? So wie jeder normale Mensch in unserem Alter? Ich brauchte diese Zeit für mich ohne jeden Augenblick damit zu rechnen eine Nacht nicht mehr zu überleben. Alle waren in Gefahr. Ich seufzte. Wir drehten uns beständig im Kreis. Es war unmöglich das ich einfach so meine Koffer packte und zu ihm kam. Es hatte nur so wenige Momente gegeben und Joaquim hatte mich komplett zerrüttet. Diese harte Mauer die ich mit aller kraft aufgebaut hatte, zerfiel direkt vor meinen Augen. Und ja, ich fühlte mich bloßgestellt und nicht mehr wie ich selbst. Stellte er sich das alles so leicht vor? Sein Name alleine verlieh ihm keine Macht. Er musste kämpfen um sich zu behaupten und die Zeit sich diese Ehre zu verdienen war noch lange nicht gekommen. Joaquim würde schon merken was es hieß der „König“ der Hamptons zu sein die alle fürchteten. So, wie sie es bei seinem Vater getan hatten. So etwas wie ein Herz oder eine weiche Seite, durfte er sich nicht erlauben.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Di Dez 11, 2018 9:38 am

Joaquim Jenson
Ich kannte meinen Mika. Er steckte noch irgendwo in ihm drin, das wusste ich. Ich merkte ihm an, dass er nicht dort sein wollte. Er wollte nicht weiter das Haustier dieser ekelhaften Menschen sein. Er wollte frei sein und dafür brauchte er Hilfe, die ich ihm geben wollte. Langsam glaubte ich ihn wirklich zu durchschauen. Er wollte mit mir weglaufen. Er wollte abhauen und sich irgendwo absetzen, wo uns niemand fand, doch er wusste genau, dass ich das nicht konnte. Durch den Tod meines Vaters, waren meine Mutter und mein kleiner Bruder auf mich angewiesen. Ich war nun der einzige, der sie noch beschützte. Wenn ich erstmal weg wäre, dann würden sie sich wie die Geier auf sie stürzen. Diese Leute scheuten auch nicht davor zurück einen Säugling zu töten, das wusste Mika. Also machte ich ihm ein Angebot. Ich versprach ihn zu mir zu nehmen und ihn so gut zu verstecken und zu bewachen, dass ihn niemand finden konnte. Ich versprach ihm diese Leute - egal auf welche Weise - vom Hals zu halten und ihn in Sicherheit zu bringen und ich versprach ihm, dass - wenn mein kleiner Bruder alt genug war das Steuer zu übernehmen - ich mit Mika hingehen würde wo auch immer er hin wollte. Ich wusste nicht was es letztendlich war, das ihn überzeugte, aber er erlaubte mir ihn mitzunehmen. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so sehr über etwas gefreut wie über diese Nachricht. Ich hatte sofort Pete zum Boot gerufen, Mika auf den Rücksitz gepackt und ihn zu mir nach Hause gebracht. Er kannte die Villa. Er und Noelia waren damals so oft hier gewesen, dass es zu ihrem zweiten Zuhause geworden war. Ich brachte Mika in mein Zimmer, da ich den Weg dorthin am besten kannte und ich ja nun sowieso in Vaters altem Zimmer lebte. Ich sagte bloß Pete und dem Hausmädchen bescheid und drohte beiden damit ihnen ihre Zunge abzuschneiden, wenn sie jemand anderem gegenüber auch nur ein Wort über Mika erzählten. Die restlichen Wachen waren um das gesamte Grundstück verteilt. Hier drinnen würde ihn also niemand anderes entdecken. Meine Mutter weihte ich natürlich auch ein. Ihr drohte ich bloß nicht, denn sie hasste mich schon genug für das, was ich getan hatte. Ich ließ Mikas neues Zimmer herrichten, brachte ihm ein paar meiner Klamotten rüber und räumte sie in den leeren Kleiderschrank ein, sodass er auch etwas zum Anziehen hatte. „Wenn du irgendetwas brauchst, kannst du es Pete sagen. Er wird alles besorgen, wonach dein Herz begehrt. Du wirst es gut hier haben, Mika. Du wirst sicher sein.“, versprach ich ihm und schloss die Schranktüren, ehe ich mich zu ihm umdrehte. „Ich bin so froh, dass du hier bist, weißt du das? Ich bin fast gestorben vor Sorge um dich, weil ich nicht wusste wo du warst und ob du sicher warst.“ Langsam bewegte ich mich in seine Richtung. Ich sah ihn nicht. Ich wollte ihn also wenigstens spüren, seine Hand halten oder ihn gar in den Arm nehmen. Ich brauchte diese Nähe zu ihm. Seit er bei mir war konnte ich endlich wieder atmen. „Ich habe das Hausmädchen gebeten heute Abend dein Lieblingsessen zu kochen. Ich werde es auf die Terrasse bringen lassen. Dann können wir gemeinsam essen und reden.“ Wir hatten viel aufzuholen! Ein Jahr war vergangen seit Mika einfach verschwunden war. Ich wollte alles erfahren. Ich wollte wissen wo er gewesen war und wie es ihm ergangen war. Ich wollte aufholen, was wir versäumt hatten. Ich wollte es vor allem aber einfach wieder gutmachen. Dafür, dass ich ihn nicht von selbst gefunden hatte und er so lange in den Fängen dieser Leute hatte aushalten müssen. Ich hätte ihn finden müssen…
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Di Dez 11, 2018 2:17 pm

Mika Juste Chaplin
[Neuer Link] Die Zeit in diesem Haus zu verbringen war komisch. Ich hatte damals meine halbe Kindheit in diesen Vier Wänden verbracht, aber es fühlte sich alles andere an als Zuhause. Angespannt presste ich meine Lippen aufeinander und beobachtete Joaquim dabei, wie er sich die beste Müde gab alles so her zu richten, wie ich es wollte und brauchte. Er merkte dabei vermutlich noch nicht einmal wie es mir ging. Oder er merkte es und versuchte es gekonnt zu überspielen. Wie es für mich war, war dabei gar nicht mal richtig zu beschreiben. Ich war hier kein Gefangener, er wollte nur das beste für mich und dennoch fühlte es sich irgendwo so an. Ich konnte einfach keinen Frieden mit mir selbst schließen, selbst wenn ich es gewollt hätte. Wobei es vermutlich auch gar keine Rolle gespielt hatte. Diese ganze Situation war zu viel für mich. Iwanow hatte mich dazu gebracht, mich komplett zu vergessen. Keine Ahnung ob ich jemals wieder zu mir selbst finden würde. Ich wusste das es ein Fehler war hier zu sein. Joaquim wusste gar nicht, was er sich selbst damit antat. Er setzte alles auf eine Karte. Ein zweites Mal würde Iwanow mich sicher nicht verschonen wenn er mich in die Finger bekam. Komplett abwesend starrte ich in die Ferne als Joaquims Stimme mich wieder aufsehen ließ. „Mhm.“ Obwohl ich nicht zugehört hatte, nickte ich.  Ich zog meine Knie zu mir auf die Matratze und legte meinen Kopf darauf ab. Vermutlich hatte selbst Joaquim sich diese „Rückkehr“ anders vogestellt. Die Sicherheit um mich herum bestätigte mir bloß, dass irgendetwas ganz sicher nicht in Ordnung war. Ich nahm meinen starren Blick aus der Ecke und kam Joaquim damit entgegen. „Klar“, ich lächelte gespielt. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl dadurch ein wenig glaubhafter zu wirken. Er konnte mich nicht sehen und das war mir auch bewusst, doch ein Teil von mir wollte es einfach tun. „Es ist alles okay, es geht mir gut. Danke für alles. Das hätte wirklich nicht nötig getan.“ Er gab sich die größte Mühe und alles was ich ihm gab war- nichts. Ich hatte ihn die letzten Tage wie dreck behandelt und spürte wie ein Teil von mir zusammenbrach jetzt wo er wieder in meiner Nähe war. Ich wirkte so schwach und unbrauchbar. Was wollte er mit einem Kerl wie mir, wenn er alles haben konnte. Pete- oder jemanden der eine sehr viel größere Hilfe war als ich. Joaquim bewegte sich in meine Richtung. Er ließ sich neben mir auf der Matratze nieder und ich zog aus Reflex die Beine ein. Im Augenblick wollte ich einfach ein wenig für mich sein und konnte es wirklich nicht gebrauchen, berührt zu werden. Selbst wenn ich wusste, dass er es nur gut meinte konnte ich im Augenblick einfach nicht über meinen Schatten springen. Auf seine Erklärung des heutigen Ablaufes des Abends, senkte ich meinen Blick und starrte für einen kurzen Augenblick auf meine Hände. Noch mehr reden? Über was wollte er ständig mit mir reden? Ein Candel-light Dinner im Mondschein? Oder um was ging es ihm? „Klingt gut“, antwortete ich in die Stille hinein. Klar, auch das hatte nicht wirklich überzeugend geklungen, doch ich versuchte wirklich nur mein bestes ihm nichts vorzumachen. Wenn mich jemand verstand, denn war es Joaquim. Natürlich hatte ich unsere Verbundenheit nicht vergessen. Niemals könnte ich das. Innerlich wusste ich auch das er mir unendlich viel bedeutete, doch je mehr ich über das Nachdachte was passiert war, umso mulmiger wurde mir. Ich wollte keines Weges undankbar wirken. Er baute all diese Dinge um mich herum nur für mich auf und das wusste ich wirklich zu schätzen. Ob es ihm auch zugute tat, war eine andere Geschichte. Ich wünschte es ihm auf jeden Fall, mit ganzem Herzen.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Di Dez 11, 2018 3:11 pm

Joaquim Jenson
„Doch, das alles war nötig, Mika…“ Es hatte sich einiges verändert, dessen war ich mir bewusst. Mika war eben nicht mehr nur derselbe. Er hatte schlimmes durchleben müssen. Ein paar Dinge hatte er mir ja bereits anvertraut und mir war nur schlecht bei der Vorstellung geworden, dass ich nicht da gewesen war, um ihm aus diesem Drecksloch zu befreien. Ich hätte da sein sollen… Ich hätte ihn finden müssen, aber er hatte es ohne mich durchgestanden. Er hatte es überlebt und jetzt war er… gebrochen. Ich würde ihm helfen jeden einzelnen Splitter wieder an Ort und Stelle zu setzen. Ich würde alles tun, um ihn wieder zu heilen, ihn wieder lächeln zu sehen. Ich wusste, dass es lange dauern würde, aber ich hatte alle Zeit der Welt. Ich ließ mich langsam auf die Bettkante sinken und hörte wie die Bettdecke raschelte, als er sich ein wenig von mir zurückzog. Klar tat es weh das mitzubekommen… aber ich verstand es. Ich verstand, dass er Angst hatte berührt zu werden. Bisher hatte ihm sicher bloß jeder Schmerzen zugefügt. Die gebrochenen Knochen, von denen er mir erzählt hatte, die Schnitte, die ich auf seinen Armen gespürt hatte, als ich ihn gepackt hatte… Das alles war sicher nur der Anfang gewesen. Er musste mir nicht erzählen wie schlimm es wirklich gewesen war und was sie ihm alles angetan hatten, aber… er sollte sich helfen lassen. Ich legte meine Hand sachte auf das Bettlaken und ließ sie dort eine Weile ruhen. Ich wollte ihn nicht überfordern. Er sollte einfach wissen, dass ich da war und ihm nichts tun würde. „Weißt du… ich rede seit deinem Verschwinden ab und zu mit jemandem darüber. Er kommt mich hier zu Hause besuchen und ich erzähle ihm dann wie es mir geht und er gibt mir Tipps wie ich damit umgehen kann… Ich hätte gern, dass du das auch mal ausprobierst. Ich meine, du musst nicht ausgerechnet den selben Psychologen treffen wie ich. Du darfst dir gern einen Arzt aussuchen, aber es würde mich beruhigen, wenn du dem Ganzen eine Chance gibst. Bloß eine Probestunde, was hältst du davon?“ Diese Therapie hatte mich schon einige Male davon abgehalten einfach alles zu beenden. Sie hatte mich immer wieder neuen Mut schöpfen lassen. Nur deswegen war ich immer noch hier und hatte immer wieder versucht Mika zu finden. Nur deshalb war ich so standsicher - na ja, im Vergleich zur Anfangszeit zumindest. Vorsichtig bewegte ich meine Hand in seine Richtung und stieß mit meinen Fingerkuppen sachte gegen sein Bein. Ich seufzte leise und schloss die Augen hinter meiner dunklen Brille. „Ruh dich gern ein wenig aus. Wenn du etwas brauchst, sag Pete oder mir Bescheid. Ich bin im Arbeitszimmer. Ich muss noch einige Dinge erledigen, aber danach komme ich dich abholen und wir machen worauf auch immer du Lust hast, okay?“ Und wenn wir nur zusammen trinken und uns abschießen würden, ich würde ihm zur Seite stehen. Jederzeit. Von jetzt an würde ich ihn sicher nicht mehr loslassen. (Sorry >.<)
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Di Dez 11, 2018 5:41 pm

Mika Juste Chaplin
Aus meiner Sicht war es das schlimmste was er hätte zu mir sagen können. Ich war kein Psycho, ich brauchte keine Hilfe und vor allem wollte ich nicht über die Dinge die mir passiert waren reden. Wieso wollte Joaquim ständig, dass ich redete?! Ich war wieder hier! Was wollte er klären?! Ich verzog angespannt das Gesicht. „Du willst, dass ich mit einem Psychologen rede?“, fragte ich skeptisch nach und verkniff es mir aufzulachen. Trotz der Sache das es mir nicht gefiel, versuchte ich weiterhin ruhig zu bleiben. Was er tat um mit seinen Problemen umzugehen war etwas ganz anderes. Ich wollte mich nicht auf dem Servier Teller präsentieren. Ich war kein Opfer! Wer verstand das was ich durchmachte. Der Deal war das er mich von der Außenwelt fernhielt. Hier bei ihm- etwas anderes wollte ich doch gar nicht. Ich kam alleine selbst klar, ich brauchte nur ein wenig Zeit. Ich musterte ihn mit etwas nachdruck. Seine Worte machten mich sichtlich nervös ohne das ich es verhindern konnte. Das beengende Gefühl in der Brust war einfach nicht zu umgehen. „Es geht mir gut“, verlieh ich meiner Stimme wieder an der nötigen festigkeit und rümpfte die Nase. Er sollte es unterlassen  mir solche Sachen vorzuschreiben oder vorzuschlagen. Selbst wenn er keine bösen Absichten gehabt hatte. Vorsichtig schüttelte ich den Kopf und spürte wie mein Herz gegen meine Brust schlug bei der Vorstellung mit einem Fremden alleine in einem Raum zu sein. Woher brachte Joaquim dieses Vertrauen auf? Hatte er nicht genug Scheiße durchgemacht und daraus gelernt?! Es konnte doch jeder Zeit passieren, dass es jemanden da draußen gab der diese Naive Art ausnutzte.„Ich brauche keine Hilfe von einem Fremden und vor allem werde ich nicht darüber reden.“ Auf das was Joaquim zu mir sagte senkte ich schuldbewusst den Kopf. Das mochte ja alles sein. Vielleicht half es ihm, aber wir steckten nunmal auch nicht im selben Körper. Es tat mir Leid, dass ich ihn damit so enttäuschte. Als er seine Hand auf das Laken legte das auf meinem Knie lag, zog ich meine Knie erneut minimal an mich heran, schaffte damit aber nicht genügend zwischen uns um es wie eine natürliche Bewegungsaussehen zu lassen. Ich wollte mich vor Joaquim nicht ganz zum Deppen machen. Ich hatte also keine andere Wahl und ließ es zu. Trotz der Tatsache das mein Herz fürchterlich klopfte und ich am liebsten aufgestanden wäre. Meine Lippen waren staubtrocken. War das sein Ernst? Worauf ich auch immer Lust hatte? Das wirkte schon nahezu normal. So, als wäre ich kein emotionales Frack. Ich glaubte kaum das es da im Augenblick irgendetwas gab, worauf ich mächtig Luft hatte. Erneut nickte ich und fühlte mich wie ein kleiner Junge. Der ich ja eigentlich auch gewesen war nach allem was ich durchgemacht hatte. Mit gerade mal Achtzehn Jahren die ich jetzt war, hatte ich bereits mein gesamtes Leben hinter mir und trotzdem fühlte ich mich nichts reifer. Besonders hier bei ihm im Augenblick fühlte ich mich einfach so machtlos und unbedeutend. Ich war auf seinen Schutz angewiesen. Darum war ich ihm auch dankbar, doch ich wollte auf der anderen Seite auch alleine sein. Ein Chaos der Gefühle. Desto erleichternder waren seine nächten Worte aus irgendeinem Grund für mich. Er ließ mich hier also erst einmal alleine. Gut so, geschweige das ich Pete rufen wurde. Pete war vermutlich der letzte Mensch den ich gerufen hätte, selbst dann nicht wenn ich mir wieder ins Gedächtnis rief, dass ich ihm einmal vertraut hatte. Aufmerksam richtete ich meinen Kopf schief. Er musste Arbeiten- klar. Wie sah seine Arbeit denn aus? Er war schließlich Blind. Kümmerte er sich um irgendwelchen Papierkram. Iwanow hatte Stunden in seinem Büro verbracht, vermutlich war es überall das selbe. „Was musst du für Dinge erledigen?“, fragte ich dann doch und sah auf die Hand die auf meinem Knie ruhte. Aus irgendeinem Grund hatte ich immer noch das wünschende Bedürfnis seine Hand einfach von meinem Knie zu schieben. Es engte mich ein, doch ich tolerierte es. Ich wusste das gerade Joaquim der letzte Mensch war, der mir etwas tun würde. Doch so leicht war das alles nicht.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mi Dez 12, 2018 6:06 pm

Joaquim Jenson
Er beharrte darauf, dass es ihm gut ging. Kaufte er sich das eigentlich selbst ab? Er wusste, dass es ihm eben nicht gut ging. Er wusste auch, dass er nicht ganz bei sich war. Er wusste ganz genau, dass in ihm ein Teil zerbrochen war, den er wieder zusammenflicken würde. Und das würde lange dauern, dessen war er sich ebenso bewusst wie ich. Genau deswegen wollte er es nicht. Er wollte nicht tiefer graben und damit Wunden aufreißen, die bereits zu Narben verheilt waren. Aber irgendwann müsste er sich damit beschäftigen. Er müsste anfangen über die Geschehnisse zu reden, damit er sie verarbeiten und abschließen konnte. Es einfach zu ignorieren half nichts. Das hatte auch ich damals schmerzlich lernen müssen. Ich war nach Mikas Verschwinden absolut am Ende gewesen. Die Treffen mit meinem Therapeuten hatten geholfen, auch wenn sie mich nicht geheilt hatten. Ich drückte sanft sein Knie und seufzte leise. „Du musst es ja nicht jetzt sofort tun, aber schließ es bitte nicht direkt aus. Wenn du nicht mit einem Fremden sprechen möchtest, kannst du auch mit mir reden. Ich höre dir zu. Manchmal muss man es einfach aussprechen. Also… lass dir Zeit. Du sollst nur wissen, dass ich da bin und dir jede Hilfe beschaffe, die du annehmen möchtest, Meeks.“ Das wusste er sicher. Immerhin hatte ich ihm gerade angeboten meinen Therapeuten auszuleihen. Schaden würde es sicher nicht. Dieser Arzt stand unter Schweigepflicht und ich kannte ihn mittlerweile lang genug und hatte mehr als genug Hintergrundchecks gemacht, um mir sicher zu sein, dass er ein stinknormaler Arzt war, dem ich vertrauen konnte. Ich war nach Mikas Verschwinden und der Verschwörung gegen mich und meinen Vater sicher nicht mehr so naiv. Ich lernte dazu. Immerhin musste ich das als Oberhaupt der Familie Jenson ab jetzt auch. Ich strich mit dem Daumen sacht über sein Knie, merkte aber sofort, dass er das nicht so genoss wie früher. Ich war blind. Ich konnte mich nicht mehr auf das verlassen, was ich sah. Mittlerweile hatte ich gelernt die Körpersprache und auch die Geräusche meines Gegenübers sehr genau zu deuten. Es war wohl sowas wie ein sechster Sinn, so schwachsinnig das auch klang. Ich merkte es eben einfach, also nahm ich meine Hand langsam zurück und sprach ihn nicht darauf an. Es verletzte mich in gewisser Weise, aber ich tröstete mich damit, dass er so viel hatte durchmachen müssen, dass es normal war, dass er jetzt eben nicht so schnell wieder zurück konnte. Sicher hatten sie ihm vieles angetan, das ihn jetzt zurückschrecken ließ, auch wenn ich ihm nie etwas antun würde. Ich seufzte also leise und stand auf. Ich sollte ohnehin meine Arbeit erledigen und ich spürte, dass er gerade einfach nur seine Ruhe haben wollte. Seine Antworten wurden immer kürzer, seine Körpersprache wandte sich immer mehr von mir ab. Er brauchte seine Ruhe und die würde ich ihm geben. „Nur langweiliges Zeug. Ich muss noch ein paar Konten meines Vaters auf mich umschreiben lassen, seine Lebensversicherung einlösen, die Lieferung nach Kanada planen… Papierkram eben. Pete hilft mir dabei, also wenn du etwas brauchst, findest du uns beide im Arbeitszimmer. Du kannst aber auch Bertha fragen.“ Er kannte unser Hausmädchen ja. Da meine Mutter mit dem Kleinen in irgendeinem Mutter-Kind-Kurs war, könnte Mika auch frei im Haus herumrennen ohne dass sie jetzt schon etwas davon mitbekam.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Mi Dez 12, 2018 7:55 pm

Mika Juste Chaplin
Für mich kam diese Sache mit dem Psychologen nicht erst in Frage! Ich brauchte keine Hilfe. Garantiert nicht von irgendeinem „Freak“, der glaubte mir mit seinen Tips zu helfen. Das war Schwachsinn. Kein Psychologe der Welt würde das verstehen. Er machte nur seinen Job, was sollte mir da schon helfen? Auf das was er zu mir sagte nickte ich und nahm einen tiefen Atemzug. „Pete hilft dir also mhm?“, murmelte ich fast schon in mich hinein und nickte nur. Es gefiel mir nicht, vor allem nicht nachdem ich wusste was passiert war. Man konnte eben schon sagen das ich langsam aber sicher wieder zu mir zurück fand. Selbst wenn sehr viele Mauern im weg standen. Wie konnte er ihm überhaupt noch vertrauen?! Joaquim hatte mir doch erzählt was Pete mit meinem Vater hinter seinem Rücken abgezogen hatte und trotzdem ließ er ihn noch angestellt?! Was wollte er damit erreichen? Das ich von dem Gedanken nicht erfreut war konnte ich jedoch wohl kaum verstecken. Er war mit ihm in der Kiste gelandet. Natürlich war mehr als ein beruflicher Bezug zwischen den beiden! Wenn Joaquim mir etwas anderes erzählt hätte wäre es nur Dumm und Naiv gewesen. „Mach das“, begann ich und erhob mich. Erst jetzt strich ich auch seine Hand von meinem Knie. „Ich werde ein Bad nehmen und hau mich dann hin.“ Was sollte ich anderes sagen? Ich hatte nicht vor mit ihm jetzt über Pete zu diskutieren. Über gar nichts, wollte ich mit ihm reden!  Für mich war die ganze Sache hier einfach neu und ich brauchte meine Zeit um mich daran zu gewöhnen. Joaquim konnte sich gar nicht vorstellen was ich innerlich alles durchmachte. Es war nicht leicht für mich so zu tun als wäre alles in Ordnung.

Pete Connors
Ich nahm eine gerade Haltung an, als Joaquim das Büro betrat, dass damals seinem Vater gehört hatte. Heute war es wieder an der Zeit. Es hatten sich so viele Dinge hier oben abgespielt, dass ich gar nicht mehr aufzählen konnte wie erleichtert ich war, dass ich diesen Situationen nicht mehr ausgesetzt war. Mein Blick hing an der angespannten Körperhaltung von Joaquim. Er war nicht gut darin Sachen zu verstecken. Ich konnte spüren, dass ihn etwas beschöftigte. Mika war hier, doch wirklich Glücklich wirkte er nicht. Eher besorgt. Ich kannte diesen Gesichtsausdruck. Als er an mir vorbei lief, begann auch ich mich zu bewegen, ich rückte aus Routine seinen Stuhl zurecht und legte ihm die sortierten Papiere systematisch auf den Platz. Mittlerweile wusste er, nach welcher Reihenfolge er diese abarbeiten musste. Seit Wochen half ich ihm dabei sich in diesem Chaos zurecht zu finden. Die meiste Zeit während dieser Arbeit unterhielten wir uns eben nur nicht. Im Gegenteil, wir schwiegen uns an. Es hatte sich nichts verändert. Das Sprichwort: Alle Zeit heilt Wunden, war Blödsinn! Die Zeit heilte diese Wunden nicht, sie machte diese höchstens nur noch schlimmer. Zumindest hatte ich das Gefühl. Er schien mir nicht zu vertrauen und es gab nichts was ich für ihn tun konnte um dieses Vertrauen wieder aufzubauen. Er setzte sich und ich knipste den Lichtschalter der kleinen Nachttischlampe an um ein wenig besser zu sehen. Danach rückte ich meinen Stuhl etwas näher an seinen Schreibtisch und sah auf die Papiere. Joaquim roch nach einer Note von Kaffee und seinem Parfüm, dass er täglich trug. Es war Vertraut. Er merkte nicht, dass ich ihn eine Weile ansah ehe ich meine Augen wieder auf die Worte auf dem Papier wandte. „Geht es ihnen gut?“, brach es aus mir heraus, als er sich nach hinten in seinen Stuhl lehnte. Irgendwann musste es eben einfach an der Zeit sein das wir redeten. Ob er wollte oder nicht. Wenn nicht jetzt wann dann? Er musste es ja auch nicht mögen oder wollen. Er schlief wieder unregelmäßig und wollte es wieder allen Recht machen. Mika- seiner Familie, dabei war er zerbrechlicher als alle annahmen. Er war auch nur ein Mann der versuchte seinen Job gut zu machen. Dabei war dies gar nicht mal so leicht, wie er glaubte. Ich machte mir eben auch sorgen um ihn. „Bevor sie mich dafür verurteilen, ich mache mir einfach Sorgen um Sie.“ Ich nahm einen der Stifte in der Hand. Stille. Ich wusste dabei trotzdem, dass ich einen Nerv getroffen hatte. „Sie müssen auch nicht mit mir reden wenn sie wollen, ich wollte nur-“ Was wollte ich? Smalltalk? Das Dinge so waren wie früher? Dabei spürte ich das dies nicht möglich war. Er war eben alles was ich hatte und nun hatte ich nichts. Es war so bescheuert, ich hatte es bewusst darauf angelegt. Ich hatte es versaut. „Wenn sie jemanden zum reden brauchen dachte ich nur-“ ich räusperte ich und schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Ahnung um ehrlich zu sein.“
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