The Hamptons [Revenge] RPG

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Sa Nov 03, 2018 8:38 pm

Joaquim Jenson
Ich konnte gar nicht sagen wie froh ich war, dass es nicht so war wie ich befürchtet hatte. Mika hatte keinen Neuen. Er schien absolut angewidert zu sein allein von der Vorstellung. Das war gut für mich. Was hätte ich getan, wenn Mika einen Anderen gehabt hätte? Es war also gut, dass es nicht so war. Wenn er jemand anderen lieben würde, hätte ich ihn nicht zu mir holen können. Auch wenn ich ihn brauchte… ich stellte sein Glück über mein eigenes und wenn er wirklich glücklich wäre, dann könnte ich nicht egoistisch sein. Aber das war er nicht! Er war nicht glücklich, ganz sicher nicht! Als er die Frage nun an mich richtete, blinzelte ich leicht. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. So wie ich ihn hier auf Knien anflehte mit mir zu kommen, hätte ich gedacht, dass es klar war, dass ich nur ihn wollte. „Nein, da gibt es niemanden. Ich habe Rose geheiratet, aber ich habe sie nie angerührt. Wenn du mit mir kommst, werde ich mich von ihr scheiden lassen.“ Ich spürte Mikas Arme auf meinen Schultern und seufzte leise. Eigentlich hätte diese Antwort gereicht, denn immerhin hatte Mika gefragt, ob es jemanden gab und nicht gegeben hatte, aber… ich wollte ehrlich sein. Er hatte verdient das zu wissen. „Ich habe… einmal mit Pete geschlafen, weil ich mich einsam gefühlt habe, aber… das bereue ich wirklich zutiefst und ich verspreche dir niemand anderen mehr als dich anzufassen. Ich lebe absolut keusch, bis du zu mir zurückkehrst. Du hast mein Wort.“, murmelte ich und drückte seine Hände fest mit meinen. Er wusste, dass ich mein Wort immer hielt. Diesen Fehler würde ich kein zweites Mal begehen. Ich war einsam und verzweifelt gewesen und hatte geglaubt Mika wäre tot oder hätte mich freiwillig verlassen. Das würde sicher nie wieder vorkommen. Außer ihn gab es für mich niemanden mehr. Ich spürte seinen Finger unter meinem Kinn, als er von mir verlangte ihn anzusehen. Manchmal vergaß er wohl selbst, dass ich blind war und das gar nicht konnte. Ich atmete tief durch und schüttelte den Kopf. „Eine blöde Rolle? Du würdest an meiner Seite stehen und mit mir zusammen, gleichberechtigt, mein Imperium leiten. Du wärst… der zweite Kopf des Jenson-Klans, Mika. Mehr Macht könntest du gar nicht besitzen. Das ist es doch, was du willst, oder? Du hättest mehr Macht und Sagen als dein „Partner“ dir je geben könnte.“ Der Familie Jenson war der stärkste im Drogenbusiness. Ich leitete die hochrangigste, mächtigste Familie der gesamten Hamptons an und Mika wäre an meiner Seite. Das nannte er eine blöde Rolle? „Von mir aus führe ich Krieg gegen diesen Bastard. Ich habe dich endlich gefunden… ich lasse dich jetzt sicher nicht wieder los, nur weil irgendein Krimineller dich nicht gehen lassen will. Du gehörst zu mir, Mika. Das weißt du genauso gut wie ich. Egal wie viel noch von dir übrig ist. Ich brauche dich.“ Und in dem Augenblick, wo ich endlich einen kleinen Durchbruch hatte und er in der Theorie davon sprach mit mir mitzukommen, platzten die Angestellten hinein. Ich biss die Kiefer aufeinander, als diese Leute uns wirklich hier rausschmeißen wollten. Verdammt, ich war so nah dran! „Geben Sie uns noch fünf Minuten.“, knurrte ich, worauf sich einer der Angestellten räusperte. „Sir, ich denke nicht, dass wir…“ - „Wissen Sie wer ich bin?! Wollen Sie wirklich, dass ich wütend werde? Ich sagte ich brauche noch fünf Minuten!“, zischte ich, worauf es kurz still wurde. „Ja, Mister Jenson, Sir… Fünf Minuten.“, kuschte einer der beiden dann zurück und ich drehte mich wieder Mika zu. Fünf Minuten waren nicht viel, aber es gab noch eine wichtige Frage, die ich beantwortet haben musste. „Wo wärst du lieber? Hier bei ihm oder bei mir in der Villa? Bist du hier wirklich glücklich? Sag mir, dass du ein gutes Leben führst und hier sein willst und ich lasse dich in Ruhe. Ich will, dass du glücklich bist Mika… Wenn du es hier bist, dann… dann gebe ich dich auf, okay? Sag mir nur ehrlich, dass du hier glücklich werden könntest. Hier bei… ihm.“ Ich wusste, dass er das nicht laut aussprechen konnte. Nicht einmal als Lüge. Hoffentlich wurde ihm das nun auch klar.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Sa Nov 03, 2018 9:20 pm

Mika Juste Chaplin
Ich blieb stehen. Der Mitarbeiter verließ vor mir den Raum und auch wenn ich der Tür näher war als ich dachte, blieb ich stehen. Wollte ich mir das wirklich anhören? Fünf Minuten. Was wollte er mir in diesen Fünf Minuten sagen? Was würde Joaquim Jenson zu mir sagen, was meine Meinung änderte? Er hatte doch bereits alles gesagt, was relevant war. Er würde sein Leben für mich gebem. Aber das war nicht das, was ich wollte. Würde er das jemals einsehen? Es ging eben nicht immer um das, was er sich in den Kopf setzte und trotzdem war er wie versteift darauf. Mir blieb der Atem stecken und ich hielt für die wenigen Sekunden, in denen Joaquim mit mir sprach die Luft an. War es das? Wusste er nicht, was er da von mir verlangte? Wie groß dieses Opfer war? Er handelte doch viel zu Forsch. Was wenn ihn das was er wollte, enttäuschte?! Er würde es nicht verstehen! Ich befürchtete es immer und immer wieder. Ich biss mir auf die Lippe und mied es mich zu ihm zu drehen. Er sollte nicht merken das ich haderte, dass ich innerlich wirklich in Eregung zog, mich zu entscheiden. Was war mit mir los, dass ich wirklich darüber nachdachte?! Er kratzte an meiner Oberfläche und ich fühlte mich mit dieser Entscheidung absolut nicht wohl. Das konnte er gar nicht von mir verlangen! Ich seufzte leise und spürte wie meine Mimik einfiehl. Dabei wollte ich alles andere als nachgeben! Meine Lippen wurden trocken. Das ganze war eben nicht so leicht, wie Joaquim es sich vorstellte. Wir lebten in keinem verdammten Film. Die Dinge die passiert waren, waren wirklich passiert. Wie wollte er es wieder Rückgängig machen. Ich war ein Freak, ein Drogen und Alkoholabhängiger Bastard. Das was von mir übrig war, war nicht Mika. Ich konnte ihm ja noch nicht einmal länger näher sein als das gerade. Ich bezweifelte, dass ich auf Körperliche Nähe so reagierte, wie Joaquim es sich vorstellte. Selbst wenn ich ständig große Sprüche klopfte. Ich schloss die Augen und schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht“, murmelte ich heiser. Und das war das erste mal, seid dem ich Joaquim Jenson gegenüber stand und wirklich aufrichtig mit ihm sprach. Wie Mika es damals getan hätte. Und ich hoffte für den Augenblick einfach, dass er es verstand. Einfach, weil ich in dieses Haus und in die Nähe dieser Menschen nicht sein wollte. Diese Blockaden in mir waren einfach zu Groß. Ich konnte beides nicht. Ich konnte ihm genauso wenig sagen, dass ich in diesem neuem Leben Glücklich werden könnte, als das ich mit ihm gehen könnte. Ja, vielleicht hatte ich Angst und ja, vielleicht spielten die Gefühle und die Folter die mich gebrochen hatte eine Große Rolle, doch ich konnte diese Dinge nicht einfach so tun. Er hatte doch keine Ahnung was alles auf dem Spiel stand. Er war vielleicht das momentane Oberhaupt und hatte eine wirklich große Rolle im Imperium der Hamptons, doch er wusste nicht, was es für Leute dort draußen gab, denen diese Macht egal war. Warum glaubte er sonst, töteten Menschen Unschuldige, Frauen und Kinder? Iwanow war einer von ihnen. Der Tot eines einzelnen Mannes würde das nicht beenden. Es würde die Dinge um uns herum nur noch komplizierter machen. Er hatte keine Vorstellung davon, was alles passieren könnte. Er war total eingenommen von dem was er wollte. Sie hatten mich schon einmal entführt, glaubte er nicht, dass dies noch einmal passieren könnte? Ich wollte nicht dieser Hilflose Junge sein, ich wollte nicht seine zweite Hand sein. Ich wollte einfach ich sein. Obwohl beinahe nichts mehr von mir übrig war. Und im Augenblick musste ich mich viel zu sehr mit mir selbst beschäftigen. Iwanow ließ mir den Freiraum und dies hatte lange genug gedauert. Wenn er jedoch merkte, dass ich einknickte, würde es nur weiteren Ärger geben. „Zwing mich nicht, mich zu entscheiden Joaquim“, bat ich ihn und drehte mich zu ihm. „Im Ernst. Mach das nicht.“ Ich flehte ihn dabei beinahe schon an. Konnte er die Dinge wie sie waren nicht einfach vorerst so akzeptieren? Ich hatte mich ihm zu erkennen gegeben und das hatte ich getan obwohl es gefährlich und Riskant war. Wenn er mir damals immer so vertraut hatte, warum nicht jetzt. Ich konnte ihm im Augenblick einfach nicht das geben, was er sich erhoffte. Um keinen Preis, konnte ich das.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Sa Nov 03, 2018 9:43 pm

Joaquim Jenson
Er konnte nicht. Nein, natürlich konnte er nicht. Dieser Mann hatte ihm grausame Dinge angetan. Er hatte ihn entführt und gefoltert. Ich verstand nicht wieso er dort bleiben wollte. Ich war da! Ich könnte ihn dort herausholen, also wieso… wieso blieb er? Wieso dachte er ernsthaft darüber nach, ob er mir in die Freiheit folgen oder weiter in dieser grausamen Gefangenschaft leben sollte? Ich stand einfach nur da. Ich konnte mich kaum bewegen. Seine Worte waren ehrlich. Er konnte mir nicht sagen, dass er hier glücklich wurde, weil er es nicht war und auch nie sein würde. Er mochte sich verändert haben, aber im Kern war er immer noch er selbst. Etwas von dem alten Mika war noch da und selbst wenn nicht… dann würde ich eben den neuen Mika kennenlernen! Ich war mir sicher, dass ich auch ihn lieben würde. Ich atmete deutlich hörbar aus, als Mika mich aufforderte ihn nicht zu zwingen sich zu entscheiden. Wie stellte er es sich dann vor? Wollte er auf ewig so weitermachen? Gegen seinen Willen für seinen Entführer arbeiten und mit mir diese Spielchen spielen und mich sehen, wann es gerade passte? „Du brichst mir das Herz, Meeks. Früher oder später musst du dich entscheiden… und solange du das nicht hast, werde ich nicht locker lassen.“, flüsterte ich erschöpft, gekränkt… verletzt. Das war das erste Mal, dass mir jemand das Herz brach. Na ja… das zweite Mal, wenn ich Mikas Verschwinden dazuzählte. Meine Brust fühlte sich unglaublich eng an und mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich schluckte, richtete mein Jackett und schob meine Brille gesammelt wieder gerade auf meine Nase. „Bis dann.“, murmelte ich und ging in Richtung der Türen, tastete nach der Klinke und floh praktisch nach draußen, wo mich meine Sicherheitsleute sofort wieder umringten. Ich hätte mich gern vernünftig von Mika verabschiedet - immerhin wusste ich nicht ob oder wann ich ihn wiedersehen würde - aber jede weitere Berührung hätte nur wie Feuer auf meiner Haut gebrannt. Auch jetzt war ich durcheinander und spürte immer noch diesen Schmerz in meiner Brust, aber ich ließ es mir nicht anmerken. Zumindest nicht offensichtlich. Ich ließ mich von meinen Leuten zum Wagen begleiten, stieg ein, nachdem man mir die Tür aufhielt und ließ mich auf den Rücksitz des Wagens gleiten, ehe ich tief durchatmete und die Fahrt über absolut angespannt war. Pete saß im Wagen hinter mir, als wir am Anwesen ankamen und ich schnurstracks und ohne meinen neuen Blindenführer Kyle zur Eingangstür ging. Ich brauchte jetzt eine Weile. Die Sicherheitsleute würden die Gemälde schon aus dem Wagen räumen. Ich aber verkroch mich im Arbeitszimmer meines Vaters - was nun mein Arbeitszimmer war - und klammerte mich zitternd an der Tischplatte des Schreibtisches fest. Mit einem Ruck fegte ich alles vom Tisch, was darauf stand, darunter auch den teuren Scotch, den Vater hier stehen gelassen hatte, kurz bevor ich ihn erschossen hatte. Schwer atmend beugte ich mich über den Tisch und hielt mich daran fest, um nicht umzukippen. Das alles war zu viel für mich. Wie sollte ich so viel Last auf meinen Schultern noch tragen?
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von ɢedαɴĸeɴloѕ am So Nov 04, 2018 8:50 pm

Micaela Ramírez
Ich wusste nicht wann, aber wir waren anscheinend irgendwann eingeschlafen. Ich wusste nicht, wieso das so war, aber ich spürte sofort, als Cassian nicht mehr bei mir im Bett lag. Es war, als würde ein grosses Stück Wärme plötzlich einfach fehlen. Ich zog also die Decke näher um meinen nackten Körper, aber es war einfach nicht das Gleiche. Ich öffnete die Augen und blinzelte gegen das helle Licht an. Ich konnte nicht genau einschätzen, wie spät es nun war. Aber es spielte ja eigentlich keine Rolle. Wir hatten heute nichts mehr vor, also was sollte es mich kümmern, wie spät es nun war? Ich fuhr mir durch das Haar und sah auf, als Cas sich neben mir auf die Matratze war. „Morgen“, murmelte ich leise und fuhr mir verschlafen durch das Haar. Ich seufzte leise auf und schürzte die Lippen. Ich streckte mich auf dem Bett und sah schmunzelnd zu ihm hinauf. Ich hob meine Hand und fuhr durch sein dichtes Haar, welches selbst noch total zerzaust vom Schlaf war. „Ach, du redest doch totaler Müll“, murmelte ich leise und lachte auf, als er mich an der Hüfte kitzelte. „Was für ein Geschenk?“, fragte ich neugierig und richtete mich ein bisschen auf. Mein Blick glitt durch den Raum, bis mein Blick auf dem Tisch hängen blieb. Es war wirklich ein riesiger Blumenstrauss und ja, er sah wirklich sehr teuer aus. „Denkst du wirklich, dass man einen solch teuren Blumenstrauss an dem falschen Ort abgibt?“, fragte ich ihn und hob eine Augenbraue. Er nahm das aber anscheinend nicht ernst und vermutlich war es auch besser so. Ich sollte das ebenfalls nicht ernst nehmen. Es war vermutlich wirklich nur ein überaus dummer Irrtum. Ich hatte abgesehen von Cassian absolut keinen Kontakt mit irgendwelchen Männern. Aber das wusste er. „Steht denn irgendwas? Eine Nachricht oder so?“, fragte ich trotzdem neugierig und schmiegte mich an ihn. Ich stahl einen Kuss von seinen Lippen und sah dann wieder zu dem Blumenstrauss. Sollten wir ihn nicht wieder zurückbringen oder so? Immerhin wartete vielleicht sogar jemand anderes auf diesen Blumenstrauss. Ich zog leicht an seinen Haaren und richtete mich dann ein bisschen auf. Ich zog die Bettdecke bis hoch nach hoben an meine Brust und lächelte zu ihm hinunter. „Wollen wir frühstücken gehen?“, fragte ich ihn. Immerhin konnten wir uns immer noch später um den Blumenstrauss kümmern, falls ich mir zu viele Gedanken darum machte. Doch jetzt sollten wir einfach nur die gemeinsame Zeit zu zweit nutzen. Momentan war gerade alles einigermassen okay. Wir hatten für den Moment gerade keine besonders grosse Probleme und das sollten wir nutzen und nicht unsere Zeit für so etwas wie für einen falsch gelieferten Blumenstrauss.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am So Nov 11, 2018 8:13 pm

DELILAH Thompson

Mittlerweile waren beinahe zwei Wochen vergangen seit ich Keenan in meinem Vorgarten erwischt hatte, und er all die Dinge mitnehmen hatte können die er tragen konnte. Beinahe zwei Wochen waren vergangen, in denen ich nicht ein einziges Mal etwas von ihm gehört hatte. Keine SMS, kein Anruf. Wahrscheinlich dauerte es nun einmal sehr viel länger als ein, zwei Tage um etwas aus Müll zu basteln, und es letzten Endes möglicherweise sogar zu verkaufen. Das war doch sein Ziel, oder etwa nicht? Er wollte irgendwann mit seiner Kunst Geld verdienen, genug um davon leben zu können. Schmunzelnd scrollte ich durch die sozialen Medien, durch die ich mittlerweile ein klein wenig mehr mit der Stadt bekannt war. Mittlerweile kannte ich auch schon einige Leute, hatte sie zumindest soweit kennengelernt das ich mir ihre Namen und Gesichter hatte merken können. Bei Keenan war es nicht schwer gewesen, ihn aber hatte ich auch nicht irgendwo in einem Pub kennengelernt, sondern beim stehlen aus meinem Vorgarten erwischt. Solche Dinge merkte man sich wohl. Eigentlich hatte ich fast schon die Hoffnung aufgegeben bald schon irgendetwas zu sehen zu bekommen, ganz aber hatte ich es doch nicht glauben wollen. Deshalb wartete ich wohl selbst nach fast zwei Wochen noch darauf das mich jemand kontaktierte, der eigentlich nur aus meinem Vorgarten Sachen hatte mitgehen lassen wollen - und jemand der mir gesagt hatte, dass er mich nicht bestehlen würde weil ich ihm etwas zu Essen gegeben hatte. Das war wohl aber auch der Grund dafür weshalb ich ein kleines Päckchen für ihn hatte, mit etwas zu Essen das er wohl sehr viel mehr zu schätzen wüsste als die Dinge die er letztes Mal bei mir zum Frühstück bekommen hatte. Zwar wusste ich wirklich immer noch nicht so Recht weshalb er mir nicht einfach seine Addresse hatte nennen wollen, schließlich war ich alleine hier her gezogen und bis jetzt nicht ein einziges Mal überfallen worden, er hatte aber wohl auch seine Gründe. Möglicherweise konnte ich ihn aber auch ganz einfach irgendwo im Internet finden, oder jemand hatte schon von ihm gehört. Ich erhob mich von meiner Couch, zog mir mein T-Shirt über den Kopf und lief ins Badezimmer. Ich sollte wohl endlich etwas mit meinem Tag anfangen, und nicht noch ein paar Stunden in meinem Wohnzimmer herumhocken, darauf wartend von jemanden angerufen zu werden der sich möglicherweise gar nicht mehr melden würde. Im Badezimmer warf ich mein T-Shirt in den Korb, legte mein Handy am Waschbecken ab und stieg unter die Dusche. Zwar glaubte ich nicht das sich Keenan gar nicht mehr melden würde, aber bald würde es wohl auch nicht dazu kommen. Zumindest ging ich wirklich nicht mehr davon aus.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 11, 2018 8:54 pm

Keenan Nile
Es war eine Erleichterung für mich genug Schrott bei Delilah gesammelt zu haben, um eine neue Skulptur zusammen zu basteln. Das bedeutete für mich, dass ich die restliche Woche nicht mehr die Müllcontainer, Gassen und Strände absuchen musste, um Material zu finden. Ich hatte bereits alles mögliche zusammen und meine gesamte, winzige Ein-Zimmer-Wohnung war zugestellt mit Lampenschirmen, Kabeln, Holzbrettern, leeren Flaschen, alten Aktenordnern, dem Rad einer Schubkarre und vielem mehr. Ich sammelte alles, das irgendwie Altmetall enthielt. Ich nahm die Nägel aus den Brettern, sammelte die Ringe und Schließmechanismen aus den Aktenordnern, nutzte die Speichen des Rads und baute hier und da auch ein paar Teile aus Holz und Plastik ein, aber hauptsächlich nutzte ich Altmetall für das, was ich vorhatte. Ich wollte etwas Modernes, etwas Langlebiges und Edles. Ich hatte bereits am gleichen Tag noch damit angefangen mir auf dem Papier ein paar Skizzen anzulegen wie ich die Teile am besten anordnete, verschweißte und verschraubte. Ich hatte bereits eine genaue Vorstellung von dem gehabt, was ich haben wollte, als mich eine neue Welle traf. Es war als würde die Welt um mich herum trüb und unscharf werden. Es war wie eine Art Tunnelblick, mit dem ich durch die Welt ging. Ich blendete alles um mich herum aus, war wie blind und zog mich in mir selbst zurück und stieß dort auf Gefühle, die ich absolut nicht fühlen wollte. Es war eine Mischung aus Angst, Hass, Selbstzweifeln und Wut Dieser Zustand hielt einige Stunden an, ehe ich am Ende des Tages bloß noch mir Erschöpfung, Mutlosigkeit und Emotionslosigkeit ins Bett ging. Es waren… harte Tage. Da konnte ich nichts anderes erzählen. Ich wartete eigentlich nur bis es vorbei war. Ich ging nur so oft wie nötig aus dem Haus, holte mir irgendwo etwas billiges zu Essen, das ich dann doch zur Hälfte stehen ließ, da mir der Appetit verging. Ich ließ die Zeit an mir vorbeiziehen und ehe ich mich versah, waren sechs Tage vergangen und ich war keinen Schritt weitergekommen und hatte keinen Penny verdient. Ich war komplett pleite und lebte zwischen einem Haufen Schrott in meiner winzigen Wohnung. Ich schlief auf einer verdammten Matratze, die in der Ecke auf dem Boden lag. Meine Küche bestand aus einem Unterschrank, einem Waschbecken und einer externen Herdplatte, die ich in die Steckdose steckte. Ich lebte wirklich am Limit und nachdem mein emotionales Befinden endlich wieder bergauf ging, setzte ich mich an die Skulptur und schuftete Tag und Nacht durch. Ich verkaufte hier und dort ein paar Zeichnungen an gut besuchten Fußgängerzonen, hielt mich mit Karikaturzeichnungen eine Weile über Wasser und saß dann wieder Stunden lang an der Skulptur. Ich vernagelte, verschraubte, verschweißte die Teile und bearbeitete alles mit Rostschutz und Lack, ehe das Ding endlich fertig wurde. Ganze zwei Wochen hatte ich hierfür gebraucht, weil ich fast eine Woche davon zu nichts zu gebrauchen gewesen war. Ich hatte locker drei Kilo abgenommen in dieser Zeit, aber das würde ich mir mit Vergnügen wieder auf die Hüften fressen, sobald ich dieses Schmuckstück erstmal verkauft hatte und wieder an etwas Kohle kam. Ich hatte entsorgte gerade die Überbleibsel des Schrotts - wie etwa den zerflicken Aktenordner oder die Felge des Rads - als mir auffiel, dass ich ja noch etwas versprochen hatte. Ich war vielleicht nur irgendein verrückter Penner mit einer kranken Persönlichkeitsstörung oder sowas, aber ich hielt zumindest meine Versprechen und da ich dem Mädchen wirklich viel zu verdanken hatte, sollte ich… wohl zumindest tun, was ich ihr versprochen hatte. Da ich also nicht mal ein beschissenes Klapphandy besaß, lief ich zurück in die etwas angenehmeren Straßen New Yorks und löste mein Versprechen ein. Ich kletterte über ihren kleinen Zaun am Eingang, lief die paar Stufen hoch bis zu ihrer Haustüre und suchte die Klingel mit ihrem Namen, bis mir auffiel, dass ich ihren blöden Nachnamen gar nicht kannte. Ich runzelte kurz die Stirn, dann zuckte ich die Schultern und drückte einfach alle Klingeln einmal. Hey, wenn ich sie nicht fand, konnte mir niemand unterstellen es nicht wenigstens versucht zu haben.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am So Nov 11, 2018 9:16 pm

DELILAH Thompson

Keinen wirklichen Job zu haben und einfach nur hin und wieder irgendwo auszuhelfen hatte sich für mich schon immer als ausreichend dargestellt. Ich brauchte keinen Job dem ich fünf Tage die Woche, acht Stunden am Tag nachging. Das Geld das ich mir mittlerweile erspart hatte lag sicher auf der Bank, und eine einzige Person konnte nicht ansatzweise so viel Geld gebrauchen wie eine Familie von sieben Leuten. Sieben Mäuler waren schwer zu stopfen, waren nicht wirklich einfach zu erhalten, eine einzige Person aber die kaum mehr brauchte als Geld für etwas Strom, etwas Wasser und ein Dach über dem Kopf - ich brauchte nicht mehr als Aushilfsjobs. Um ehrlich zu sein konnte ich mir nicht wirklich vorstellen wie es sein musste nicht genug Geld zu haben, konnte mir nicht vorstellen wie es war in einer Stadt zu leben in der sich absolut niemand bereit dazu erklärte jemandem zu helfen der etwas Geld brauchte. Deshalb landeten doch so viele meiner Münzen und Geldscheine in den Pappbechern der Bettlern die auf den Straßen saßen und sich etwas zu Essen erhofften. Ich seufzte leise, stieg wieder aus der Dusche und rubbelte mich trocken. Kaum war ich in meine Jeans gestiegen und hatte mir meinen Hoodie über den Kopf gezogen, klingelte es jedoch auch schon. Ich erwartete niemanden, oder? Keine Packete, keine Lieferungen mit irgendwelchen neuen Sachen oder irgendetwas was meine Mutter aus Irland geschickt hatte. Ich wartete lediglich auf einen Anruf - oh. Augenblicklich verließ ich mein Schlafzimmer, stürzte zur Tür und öffnete diese. Ihm war klar, dass er einfach hätte anrufen können, oder? Keenan aber sah nicht einmal halb so gut aus wie letztes Mal. Ich runzelte die Stirn und betrachtete ihn von Kopf bis Fuß. Er sah müde aus, als hätte er einige Tage nicht mehr geschlafen. Außerdem hingen ihm seine Klamotten vom Körper, und seine Wangenknochen standen mehr hervor als vor zwei Wochen noch. "Geht es dir gut? Du siehst .. krank aus?" Das tat er. Er sah erschöpft und hungrig aus, nicht wirklich mehr sonderlich gesund. Nun war es nicht so als wäre er vor zwei Wochen nicht auch schon dünn gewesen, als hätte er nicht damals schon müde ausgesehen, nun aber wirkte er auf mich wirklich sehr viel schlimmer als vor zwei Wochen noch. Ich schürzte die Lippen und trat zur Seite, ließ ihn einfach wieder in meine Wohnung. Er kannte den Weg ja bereits. "Ich muss dich gar nicht fragen ob du Hunger hast, oder?" Das musste ich wirklich nicht. Das hatte ich auch letztes Mal nicht tun müssen. Ich schob mich an ihm vorbei in meine Küche, öffnete den Kühlschrank und holte einige der Lebensmittel heraus die er auch das letzte Mal gegessen hatte. Moment - fragend drehte ich mich zu ihm um und musterte ihn ein weiteres Mal. "Warum hast du nicht angerufen? Brauchst du mehr Schrott?" Vielleicht war er ja wirklich einfach noch nicht fertig mit seiner Skulptur und hatte nicht genügend Material. Damit konnte ich ihm jetzt wohl aber auch nicht mehr zwingend helfen, immerhin hatte er letztes Mal alles mitgenommen was er sich hatte als Teil der Skulptur vorstellen können.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am So Nov 11, 2018 10:02 pm

Keenan Nile
Eine alte Lady war es, die als erstes antwortete. Gut, Callahan konnte ich also schon mal von der Nachnamen-Liste streichen. Das nur allzu freundliche „Ich kaufe nichts! Hauen Sie ab!“, hatte nicht geklungen wie die frische, kleine Ginger vom letzten Mal. Danach war Chadwick dran. „Was?!“ - eine Männerstimme. Noch ein Nachname weniger. Damit blieben nur noch zwei über. Ich wollte gerade ein zweites Mal bei Humphrey klingeln, als die Eingangstür aufgestoßen wurde und ich kurz erschrocken blinzelte. Ich war immer noch etwas übermüdet. Meine Reaktionszeit war nicht die beste. Doch als ich die Kleine sah, grinste ich schief. Da war sie ja. „Hättest mit der Dusche ruhig auf mich warten können? Oder bist du eher so ein Typ, der mit einem Glas Rotwein in die Wanne steigt?“, fragte ich amüsiert und deutete auf den feuchten, roten Haarknoten auf ihrem Kopf. Grinsend stieg ich ohne richtige Einladung an ihr vorbei in ihre Wohnung. Sie war zur Seite getreten. Das war ja wohl eine recht eindeutige Einladung gewesen, oder? Ich verschränkte die Hände auf dem Rücken und sah mich abermals in ihrer Wohnung um. Möbel, Deko, Krimskrams. Sie hatte es eindeutig besser als ich. Allerdings war das wohl auch keine große Kunst. Ich drehte mich wieder zu ihr um und hob beide Augenbrauen, ehe ich an mir heruntersah. „Krank? Ich bin topfit. Aber vielen Dank für das Kompliment, das hört man doch sehr gern.“, schmunzelte ich nur kopfschüttelnd. Ja, ich hatte den ein oder anderen Kilo abgenommen, aber das ließ mich nicht gleich krank aussehen, oder? Ich brauchte bloß mal wieder eine Mütze Schlaf und etwas richtiges zu essen und dann wäre ich wieder der alte. Nachdem ich die Skulptur verkauft hatte, könnte ich mir all das dann auch leisten. Als sie mich fragte, ob ich Hunger hätte, fasste ich mir beinahe automatisch an den Bauch. Wenn ich in dieser Downphase war oder wie die letzten Tage konzentriert und durchgehend gearbeitet hatte, merkte ich den Hunger oft gar nicht. Aber jetzt, wo sie es erwähnte... „Ich bin ein Streuner. Wir nehmen immer gerne Essen an.“, erwiderte ich also nur schulterzuckend. Okay, ich hatte wirklich Hunger. Jetzt wo ich daran dachte, fühlte sich mein Magen wie ein Stein an. Ich folgte ihr in die Küche und schaute ihr über die Schulter, als sie ihre Schränke ausräumte. „Du kannst mir auch einen Teller Milch hinstellen, den ich ausschlecke.“, griff ich die Katzen-Metapher wieder auf und ließ mich auf einen ihrer Küchenstühle sinken. „Ich dachte mir ich spare mir den Dollar für das Münztelefon und komme einfach vorbei. Außerdem meinte ich es ernst mit dem Abholen. Die Gegend, in der ich lebe ist nicht allzu sicher für kleine, hübsche Redheads wie dich.“, erklärte ich es ihr erneut. Sie wollte die Skulptur sehen, also holte ich sie auch ab. Ohne sie hätte es schließlich keine Skulptur gegeben.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am So Nov 11, 2018 10:49 pm

DELILAH Thompson

Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet ihn heute noch zu Gesicht zu bekommen. Eigentlich hatte ich wirklich gedacht er würde anrufen, oder mir einfach nur eine kurze Nachricht zu schicken in der er mir mitteilte das er mit seiner Skulptur fertig geworden war. Zwei Wochen waren vergangen, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, und auch wenn ich davon ausging das er sein Versprechen einhalten würde, hatte ich gedacht er würde möglicherweise doch noch ein klein wenig mehr Zeit benötigen. Ich lachte leise auf. Meinte er das Ernst? Er machte einfach dort weiter wo er aufgehört hatte, zog mich auf und tat so als würden wir uns schon seit langer Zeit kennen. Es war eindeutig besser als sich nicht zu kennen und es auch zu zeigen. Ich mochte diese Kennenlern-Phasen ohnehin nicht, da sie meist durch Peinlichkeiten und unsicheres Herumgetrampel gezeichnet waren. Wirklich unangenehm war es mir nie, da ich nicht davon ausging das jemals jemand denken würde ich wäre unhöflich oder völlig Taktlos, das hieß jedoch nicht das ich es nicht sehr viel lieber mochte so miteinander umzugehen wie Keenan es mit mir tat. Es machte doch ohnehin sehr viel mehr Spaß so. "Du hättest ja auch einfach früher hier auftauchen können. Man lässt Frauen ohnehin nicht warten, vor allem wenn man mit ihnen Duschen will," lachte ich und zuckte unschuldig die Schultern. Er wusste das ich ebenso gut Sprüche klopfen konnte. Das war es aber wohl auch was uns so entspannt mit einander umgehen ließ. Das oder einfach die Tatsache das ich ihn bei etwas erwischt hatte, das ich möglicherweise auch bei der Polizei hätte anzeigen können. Das wollte ich aber nicht. Gott, er war ja auch nicht hier eingebrochen sondern nur über einen Zaun geklettert der noch nicht einmal sonderlich hoch oder sicher war. Es war ohnehin mehr oder weniger meine eigene Schuld gewesen, und gebraucht hatte ich die Sachen auch nicht. "Natürlich, dunkle Augenringe und Schlabberklamotten sind ja auch unsagbar attraktiv." Grinsend zuckte ich die Schultern. Er sah wirklich nicht so aus als hätte er die letzten zwei Wochen sonderlich viel geschlafen oder gegessen. Aber hey - wenn ihm dieser Look gefiel konnte er ja auch einfach so weiter machen. Er hatte Hunger. Ich wusste das er Hunger hatte, konnte es schon alleine an seiner Körperhaltung sehen. Und wenn er nach zwei Wochen schon Gewicht verlor, und dann hier auftauchte, konnte ich ihm wohl auch einfach etwas zu Essen bieten. Und dieses nahm er nur zu gerne an. Schmunzelnd nahm ich auch die Milch aus meinem Kühlschrank, nahm eine Tasse und stellte ihm Beides auf den Tisch. "Eine Schüssel wäre wohl kaum Vorteilhaft, außer du willst wirklich duschen weil du dich in meiner Milch ertrunken hast," schmunzelte ich. Ich legte ihm noch das Brot auf den Tisch, und ließ mich selbst auf den Stuhl ihm gegenüber sinken. Die paar Münzen für einen Anruf hatte er sich ersparen wollen, immerhin musste er mich ohnehin abholen da seine Gegend nichts für kleine, hübsche Redheads wie mich war. Amüsiert lachte ich auf, lehnte mich zurück und betrachtete ihn. "Du unterschätzt mich immer noch," stellte ich fest. Und wie er mich unterschätzte. "Außerdem bin ich nicht klein," das hatte er schon das letzte Mal ständig gesagt. Jetzt war es aber wohl ohnehin egal, immerhin war er nun schon hier und ein Handy schien er ja wirklich nicht zu haben. Die Gegend in der er wohnte war nicht sicher für Leute wie mich. In was für einer Gegend wohnte er bitte? Ich sollte ihm wohl noch dafür danken das er mir hier ein verstecktes Kompliment gab. Selbst wenn er versuchte mir damit zu sagen, dass ich nicht auf mich aufpassen konnte.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mo Nov 12, 2018 9:26 pm

Keenan Nile
Sie schien tatsächlich überrascht zu sein, dass ich hier auftauchte statt anzurufen. Wunderte es sie etwa, dass ich keine Telefon hatte? Sie hatte mich immerhin auch für einen Penner gehalten! Sie hatte mir Ihre Schrott geschenkt, weil ich kein Geld hatte solches Zeug irgendwo zu kaufen. Ich könnte genauso gut auch mit richtigen Materialien Kunst erschaffen, aber stattdessen sammelte ich alte Möbel, Plastikflaschen und Überreste von Fahrrädern. Ich kam ja sogar Essen bei ihr schnorren. Wunderte es sie da wirklich, dass ich nicht mal Geld für ein billiges Klapphandy hatte? Die dreißig Dollar könnte ich besser investieren. Etwa in Essen, Strom und Miete. „Hey, ich bin nicht so der Frühaufsteher. Aber du hast etwas verpasst, Ginger.“, schmunzelte ich. Ich hatte seit Jahren keine mehr aufgerissen. An meinen Tiefpunkten bekam ich so gut wie nichts geregelt und wenn es mir gut ging, musste ich mich um wichtigere Dinge kümmern. Als ich noch im Heim gelebt hatte, hatte ich sowas wie Freizeit gehabt, aber seit ich 18 geworden war, musste ich mich irgendwie darum kümmern mich über Wasser zu halten. „Schlabberklamotten? Das ist ein normales Shirt und eine Jeans.“, erwiderte ich gespielt gekränkt. Ja, ich hatte ein klein wenig abgenommen und die Klamotten waren mir leicht zu weit, aber das hatte ich schnell wieder auf den Rippen. So schlimm wie sie tat, sah ich ja nun wirklich nicht aus. Vielleicht etwas müde und verklatscht, aber das war‘s dann ich schon. Es ging mir gut. Ich verdrehte leicht die Augen und schüttete mir ein Glas Milch ein, ehe ich ihr die Tüte Milch zurückgab, damit sie sie zurück in den Kühlschrank packen konnte. „Tja, vielleicht ist meine Zunge auch so geschickt, dass ich keinen einzigen Tropfen verschwende. Katzen schlabbern immerhin auch nicht alles voll.“ Gut, ließen wir die Streuner-Geschichte bleiben. Ich zog den Teller mit dem Omelett zu mir herüber und begann möglichst wenig gierig darüber herzufallen. Ich hatte eben einfach Hunger. Ich zuckte leicht die Schultern und schielte zu ihr rüber. „Ich unterschätze dich nicht. Selbst als Karate-Meister würdest du nicht gegen eine elfjährige Bande von Straßengangs ankommen. Außerdem bist du kleiner als ich und damit klein. Selbst ich fühl mich nicht wohl dabei nachts dort herumzulaufen. Gut möglich, dass mir irgendwann jemand grundlos die Kehle aufschlitzt. Du kennst die düsteren Seiten New Yorks wohl noch nicht, Schätzchen. Glaub mir, es ist besser, wenn ich dich abhole.“ Außerdem würde sie in dem riesigen Wohngebäude mit den winzigen Wohnungen wohl niemals meine Haustür finden.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mo Nov 12, 2018 9:59 pm

DELILAH Thompson

Frühaufsteher? Oh dachte er etwa das ich früh aus dem Bett gekrochen war um dann sofort unter die Dusche zu hüpfen? Er hatte wohl nicht nur kein Handy, sondern auch keine Uhr um wirklich Ahnung davon zu haben wie spät es war. Konnte er denn wenigstens vom Stand der Sonne her ablesen wie spät –oder früh– am morgen es war? Im Sommer war es wohl schwer, weil die Sonne doch schon sehr früh hell am Himmel herunterhitzte, im Winter aber wurde es so viel später hell als sonst. Er musste doch wenigstens irgendwie eine Möglichkeit haben auf die Uhr zu sehen, oder? "Ich habe etwas verpasst? Mh, davon musst du mich erst noch überzeugen," lachte ich. Ich würde ihm hier doch nicht Recht geben das ich etwas verpasst hatte weil ich alleine geduscht hatte - dabei war uns Beiden absolut klar, dass wir hier ohnehin nur Spaß hatten. Lieber sprachen wir über das Duschen als schweigend am Tisch zu sitzen. Für mich klang aber ohnehin jedes Gesprächsthema sehr viel besser als zu schweigen, denn schweigen war nicht so wirklich mein Ding. Ich mochte es zu sprechen, und ich mochte es Menschen kennen zu lernen, vor allem aber mochte ich es nun einmal mein Leben zu genießen. Lachen gehörte für mich zum Tagesablauf dazu, und schweigend konnte man das wohl schwer tun. Normale Klamotten? Amüsiert sah ich an ihm runter, zu seinem T-Shirt das an ihm herunterhing und eindeutig nicht so saß wie es das letzte Mal gesessen hatte. Er hatte abgenommen, zwar nicht das er wirklich krank aussah, aber wirklich gesund war es auch nicht mehr. Zumal er ohnehin nicht sonderlich viel zu verlieren hatte - zumindest nicht was fett anging. Er war was? Breit grinsend sah ich ihn an, ehe ich zu lachen begann und den Kopf schüttelte. Ihm war hoffentlich klar was er hier gerade gesagt hatte. Zuerst hatte er mir beigebracht das ich etwas verpasst hatte weil ich alleine duschen gewesen war, und nun wollte er mir erzählen er wäre geschickt mit der Zunge? Das konnte er doch nicht wirklich ernsthaft aussprechen ohne auch nur ein klein wenig zu grinsen. "Natürlich, wie eine Katze," gab ich ihm lachend Recht und lehnte mich in meinem Stuhl zurück. Er konnte es mir nicht übel nehmen das ich nicht dachte er würde über Katzen sprechen. Er hatte schließlich mit dem duschen begonnen. Amüsiert schob ich meine Finger in meine Haare, löste den Knoten auf meinem Kopf und ließ mir meine feuchten Locken über die Schultern fallen. Eigentlich hatte ich nicht vor gehabt jetzt sofort irgendetwas zu tun, Keenan war aber wohl doch von irgendeiner höheren Macht geschickt worden um mir klar zu machen das ich nicht einfach nur faul auf der Haut liegen konnte. Die schlechte und düstere Gegend New Yorks kannte ich wirklich noch nicht, und eigentlich hatte ich noch nicht einmal wirklich vor gehabt etwas daran zu ändern, Keenan aber schien dort zu wohnen. Oder wenigstens dort zu arbeiten. Selbst er hatte Angst dort des nachts herum zu laufen? Wo zur Hölle wohnte er denn bitte? "Also wenn du einen besseren Platz brauchst zum schlafen, hier findet sich bestimmt noch ein Plätzchen," stellte ich fest. Eines an dem er sich keine Gedanken machen musste überfallen zu werden, oder seine Kehle aufgeschlitzt zu bekommen. "Du kannst ja vor meiner Tür schlafen wie ein Streuner," schmunzelte ich und stand wieder von meinem Stuhl auf. Ich stellte die Milch zurück in den Kühlschrank, ließ die Pfanne von heute morgen in meinem Spühlbecken verschwinden und füllte sie mit Wasser. "Oder du kannst einen Innen-Streuner spielen und dich auf meiner Couch zusammen rollen, ich müsste sogar irgendwo noch eine Matratze haben wenn du mehr die Katze fürs Bett bist." Irgendwo in meinem Chaos hatte ich noch eine, sehr wahrscheinlich am Dachboden - dort wo ich noch mehr Sachen gelagert hatte, aus denen Keenan irgendetwas basteln könnte. Wenn ich mich denn von diesen Dingen trennen könnte.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Di Nov 13, 2018 8:53 pm

Keenan Nile
Ich schmunzelte und lehnte mich ein wenig über den Tisch, als sie mir den Teller mit dem Omelett hinstellte. Sie hatte Recht, ich hatte Hunger. Die letzten Tage, als ich so völlig vertieft in mir selbst gewesen und kaum vor die Tür gekommen war, hatte ich nicht wirklich darauf geachtet meinem Körper etwas zu Essen zuzuführen. Und kaum war diese Phase vorbei gewesen, hatte ich angefangen mich so sehr auf meine Arbeit zu konzentrieren, dass ich schlichtweg keine Zeit dafür gefunden hatte - oder Geld. Essen war in den letzten zwei Wochen eher weniger wichtig für mich geworden, aber nun, wo ich etwas wirklich Nahrhaftes vor mir stehen hatte, änderte sich das. Mein Magen beschwerte sich über die letzten zwei Wochen und ich ließ es endlich mal zu. Ich hielt mich wirklich zurück, doch ich schlang vermutlich dennoch die Bissen herunter. Wenn ich allein gewesen wäre, hätte ich mit vermutlich mit beiden Händen den Mund vollgeschaufelt, aber ich wollte Delilah nicht noch dafür bestrafen mir etwas zu essen gegeben zu haben. Ich trank einen Schluck aus der Tasse und schaute zu ihr hoch, als sie meine Anspielungen in genau die Richtung gehen ließ, in die ich sie hatte bringen wollen. „Das ist kein Witz. Ich bin vermutlich sogar geschickter als eine Katze. Ich könnte mit meiner Zunge ein Zylinderschloss knacken, wenn ich wollte! Irgendwann beweise ich dir das mal.“, schmunzelte ich und aß brav den Teller leer. Das reichte aber auch erstmal. Nachdem ich zwei Wochen lang mehr oder weniger gefastet hatte, wollte ich meinen Magen nicht gleich überfordern. Ich war erstmal satt und wirklich dankbar für die kleine Mahlzeit, die sie mir nun schon zum zweiten Mal bereitstellte. Ich sollte mich dafür wirklich mal irgendwie revanchieren. Ich hatte von ihr Essen und ihren Schrott bekommen. Das war mehr als mir jeder andere New Yorker geben würde. Sie kam wirklich nicht von hier, das verrieten allein schon ihre roten Haare… aber genau das machte sie auch irgendwie interessant. Sie benahm sich eben doch völlig anders als die Leute, die ich so kannte. Sie bot mir - einem fast völlig Fremden - sogar einen Schlafplatz an. Ich blinzelte kurz überrascht, schüttelte dann jedoch den Kopf. „Ich bin eigentlich ganz stolz darauf zumindest nicht obdachlos zu sein, also… lieber meine Wohnung als dein kleiner Vorgarten da. Und auch wenn deine Couch gemütlicher aussieht als meine Matratze… ich kenne dich doch kaum. Ich bin nicht so wirklich der gute Mitbewohner. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Das alles habe ich mir selbst erarbeitet. Dafür stehe ich in niemandes Schuld. Das ist mir wichtig. Wer weiß schon, ob ich meine Schulden jemals begleichen könnte?“ Bei dem, was sie mir alles geben wollte, könnte ich das sicher nie. Ich war eben doch bettelarm. Es war schon ein Wunder, dass ich mir überhaupt das kleine Zimmer mit einem eigenen Bad leisten konnte. Dafür, dass ich nicht wirklich gebildet war und keinen Job hatte, war das wirklich viel wert. Ich stand auf und räumte den Teller, das Besteck und die Tasse in ihre Spüle, ehe ich mich zu ihr umdrehte und meine Hose, die ein wenig rutschte, wieder auf meine Hüften zog. „Also, können wir dann? Ich würde die Skulptur gern heute noch irgendwo auf dem Markt verkaufen.“, erklärte ich ihr. Mit dem Geld würde ich sicher einige Wochen auskommen, bis ich meine nächste Skulptur zusammengebastelt hatte. Ich hangelte mich von Woche zu Woche. Ich wusste gar nicht mehr wann mein Leben das letzte Mal wirklich geregelt gewesen war.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Troian. am Di Nov 13, 2018 9:05 pm

Mika Juste Chaplin
Kaum zu glauben, dass meine Beine mich ausgerechnet an diesen Ort trugen. Im Augenblick brauchte ich einfach ein wenig ruhe und Zeit für mich und dieser Ort schien mir wie geeignet dazu. Die Wellen des Wassers schlugen hier draußen nahezu friedlich an die Außenwand meines kleines Segelschiffes, dass seit einer guten Ewigkeit nicht mehr betreten oder bewegt worden war. Alles um mich herum fühlte sich so komisch an, so endlos. Nachdem ich Joaquim über den Weg gelaufen war, konnte ich behaupten einen kleinen humanen Teil meines Gehirnes zurück gewonnen zu haben. Mei ne Finger glitten über das kalte Gelände als ich die Stufen hinab stieg und mich durch die Dunkelheit tastete. Mein Verstand nahm mich langsam aber sicher auseinander. Ich wusste nicht wieso, aber die Dinge die mir wieder fahren waren machten mich zu einer anderen Person. Wie sehr ich mir auch wünschte einen Reset über die ganze Sache zu legen, es funktionierte nicht. Wie sollte ich vergessen- etwas in mir zog sich zusammen. Mein Blick glitt über die Kommode am Eingangsbereich. Familienbildern denen ich damals nicht einen Blick gewürdigt hätte. Ich wusste das ich nicht hier bleiben durfte- das ich nicht hier her gehörte. Angespannt leckte ich mir die Lippen und schnappte nach Luft. Es fühlte sich an wie eine Hand die sich immer fester um meinen Hals schnürte und zudrückte. Ich spürte wie warm mir wurde und das meine Hände zu schwitzen begannen. Noch enger- Obwohl ich innerlich wusste, dass es nur die Drogen waren die sich langsam aber sicher ausnüchterten, schaffte ich es nicht mich mit diesen Gedanken zu beruhigen. Ich drehte mich, wurde das Gefühl nicht los, dass sich jemand mit mir gemeinsam auf diesem Boot befand. Reflexartig tastete ich nach dem kleinem Lichtschalter an der Stehlampe in der Ecke. Ein kleiner Teil des „Raumes“ wurden beleuchtet. Mein Herz rutschte mir in die Hose und ich erschrak als sich links neben mir eine Gestalt auftat „Oh Himmel. Bist du Geisteskrank?!“, entfuhr es mir. Ich wich automatisch einen Guten Schritt von seiner Seite ehe ich ihn missachtend musterte. „Willst du mich umbringen oder was?!“ Joaquim. Er musste schon länger hier gesessen haben. Natürlich. Und er musterte mich. Konnte er nicht irgendetwas sagen? Sein Blick sprach Bände. Soviel wie „ich wusste das du her kommen würdest- früher oder später.“ Gut, vielleicht hatte er damit recht, doch was würde dies bedeuten oder beweisen. Immerhin war das hier mein Boot! „Ich hätte dir beinahe die Stehlampe über Schädel gezogen.“ Erneut war Joaquim ohne sein Personal auf Tour. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit also, dass er wirklich damit gerechnet hatte., dass ich heute kam? Ich rieb mir meine müden Augen und strich mir meine Aschblonden Haare aus dem Gesicht. „Ach komm schon Joaquim Jenson, hör auf mich so anzusehen. Im Ernst. Wer ist der Blinde hier von uns beiden, glaubst du wirklich, ich kaufe dir diese Nummer ab? Was für ein „reiner Zufall“. Doch für diese Nummer musste er sich etwas besseres Einfallen lassen. „Das hier ist mein Boot“, fügte ich rasch hinzu um mir seine Gegenargumentation zu ersparen. Zu Gut wusste ich noch, wie sehr Joaquim Boote hasste. Wieso sollte er also seine Zeit darauf verbringen? Um in Erinnerungen zu schwelgen? Kitschiger ging es ja wohl wirklich nicht.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Di Nov 13, 2018 9:20 pm

DELILAH Thompson

Mir war klar was er hier tat. Nicht das ich etwas dagegen hatte - eindeutig nicht, denn sonst würde er wohl kaum zum Zweiten Mal in meiner Küche sitzen und mir Gesellschaft leisten. Oder ich leistete ihm hier gerade Gesellschaft, schließlich saß ich nur hier und tat nichts weiter als ihn zu beobachten und über seine Sprüche zu lachen. Um ehrlich zu sein konnte ich nicht so Recht sagen was es denn nun an ihm war, dass ihn nun schon zum Zweiten Mal in meine Wohnung geholt hatte. Schrott konnte es eindeutig nicht sein, schließlich hatte ich absolut nichts mehr für ihn und zukünftige Skulpturen oder irgendwelche Projekte die er an den Mann bringen wollte. Mein Vorgarten war leer, und auch wenn die Wohnung noch ebenso chaotisch und schrecklich unorganisiert aussah wie vor zwei Wochen –wer hätte gedacht das Kartons so vollgestopft sein konnten?– gab es hier eindeutig nichts mehr zu holen. Zumindest glaubte ich das wirklich nicht. "Ist das ein Versprechen?" Ich lachte ein weiteres Mal auf. Er wäre geschickter als eine Katze? Mit seiner Zunge? Und er wollte es mir beweisen. Irgendwann zumindest. Das klang doch sehr nach einem Versprechen, ebenso sehr wie es nach einem Versprechen geklungen hatte als er mit meinem Schrott abgehauen war, um jetzt hier aufzutauchen und mir eine fertige Skulptur zeigen zu wollen. Eigentlich hatte ich fast schon daran gezweifelt das er sich überhaupt noch einmal melden würde, nicht aber daran das er aus meinem Müll etwas schönes basteln wollte. Es gab genug verrückte Dinge, und er war eindeutig einer dieser verrückten. Was, dachte er das ich es nicht ernst meinte? Fragend runzelte ich die Stirn, konnte diese Grimasse aber gar nicht erst sonderlich lange aufrecht erhalten. Er glaubte mir - er wollte nur nicht. Um ehrlich zu sein konnte ich ihn verstehen. So erging es mir auch, immerhin konnte ich mir diese Wohnung leisten weil ich dafür gearbeitet hatte und nicht etwa weil ich mir von meinen Eltern Geld leihen konnte. Ich verstand es, und ich verstand ihn, dennoch stand das Angebot. Zurückziehen würde ich es jetzt nicht mehr. Zumal er ja scheinbar noch nicht einmal eine wirklich hübsche Wohnung hatte, sondern einfach irgendwo eine Matratze. Lachend zuckte ich die Schultern. "Die Wohnung ist doch sowieso gemietet, und für mich alleine zu groß. Ich dachte ich würde gerne alleine wohnen, aber ich bin es wirklich nicht gewohnt. Und ich mag es nicht wirklich," gab ich zu. Ich kannte es nicht alleine zu wohnen - und vor kürzester Zeit hatte ich festgestellt, dass ich es auch nicht mochte. Wenn er mein Angebot nicht annahm könnte ich möglicherweise wirklich nach einem Mitbewohner suchen, oder diese Wohnung hinter mir lassen und einfach irgendwo anders ein Zimmer in einer WG finden. "Und hey, wenn du so geschickt bist wie du sagst, kannst du deine Schulden bestimmt irgendwie zurück zahlen," stellte ich schmunzelnd fest. Ich erhob mich ebenfalls, als Keenan sein Geschirr in meine Spühle brachte, und nickte. Meinetwegen konnten wir los, er hatte nur wirklich nicht so ausgesehen als wäre er nicht nicht hungrig gewesen. Ich schob mich an Keenan hinaus in meinen Flur, zog mir meine Schuhe an und griff nach meinen Schlüsseln. Schmunzelnd drehte ich mich wwieder zu ihm um und zuckte die Schultern. "Du willst es ehrlich heute noch verkaufen?"

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mi Nov 14, 2018 7:50 pm

Joaquim Jenson
Nur weil ich jetzt Chef eines ganzen Drogenimperiums und der wohl mächtigste Mann der Hamptons war, hieß das nicht, dass ich ab jetzt all meine Prinzipien aufgab. Ja, mein Alltag bestand zum Großteil aus Terminen und Dingen, die mein Vater früher gemacht hatte, aber das hieß nicht, dass ich nicht mehr das tun konnte, was mich ausmachte. Seit fast einem Jahr kehrte ich zwei Mal die Woche hierher zurück. Ich hatte schreckliche Angst vor diesem Ort und es schmerzte jedes Mal, aber dennoch trieb es mich zurück hierher. So sehr es sich auch anfühlte als würde es mir das Herz aus der Brust reißen, ich konnte dem Ort hier nicht fernbleiben. Mikas Segelschiff war der letzte Ort gewesen, an dem ich ihn gesehen hatte. Ich hatte oft Stunden lang hier gesessen und einfach gehofft, dass er zurückkommen und sich zu mir setzen würde. Ich kam hierher, obwohl ich schreckliche Angst vor Schiffen und dem Meer hatte. Doch dieser Ort erinnerte mich an das, was ich gehabt hatte. Also ja, es war zu einer Art Ritual geworden, das ich nicht so bald plante zu unterbinden. Auch nicht jetzt, wo ich wusste, dass Mika noch am Leben war und sogar ganz in der Nähe. Gerade jetzt brauchte ich diese Nähe zu ihm am meisten und suchte sie hier auf seinem Schiff. Was blieb mir auch anderes übrig? Er selbst ließ mich zappeln wie einen Fisch am Haken. Er wollte nicht zu mir zurückkehren. Auch wenn er nun hier war und die Vorstellung, dass er nach Hause kam immer realistischer wurde, hatte ich mich ihm noch nie so fern gefühlt wie jetzt. Also brauchte ich den Besuch auf seinem Boot heute noch dringender als sonst. Und offenbar hatte es einfach sein sollen, dass ich nicht am geregelten Donnerstag, sondern schon am Mittwoch hierher gekommen war. Pete und zwei andere Wachen standen draußen auf dem Gelände und behielten alles im Auge. Früher war ich allein hergekommen, doch seit mein Vater tot war und ich an seiner Stelle, ging das alles nicht mehr so einfach. Vermutlich hätte ich eine Kugel zwischen den Augen, sobald ich die Veranda allein auch nur betrat. Ich ließ die Finger über das glatt polierte Holz der Armlehne gleiten, als ich bemerkte wie das Boot ein wenig schwankte. Ich schloss die Augen und lauschte auf, hörte Schritte, doch ich wusste, dass Pete niemanden durchgelassen hätte, dem er nicht vertraute. Also war er es vermutlich selbst, um mich zurück aufs Festland zu holen. War es denn schon so spät? Die Zeit hier unten verging wie im Flug. Doch als die Schritte die Treppe herunterkamen und der Lichtschalter mit einem Klicken betätigt wurde, hörte ich nicht Petes Stimme, sondern… Mikas. Es war wie in all den Vorstellungen in meinem Kopf. Er kam einfach völlig unerwartet und war einfach wieder da. Für einen kurzen Moment huschte also so etwas wie Genugtuung über mein Gesicht. Allerdings hatte er mich in keiner meiner Vorstellungen so angefahren. „Sei froh, dass du es nicht getan hast. Mein Personal hätte dir wohl den Arsch aufgerissen, wenn ich einen Kratzer abbekomme.“, erwiderte ich nur seufzend. Ich vermisste den alten Mika… Ich vermisste den Mika, in den ich mich verliebt hatte. Den gutherzigen, liebevollen und immer positiven Mika. Tja, davon war wohl nur noch wenig übrig und dennoch war ich hier. „Ich komme seit einem Jahr zwei Mal die Woche her. Ein allzu großer Zufall ist es also nicht, dass du mich hier antriffst…“, erwiderte ich bloß. Was? Glaubte er ich beschattete ihn bereits? Ja, ich plante damit anzufangen, aber bis dahin brauchte ich ein paar mehr Anhaltspunkte. Als er mir sagte, dass das hier sein Boot war, hob ich eine Augenbraue. „Achso? Heißt das du willst, dass ich gehe?“ Er war immerhin hierher gekommen. Dieses Boot war Teil seiner Vergangenheit. Er wäre nicht hier, wenn er diese Zeit nicht vermissen würde. Es war also doch noch ein Funken von ihm da, der zu hoffen blieb.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Mi Nov 14, 2018 8:14 pm

Keenan Nile
Ich zuckte leicht die Schultern und stellte das Geschirr in die Spüle, ehe ich mich zu ihr umdrehte. „Vielleicht. Na ja einfach so werde ich es dir wohl nicht demonstrieren. Dafür bräuchte ich schon eine gewisse Gegenleistung. Eine Hand wäscht die andere, weißt du?“, witzelte ich. Sie meinte das nicht wirklich ernst, oder? Sie grinste jedenfalls. Allerdings grinste sie immer. Dieses Mädchen war konstant gut gelaunt und manchmal irritierte mich das als New Yorker ein wenig. Ich hatte immerhin auch meine Tiefpunkte, an denen ich besonders schlecht drauf war. Sie aber schien einfach immer auf einem Hoch zu sein. Es war manchmal wirklich gruselig. Vielleicht aber wirkte das auf mich auch nur so, weil ich sie noch nicht wirklich näher kannte. Sie konnte ja auch nicht immer nur gut drauf sein, oder? Ich folgte ihr in den Flur und lehnte mich an den Türrahmen, während sie sich die Schuhe und die Jacke anzog. Theoretisch könnte man bis in das Ghetto Viertel mit dem Bus fahren, aber auch daran sparte ich lieber und ein wenig frische Luft hatte ja noch nie jemandem geschadet. Sie sollte sich also lieber warm einpacken. Währenddessen sah ich mich ein wenig in ihrer Wohnung um. Sie hatte recht, es war schon ein wenig groß für eine Person, aber ich würde so viel Luxus vermutlich genießen und ihn nicht teilen wollen. Ich war aber vielleicht auch der Extremfall. Ich lebte in einem 14 Quadratmeter-Zimmer, in dem eine kleine „Küchenzeile“ aufgebaut war. Sie hatte hier drin eine Küche, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Das waren dann einige Räume mehr als ich sie hatte. „Na ja, wenn dir die Wohnung zu groß ist, dann such dir eine kleinere… Aber glaub mir, du willst mich nicht als Mitbewohner haben. Ich bin nicht immer ein so angenehmer Geselle wie heute.“ Sie hätte mich letzte Woche erleben sollen. Sicher fände sie es nicht so super, wenn ich vor Wut mit Farbe auf der Leinwand herumspritzte, laut irgendwelche Musik hörte, um meine Gedanken zu übertönen, den gesamten Tag lang ihre Couch blockierte und ihr gesamtes Wohnzimmer verdunkelte. Ich glaube diese Phasen würde sie nicht aushalten und ich wollte in diesen Zeiten auch wirklich nur allein sein. Also nein, ich brauchte eine eigene „Wohnung“ und ich war stolz darauf sie mir allein leisten zu können. Es war ein Anfang. Damit hatte ich vermutlich mehr als mir irgendjemand im Waisenhaus jemals zugetraut hätte. Ich lachte leise und schob meine Hände in die Jackentaschen meiner leicht lädierten Lederjacke, ehe ich den ersten Schritt nach draußen machte und die Richtung der eher weniger schönen Teile New Yorks ansteuerte. „Bietest du mir damit gerade an mich für eine Unterkunft zu prostituieren?“, fragte ich schmunzelnd und sah zu ihr herüber. Trauriger Weise würde ich wohl im aller letzten Moment nicht wissen wie ich mich anders über Wasser halten könnte, aber so weit war ich ja noch nicht. Ich wusste, dass sie es mir in all ihrer Freundlichkeit und Naivität einfach so und umsonst anbot, aber… wie gesagt, ich war kein guter Mitbewohner und sie würde nach Wochen sicher verrückt werden und wäre zu höflich mich rauszuschmeißen. Nein, es war schon gut so wie es war. Ich gehörte eben in dieses Viertel hinein. Es war von vornherein klar gewesen, dass ich dort landen würde. Genau so war es vorherbestimmt gewesen. „Na ja, ich verkaufe es so schnell wie möglich. Ich bin Künstler… Und ich habe nicht mal studiert oder irgendetwas anderes Tolles gemacht. Ich verkaufe Schrott und hangle mich von Skulptur zur Skulptur und von Bild zu Bild. Mir bleibt nicht wirklich viel Raum, um auf den richtigen Moment zu warten. Wenn ich das Ding heute noch los werde, könnte ich endlich mal wieder meinen Kühlschrank auffüllen oder meine Heizkosten bezahlen, um wieder warmes Wasser zu bekommen.“ Sie schien noch nicht ganz zu begreifen wie tief in der Nahrungskette ich wirklich stand. Mit ihrer ersten Vermutung, dass ich ein Penner sei, hatte sie ja noch nicht so weit daneben getroffen. Ich hatte eben bloß ein Dach über dem Kopf. Vielleicht kein allzu schönes, dichtes Dach, aber ich hatte eine Bleibe. Viel mehr unterschied mich ja nun wirklich nicht vom Rest.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Mi Nov 14, 2018 8:39 pm

DELILAH Thompson

Eine Hand wusch die andere? Schmunzelnd zuckte ich die Schultern. "Ich bin aber nicht so geschickt wie du," vor allem wenn er meinte das er übertreiben musste. Was dachte er denn, dass ich für ihn tun könnte - wäre ich wirklich schlimm, und sehr wahrscheinlich New Yorker, hätte ich ohnehin schon längst eine Gegenleistung von ihm erwartet. Sein Glück aber war, dass ich nun einmal nicht von hier war. Ich wollte auch gar keine Gegenleistung, viel zu gerne half ich Leuten die meine Hilfe brauchten. Oder nicht brauchten - ich musste noch nicht einmal einen Grund haben um zu helfen, tat es einfach viel zu gerne. Das war wohl eine meiner Eigenarten, die ich noch nicht einmal ansatzweise kontrollieren konnte. Ich half wo ich konnte, wann auch immer ich es konnte, dabei spielte es meist noch nicht einmal eine Rolle ob diese Person denn nun meine Hilfe brauchte. Deshalb hatte ich Keenan doch erst in meine Wohnung gelassen, hatte ihm meinen Müll überlassen. Das hatte er aber wohl auch selbst gemerkt, und das gänzlich ohne meine Erklärung dazu. Ich band meinen zweiten Schuh, schlüpfte in meine Jacke und zog den Reißverschluss hoch ehe ich mich ihm zuwandte und meine Haare aus der Jacke zog. "Ich hatte schon Glück die hier zu finden, in New York findet man noch schwerer etwas als zuhause," stellte ich fest. Und zuhause fand man nur nichts, weil es ein kleines Dörfchen war in dem ohnehin niemand Neues leben wollte. Entweder man war in dieses Dorf reingeboren und lebte nur dort weil die Familie es tat, oder aber man zog fort sobald man die Chance hatte. Deshalb war ich doch nun auch hier. Weil ich nicht zuhause sitzen wollte, weil ich dort absolut nichts tun könnte. Die Welt hatte mich gerufen, und ich war gefolgt. "Dann suche ich mir eben einen anderen Mitbewohner," schmunzelte ich Schulterzuckend. Hey, es spielte nun wirklich keine Rolle ob es Keenan war oder jemand anderes, ich hatte nur gedacht es wäre netter jemanden einziehen zu lassen den man kannte. Und eigentlich war sogar noch genügend Platz um ein zweites Bett unterzubringen. Es wäre eine WG, so wie man sie nun einmal kannte. Chaotisch und klein. Ich schloss meine Tür ab, ließ meine Schlüssel in meiner Jackentasche verschwinden. Keenan war bereits losgelaufen, in eine Richtung in die ich bis jetzt noch nie gegangen war. Wahrscheinlich war ich aber auch einfach nur zu kurz hier um mich auszukennen, denn sonderlich gut war ich ohnehin nicht darin mich nicht zu verlaufen. Lachend sah ich ihn an, runzelte die Stirn. Was, meinte er das Ernst? Ich hoffte doch wirklich, dass er das nicht ernsthaft dachte. Das hatte ich nicht gemeint, wirklich nicht. Er schmunzelte, demnach konnte er es nicht ernst meinen. "Hey wenn du es so nennen willst," antwortete ich. Ich würde es wirklich nicht so nennen, würde aber auch gar nicht erst danach fragen. Er hatte doch mit diesen Andeutungen begonnen, nicht ich! Seine Skulpturen und Bilder verkaufte er so schnell wie möglich, einfach nur um seinen Kühlschrank wieder füllen zu können und Rechnungen zahlen zu können. "Du hast kein warmes Wasser?" Fast schon schockiert sah ich ihn an und blieb stehen. Er hatte kein warmes Wasser. Wie duschte er denn bitte, wenn er kein warmes Wasser hatte? Er meinte das nicht ernst, oder? Das war doch genauso ein Witz wie vorhin. Sein Gesicht aber erzählte mir das Gegenteil. Er meinte es Ernst, hatte kein Warmes Wasser. "Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mit dem Duschen eindeutig noch auf dich gewartet," stellte ich fest. Es war eine halbe Wahrheit. Ich hätte ihm angeboten duschen zu gehen, hätte ich gewusst das er kein warmes Wasser hatte. Es so auszudrücken aber lockerte die Situation auf, und machte es eindeutig leichter. Ich kannte so etwas nicht, zwar hatte ich jede Menge Geschwister und hatte immer schnell duschen müssen, aber nie mit kaltem Wasser. Das konnte doch gar nicht gesund sein, oder?

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 15, 2018 7:39 am

Keenan Nile
„Ach ich bin nicht besonders schwer glücklich zu machen. Du könntest mir einen Kuchen backen und ich würde dir aus Dankbarkeit die Welt zu Füßen legen.“, schmunzelte ich. Das alles hier war natürlich nur rein hypothetisch. Ich war ihr wirklich dankbar für die zwei Mahlzeiten und den Schrott, den sie mir mitgegeben hatte. Sie hatte mir damit wirklich den Arsch gerettet, auch wenn ihr das vielleicht nicht so ganz bewusst war. Doch so war es. Ohne diese Skulptur würde ich vermutlich immer noch irgendwo Schrott sammeln und wäre in der Zwischenzeit dann doch wieder dazu gezwungen gewesen irgendwo auf dem Marktplatz in dem Hamptons jemandem das Portemonnaie zu stibitzen. Ja, ich machte das wirklich ungern, aber manchmal war das eben wirklich nötig. Ich wurde vom Staat nicht unterstützt und wenn mir das Geld ausging, saß ich mit leerem Magen auf der Straße. Außerdem hatten die Leute in den Hamptons ja nun wirklich mehr als genug Geld, um mal ein wenig abzugeben. Sicher vermissten sie das Geld nicht einmal. Ich jedoch kam damit mehrere Monate über die Runden. „Na ja, wenn du in den schickeren Vierteln suchst, kann das natürlich sein... In meinem Stadtteil werden fast täglich Wohnungen frei und wieder neu besetzt. Aber da solltest du wirklich nicht suchen, wenn du nicht musst. Vielleicht stellst du einfach ein Inserat ins Internet. Einen Mitbewohner findest du sicher schnell.“ Vor allem, wenn schicke Wohnungen in New York so schwer zu finden waren wie sie sagte. Sie würde sicher jemanden finden. Sie war ein angenehmes Persönchen, mit dem sicher niemand so schnell Probleme haben würde. Sie wäre deutlich besser dran, wenn sie mit jemand anderem als mir eine WG gründete. Ich wäre wohl wirklich nur der nervenraubende Streuner, den sie aufnahm und es danach nicht übers Herz brachte ihn rauszuwerfen. Dass sie so geschockt darüber zu sein schien, dass ich kein warmes Wasser hatte, wunderte mich nicht. Sie hatte es offenbar immer gut gehabt. Sie lebte in ihrer kleinen Blase und konnte sich gar nicht ausmalen was in der Welt so alles abging. Ich zuckte nur unbeeindruckt die Schultern. „Wenn ich meine Heizkosten nicht bezahlen kann, stellt mein Vermieter mir Heizung und warmes Wasser ab. Ich hab echt Glück, dass er mich nicht stattdessen rauswirft, also... ich hab mich daran gewöhnt ab und zu mal kalt duschen zu müssen. Wenigstens habe ich ein Dach über dem Kopf und überhaupt fließendes Wasser.“ Damit war ich schon besser dran als die armen Schweine auf dem Times Square. Ich bog ab und steuerte damit langsam in Richtung der schlimmeren Viertel. Die Häuser wurden langsam immer älter und die Fassade immer dreckiger. Die Straßen und Gassen wurden schmaler, die Laternen flackerten und es begann penetrant nach Katzenpisse zu riechen. Die Mülltonnen quollen über, man hörte die Leute hinter den Wänden herumbrüllen und die Wäsche hing über den Leinen, die zwischen den Häusern gespannt war. Eigentlich sollte ich mich wirklich schämen jemanden wie sie hierher zu bringen. Ich hätte die Skulptur besser zu ihr bringen sollen, aber durch all das Metall wog sie nicht gerade wenig und der Weg bis zu Delilah war auch nicht gerade kurz gewesen. Na ja, sie war sicher schnell wieder hier weg. Ich hielt an einem der abgeranzten Zwölf-Parteien-Häuser, schloss die Eingangstor auf und lieg die Treppe hoch, da der Aufzug seit einem Jahrzehnt bereits außer Betrieb war. Ich lieg also die fünf Stockwerke, öffnete dann die Tür zu meiner „Wohnung“ und verschloss die fünf Riegel an der Tür wieder, als wir drin waren. Meine „Wohnung“ bestand aus einem Zimmer. Die Wände und der Boden waren grau gestrichen, in der einen Ecke bildete sich ein feuchter Schimmelfleck und in der anderen lagen die durchgelegene Matratze und die Tasche, aus der ich meine Klamotten holte auf dem Boden. Die dritte Ecke zierte meine kleine „Küche“, die aus nichts weiter als einer externen Herdplatte in der Steckdose, einen Mini-Kühlschrank, einem Wasserkocher und einem Unterschrank bestand. Nebenan grenzte das Bad. Klo, Waschbecken, Dusche, aber alles so eng, dass man die Tür schließen musste, um die Tür der Dusche öffnen zu können. Aber zumindest hatte ich mir das alles hier selbst aufgebaut. Hierfür hatte ich niemanden um Hilfe gebeten. Alles, was hier drin war, gehörte mir. Ich seufzte und ging in die vierte und letzte Ecke, in der mein ganzes Kunstzeug lagerte. Ich hatte mir aus alten Brettern Regale genagelt, auf dem meine Schraubenzieher, Schweißgeräte, Farben, Pinsel und Leinwände standen. Der Rest ihres Schrotts stand noch auf dem Boden und die Skulptur daneben. Fast sechzig Prozent meiner Wohnung bestanden nur aus Kunstkram. Mehr besuchte ich zum Leben auch nicht... (Handypost. Schon mal sorry für die Schreibfehler)
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 15, 2018 10:12 am

DELILAH Thompson

Kuchen? Würde man ihm Kuchen backen, wäre er bereit einem die Welt zu Füßen legen? Das klang einfacher als gedacht, nur würde ich ihm ganz bestimmt keinen Kuchen backen. Ich wollte doch auch gar nicht das man mir die Welt zu Füßen legte - was sollte ich denn damit anfangen, mir ging es auch so ziemlich gut. Sehr gut sogar, immerhin überlegte ich gerade doch allen Ernstes mir einen Mitbewohner zu suchen weil mir die Wohnung in der ich lebte zu groß war. Vielleicht sollte ich es wirklich tun, oder wenigstens noch für ein paar Tage warten und Keenan die Chance geben es sich anders zu überlegen. Danach konnte ich immer noch nach jemandem suchen. In seinem Stadtteil wurden fast täglich Wohnungen frei und wieder besetzt, dort sollte ich seiner Meinung nach aber nicht suchen. Auf gar keinen Fall sollte ich dort suchen. Nur wenn ich es musste, und dem war nicht so. Mittlerweile wusste ich wirklich nicht mehr so Recht was ich mir denn nun vorstellen sollte, wenn er über seine Wohnung sprach. Kein warmes Wasser, da er die Heizkosten nicht zahlen konnte, und die Gegend in der er zu wohnen schien war offensichtlich auch nicht die sicherste. Zumal er selbst nur ungern des nachts draußen unterwegs war. Wo lebte er bitte? Ich hatte keine Ahnung, wie ich es mir vorstellen sollte, irgendwie aber hatte ich eindeutig ein ungutes Gefühl im Magen, das ich einfach ignorierte und mir einredete das er es wahrscheinlich nur schlechter machte als es war. Dem war nicht so. Je weiter wir liefen, je schlimmer wurde es. Ich war noch nie in einer Gegend wie dieser hier gewesen, und auch wenn ich schon von ihnen gehört hatte, hatte ich nicht gedacht das ich jemals hinein laufen würde - oder jemanden kennen, der dort lebte. Es war wohl das erste Mal das ich schweigend neben ihm herlief und nichts weiter zur Situation sagte, denn eigentlich hinterließ mich dieser Ort beinahe schon Sprachlos. Hier wohnte er? War das sein Ernst? Lieber schlief er hier, auf einer Matratze in einem schimmeligen Gebäude in dem er sehr wahrscheinlich irgendwann sterben würde, als auf meiner Couch? In einem Gebäude das sicher war, und nicht gleich in sich zusammen fiel? Ich öffnete den Mund, sah mich in seinem kleinen Zimmer um, ehe ich zur Skulptur lief. "Das ist mein Schrott?" Weshalb wohnte er hier? Für das Ding sollte er doch eindeutig mehr bekommen als Hungerslohn. Ich blinzelte zu ihm hoch, betrachtete die Skulptur und schmunzelte. Das war mein Schrott - wie viel wollte er denn für dieses Ding haben? Wahrscheinlich sogar sehr viel weniger als er dafür verlangen konnte. Breit grinsend sah ich ihn an. "Ich kauf sie dir ab," was? Gut, ich würde sie ihm abkaufen, für mehr als er danach verlangen würde, und dann würde ich jemanden finden der ihm wirklich angemessen zahlte. So konnte er doch wirklich nicht leben. "Wie viel willst du dafür? Ernsthaft, hätte ich gewusst das Schrott so aussehen kann, hätte ich eine Gegenleistung gewollt," sagte ich. Nein das hätte ich nicht. Das sollte er wohl wissen, ich wollte nichts dafür, es war Schrott der so oder so nur im Vorgarten gelegen hätte. Er sollte jetzt aber bloß nict denken das ich es aus Mitleid tat. Ich mochte dieses Ding, und vielleicht wollte ich ihm auch helfen, aber ich würde dieses Ding nicht aus Mitleid kaufen. So bekam er nur sehr viel mehr für eine Skulptur als er sonst bekommen würde.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 15, 2018 11:28 am

Keenan Nile
Ein wenig schämte ich mich schon jemanden wie sie in meine Wohnung zu bringen. Immerhin war ihre Wohnung groß, geräumig und hell und meine bestand aus einem mickrigen Zimmer, in dem ich Schrott lagerte und in dem die Tapete bereits von den Wänden faulte. Ja, sie kannte sowas nicht und deswegen war es wohl nochmal eine Nummer heftiger für sie. Ich wollte sie damit keineswegs verschrecken oder beunruhigen. Es ging mir gut. Ich lebte mit diesem Standard und hatte es besser als so manch andere arme Socke in Amerika oder gar der ganzen Welt. Ich war stolz darauf es ohne Familie oder irgendjemandes Unterstützung zumindest bis hierher gebracht zu haben. Die Angestellten im Heim oder gar die zwei Pflegefamilien, in denen ich gelandet war, hätten mich zu dieser Zeit sicher unter der Brücke sitzen gesehen. Sie hatten gewusst, dass aus mir nie etwas gescheites werden würde und doch produzierte ich Kunst, die einige Leute sogar gern haben wollten. Damit war ich absolut zufrieden. Mehr brauchte ich nicht zum Leben. Ich schob mit dem Fuß einen Beutel Schrott auf Seite und zog die schwere Skulptur noch ein Stück weiter aus der Ecke heraus und in den Raum hinein. „Ja, das ist dein Schrott. Na ja, ein Teil davon und ein paar Felgen und leere Cola Dosen, die ich noch auf dem Schrottplatz gefunden habe. Ich hab die Teile verbogen, zusammengeschweißt und -geschraubt, mit silbernem Sprühlack überzogen und das ist daraus geworden.“, erklärte ich ihr und sah mir selbst nochmal alles an. Bevor ich das Ding auf den Marktplatz stellte und verkaufen wollte, wollte ich, dass alles perfekt war. Keine asymmetrischen Kanten, keine scharfen Spitzen, ein ebenes Farbbild. Doch die Skulptur war wirklich gut geworden. Sie war vielleicht nicht mein bestes Werk, aber doch ziemlich gut. Ich hatte wirklich große Hoffnungen an diesem Ding etwas mehr zu verdienen als an meinen Acryl-Bildern. Als sich Delilah dann zu mir umdrehte und sagte sie würde mir das Ding abkaufen, blinzelte ich kurz heftig. Hatte ich mich da gerade verhört? Sie schien mir keine besonders große Kunstsammlerin zu sein. Ich meine… wenn mir ein reicher Schnösel dieses Teil für einen Hunderter abkaufte war ich unglaublich glücklich und er würde den Preis nicht einmal in seinem Geldbeutel spüren. Bisher hatte noch nie jemand aus der Mittelschicht mir etwas abgekauft. „Das… ist doch dein Schrott. Du bezahlst doch nicht noch extra dafür, dass du ihn zurück bekommst.“ Das war wohl der größere Faktor. Sie würde dadurch doch nur Verlust machen. Sie wäre ihren Schrott und ihr Geld los. Nein, das würde nicht funktionieren. Nachdenklich sah ich zu dem Haufen von ihrem restlichen Schrott und überlegte bereits wie ich mit der Situation umgehen könnte. „Nimm sie so mit. Es ist dein Zeug. Die zwanzig Dollar Mehrkosten kannst du mir auszahlen, dann bastle ich aus dem Rest etwas neues. Ich lasse dich doch nicht für deinen eigenen Müll bezahlen.“ Was wäre ich dann auch für ein Mensch? Ich war vielleicht ohne Eltern aufgewachsen, aber ich hatte dennoch eine Art Erziehung genossen. Ich war ein halbwegs anständiger Kerl geworden. Ich könnte aus den restlichen ihrer Sachen sicher noch ein oder zwei Kunstwerke zaubern.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 15, 2018 11:54 am

DELILAH Thompson

Hatte er überhaupt eine Vorstellung für wie viel er dieses Ding hier eigentlich verkaufen konnte, wenn er die richtigen Leute fand? Er würde doch wahrscheinlich wirklich einfach den Mindestpreis annehmen, denn wenn ich mir diese Wohnung hier ansah hatte er Geld so oder so dringend nötig. Und nun wollte er mir diesen Hund einfach so mitgeben, weil es mein Schrott war? Kopfschüttelnd sah ich von seiner Skulptur zurück zu ihm. "Ich habe dir meinen Schrott gegeben, weil ich ihn nicht mehr brauche, du aber schon. Ich nehme das Ding jetzt nicht einfach so mit." So hatte ich es doch auch gar nicht gemeint. Er hatte wahrscheinlich noch nicht einmal eine Ahnung was ich eigentlich mit diesem Ding tun wollte, sagen würde ich es ihm aber auch nicht bevor ich ihm nicht das Geld der Leute geben konnte, die die Skulptur gekauft hatten. Hey, er sollte lieber einfach mein Geld nehmen als weiterhin ohne warmes Wasser in diesem Loch zu leben, hier würde er sich doch wirklich irgendwann noch irgendeine schlimme Krankheit einfangen. Es war mein Schrott, den er allen Ernstes zu dem hier gemacht hatte. Hätte ich gewusst das Schrott irgendwann einmal so gut aussehen würde, hätte ich doch allen Ernstes schon viel früher etwas dieser Art gemacht. Oder viel mehr hätte ich meinen Müll schon viel früher an einen Künstler gegeben, um daraus etwas schönes was das hier zu machen. Und nun wollte er es mir einfach so wieder zurückgeben. Er wollte es mir doch nur mitgeben, weil ich ihm die Materialien dafür gegeben hatte. "Ich nehme das Ding nicht einfach so mit, was willst du dafür?" So würde er doch wirklich nie von hier wegkommen. Er konnte es sich nicht leisten seine Skulpturen einfach so zu verschenken, weil er die Materialien von mir bekommen hatte. Das war zumal nicht fair - ich wollte ihm helfen, und wollte nicht das er mich einfach so von dem hier ausschloss. "Hast du schon einem irgendwelche Öko-Gruppen gefragt ob sie dir deine Sachen abkaufen wollen?" Es gab genug Umweltschützer die der Welt zeigen wollten wie schlimm es eigentlich um die Umwelt stand, und es gab genügend Gruppen die Millionen von Dollar ausgaben um irgendwelche Kampanjen zu starten, Kunst dafür zu kaufen, und meist war sie noch nicht einmal wiederverwendet. In New York musste es doch bestimmt irgendwo solche Leute geben, oder etwa nicht? Vielleicht sollte ich einfach ohne sein Wissen zu diesen Leuten gehen und nachfragen - er könnte ganz bestimmt innerhalb kürzester Zeit noch eine dieser Skulpturen bauen, wenn er diese hier schon heute verkaufen wollte. (Nächster wird besser, soz)

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 15, 2018 1:20 pm

Keenan Nile
Hey, es war ihr Zeug, das ich in der Skulptur verbaut hatte. Ja, sie hatte es mir geschenkt, aber es kam mir barbarisch vor sie jetzt auch noch um ihr Geld zu erleichtern. Sie hatte den Schrott nicht mehr gewollt und ihn mir gegeben, aber nun wollte sie ihn wiederhaben, also wäre es wohl nur fair, wenn ich ihn ihr so überließ. Sie konnte mir gerne die Kosten für den Sprühlack und die Stunden Arbeit bezahlen, aber ich knöpfte ihr sicher nicht so viel Geld ab wie ich es bei den Reichen tun würde. Ich wusste immerhin, dass ich kein schlechtes Gewissen haben musste, wenn ich einem millionenschweren Kerl einen Hunderter abknöpfte. Sie aber für ihren eigenen Müll bezahlen zu lassen, war nicht richtig. Ich war immerhin kein richtiger Künstler. Ja, ich konnte gut malen und hatte ein gutes und ausgeprägtes Vorstellungsvermögen, aber ich hatte nichts in diese Richtung studiert und kannte mich mit der Kunstgeschichte auch nur bedingt aus, weil ich mein Wissen bloß aus den Museen bekam, die ich am Wochenende umsonst besuchen konnte. Ich war immer noch nur irgendein Idiot, der Schrott zusammenzimmerte und danach über dem Wert verkaufte, nur um sich warmes Wasser und etwas zu essen leisten zu können. „Es ist dein Zeug… ich kann dir dafür doch kein Geld abknöpfen.“ Was wollte sie überhaupt mit dem Ding? Ja, es sah ganz süß aus, aber wollte sie es mir aus Mitleid abkaufen oder es sich wirklich irgendwo ins Wohnzimmer stellen? Was wollte sie damit anfangen? Ich fühlte mich einfach nicht wohl dabei ihr Geld für diese Skulptur abzunehmen und das obwohl ich es wirklich gebrauchen könnte. Das sagte schon einiges über mich aus, oder? Vielleicht war ich ja doch noch nicht hoffnungslos verloren. Ein kleiner Teil in mir schien zumindest noch Anstand zu haben. Es war ihr Zeug, sie wollte es nehmen, also sollte sie es auch bekommen, ohne noch obendrauf zahlen zu müssen. Ich seufzte und lehnte mich gegen den Türrahmen, während ich die Skulptur ansah. „Ich kann aus dem restlichen Zeug von dir sicher noch zwei Skulpturen machen. Es wäre nur fair dir ein Drittel so zu geben. Den Reichen könnte ich dafür sicher um die achtzig Dollar abknöpfen, aber ich das wäre nicht richtig. Bitte… nimm das Ding einfach. Wenn es dir gefällt, hat es sich für mich schon gelohnt sie anzufertigen. Ich habe ja immerhin noch mehr Materialien von dir. Dann nimm sie einfach als Dankeschön an.“ Als sie mich nach irgendwelchen Öko-Gruppen fragte, die mir meine Kunst abkaufen sollten, runzelte ich nur leicht die Stirn. „Quatsch, wieso sollten sie? Ich bin weder ein bekannter Künstler, noch ein guter Bürger New Yorks. Mit mir als Gesicht hinter der Kunst würden ihre Kampagnen sicher nicht viel einnehmen. Ich meine… niemand will von einem Penner hören, der Schrott-Skulpturen bastelt. Ich bin froh, dass mir überhaupt Leute die Sachen abkaufen.“ Auf dem Marktplatz bekam ich mehr als genug herablassende, urteilende Blicke ab. Ich war froh die Skulpturen überhaupt loszuwerden, also würde ich es bei Firmen oder Organisationen gar nicht erst versuchen müssen. Außerdem besaß ich nun wirklich nicht die Connections dafür. „Weißt du was? Spendier mir eine warme Dusche und ein Abendessen, gib mir die zwanzig Dollar für die Mehrkosten und ich trag dir das Teil nach Hause. Entweder so oder ich stell dir das Ding in den Vorgarten, wenn du nicht hinsiehst. Es gehört doch zu größten Teilen sowieso dir.“ Wenn sie mir unbedingt etwas dafür geben wollte, dann sollte sie mir eine Dusche und etwas zu Essen spendieren. Die zwanzig Dollar würden mich durch die nächste Woche bringen und bis dahin hätte ich sicher eine neue Skulptur gebastelt oder ein neues Bild gemalt, das ich verkaufen konnte. Daran hätten wir beide nichts verloren.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 15, 2018 1:42 pm

DELILAH Thompson

War das jetzt wirklich sein Ernst? Er wollte mit mir darüber diskutieren ob ich die Skulptur die er gebaut hatte um sie zu verkaufen, einfach so mir schenken würde, weil es mein Müll und Schrott war den er dafür verwendet hatte? Ich würde sie doch so oder so nicht annehmen - dann würde ich eben sagen, dass ich sie doch nicht mehr wollte und er sie lieber an jemand anderes verkaufen sollte. Er würde für dieses Ding Geld bekommen, schließlich war es sein Job und einziger Weg überhaupt irgendwie etwas besseres aus seinem Leben heraus zu holen. Ich schürzte die Lippen und sah ihn an. Ernsthaft, er würde nicht locker lassen, wenn er aber dachte das ich nachgeben würde, hatte er sich ebenso geschnitten. Ich war mit viel zu vielen Geschwistern aufgewachsen um überhaupt irgendwie nachzugeben. Das konnte er vergessen. Stirnrunzelnd zog ich mein Handy aus meiner Tasche und drehte ihm für einen Moment den Rücken zu. Es gab bestimmt genug Möglichkeiten ihm das Gegenteil zu beweisen, und irgendwann musste er damit anfangen Werbung für seine Sachen zu machen, denn ohne diese könnte er auch nicht von hier verschwinden. "Gut, eine warme Dusche und Abendessen aber ich nehme das Ding trotzdem nicht mit," sagte ich und schmunzelte. Ich tippte einige Suchbegriffe in Google ein, hatte selbst keine Ahnung wie genau wir es denn nun anstellen würden, aber hey - wenn man viel Fantasie hatte, konnte man bestimmt irgendwie jemanden finden der hiervon begeistert war. Selbst große Firmen oder Öko-Gruppen die die Umwelt retten wollten. In New York gab es doch so viele Möglichkeiten. "Ha! Nimm deine Sachen, du verkaufst das Ding heute ganz bestimmt nicht auf irgendeinem Markt," unter seinem Wert. Nein, er würde ein paar hundert Dollar dafür bekommen, und Werbung dafür das er aus Schrott etwas Schönes baute. Manche Leute konnten sich doch ein Beispiel an ihm nehmen. "Ich ruf ein Taxi, pack deine Sachen," sagte ich zu ihm und grinste bis über Beide Ohren. Er konnte sagen was er wollte, meinetwegen konnte er dieses Ding auch einfach in meinen Vorgarten stellen wenn ich nicht zuhause war, aber er würde Geld dafür bekommen. Und wenn er meines nicht annahm, musste es eben jemand anderes kaufen. Er war wohl wirklich viel zu gutmütig um sein Leben wirklich in die Hände zu nehmen, statt mein Geld anzunehmen wollte er mir die Skulptur einfach schenken. "Los komm schon, der Tag wird nicht länger," sagte ich und lief bereits zur Wohnung hinaus. Ich wusste das er mir folgen würde ohne zu diskutieren, immerhin hatte er mir gesagt das er selbst nicht gerne alleine des nachts hier herum lief. Und genau das nutzte ich wohl gerade auch aus, rief das Taxi. Ob er wollte oder nicht, ich würde ihm hierbei helfen. Zumindest für den Anfang.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Skyfall am Do Nov 15, 2018 2:21 pm

Keenan Nile
Mein ganzes Leben lang wurde mir gesagt, dass ich nie zu etwas taugen würde. Wie sollte ich da auch glauben, dass irgendjemand meine Kunst kaufte, nur weil sie wirklich schön war? Die Reichen kauften meine Kunst, um damit anzugeben. Es kümmerte sie nicht wer dahintersteckte oder was die Kunst ausdrückte. Ganz im Gegenteil. Sie kauften mir sogar Plagiate ab. Ich zeichnete Da Vinci, Van Gogh und Dalí und verkaufte es für Spottpreise an die Reichen, damit sie so tun könnten, als wären sie so reich sich die Originale leisten zu können. Darum ging es ihnen doch nur. Sie kauften Kunst, gaben damit an wie reich sie waren und wie teuer die Bilder und Skulpturen gewesen waren und sonst war es ihnen egal. Die Skulptur sah einigermaßen teuer und aufwendig aus und damit war es eine Sache mehr, mit der man angeben und prahlen konnte, wenn man es nur in die richtige Lüge verpackte. Niemand kaufte meine Kunst, weil sie schön oder bedeutsam war. Zumindest war es das, was mir immer jeder gesagt hatte. Ich war ein Waisenkind mit irgendeiner Persönlichkeitsstörung oder sowas. Diese Phasen, in denen ich mich selbst kaum aushielt waren immer der ausschlaggebende Punkt gewesen. Niemand hatte mich gewollt. Bei meiner Kunst war das anders. Zwar wollte sie niemand aus den richtigen Gründen, aber zumindest verkaufte ich. Stirnrunzelnd sah ich zu Delilah, als diese ihr Handy hervorholte und begann irgendetwas einzutippen. Was hatte sie nur vor? „Aber ich werde dir das Teil nicht verkaufen.“ So viel war es nicht wert, dass sie für ihren eigenen Schrott auch noch draufzahlte. Wenn sie es haben wollte, dann sollte sie es auch so bekommen. Ich verstand wirklich nicht was das alles hier sollte. Sie sollte doch froh sein, dass ich sie nicht noch zusätzlich abzocken wollte. Ja, sie hatte mehr Geld als ich, aber das hieß nicht, dass sie Geld ausgeben musste, nur weil sie Mitleid hatte oder sowas. Wieso sonst sollte sie es auch tun? ich lud sie in meine siffige, winzige Bude ein und sie glaubte mir etwas abkaufen zu müssen. Sie war einfach zu gutherzig. Leider aber half mir das doch nicht. Ich wollte auf eigenen Beinen stehen und nicht von Mitleid finanziert werden. Ich konnte mit dem Teil genauso gut auf den Marktplatz gehen und irgendwelche Passanten ansprechen, die gern mit Geld um sich warfen. Ich zuckte fast erschrocken zusammen, als Delilah sich nun von ihrem Handybildschirm wandte. Es fehlte nur noch, dass ihr eine Glühbirne über dem Kopf brannte. Was hatte sie denn jetzt vor? Wie von der Tarantel gestochen lief sie plötzlich aus der Wohnung und forderte mich auf meine Sachen zusammenzupacken. Ich würde meine Sachen nicht auf einem Marktplatz verkaufen? Na wo denn sonst? Etwa vor dem Eingang des Kunstmuseeums? Dort war ich bereits mehrere Male verscheucht worden. Was hatte sie denn vor? Sie aber lief einfach weiter ohne auf meine Widerworte zu warten. „Hey, Ginger, warte! Was hast du denn vor?“, seufzte ich und klemmte mir die Skulptur unter einen Arm und zwei andere Leinwände, die ich die vergangenen Tage bestückt hatte, in die andere Hand. „Oh Himmel, wo willst du denn hin? Mach mal halblang.“ Was für eine brilliante Idee hatte sie in ihrem Kopf denn da nun ausgebrütet? Wollte sie mich auf eine Kunstmesse schleppen? Was auch immer sie da vorhatte… irgendwie befürchtete ich, dass es etwas war, das ich selbst wohl nie angehen würde.
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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

Beitrag von Arce am Do Nov 15, 2018 2:42 pm

DELILAH Thompson

Ich hatte eine Idee, eine für die er sich irgendwann noch bei mir bedanken würde, denn er schien wirklich nicht sonderlich viel davon halten sich einen guten Markt für seine Kunst zu suchen. Stattdessen gab er sich lieber mit dem Minimum zufrieden, lebte in dem hier und tat doch allen Ernstes so als sei es in Ordnung. War es das wirklich, oder dachte er das nur weil er kein Geld für Heizkosten hatte? Vielleicht konnte ich ihm wirklich helfen, schließlich hatte ich einiges an Erfahrung was das Ansprechen von Menschen anging, die sehr wahrscheinlich doch nichts mit einem zutun haben wollten. Irgendwie gelang es mir aber doch nach nur kürzester Zeit immer eine Visitenkarte herauszuholen. Mittlerweile kannte ich Menschen die ich niemals wieder brauchen würde, und dennoch hatte ich irgendwo in einer Box all die Visitenkarten die ich über die Jahre hinweg gesammelt hatte. Man musste doch wirklich nur etwas Allgemeinwissen nutzen um seinen Willen zu bekommen. Kluge Frauen kamen weit, kluge Männer wahrscheinlich sogar noch weiter. Keenan aber wollte sich irgendwo tief verborgen im Untergrund aufhalten und weiterhin so tun als hätte er gar keine Chance diesem Loch hier zu entkommen. Dabei hatte er schon mit dieser Skulptur bewiesen das er das Zeug hatte - er glaubte nur nicht selbst an sich. "Ich hab dir doch schon gesagt, die Ökos wollen sowas immer," vor allem wenn es der Welt zeigte wie viel Müll eigentlich in etwas besseres, schöneres verwandelt werden konnte. Das konnte man wohl ganz einfach irgendwie so drehen, dass es ihm half. Man musste doch eigentlich so gut wie immer alles irgendwie verdrehen, vor allem wenn man versuchte selbst irgendwie größer rauszukommen. "Und jetzt lass mich hier ja nicht alleine herumstehen, du hast gesagt die Gegend hier ist nicht so nett," sagte ich und sah ihn amüsiert an. Ich wusste das ich seine Worte hier gerade gegen ihn nutzte, aber anders würde ich ihn doch wohl wahrscheinlich ohnehin nicht dazu bringen mitzukommen. Schnell öffnete ich noch die Kamera, im Falle einer Flucht seinerseits wollte ich wenigstens immer noch ein Foto von seiner Kunst haben, immerhin musste ich ihn nicht zwingend dabei haben. Es war lediglich netter zu Zweit unterwegs zu sein, vor allem da ich mich nicht auskannte und es hier um seine Sachen ging, nicht um meine. Das Taxi ließ wirklich nicht lange auf sich warten, besonders erfreut über die Gegend sah er aber auch nicht aus. Ich schob mein Handy wieder in meine Jackentasche, öffnete die Tür für Keenan und deutete hinein. "Los, für das Ding bekommst du bestimmt Dreihundert Dollar," und wenn die Skulptur nur der Anfang einer längeren Zusammenarbeit wäre, hätte er wenigstens schon einmal die Möglichkeit seine Rechnungen zu bezahlen und wieder warmes Wasser zu haben. Oder seinen Kühlschrank zu füllen.

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Re: The Hamptons [Revenge] RPG

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